... newer stories
Donnerstag, 14. Dezember 2006
Matruschkas am Imbissstand
gorillaschnitzel, 15:26h
Hunger treibt mich an einen Imbiß. Dort nimmt grade eben eine auf den allerersten Blick dümmlich aussehende Minderbemittelte ihr halbes Hähnchen entgegen. Sie schaut aus, als sei sie soeben mit Klamotten aus dem Altkleidersack versorgt worden. Das Hähnchen sieht mindestens so erbärmlich aus wie die Esserin und passt rein farblich bestens zu diesem saudummen Rotton der Haarfarbe der Hähnchenliebhaberin.
Sofort komme ich mir vor, wie im allertiefsten Sachsen-Anhalt: Der Imbißmensch sächselt, aber ziemlich kultiviert. Fräulein Hähnchen jedoch erzählt unterirdischen Schwachsinn. Ohne Punkt und Komma:
Sie lacht über ihren eigenen Witz, der gar keiner war und zieht die Haut vom Hähnchen.
Sofort komme ich mir vor, wie im allertiefsten Sachsen-Anhalt: Der Imbißmensch sächselt, aber ziemlich kultiviert. Fräulein Hähnchen jedoch erzählt unterirdischen Schwachsinn. Ohne Punkt und Komma:
"Pommes Frittes will er, ditt kenn icke".Sie spricht das nicht französisch aus, sondern deutsch. Und ehe ich noch blöd schauen kann oder etwas erwidern kann, gehts schon weiter.
"Zwee Jahre hab ick Französisch jehabt. Da konnt ick einer dann erklären, was Pommes Frittes sin. Die wusste ditt nich, da hab icke jesagt, das hat mit Erde zu tun, hehe."
Sie lacht über ihren eigenen Witz, der gar keiner war und zieht die Haut vom Hähnchen.
Hör ma uff mit Französisch. Aba schlimma is echt noch Russisch. 5 Jahre musst ick dett lernen, war ja Pflicht damals inner DDRDer Imbißmensch, der seltsamerweise ein Namensschild trägt, ignoriert die Frau. Vermutlich ist sie Stammkundin oder er solches Geschwätz gewöhnt. Er heißt Herr Loeffler, hat einen lustigen Kaiser-Wilhelm-Bart und bleibt sehr gelassen.
Sspassiba, ras, twa, dri, dosswidanja und ditt alles. Ick hatte mal jehört, wie ne Russin sprach und da bin icke zu ihr und hab ihr jesagt, dat ich ditt vastehen tu und Mann, war die vablüfft, wa?Sie stopft sich die labberige Haut in den Mund, ein Eckzahn steht schief, sie kaut, schmatzt und spricht weiter:
Ick sach dir: Diese Matruschkas sind unmöglichZum ersten Mal sieht sie mich an und ich merke erst jetzt, dass sie überhaupt nicht mit mir redet sondern mit dem gesamten Publikum, das noch dabeisteht. Ich bin nur der unglückliche Depp, der in der Schlange ganz vorne steht.
Weeßte, wir sagen Matruschkas zu den Russinnen, weil die doch imma so jesoffen haben. Wie Männer. Ick meen: Tun die ja heut noch, wa? Deshalb nennen wir sie Matruschkas drüben im Osten.Ich bin beeindruckt, wie sie es schafft, mal gleich 15 Millionen Menschen mit ins Boot zu nehmen, aber es geht schon weiter:
Weeßte, in Schönebeck lernste die Matruschkas kennen. Ich kann dir sagen, ditt sinn welche, wa? Ich sach imma: Hol dir ne Russin ins Haus und du wirst arm. Ehrlich. Matruschkas, ne?Gottseidank sind meine Pommes gleich fertig. Herr Loeffler salzt grade noch. Die DDR-Exilantin reißt einen jämmerlich verkrüppelten Fuß aus dem toten Huhn.
Meen Ex konnte da ein Lied von singen, weeßte. 27jährige Litauerin. Ick sag dir: Da is nix mäa beim alten. Nix. Zwee Wochen im Krankenhaus, dann is die Litauerin ab und hat alles mit. Der hatte nich mal mäa nen Schlüpfer. Ich sag ja: So sin die Matruschkas.Ich verzieh leicht die Mundwinkel, die Pommes kommen endlich und die Rothaarige legt nochmal los. Jetzt redet sie mit allen und merkt nicht mal, wie ich mich davonmache und schon gar nimmer zuhör...
Pissbecken
gorillaschnitzel, 09:52h
Mittwoch, 13. Dezember 2006
Weihnachtsgeschenke reloaded
gorillaschnitzel, 18:44h
In unserer losen Reihe "Was ich meinem Partner schon immer mal schenken wollte" präsentieren wir heute:
Die Unterhose für 2
Die Unterhose für 2
Katholizismus
gorillaschnitzel, 09:12h
Würde ich gläubig werden wollen, es müsste schon der Katholizismus sein. Nicht dieser verweichlichte, verspülte Protestantismus. Das Original soll es sein.
In so einer katholischen Messe ist alles besser als bei der Protestantenkonkurrenz: Während man bei den letzteren einschläfernde Frontalansprachen kriegt, die gelegentlich durch dieses Ökumenenkrampfliedchen "Danke, für diesen guten Morgen, danke für jeden neuen Tag" (<- und dieses Liedchen ist mal wirklich für Haftcremenutzerinnen) unterbrochen werden, ist die Katholenmesse der pure Event. Nie weiß man, was man als nächstes tun muss (zumindest nicht als Laie): Aufstehen, bekreuzigen, Amen sagen, singen, hinsitzen, aufstehen, Eucharistie, beten, bekreuzigen, Halleluja, singen, hinknien, Vaterunser....
Das ist pure Action. Da schlummert keiner weg.
Eines aber hat mich bei meinen wenigen Besuchen ja wirklich enttäuscht: Lieber Ratze, ich war ja immer der Meinung, dass Katholizismus so etwas wie die klerikale Highendlösung in Sachen Musik ist. Für mich war das Kyrie eleison, Messen, Requien, Passionen, Bachs Toccata dahingedonnert auf einer 300 Jahre alten Monumentalorgel.
Leider aber stand bei meinen Besuchen eine Jugendcombo mit E-Gitarre, Keyboard und Congas da und hat "How many roads must a man walk down" und "We shall overcome" gespielt. Bitte Ratze! Diese Ketzerei geht bei den protestantischen Häretikern, aber doch nicht in der einzig wahren Kirche Christi, oder?
In so einer katholischen Messe ist alles besser als bei der Protestantenkonkurrenz: Während man bei den letzteren einschläfernde Frontalansprachen kriegt, die gelegentlich durch dieses Ökumenenkrampfliedchen "Danke, für diesen guten Morgen, danke für jeden neuen Tag" (<- und dieses Liedchen ist mal wirklich für Haftcremenutzerinnen) unterbrochen werden, ist die Katholenmesse der pure Event. Nie weiß man, was man als nächstes tun muss (zumindest nicht als Laie): Aufstehen, bekreuzigen, Amen sagen, singen, hinsitzen, aufstehen, Eucharistie, beten, bekreuzigen, Halleluja, singen, hinknien, Vaterunser....
Das ist pure Action. Da schlummert keiner weg.
Eines aber hat mich bei meinen wenigen Besuchen ja wirklich enttäuscht: Lieber Ratze, ich war ja immer der Meinung, dass Katholizismus so etwas wie die klerikale Highendlösung in Sachen Musik ist. Für mich war das Kyrie eleison, Messen, Requien, Passionen, Bachs Toccata dahingedonnert auf einer 300 Jahre alten Monumentalorgel.
Leider aber stand bei meinen Besuchen eine Jugendcombo mit E-Gitarre, Keyboard und Congas da und hat "How many roads must a man walk down" und "We shall overcome" gespielt. Bitte Ratze! Diese Ketzerei geht bei den protestantischen Häretikern, aber doch nicht in der einzig wahren Kirche Christi, oder?
Dienstag, 12. Dezember 2006
Autofahrende, alte Säcke
gorillaschnitzel, 16:39h
Vorhin ist einer meiner Lieblingsautofahrer vor mir hergefahren: Rentner, etwa 70 Jahre alt, eine Kiste, die in der Lage wäre gut 220 zu fahren, dazu Brille und -sehr wichtig!- Tirolerhut mit Gamsbart auf der Hutablage. Daher heißt die Hutablage wohl auch Hutablage und nicht wie bei mir Wasgradesorumliegtablagefläche.
Ich mag diese Rentnergangs deshalb so sehr, weil sie die erlaubte Maximalgeschwindigkeit immer noch um mindestens 10 bis 20 Stundenkilometer unterbieten.
Das hat dieses Exemplar auch getan. So zuckelte er ganz gemütlich mit etwa 25 Stundenkilometern durch den Ort, den Schädel dicht an der Windschutzscheibe und blickte durchs Lenkrad auf seine Fahrspur.
Das ist gleichzeitig auch die Sorte Autofahrer, die jenseits ihrer eigenen Spur nichts wahrnehmen: Nicht den fluchenden Alfisti hinter ihnen, nicht die Mama mit Kinderwagen, die grade übern Zebrastreifen möchte und auch nicht den Bus, der grade in eine Engstelle einfährt.
Vermutlich haben sie nicht nur einen Seh-, sondern auch einen Hörschaden, aber das weiß man ja nicht. Deshalb schiebe ich immer eine Kassette mit den Chilli Peppers rein, damit sie die ärgsten Beleidigungen nicht mitbekommen.
Ich wünsch mir ja eigentlich jährliche Sehkontrollen bei diesen alten Säcken, aber solange es das nicht gibt, hätte ich in der Zwischenzeit bitte so einen James-Bond-Wagen mit Bewaffnung, um diese Hindernisse bequem in den Straßengraben entsorgen zu können.
Ich mag diese Rentnergangs deshalb so sehr, weil sie die erlaubte Maximalgeschwindigkeit immer noch um mindestens 10 bis 20 Stundenkilometer unterbieten.
Das hat dieses Exemplar auch getan. So zuckelte er ganz gemütlich mit etwa 25 Stundenkilometern durch den Ort, den Schädel dicht an der Windschutzscheibe und blickte durchs Lenkrad auf seine Fahrspur.
Das ist gleichzeitig auch die Sorte Autofahrer, die jenseits ihrer eigenen Spur nichts wahrnehmen: Nicht den fluchenden Alfisti hinter ihnen, nicht die Mama mit Kinderwagen, die grade übern Zebrastreifen möchte und auch nicht den Bus, der grade in eine Engstelle einfährt.
Vermutlich haben sie nicht nur einen Seh-, sondern auch einen Hörschaden, aber das weiß man ja nicht. Deshalb schiebe ich immer eine Kassette mit den Chilli Peppers rein, damit sie die ärgsten Beleidigungen nicht mitbekommen.
Ich wünsch mir ja eigentlich jährliche Sehkontrollen bei diesen alten Säcken, aber solange es das nicht gibt, hätte ich in der Zwischenzeit bitte so einen James-Bond-Wagen mit Bewaffnung, um diese Hindernisse bequem in den Straßengraben entsorgen zu können.
Amok
gorillaschnitzel, 10:13h
Ein Land, das allen Ernstes darüber diskutiert, an den Schulen Eingangskontrollen einführen zu wollen und dessen Politiker denken, mit einem Ballerspielverbot sei die Sache erledigt, ist nicht ganz bei Trost und hat ein paar Dinge hinsichtlich gesellschaftlicher Entwicklungen und Ursachen grundlegend nicht verstanden.
Montag, 11. Dezember 2006
Glöckle
gorillaschnitzel, 13:29h
Das verspricht eine richtig spaßige Geschichte zu werden....
Erst muss ich ein paar Worte erklären: Glöckle vertickert mit ziemlich seltsamen Methoden Lose der Süddeutschen Klassenlotterie. Das ist das, wofür auch der Jauch-Günther Werbung macht. Grob vereinfacht gesagt: Glöckle sichert mit aggressiver (Telefon-, aber nicht nur)Werbung das Einkommen eines Multimillionärs.
Nun habe ich vor einiger Zeit mal eins von den Los-Dingern im Miniformat geschenkt gekriegt und einen Kleingewinn erstanden, der dann auf mein Konto musste. Und schon hatten sie meine Kontonummer. Bis dahin war alles locker.
Dann kam irgendwann ein Brieflein, dass ich Lose für die nächste Lotterie blabla. Das war schon seltsamer. Also beim Call-Center angerufen, wo man mir dann versichert hat, das sei jetzt gekündigt und ein Mißverständnis und so weiter.
Schwupps: Ein paar Wochen später das nächste Ding im Briefkasten. Dieses Mal war ich dann schon etwas böser, als ich wieder mal dort angerufen hab und die mir wieder mal irgendeine bescheuerte Story aufgetischt haben.
Aber so weit, so gut.
Ab jetzt beginnt es, ziemlich "spaßig" zu werden, weil ich mittlerweile bereit bin, bis an die Grenze zu gehen und das -nebenbei- einen gewissen Unterhaltungswert bietet.
Drum hab ich mich hingesetzt und eine EMail geschrieben, die den Menschen deutlich machen sollte, dass ich nicht gewillt bin, mich an ihrer Geschäftsidee zu beteiligen.
Hier die Email:
So. Ich war dann gespannt, wie die Reaktion aussehen würde. Die kam auch prompt:
Damit schien die Angelegenheit erledigt. Wenn nicht, ja, wenn nicht wieder so ein Brieflein im Kästchen gelandet wäre: "Sehr geehrter Herr gorillaschnitzel, Blablabla, Jubiläum-alles-toll-Superlotterie undsoweiter....."
und dann die geniale Passage:
"Ihr Los gilt für die 120. Ziehung, der Einsatz ist rechtzeitig abgebucht."
Und weil ich ohnehin schon mächtig sauer auf den Laden war, hab ich mich wieder mal hingesetzt:
Das ging gestern raus. Bisher: Keine Reaktion. Vermutlich beratet man sich noch, wie man mit renitenten Kerlen wie mir verfährt. Ich bin aber nicht bereit, mich hinhalten zu lassen und weil ich ohnehin stinksauer bin, geht darum nun demnächst die allerletzte EMail raus. Und danach wirds wohl richtig lustig.
Erst muss ich ein paar Worte erklären: Glöckle vertickert mit ziemlich seltsamen Methoden Lose der Süddeutschen Klassenlotterie. Das ist das, wofür auch der Jauch-Günther Werbung macht. Grob vereinfacht gesagt: Glöckle sichert mit aggressiver (Telefon-, aber nicht nur)Werbung das Einkommen eines Multimillionärs.
Nun habe ich vor einiger Zeit mal eins von den Los-Dingern im Miniformat geschenkt gekriegt und einen Kleingewinn erstanden, der dann auf mein Konto musste. Und schon hatten sie meine Kontonummer. Bis dahin war alles locker.
Dann kam irgendwann ein Brieflein, dass ich Lose für die nächste Lotterie blabla. Das war schon seltsamer. Also beim Call-Center angerufen, wo man mir dann versichert hat, das sei jetzt gekündigt und ein Mißverständnis und so weiter.
Schwupps: Ein paar Wochen später das nächste Ding im Briefkasten. Dieses Mal war ich dann schon etwas böser, als ich wieder mal dort angerufen hab und die mir wieder mal irgendeine bescheuerte Story aufgetischt haben.
Aber so weit, so gut.
Ab jetzt beginnt es, ziemlich "spaßig" zu werden, weil ich mittlerweile bereit bin, bis an die Grenze zu gehen und das -nebenbei- einen gewissen Unterhaltungswert bietet.
Drum hab ich mich hingesetzt und eine EMail geschrieben, die den Menschen deutlich machen sollte, dass ich nicht gewillt bin, mich an ihrer Geschäftsidee zu beteiligen.
Hier die Email:
Von: gorillaschnitzel
Betreff: Kündigung
An: kundenservice at gloeckle.de
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit kündige ich alles, was je mit der "Kundennummer" XXX bei Ihnen registriert war und ist. Ich entziehe Ihnen ausdrücklich jegliche -im Übrigen nie erteilte- Erlaubnis, einen Betrag von meinem Konto abzubuchen. Sollte dies weiterhin der Fall sein, sehe ich mich gezwungen, Ihre Geschäftspraktikanten -im Besonderen die Methoden der Callcenter- public zu machen.
Ich erwarte eine zügige Bestätigung dieser EMail und hoffe, dann nie wieder mit Ihnen zu tun zu haben.
Mit unfreundlichen Grüßen
gorillaschnitzel
So. Ich war dann gespannt, wie die Reaktion aussehen würde. Die kam auch prompt:
Von: "SKL Gloeckle" <news at gloeckle.de>
An: gorillaschnitzel
Betreff: Ihre Nachricht zu Kd.-Nr.:XXX
Sehr geehrter Herr gorillaschnitzel,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Die Beendigung Ihrer Spiel-Teilnahme mit Abschluss der 6. Klasse/Runde
der 119. Lotterie haben wir mit großem Bedauern notiert.
Ihren Abbuchungsauftrag werden wir selbstverständlich mit dem Ende
Ihrer Spiel-Teilnahme streichen.
In Ihrer E-Mail erwähnen Sie, dass Sie sich über unsere
Geschäftspraktiken insbesondere über die Methoden der Call-Center geärgert haben.
Leider erwähnen Sie nichts genaueres, so dass ich Ihnen leider keine
Stellungnahme abgeben kann.
Herr gorillaschnitzel, ich hoffe, dass ich Ihr Anliegen zu Ihrer Zufriedenheit
erledigen konnte und wünsche Ihnen für die verbleibenden Ziehungen viel
Glück.
Mit freundlichen Grüßen
O. H.
Kundenservice
Damit schien die Angelegenheit erledigt. Wenn nicht, ja, wenn nicht wieder so ein Brieflein im Kästchen gelandet wäre: "Sehr geehrter Herr gorillaschnitzel, Blablabla, Jubiläum-alles-toll-Superlotterie undsoweiter....."
und dann die geniale Passage:
"Ihr Los gilt für die 120. Ziehung, der Einsatz ist rechtzeitig abgebucht."
Und weil ich ohnehin schon mächtig sauer auf den Laden war, hab ich mich wieder mal hingesetzt:
Von: gorillaschnitzel
Betreff: RE: Ihre Nachricht zu Kd.-Nr.:XXX
An: kundenservice at gloeckle.de
So, Herr H.,
da haben Sie sich also gefragt, welche Geschäftspraktiken mich so erbost haben. Das kann ich Ihnen sehr gerne mitteilen: Da liegt doch wieder mal ein Brief von euch in meinem Briefkasten, in dem man mir mitteilt, dass 51,95 € abgebucht wurden und ich stolzer Besitzer eines Loses für die 120. Runde blablabla...
Ich habe keine Ahnung, welcher inkompetente Schwachkopf dafür verantwortlich ist, aber wenn Sie nicht sehr zügig das Geld wieder dahin zurücküberweisen, wo es hingehört und hergekommen ist, werde ich richtig böse.
Des Weiteren untersage ich Ihnen hiermit ausdrücklich, mich weiterhin in irgendeiner Form -sei es telefonisch, postalisch oder gar persönlich- zu belästigen. Sollte Ihre Firma (...) auf die Idee kommen, eine derartige Aktion noch einmal versuchen zu wollen, landet der gesamte Vorgang bei der Polizei. (...)
gorillaschnitzel
Das ging gestern raus. Bisher: Keine Reaktion. Vermutlich beratet man sich noch, wie man mit renitenten Kerlen wie mir verfährt. Ich bin aber nicht bereit, mich hinhalten zu lassen und weil ich ohnehin stinksauer bin, geht darum nun demnächst die allerletzte EMail raus. Und danach wirds wohl richtig lustig.
Sonntag, 10. Dezember 2006
Nette Geschenkidee
gorillaschnitzel, 17:25h
Sollte jemand noch ein Weihnachtsgeschenk suchen: Wie wärs denn mal mit Urin oder Kacke von Prominenten?
Doping
gorillaschnitzel, 13:31h
Dopingkonferenz. Das müssen wir uns so vorstellen: Da sitzen dann ein Haufen Ex-Sportler mit einem Haufen Wichtigkeiten aus Politik zusammen und beraten, was man denn so tun könnte, um den teilweise ziemlich dopingverseuchten Ruf des Sports noch zu retten.
Festmachen lässt sich das exemplarisch an drei Personen.
Da ist zum einen der Clemens. Der Clemens ist der Chef von einem Sportverband. Genauer gesagt von den Leichtathleten. Der Clemens findet, dass man Doping bekämpfen muss. Mit allen Mitteln. Und weil der Clemens von Haus aus Fachmann in Justizdingen ist, hat er sich gedacht, dass man diejenigen, die Dopingmittel besitzen ganz einfach als Junkies behandelt und anklagt. Deshalb hat der Clemens einen Antrag eingebracht, dass man den Dopingbesitz genauso unter Strafe stellen muss wie den Besitz von Drogen.
Die Gegenposition zum Clemens macht der Thomas. Der Thomas war mal Sportler. Fechter. Und Fechter dopen natürlich nicht. Mittlerweile ist der Thomas aber Funktionär und ein ganz hohes Tier im Deutschen Olympischen Sportbund und damit ganz, ganz weit oben angekommen. Deshalb darf er die Richtung vorgegeben und er mag es nicht, wenn da so ein kleiner Clemens daherkommt und dem großen Thomas ans Bein pinkelt. Der Thomas findet nämlich, dass, wenn sich Clemens´ Antrag durchsetzen würde, die Medaillenausbeute für Deutschland deutlich zurückgehen würde. Das sagt der Thomas aber nicht. Er sagt dann so Sachen wie "Sportgerichte effektiver als ordentliche Justiz". Der Clemens als Jurist findet, dass der Thomas keine Legitimation habe, darüber zu reden und er die Dopingsache ohnehin nur halbherzig angeht und deshalb haben sie sich so richtig gestritten.
Dann gibt es noch den Wolfgang. Den kennen wir alle. Der ist als Innenminister praktisch zuständig. Der Wolfgang ist natürlich ein ganz entschiedener Gegner des Dopings und erzählt in breitem Badisch, dass man da ganz konsequent vorgehen müsse und der "Schdaad da aine Färandwordung habe". Der Wolfgang ist besonders lustig, weil der Wolfgang nämlich in Kaltkriegszeiten die Freigabe von allerlei Substanzen für den Sport haben wollte, weil man sonst den DDR-Athleten gar nicht mehr gewachsen sei und die das dort doch ohnehin auch betreiben würden. Aber heute gibt es ja keinen Kaltkrieg mehr und die DDR auch nicht mehr und deshalb muss man jetzt auch hier was gegen diesen Sumpf tun und deshalb hat der Wolfgang jetzt eine etwas andere Meinung als früher.
Und gestern haben sie sich dann alle mal zusammengesetzt und geredet und geredet und geredet. Der Thomas hat von Integration geredet und von der Bedeutung des Sports dabei und der Wolfgang hat auch reden dürfen, sogar in viele Fernsehkameras, was sicher schön für den Wolfgang war, weil der Wolfgang ja wichtig ist und deshalb hin und wieder ins Fernsehen muss. Und dann haben sie irgendwann abgestimmt und fanden alle, dass es der Clemens ganz schön übertreibt. Auf jeden Fall ist der Clemens mit seiner Idee ganz schön badengegangen und der Thomas hat seine Vorschläge durchgebracht.
PS:
Sollte künftig jemand mit Substanzen erwischt werden, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, rate ich ihm dringend dazu, dass er zu Protokoll geben soll, er sei Sportler und soeben beim Doping erwischt worden und ja, das sei nicht richtig, aber man habe das wirklich für Deutschland gemacht.
Festmachen lässt sich das exemplarisch an drei Personen.
Da ist zum einen der Clemens. Der Clemens ist der Chef von einem Sportverband. Genauer gesagt von den Leichtathleten. Der Clemens findet, dass man Doping bekämpfen muss. Mit allen Mitteln. Und weil der Clemens von Haus aus Fachmann in Justizdingen ist, hat er sich gedacht, dass man diejenigen, die Dopingmittel besitzen ganz einfach als Junkies behandelt und anklagt. Deshalb hat der Clemens einen Antrag eingebracht, dass man den Dopingbesitz genauso unter Strafe stellen muss wie den Besitz von Drogen.
Die Gegenposition zum Clemens macht der Thomas. Der Thomas war mal Sportler. Fechter. Und Fechter dopen natürlich nicht. Mittlerweile ist der Thomas aber Funktionär und ein ganz hohes Tier im Deutschen Olympischen Sportbund und damit ganz, ganz weit oben angekommen. Deshalb darf er die Richtung vorgegeben und er mag es nicht, wenn da so ein kleiner Clemens daherkommt und dem großen Thomas ans Bein pinkelt. Der Thomas findet nämlich, dass, wenn sich Clemens´ Antrag durchsetzen würde, die Medaillenausbeute für Deutschland deutlich zurückgehen würde. Das sagt der Thomas aber nicht. Er sagt dann so Sachen wie "Sportgerichte effektiver als ordentliche Justiz". Der Clemens als Jurist findet, dass der Thomas keine Legitimation habe, darüber zu reden und er die Dopingsache ohnehin nur halbherzig angeht und deshalb haben sie sich so richtig gestritten.
Dann gibt es noch den Wolfgang. Den kennen wir alle. Der ist als Innenminister praktisch zuständig. Der Wolfgang ist natürlich ein ganz entschiedener Gegner des Dopings und erzählt in breitem Badisch, dass man da ganz konsequent vorgehen müsse und der "Schdaad da aine Färandwordung habe". Der Wolfgang ist besonders lustig, weil der Wolfgang nämlich in Kaltkriegszeiten die Freigabe von allerlei Substanzen für den Sport haben wollte, weil man sonst den DDR-Athleten gar nicht mehr gewachsen sei und die das dort doch ohnehin auch betreiben würden. Aber heute gibt es ja keinen Kaltkrieg mehr und die DDR auch nicht mehr und deshalb muss man jetzt auch hier was gegen diesen Sumpf tun und deshalb hat der Wolfgang jetzt eine etwas andere Meinung als früher.
Und gestern haben sie sich dann alle mal zusammengesetzt und geredet und geredet und geredet. Der Thomas hat von Integration geredet und von der Bedeutung des Sports dabei und der Wolfgang hat auch reden dürfen, sogar in viele Fernsehkameras, was sicher schön für den Wolfgang war, weil der Wolfgang ja wichtig ist und deshalb hin und wieder ins Fernsehen muss. Und dann haben sie irgendwann abgestimmt und fanden alle, dass es der Clemens ganz schön übertreibt. Auf jeden Fall ist der Clemens mit seiner Idee ganz schön badengegangen und der Thomas hat seine Vorschläge durchgebracht.
PS:
Sollte künftig jemand mit Substanzen erwischt werden, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, rate ich ihm dringend dazu, dass er zu Protokoll geben soll, er sei Sportler und soeben beim Doping erwischt worden und ja, das sei nicht richtig, aber man habe das wirklich für Deutschland gemacht.
Samstag, 9. Dezember 2006
Alpträume
gorillaschnitzel, 10:38h
Es war einmal ein kleiner Kerl von damals 6 Jahren, der wurde von seiner Mutter in eine neue Ehe mit einem neuen Mann mit eingebracht. Ein Jahr später macht sich sein leiblicher Vater auf zu Ämtern und Behörden und schildert dort derart unglaubliche Sachen, dass die ihn glatt wieder wegschicken. Dann passiert behördlicherseits 6 Jahre lang nichts. Erst dann wird den vielfältigen Meldungen von Lehrern Glauben geschenkt und ein Erziehungsbeistand eingerichtet. Doch auch der will dann ein weiteres Jahr lang nichts bemerkt haben. Bis der kleine Kerl -mittlerweile 14 Jahre alt- eines Tages zu Nachbarn flieht, die endlich Anzeige erstatten.
Was dann herauskommt, ist ein Protokoll des Grauens und Schreckens: Der Junge wurde als 9jähriger mit einem Stock verprügelt, zuvor bereits ans Stockbett gefesselt, der Stiefvater befestigte Wäscheklammern an seinem Penis, schlug auf ihn ein und hielt ihn (Zitat eines ermittelnden Kriminalbeamten) "phasenweise als Arbeitssklaven". Mit der Zeit steigerte sich der Sadismus: Er wurde an einen Eisenträger gekettet, um seinen Penis wurden Elektroden gewickelt und er wurde minutenlang mit Stromstößen gequält. Mal wurde eine Klemme am Penis angebracht, mal wurde drauf eingestochen, mal zwickte er mit einer Schere. Der Anlass zur Flucht war dann die Ankündigung des Täters, das Opfer bei den nächsten Stromfoltern zuvor mit Wasser zu übergießen.
Grenzenloser Sadismus aus vorgeblich erzieherischer Überforderung, wovon die leibliche Mutter nichts mitbekommen haben will.
Manchmal liegt Abu Ghraib mitten in der deutschen Provinz vor der Haustür.
Das Gericht sprach von "schweren Straftaten" und "barbarischen Methoden", die Gutachter von "Martyrium" und "ständiger Angst".
Der Angeklagte ist voll geständig und weil er damit seinem Opfer die Aussage vor Gericht erspart, sieht dann das Gericht das als Milderungsgrund. Das Urteil: 7500 €uro Schmerzensgeld und eine Verpflichtung zu einer Erziehungstherapie. Das ist alles.
Meine persönliche Meinung: Wenn das ein Urteil sein soll, das für ein Opfer (und die Gesellschaft) irgendwie plausibel und nachvollziehbar sein soll, dann ist im Justizsystem irgendwo irgendetwas grundlegend falsch gelaufen. Vielleicht habe ich zu hohe Ansprüche und falsche Erwartungen an Justizia.....wenn aber nach 8 Jahren Tortur ein derart lächerlicher Betrag an Schmerzensgeld übrigbleibt und das so ziemlich alles ist, was einem sadistischen Folterer passiert, dann hat das Gericht seinen Job nicht erfüllt. Ein Junkie, der beim zweiten Ladendiebstahl erwischt wird, landet im Knast.
Bei solchen Urteilen und so viel amtlicher Untätigkeit darf man sich nicht wundern, wenn hin und wieder Kühlschränke gefüllt werden. Und es stehen mit Sicherheit noch genügend Kühlschränke in diesem Land. Der Wert einer Zivilgesellschaft bemisst sich noch immer am Umgang mit ihren schwächsten Mitgliedern.
Was dann herauskommt, ist ein Protokoll des Grauens und Schreckens: Der Junge wurde als 9jähriger mit einem Stock verprügelt, zuvor bereits ans Stockbett gefesselt, der Stiefvater befestigte Wäscheklammern an seinem Penis, schlug auf ihn ein und hielt ihn (Zitat eines ermittelnden Kriminalbeamten) "phasenweise als Arbeitssklaven". Mit der Zeit steigerte sich der Sadismus: Er wurde an einen Eisenträger gekettet, um seinen Penis wurden Elektroden gewickelt und er wurde minutenlang mit Stromstößen gequält. Mal wurde eine Klemme am Penis angebracht, mal wurde drauf eingestochen, mal zwickte er mit einer Schere. Der Anlass zur Flucht war dann die Ankündigung des Täters, das Opfer bei den nächsten Stromfoltern zuvor mit Wasser zu übergießen.
Grenzenloser Sadismus aus vorgeblich erzieherischer Überforderung, wovon die leibliche Mutter nichts mitbekommen haben will.
Manchmal liegt Abu Ghraib mitten in der deutschen Provinz vor der Haustür.
Das Gericht sprach von "schweren Straftaten" und "barbarischen Methoden", die Gutachter von "Martyrium" und "ständiger Angst".
Der Angeklagte ist voll geständig und weil er damit seinem Opfer die Aussage vor Gericht erspart, sieht dann das Gericht das als Milderungsgrund. Das Urteil: 7500 €uro Schmerzensgeld und eine Verpflichtung zu einer Erziehungstherapie. Das ist alles.
Meine persönliche Meinung: Wenn das ein Urteil sein soll, das für ein Opfer (und die Gesellschaft) irgendwie plausibel und nachvollziehbar sein soll, dann ist im Justizsystem irgendwo irgendetwas grundlegend falsch gelaufen. Vielleicht habe ich zu hohe Ansprüche und falsche Erwartungen an Justizia.....wenn aber nach 8 Jahren Tortur ein derart lächerlicher Betrag an Schmerzensgeld übrigbleibt und das so ziemlich alles ist, was einem sadistischen Folterer passiert, dann hat das Gericht seinen Job nicht erfüllt. Ein Junkie, der beim zweiten Ladendiebstahl erwischt wird, landet im Knast.
Bei solchen Urteilen und so viel amtlicher Untätigkeit darf man sich nicht wundern, wenn hin und wieder Kühlschränke gefüllt werden. Und es stehen mit Sicherheit noch genügend Kühlschränke in diesem Land. Der Wert einer Zivilgesellschaft bemisst sich noch immer am Umgang mit ihren schwächsten Mitgliedern.
Freitag, 8. Dezember 2006
Weisheiten
gorillaschnitzel, 21:09h
Der Penis ist die Fahne des Herzens.....
....schreit es mir als Überschrift der Tageszeitung entgegen.
Fidschi
gorillaschnitzel, 11:45h
Von den Menschen auf Fidschi sagt man, sie seien die geborenen Seemänner. Das sei quasi genetisch bedingt.
Man hat uns zu Transportzwecken damals 2 Versionen angeboten: "Little Boat" und "Big Boat". Das sagte mir ganz zu Beginn überhaupt nichts. Die Hinfahrt verlief ganz passabel, gemütlich und langsam. Das war -wie sich später herausstellte- das "Big Boat". Zurück ging nur mit dem "Little Boat", das sie auch "Express" nannten. Warum sollte mir später klar werden.
Pünktlich haben sie uns zum Rücktransport abgeholt. "Little Boat" war einfach ein ziemlich kleines, ziemlich gefährliches Speed Boat mit 2 riesigen Außenbordern. Mehr als 8 Menschen hätten darauf nie Platz gefunden. Mussten aber auch nicht, es waren nur 6: Wir zwei, ein amerikanisches Pärchen, der Steuermann und ein bedauernswerter Bootsmann. Die Aufgabe des bedauernswerten Bootsmanns bestand darin, während der Fahrt die Benzinvorräte wieder aufzufüllen. Und das ging so: Sie hatten zu dem Zweck etwa 10 oder 12 Zehnliterkanister Benzin dabei und einen Schlauch. Dann einfach den Schlauch in den Tank, der arme Bootsmann zieht kräftig und schon läuft das Benzin in den Tank. Ich möchte nicht wissen, aus wieviel Prozent Benzin der Kerl besteht. Würde der rauchen, es bestünde höchste Brandgefahr.
Die Fahrt geht rasant los. Der Steuermann legt 2 Hebel um, es gibt einen Höllenlärm und das Boot dreht auf eine ziemliche Geschwindigkeit. Der Amerikaner gegenüber mir grinst, seine Freundin schaut etwas seltsam, ich grinse zurück.
Die Geschwindigkeit ist wirklich irre. Und während der Seegang vorher noch recht harmlos aussah, ist er jetzt -auf dem mehr oder minder offenen Meer- doch bedenklich.
Der Steuermann ist definitiv lebensmüde. Er steuert das Boot immer wieder mitten in Wellen hinein, die dann über dem Boot aufklatschen. Er schaltet den hektischen Scheibenwischer ein und rast weiter. Die Lippen der Amerikanerin formen zum ersten Mal "Oh, my god" und sie wird deutlich bleicher.
Ich dagegen habe ein anderes Problem: Meine Blase. Ich hätte etwas weniger scheußlichen Kaffee trinken sollen. Wird irgendwie gutgehen, bei der Geschwindigkeit sind wir ja bald da.
Mittlerweile ist der Seegang noch heftiger geworden und der Kerl am Steuer klatscht das Boot mal in die Wellen, mal in die Täler hinein. Während hinten der bedauernswerte Bootsmann zum 5. oder 6. Mal den Schlauch in den Tank steckt und wieder einen guten Schluck nimmt, schaffts vorne der Scheibenwischer nicht mehr: Jetzt muss der Steuermann zur Orientierung immer wieder seinen Kopf aus dem rechten Fenster stecken und nachschauen. Das macht er etwa 1 Mal die Minute, den Rest fährt er blind, das Boot liegt dabei schräg zu Fahrtrichtung.
Der Amerikaner schaut mich an, ich schau rätselnd, er weiß auch nicht was tun. Ich hab ein gesteigertes Problem mit meinem Harndrang, er eins mit seiner käsigen Freundin. Unterhaltung ziemlich zwecklos, des Lärms wegen, ebenso zwecklos wie aufstehen und mit dem Kerl reden. Einerseits will man ja nicht als verweichlichter Tourist dastehen, andererseits haben derartige Apelle wenig Wirkung, weil die Jungs meist völlig Kava-und-Alkohol-überdosiert sind.
Mit der Zeit gewöhnt man sich daran, dass es mal unter einem kracht oder über einem eine Welle zusammenklatscht. Es hatte phasenweise ein Unterwasserfeeling. Und hey: Es ging ja von der Yasawa Group aus durch die Bligh Waters, die seinerzeit schon Kapitän Bligh nehmen musste, als auf der Bounty gemeutert wurde. Und damals war das noch gefährlicher, weil die Jungs, die heute Boote steuern und Benzin saufen, durchaus bereit waren, den ein oder anderen verirrten Seemann zu vespeisen. Dagegen ist so ein dahinrasendes Boot eine Kleinigkeit. Wenn nur die Blase nicht wäre. An eine Entleerung selbiger ist nicht zu denken. Nicht bei der Geschwindigkeit. Ich spüre schon, wie das Ding auf allerlei andere Organe drückt und stelle mir vor, wie ich mitten in diesem Riesenozean an multiplem Organversagen dahinvegetieren werde.
Der Amerikaner schüttelt nur noch den Kopf, sie sagt überhaupt nix mehr und ich bin mit mir selbst beschäftigt. Vor und hinter uns ist alles surreal: Benzinsaufende Bootsmänner und der Verrückte mit dem Schnauzer, der alle Minute mal nach dem rechten sieht und ansonsten nix macht, außer Gas geben.
Zweieinhalb Stunden ging das Ganze. Die Amerikaner tun cool, wir tun cool und das Hafenbecken von Lautoka war um mindestens 2 Liter Urin reicher.
Man hat uns zu Transportzwecken damals 2 Versionen angeboten: "Little Boat" und "Big Boat". Das sagte mir ganz zu Beginn überhaupt nichts. Die Hinfahrt verlief ganz passabel, gemütlich und langsam. Das war -wie sich später herausstellte- das "Big Boat". Zurück ging nur mit dem "Little Boat", das sie auch "Express" nannten. Warum sollte mir später klar werden.
Pünktlich haben sie uns zum Rücktransport abgeholt. "Little Boat" war einfach ein ziemlich kleines, ziemlich gefährliches Speed Boat mit 2 riesigen Außenbordern. Mehr als 8 Menschen hätten darauf nie Platz gefunden. Mussten aber auch nicht, es waren nur 6: Wir zwei, ein amerikanisches Pärchen, der Steuermann und ein bedauernswerter Bootsmann. Die Aufgabe des bedauernswerten Bootsmanns bestand darin, während der Fahrt die Benzinvorräte wieder aufzufüllen. Und das ging so: Sie hatten zu dem Zweck etwa 10 oder 12 Zehnliterkanister Benzin dabei und einen Schlauch. Dann einfach den Schlauch in den Tank, der arme Bootsmann zieht kräftig und schon läuft das Benzin in den Tank. Ich möchte nicht wissen, aus wieviel Prozent Benzin der Kerl besteht. Würde der rauchen, es bestünde höchste Brandgefahr.
Die Fahrt geht rasant los. Der Steuermann legt 2 Hebel um, es gibt einen Höllenlärm und das Boot dreht auf eine ziemliche Geschwindigkeit. Der Amerikaner gegenüber mir grinst, seine Freundin schaut etwas seltsam, ich grinse zurück.
Die Geschwindigkeit ist wirklich irre. Und während der Seegang vorher noch recht harmlos aussah, ist er jetzt -auf dem mehr oder minder offenen Meer- doch bedenklich.
Der Steuermann ist definitiv lebensmüde. Er steuert das Boot immer wieder mitten in Wellen hinein, die dann über dem Boot aufklatschen. Er schaltet den hektischen Scheibenwischer ein und rast weiter. Die Lippen der Amerikanerin formen zum ersten Mal "Oh, my god" und sie wird deutlich bleicher.
Ich dagegen habe ein anderes Problem: Meine Blase. Ich hätte etwas weniger scheußlichen Kaffee trinken sollen. Wird irgendwie gutgehen, bei der Geschwindigkeit sind wir ja bald da.
Mittlerweile ist der Seegang noch heftiger geworden und der Kerl am Steuer klatscht das Boot mal in die Wellen, mal in die Täler hinein. Während hinten der bedauernswerte Bootsmann zum 5. oder 6. Mal den Schlauch in den Tank steckt und wieder einen guten Schluck nimmt, schaffts vorne der Scheibenwischer nicht mehr: Jetzt muss der Steuermann zur Orientierung immer wieder seinen Kopf aus dem rechten Fenster stecken und nachschauen. Das macht er etwa 1 Mal die Minute, den Rest fährt er blind, das Boot liegt dabei schräg zu Fahrtrichtung.
Der Amerikaner schaut mich an, ich schau rätselnd, er weiß auch nicht was tun. Ich hab ein gesteigertes Problem mit meinem Harndrang, er eins mit seiner käsigen Freundin. Unterhaltung ziemlich zwecklos, des Lärms wegen, ebenso zwecklos wie aufstehen und mit dem Kerl reden. Einerseits will man ja nicht als verweichlichter Tourist dastehen, andererseits haben derartige Apelle wenig Wirkung, weil die Jungs meist völlig Kava-und-Alkohol-überdosiert sind.
Mit der Zeit gewöhnt man sich daran, dass es mal unter einem kracht oder über einem eine Welle zusammenklatscht. Es hatte phasenweise ein Unterwasserfeeling. Und hey: Es ging ja von der Yasawa Group aus durch die Bligh Waters, die seinerzeit schon Kapitän Bligh nehmen musste, als auf der Bounty gemeutert wurde. Und damals war das noch gefährlicher, weil die Jungs, die heute Boote steuern und Benzin saufen, durchaus bereit waren, den ein oder anderen verirrten Seemann zu vespeisen. Dagegen ist so ein dahinrasendes Boot eine Kleinigkeit. Wenn nur die Blase nicht wäre. An eine Entleerung selbiger ist nicht zu denken. Nicht bei der Geschwindigkeit. Ich spüre schon, wie das Ding auf allerlei andere Organe drückt und stelle mir vor, wie ich mitten in diesem Riesenozean an multiplem Organversagen dahinvegetieren werde.
Der Amerikaner schüttelt nur noch den Kopf, sie sagt überhaupt nix mehr und ich bin mit mir selbst beschäftigt. Vor und hinter uns ist alles surreal: Benzinsaufende Bootsmänner und der Verrückte mit dem Schnauzer, der alle Minute mal nach dem rechten sieht und ansonsten nix macht, außer Gas geben.
Zweieinhalb Stunden ging das Ganze. Die Amerikaner tun cool, wir tun cool und das Hafenbecken von Lautoka war um mindestens 2 Liter Urin reicher.
Donnerstag, 7. Dezember 2006
Chaos
gorillaschnitzel, 19:48h
Hier sollte mal dringend jemand aufräumen.
StudiVZ
gorillaschnitzel, 15:38h
Zum Thema studiVZ gibts ein herrliches Comic und die Seite frickelVZ
Einkauf
gorillaschnitzel, 11:34h
Ich mag Supermärkte. Einerseits weil ich mir da innerlich schon ausmale, was ich kochen könnte und das Zeug dann gleich kaufe, andererseits wegen der vielen Möglichkeiten, menschliche Verhaltensweisen zu studieren. Am beliebtesten bei mir sind Kinder und ihre Erziehungsberechtigten. Nirgends sonst als im Supermarkt, werden die (Nicht-)Erziehungsstile deutlicher.
Neulich war da dieser 5jährige in Armeehosen, der seiner Mutter den Mittelfinger entgegenhielt und ihr sehr laut und deutlich ein "Fick dich" entgegenschrie. Gut, kommt vor. Also mal schauen, wie die Alte reagiert. Zum meinem Entsetzen: Gar nicht.
Oder die Schlampe mit Arschlochkind und Schlamperich. Arschlochkind wirft an der Kasse Ware um Ware (Süßigkeiten) in den Wagen, Schlamperich muss wieder ausräumen, Arschlochkind schmeißt wieder rein. Schlamperich sagt nix, räumt nur brav wieder aus, was Arschlochkind dann doch wieder reinschmeißt.
Stattdessen reagiert die Schlampe: "Lass doch unsere süße Emily". Sie sagte tatsächlich "süße Emily". Und so kriegt die "süße Emily", was sie will und Schlamperich ist geschlagen. Kinder, die so aufwachsen, müssen Arschlochkinder werden.
Sehr imponiert hat mir dagegen die mütterliche Leistung an der Wursttheke. Da stand eine Mami mit dauerplärrendem Kleinkind. Der Balg schrie minutenlang die gesamte Theke hinunter, sodass sich eine Verkäuferin genötigt sah, ein Stückchen Gelbwurst runterzuschneiden, um den Schreihals zu besänftigen. Schreihalsmama hingegen befand: "Die Wurst hast du dir gar nicht verdient", entreißt selbige dem Junior und stopft sie sich selbst in den Mund. Der Kleine schreit weiter, Mama hat die Ruhe weg.
Und beim letzten Mal standen die Pfadfinder an der Kasse. Jeden Tag ne gute Tat. 8- bis 10jährige in Uniform, die nett gefragt haben, ob sie denn beim Wagen aus- und einladen behilflich sein dürfen. Durften sie. Bei den meisten Kunden. Natürlich machen die das auch nicht aus Jux und Dollerei, sondern haben da auch eine Spendendose stehen. Was ich kaum glauben konnt: Da stehen dann erwachsene Menschen in einer Seelenruhe da, lassen die Kleinen schuften und marschieren anschließend schnurstracks an der Spendendose vorbei, so tuend, als habe mans ganz eilig und die Dose überhaupt nicht gesehen.
Neulich war da dieser 5jährige in Armeehosen, der seiner Mutter den Mittelfinger entgegenhielt und ihr sehr laut und deutlich ein "Fick dich" entgegenschrie. Gut, kommt vor. Also mal schauen, wie die Alte reagiert. Zum meinem Entsetzen: Gar nicht.
Oder die Schlampe mit Arschlochkind und Schlamperich. Arschlochkind wirft an der Kasse Ware um Ware (Süßigkeiten) in den Wagen, Schlamperich muss wieder ausräumen, Arschlochkind schmeißt wieder rein. Schlamperich sagt nix, räumt nur brav wieder aus, was Arschlochkind dann doch wieder reinschmeißt.
Stattdessen reagiert die Schlampe: "Lass doch unsere süße Emily". Sie sagte tatsächlich "süße Emily". Und so kriegt die "süße Emily", was sie will und Schlamperich ist geschlagen. Kinder, die so aufwachsen, müssen Arschlochkinder werden.
Sehr imponiert hat mir dagegen die mütterliche Leistung an der Wursttheke. Da stand eine Mami mit dauerplärrendem Kleinkind. Der Balg schrie minutenlang die gesamte Theke hinunter, sodass sich eine Verkäuferin genötigt sah, ein Stückchen Gelbwurst runterzuschneiden, um den Schreihals zu besänftigen. Schreihalsmama hingegen befand: "Die Wurst hast du dir gar nicht verdient", entreißt selbige dem Junior und stopft sie sich selbst in den Mund. Der Kleine schreit weiter, Mama hat die Ruhe weg.
Und beim letzten Mal standen die Pfadfinder an der Kasse. Jeden Tag ne gute Tat. 8- bis 10jährige in Uniform, die nett gefragt haben, ob sie denn beim Wagen aus- und einladen behilflich sein dürfen. Durften sie. Bei den meisten Kunden. Natürlich machen die das auch nicht aus Jux und Dollerei, sondern haben da auch eine Spendendose stehen. Was ich kaum glauben konnt: Da stehen dann erwachsene Menschen in einer Seelenruhe da, lassen die Kleinen schuften und marschieren anschließend schnurstracks an der Spendendose vorbei, so tuend, als habe mans ganz eilig und die Dose überhaupt nicht gesehen.
Mittwoch, 6. Dezember 2006
Wenn jemand gewaltig einen an der Klatsche hat....
gorillaschnitzel, 12:34h
....dann ist es Karl Lagerfeld...
Dienstag, 5. Dezember 2006
Verwählt
gorillaschnitzel, 16:06h
Am Montag nach einer Wahl wählte ich einst versehentlich eine falsche Telefonnummer.
Ich: "Entschuldigung, ich habe mich verwählt."
Sie: "Macht nix, das ist gestern ziemlich vielen passiert."
Ich: "Entschuldigung, ich habe mich verwählt."
Sie: "Macht nix, das ist gestern ziemlich vielen passiert."
Deutschland sucht den Super-Pädo
gorillaschnitzel, 12:27h
Wenig Themen beschäftigen die Öffentlichkeit so, wie Verbrechen an Kindern und Jugendlichen. Wenig Wunder also, wenn die mediale Welt da voll drauf einsteigt.
Das war bereits im Sommer so, als die Geschichte der Natascha Kampusch weltweit vermarktet wurde. Damals sei es wohl so gewesen, dass die Journaille das -in dieser Hinsicht doppelte- Opfer vor die Wahl gestellt hat, entweder sich selbst zu outen oder eben geoutet zu werden. Alles wurde aufgefahren: Vermeintliche "Experten" und Psychologen, die nach Ansicht eines 30sekündigen Spots gleich die Diagnose erstellten, alte Nachbarn, Freunde des Täters und dann als Krönung des Ganzen das Opfer selbst.
Weiter gehts dann im Fall Stefanie: Da kriegt dann der Vergewaltiger und Entführer allerbeste Sendezeit eingeräumt, weil er auf irgendwelchen Dächern rumturnt und Johannes B. Kerner hat nichts besseres zu tun, als das Opfer zu interviewen.
Das hat wenig mit seriösem Journalismus zu tun sondern viel eher mit Quoten. Es scheint, als ginge es längst nicht mehr um Information sondern nur noch darum, welcher Sender nun als erster zuschlägt und die größere Horrorstory zum Besten bringen kann. Simple Effekthascherei.
Kurz: Wir suchen den allerübelsten und allerschlimmsten Pädophilen. Den Superverbrecher quasi. Der Gegenentwurf zu "Unsere Besten" und anderen Chartlisten. Nur eben aus Voyeurismus und Sensationsgeilheit.
Wir haben ihn bisher nicht gefunden und die Medien werden sich wohl noch einiges einfallen lassen, bis sie ihn denn gefunden haben. Wenn sie ihn je finden werden.
Das war bereits im Sommer so, als die Geschichte der Natascha Kampusch weltweit vermarktet wurde. Damals sei es wohl so gewesen, dass die Journaille das -in dieser Hinsicht doppelte- Opfer vor die Wahl gestellt hat, entweder sich selbst zu outen oder eben geoutet zu werden. Alles wurde aufgefahren: Vermeintliche "Experten" und Psychologen, die nach Ansicht eines 30sekündigen Spots gleich die Diagnose erstellten, alte Nachbarn, Freunde des Täters und dann als Krönung des Ganzen das Opfer selbst.
Weiter gehts dann im Fall Stefanie: Da kriegt dann der Vergewaltiger und Entführer allerbeste Sendezeit eingeräumt, weil er auf irgendwelchen Dächern rumturnt und Johannes B. Kerner hat nichts besseres zu tun, als das Opfer zu interviewen.
Das hat wenig mit seriösem Journalismus zu tun sondern viel eher mit Quoten. Es scheint, als ginge es längst nicht mehr um Information sondern nur noch darum, welcher Sender nun als erster zuschlägt und die größere Horrorstory zum Besten bringen kann. Simple Effekthascherei.
Kurz: Wir suchen den allerübelsten und allerschlimmsten Pädophilen. Den Superverbrecher quasi. Der Gegenentwurf zu "Unsere Besten" und anderen Chartlisten. Nur eben aus Voyeurismus und Sensationsgeilheit.
Wir haben ihn bisher nicht gefunden und die Medien werden sich wohl noch einiges einfallen lassen, bis sie ihn denn gefunden haben. Wenn sie ihn je finden werden.
... older stories




