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Dienstag, 22. Juni 2010
Sisyphos on his way back from the summit (Himalaya, downwards)
gorillaschnitzel, 00:15h
Montag, 21. Juni 2010
Va te faire enculer, sale fils de pute
gorillaschnitzel, 01:42h
Hat er gesagt und man ist ausnahmsweise mal froh, eine Sprache nicht vollständig zu beherrschen, weil sich das zwar recht poetisch liest, aber letzten Endes meinte er zum Trainer, selbiger möge Geschlechtsverkehr mit dem eigenen verlängerten Rücken haben und fügte dann noch hinzu, dass er ihn für einen Sohn einer Prostituierten halte, was wiederum ziemlich lustig ist, weil ein nicht unbeträchtlicher Teil der Mannschaft eben damit nachhaltige Erfahrungen gesammelt hat und man sich schon irgendwie fragt, ob da nicht einer Insiderwissen ausplaudert.
Spontan habe ich mich gefragt, ob und wie das anatomisch möglich sein könnte, also das mit dem Geschlechtsverkehr nun, hatte aber nicht so recht Lust auf Selbstversuche.
Egal. Gefeuert. Er ist jetzt draußen und der Rest hat irgendwie auch keine wirkliche Lust mehr, zumindest nicht zum Training, weil sie finden, dass sie hätten befragt werden müssen, ehe er heimgeschickt wird. Sie betonen, dass alle, wirklich alle, ausnahmslos alle ohne jegliche Ausnahme dieser Meinung sind, was wiederum erneut sehr witzig ist, weil ich mindestens ein Flipchart bräuchte um Ihnen zu erklären, wer da mit wem nicht kann.
Bei den Deutschen war lange der Franzl der Beckenbauer für die blöden Sprüche zuständig. Der hat jetzt seinen würdigen Nachfolger gefunden: Mehmet Scholl. Der durfte auf die Frage, weshalb die lateinamerikanischen Mannschaften wie Mexico, Argentinien oder Paraguay so gut spielen diesen denkwürdigen Satz sagen:
"Sie spielen ja in ihrem Kontinent"
Natürlich ist das inKontinent. In etwa wie der Himmel hier. Der südafrikanische Winter ist besser als der deutsche Sommer. Wenn Sie zufällig interessieren sollte, wo in unserem Kontinent es momentan am kältesten ist, ich kann es Ihnen nach dem Blick in die Zeitung sagen:

Das Dumme ist, dass ich mitten in der grünen Zone lebe und ich dieses Jahr Fußball nahezu komplett indoor schauen muss, dafür aber endlich mal mit ordentlichem Gerät. Eins dieser flachen Dinger mit Riesendiagonale. Es musste sein, der andere war einfach zu klein. Schön zu schauen und der Sound ist über die Stereoanlage auch ganz nett, aber einen gigantischen Nachteil habe ich bereits rausgefunden: Wenn beim Kicken einer der Spieler ausspuckt -und das tun die verdammt häufig, achten Sie mal drauf- sieht das so aus, als landeten da literweise Spucke auf meinem Boden. Innerlich hör ich es immer hinklatschen. Gottseidank hab ich keinen Teppich. Wäre eine üble Sache.
Spontan habe ich mich gefragt, ob und wie das anatomisch möglich sein könnte, also das mit dem Geschlechtsverkehr nun, hatte aber nicht so recht Lust auf Selbstversuche.
Egal. Gefeuert. Er ist jetzt draußen und der Rest hat irgendwie auch keine wirkliche Lust mehr, zumindest nicht zum Training, weil sie finden, dass sie hätten befragt werden müssen, ehe er heimgeschickt wird. Sie betonen, dass alle, wirklich alle, ausnahmslos alle ohne jegliche Ausnahme dieser Meinung sind, was wiederum erneut sehr witzig ist, weil ich mindestens ein Flipchart bräuchte um Ihnen zu erklären, wer da mit wem nicht kann.
Bei den Deutschen war lange der Franzl der Beckenbauer für die blöden Sprüche zuständig. Der hat jetzt seinen würdigen Nachfolger gefunden: Mehmet Scholl. Der durfte auf die Frage, weshalb die lateinamerikanischen Mannschaften wie Mexico, Argentinien oder Paraguay so gut spielen diesen denkwürdigen Satz sagen:
Natürlich ist das inKontinent. In etwa wie der Himmel hier. Der südafrikanische Winter ist besser als der deutsche Sommer. Wenn Sie zufällig interessieren sollte, wo in unserem Kontinent es momentan am kältesten ist, ich kann es Ihnen nach dem Blick in die Zeitung sagen:

Das Dumme ist, dass ich mitten in der grünen Zone lebe und ich dieses Jahr Fußball nahezu komplett indoor schauen muss, dafür aber endlich mal mit ordentlichem Gerät. Eins dieser flachen Dinger mit Riesendiagonale. Es musste sein, der andere war einfach zu klein. Schön zu schauen und der Sound ist über die Stereoanlage auch ganz nett, aber einen gigantischen Nachteil habe ich bereits rausgefunden: Wenn beim Kicken einer der Spieler ausspuckt -und das tun die verdammt häufig, achten Sie mal drauf- sieht das so aus, als landeten da literweise Spucke auf meinem Boden. Innerlich hör ich es immer hinklatschen. Gottseidank hab ich keinen Teppich. Wäre eine üble Sache.
Freitag, 18. Juni 2010
Liebe NRWler,
gorillaschnitzel, 01:05h
beinahe hätte ich von mir gegeben, dass ihr mir Leid tut, aber das stimmt nicht. Ihr tut mir nicht Leid. Das liegt erstens daran, dass ich aus einem Bundesland stamme, das so grob die letzten 60 Jahre diktatorisch christdemokratisch regiert wurde und zweitens daran, dass man Mitleid geschenkt kriegt und wir ja ohnehin nix zu verschenken haben und drittens Mitleid von oben nach unten geht und nix mit Augenhöhe zu tun hat.
Darum: Ihr habt mein Mitgefühl, das ist etwas anderes als Mitleid, und das sehr ehrlich. Ihr habt gewählt. Und wie ich finde: Richtig. Ein Votum. Das aber dummerweise niemand der beteiligten Gewählten respektiert. Was sich mir übermittelt: (Fast) Alle können mit allen, aber keiner mit keinem. Es ist wahrscheinlich auch ganz egal, wie die Chose ausgeht, der Verlierer seid ihr, liebe NRWler und das habt ihr wirklich nicht verdient. Diese unseligen Szenen. Diese Verhandlungen. Rotrotgrün, rotgelbgrün, Schwarzgelbgrün, Rotschwarz. Egal welche Kombi: Eine einzigartige Peinlichkeit. Als Ergebnis.
Und ich finde: Es ist unwürdig. Eine Beleidigung der Demokratie und das quer über alle Beteiligten und durch alle Parteien hindurch. Einer Demokratie unwürdig und die Vorstellung, dass ihr NRWler -ganz egal wie es ausgehen wird- von Hanswursten regiert werdet denen es einzig und allein um Pöstchen und Macht geht: Mein wirklich ehrliches Mitgefühl. Das aber ist wirklich ehrlich.
Darum: Ihr habt mein Mitgefühl, das ist etwas anderes als Mitleid, und das sehr ehrlich. Ihr habt gewählt. Und wie ich finde: Richtig. Ein Votum. Das aber dummerweise niemand der beteiligten Gewählten respektiert. Was sich mir übermittelt: (Fast) Alle können mit allen, aber keiner mit keinem. Es ist wahrscheinlich auch ganz egal, wie die Chose ausgeht, der Verlierer seid ihr, liebe NRWler und das habt ihr wirklich nicht verdient. Diese unseligen Szenen. Diese Verhandlungen. Rotrotgrün, rotgelbgrün, Schwarzgelbgrün, Rotschwarz. Egal welche Kombi: Eine einzigartige Peinlichkeit. Als Ergebnis.
Und ich finde: Es ist unwürdig. Eine Beleidigung der Demokratie und das quer über alle Beteiligten und durch alle Parteien hindurch. Einer Demokratie unwürdig und die Vorstellung, dass ihr NRWler -ganz egal wie es ausgehen wird- von Hanswursten regiert werdet denen es einzig und allein um Pöstchen und Macht geht: Mein wirklich ehrliches Mitgefühl. Das aber ist wirklich ehrlich.
Donnerstag, 17. Juni 2010
Sisyphos im Himalaya
gorillaschnitzel, 01:05h

Dienstag, 15. Juni 2010
Der kleine Mats
gorillaschnitzel, 02:00h

Das da ist Mats Piep. Zugegeben, es gibt klügere Exemplare -dieser an sich schon nicht sonderlich schlauen Art- als Mats, sonst wurde er nicht völlig flugunfähig und viel zu jung durch den Garten hüpfen. Mats ist zwar neugierig aber auch ziemlich dumm, weil der Garten für Ausschließlichhüpfvögel doch etwas gefährlich ist und da immer wieder mal Katzen und Marder durchstreifen. Zudem war Mats unfreiwillig obdachlos geworden und fand sein Nest nicht wieder. Wie auch? So hoch hätte er wahrscheinlich gar nicht hüpfen können.
Mit einem Wort: Mats brauchte Hilfe. Und so saß Mats dann plötzlich in katzensicherer Behausung, quasi in mietfreier Untermiete, und pfiff lustig vor sich hin. So laut, dass ich die Entdeckung machen durfte, dass es auch bei Spatzen sowas wie ein Sozialverhalten gibt, weil Mats´ Eltern, Onkel und Tanten regelmäßig zu Besuch gekommen sind und Mats ordentlich durchgefüttert haben. Nun ist Mats weg. Abgehauen. Hat fliegen gelernt und ist dahin geflattert, wo er hingehört.
Montag, 14. Juni 2010
Professionswexxl
gorillaschnitzel, 17:55h

Sonntag, 13. Juni 2010
Mottenspucke
gorillaschnitzel, 01:48h
Man kann sich ja durchaus mit wirklich abseitigen Dingen beschäftigen. Ich kenne das und tue das auch immer wieder sehr gerne und mit großem Spaß. Es gibt aber sogar Menschen, die beschäftigen sich den ganzen Tag mit Mottenspucke. Um ehrlich zu sein: Ich wusste bisher nicht mal, dass Motten auch Spucke produzieren. Tun sie aber. Und das sogar so erfolgreich, dass sie das Wachstum von Kartoffeln befördern, wie nun so findige wie neugierige Wissenschaftler herausgefunden haben. Das ist ein echter Meilenstein in der Menschheitsgeschichte und dafür gehört mindestens der Nobelpreis verliehen. Die Ernährungsprobleme der Menschheit auf alle Zeit gelöst! Mottenspucke ist die Weltformel. Hätte man ja auch eher drauf kommen können.
Ich sehe ja bereits die chinesischen Billigmottenfarmen, in denen unterbezahlte Arbeiter den wider alle Tierrechte gehaltenen Motten den allerletzten Tropfen Spucke rauswringen, um das dann hinterher literweise auf die Felder auszubringen, damit dann rekordkürbisgroße Kartoffeln geerntet werden können...
Hat sich eigentlich schon mal jemand mit Mäusekotze und deren Einfluß auf das Wachstum von Blumenkohl befasst?
Ich sehe ja bereits die chinesischen Billigmottenfarmen, in denen unterbezahlte Arbeiter den wider alle Tierrechte gehaltenen Motten den allerletzten Tropfen Spucke rauswringen, um das dann hinterher literweise auf die Felder auszubringen, damit dann rekordkürbisgroße Kartoffeln geerntet werden können...
Hat sich eigentlich schon mal jemand mit Mäusekotze und deren Einfluß auf das Wachstum von Blumenkohl befasst?
Samstag, 12. Juni 2010
Nur noch 62
gorillaschnitzel, 00:35h
So. 2 Spiele geschaut und eine positive und eine negative Erfahrung mit diesen Tröten gemacht. Die positive: Ich weiß jetzt, was ein Tinnitus ist. Die negative: Ich fühlte mich 2 x 90 Minuten von Stechmückenschwärmen umgeben.
Mittwoch, 9. Juni 2010
Einmal so querbeet
gorillaschnitzel, 03:26h
Hier war ein paar Tage Funkstille und das hatte gleich mehrere Gründe. Zum einen schlicht das Wetter. Nachdem es hier während des Mai an (haltense sich fest) 26 von 31 Tagen geregnet hat, hängt man lieber in der Matte als vorm Laptop. Zum anderen hatte ich wieder eine lustige Fahrt ins russische Konsulat und jetzt endlich das Visum im Pass. Schade nur, dass das Hologramm nur durch die Kamera so schön bunt ist.

So. Das heißt nun konkret: Sie dürfen sich gemeinsam mit mir durch allerlei Zeugs bewegen, das ich so in den letzten grob 5 Tagen gemacht hab oder das ich irgendwie toll, seltsam, wunderlich oder scheiße fand. Das dürfte wahrscheinlich so ziemlich chaotisch sein, allein schon deshalb, weil ich mal ganz anders rangehe an die Schreiberei und momentan noch nicht weiß, wie die näxxte Zeile aussieht, geschweige denn der restliche Beitrag.
Ich finde, das geht so ein ganz klein wenig in Richtung Gonzo und da wären wir dann bei Louis Theroux und das ist ein großartiger Typ. Weil er an Grenzen geht und sich mit Leuten unterhält, von denen ich noch nicht mal wusste, dass es sie gibt und deren Abgründe noch tiefer sind als der Marianengraben. Er stellt herrlichdumme naive Fragen (Why would anyone want to conduct anal sex?), aber meist die richtigen und kann dabei gucken, wie nur neugierige Englänger gucken können.
An den kommt kulttechnisch eigentlich nur Ganoven-Ede ran. Den kennen Sie doch hoffentlich noch. Aktenzeichen XY. Auch der: Ganz groß. Damals. Mit Peter Nidetzky aus Wien und Konrad Toenz in Zürich. Vor allem während der 80er: Die Studiokulisse braun, Edes Jackett braun und man kann kaum glauben, dass es in all den erdigen Brauntönen tatsächlich Menschen gegeben hat, die damals Pastelltöne getragen haben.
Ede aber war ein Kontinuum. Weil er erstens immer gleich aussah und weil er zweitens suggerierte, dass es da draußen immer gefährlich ist. Und längst nicht nur da draußen. Ich gestehe, dass ich immer wieder mal Aktenzeichen XY heimlich geschaut habe, wenn meine Eltern grade mal weg waren. So mit 8 oder 10 etwa. Es war beängstigend und das Licht brannte hinterher auch in Bereichen, in die ich sonst eher selten kam. Vielleicht lag es daran, dass das alles echt war, vielleicht aber auch daran, dass Ede emotional in etwa so aufregend wie ein wechselwarmes Viech in der Winterstarre war, aber die Sendung wie ein Buchhalter mit Kommentaren a la "Marina hat nicht den Bus genommen, deshalb ist sie jetzt tot" bereichert hat. Ich weiß nicht, wer grausiger war: Die Typen auf den Phantombildern oder Ede.
Achja Phantombilder. Es gibt ja Leute die einem solchen ähnlich sehen. Seit Montag weiß ich: Es gibt auch Leute, die ein Phantomfoto sind. Sehen nicht nur ähnlich, sehen exakt so aus. Womit wir jetzt in Frankfurt wären, weil mir da in der U-Bahn ein solcher Heini begegnet ist. Da musste ich mal kurz hin, eben wegen der Visa und dann erlebte ich mal ganz kurz meine Horrorvision auf dem Römer. Der Römer ist, wo bundesdeutsche Fußballnationalmannschaften ihre Titel feiern, so sie denn einen solchen hin und wieder mal holen. Ich sah da am Montag tatsächlich Holländer verfrüht ihren ersten Titel feiern. Mitsamt ihren orangenen Mützen.

Die Erleichterung war wirklich immens, als ich erkennen durfte, dass das gar keine Holländer waren sondern der Marburger Bund.
Sodale. Womit wir beim Sparpaket wären. Wie das die FDPdem Marburger Bund ihrer Klientel verkauft ist mir egal, mir gehts um einen einzigen Satz von der Angie, die sich erstens mal mit ihrer Nundochnichtbundespräsidentin in die Nesseln gesetzt hat und dann noch mal schnell gesagt hat, das Sparpaket müsse sein, weil WIR alle über unsere Verhältnisse gelebt hätten. Dem mag ich widersprechen. Ich habe nicht über meine Verhältnisse gelebt. Ich habe ein regelmäßiges Einkommen und mit dem bediene ich meine Bedürfnisse. Ich habe zwar einen Kredit laufen, aber den zahle ich regelmäßig und pünktlich ab. Mein Girokonto ist hin und wieder mal etwas im Minus, aber nie so, dass da die Bank Angst kriegt und etwas sperrt. Ich gebe seltenst mehr aus als ich einnehme und wenn, dann auch nur, weil mal was besonderes ansteht. Ich habe eine private Zusatzversorgung zur Rente, habe bisher alle Rechnungen bezahlt, bin versichert bis zum gehtnichmehr, habe keinen Schufaeintrag und gehe regelmäßig arbeiten. Ich zahle regelmäßig Steuern aller Art und habe vom Staat bisher folgende Gelder beansprucht und direkt bekommen:
- 8 Jahre Eigenheimförderung i.H.v. ich glaube 1250 Tacken jährlich
- einmalig eine Förderung der Solarenergie für den Mist auf dem Dach, ich glaube, es waren 1200 Euro
- 6 Monate BaFöG in Höhe von 48 Mark im Monat, hälftig vollständig zurückbezahlt (auf einen Schlag, man bot mir auch Ratenzahlung an.)
(dazu Gratisschulbildung und meine Eltern haben Kindergeld für mich gekriegt).
Das steht in keiner Relation dazu, wieviel ich jährlich -einigermaßen gerne- bezahle. Und dann erklärt die Ische, dass "WIR" über unsere Verhältnisse gelebt haben?
Dann doch lieber wieder Frankfurt. Ich hatte in den letzten zwei Wochen zwei Mal die Gelegenheit, Frankfurt anzuschauen. Mal ehrlich: Frankfurt war für mich Äbbelwoi und Bembel. Und Heinz Schenk. Nichts gegen Äbbelwoi, auch wenn ich lieber Moschd mag und das auch nicht wirklich supergerne, und nichts gegen Bembel und erst recht nichts gegen Heinz Schenk. Heinz Schenk ist vielleicht die personifizierte Verkörperung der Kohlschen Welt, aber Heinz Schenk ist cool. Wirklich. Weil er sich im Gegensatz zum Bimbes nie verstellt hat und einigermaßen glaubhaft versichern kann, dass die Welt so ist, wie er das sagt. Für ihn ist es ja auch so. Andere Generation eben.
Wie auch Goethe. Also als Frankfurter würde ich dem in 100 Jahren nicht verzeihen, dass der von da weggegangen ist und das auch noch freiwillig und gar noch nach Thüringen. Ist ja nicht wie bei Schiller, der die württembergischen Herzöge als Drangsal empfand. Aber egal. Der Goethe dient nun als Buchpräsentator für den Luigi und der wiederum ist altgedienter Café-Conferencier und hat darüber ein Buch geschrieben.


So. Das heißt nun konkret: Sie dürfen sich gemeinsam mit mir durch allerlei Zeugs bewegen, das ich so in den letzten grob 5 Tagen gemacht hab oder das ich irgendwie toll, seltsam, wunderlich oder scheiße fand. Das dürfte wahrscheinlich so ziemlich chaotisch sein, allein schon deshalb, weil ich mal ganz anders rangehe an die Schreiberei und momentan noch nicht weiß, wie die näxxte Zeile aussieht, geschweige denn der restliche Beitrag.
Ich finde, das geht so ein ganz klein wenig in Richtung Gonzo und da wären wir dann bei Louis Theroux und das ist ein großartiger Typ. Weil er an Grenzen geht und sich mit Leuten unterhält, von denen ich noch nicht mal wusste, dass es sie gibt und deren Abgründe noch tiefer sind als der Marianengraben. Er stellt herrlich
An den kommt kulttechnisch eigentlich nur Ganoven-Ede ran. Den kennen Sie doch hoffentlich noch. Aktenzeichen XY. Auch der: Ganz groß. Damals. Mit Peter Nidetzky aus Wien und Konrad Toenz in Zürich. Vor allem während der 80er: Die Studiokulisse braun, Edes Jackett braun und man kann kaum glauben, dass es in all den erdigen Brauntönen tatsächlich Menschen gegeben hat, die damals Pastelltöne getragen haben.
Ede aber war ein Kontinuum. Weil er erstens immer gleich aussah und weil er zweitens suggerierte, dass es da draußen immer gefährlich ist. Und längst nicht nur da draußen. Ich gestehe, dass ich immer wieder mal Aktenzeichen XY heimlich geschaut habe, wenn meine Eltern grade mal weg waren. So mit 8 oder 10 etwa. Es war beängstigend und das Licht brannte hinterher auch in Bereichen, in die ich sonst eher selten kam. Vielleicht lag es daran, dass das alles echt war, vielleicht aber auch daran, dass Ede emotional in etwa so aufregend wie ein wechselwarmes Viech in der Winterstarre war, aber die Sendung wie ein Buchhalter mit Kommentaren a la "Marina hat nicht den Bus genommen, deshalb ist sie jetzt tot" bereichert hat. Ich weiß nicht, wer grausiger war: Die Typen auf den Phantombildern oder Ede.
Achja Phantombilder. Es gibt ja Leute die einem solchen ähnlich sehen. Seit Montag weiß ich: Es gibt auch Leute, die ein Phantomfoto sind. Sehen nicht nur ähnlich, sehen exakt so aus. Womit wir jetzt in Frankfurt wären, weil mir da in der U-Bahn ein solcher Heini begegnet ist. Da musste ich mal kurz hin, eben wegen der Visa und dann erlebte ich mal ganz kurz meine Horrorvision auf dem Römer. Der Römer ist, wo bundesdeutsche Fußballnationalmannschaften ihre Titel feiern, so sie denn einen solchen hin und wieder mal holen. Ich sah da am Montag tatsächlich Holländer verfrüht ihren ersten Titel feiern. Mitsamt ihren orangenen Mützen.

Die Erleichterung war wirklich immens, als ich erkennen durfte, dass das gar keine Holländer waren sondern der Marburger Bund.
Sodale. Womit wir beim Sparpaket wären. Wie das die FDP
- 8 Jahre Eigenheimförderung i.H.v. ich glaube 1250 Tacken jährlich
- einmalig eine Förderung der Solarenergie für den Mist auf dem Dach, ich glaube, es waren 1200 Euro
- 6 Monate BaFöG in Höhe von 48 Mark im Monat, hälftig vollständig zurückbezahlt (auf einen Schlag, man bot mir auch Ratenzahlung an.)
(dazu Gratisschulbildung und meine Eltern haben Kindergeld für mich gekriegt).
Das steht in keiner Relation dazu, wieviel ich jährlich -einigermaßen gerne- bezahle. Und dann erklärt die Ische, dass "WIR" über unsere Verhältnisse gelebt haben?
Dann doch lieber wieder Frankfurt. Ich hatte in den letzten zwei Wochen zwei Mal die Gelegenheit, Frankfurt anzuschauen. Mal ehrlich: Frankfurt war für mich Äbbelwoi und Bembel. Und Heinz Schenk. Nichts gegen Äbbelwoi, auch wenn ich lieber Moschd mag und das auch nicht wirklich supergerne, und nichts gegen Bembel und erst recht nichts gegen Heinz Schenk. Heinz Schenk ist vielleicht die personifizierte Verkörperung der Kohlschen Welt, aber Heinz Schenk ist cool. Wirklich. Weil er sich im Gegensatz zum Bimbes nie verstellt hat und einigermaßen glaubhaft versichern kann, dass die Welt so ist, wie er das sagt. Für ihn ist es ja auch so. Andere Generation eben.
Wie auch Goethe. Also als Frankfurter würde ich dem in 100 Jahren nicht verzeihen, dass der von da weggegangen ist und das auch noch freiwillig und gar noch nach Thüringen. Ist ja nicht wie bei Schiller, der die württembergischen Herzöge als Drangsal empfand. Aber egal. Der Goethe dient nun als Buchpräsentator für den Luigi und der wiederum ist altgedienter Café-Conferencier und hat darüber ein Buch geschrieben.

Donnerstag, 3. Juni 2010
...Heinz musste es ihr einfach sagen...
gorillaschnitzel, 18:55h

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