Samstag, 26. März 2011
Rubrik Schlechte Wortspiele: Krötenwanderung

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The green wave

Fight all the ones who divide us
rich against poor
fight all the ones who divide us
white against black

no rights were ever given to us
by the grace of god
no rights were ever given
by some united nations clause
no rights were ever given
by some nice guy at the top
our rights - they were bought by all the blood
and all the tears of all our
grandmothers, grandfathers before.

fight all the powers who abuse our common laws
fight all the powers who think they only owe themselves.

New Model Army: "My Country"



Ich habe wirklich noch nie sowas wie eine Wahlempfehlung abgegeben und ganz großes Versprechen: Ich werde das auch nie wieder tun.

Aber dieses Mal darf ich das und es muss sein.

Einerseits will ich mich nur ein mal wenigstens ansatzweise wie ein Ägypter fühlen.

Andererseits ist das hier nicht das Land der CDU sondern unser Land und ich hätte es sehr gerne wieder. Demokratischer.

Und dann meine sonstige Wahlgewohnheit:

Einerseits habe ich diese Partei noch nie -wirklich nie- jemals gewählt und wahrscheinlich gehört für mich viel dazu, das nochmals zu tun. Andererseits gibt es keine Alternative. Außer dem Mappuspfosten.

Überwindense sich, ich hab das auch getan, es mag schwer fallen, aber es geht.

Demokratie oder Vollpfosten. Wir haben die Wahl. Jetzt.

Geht wählen! Es ist wichtig dieses Mal.

Oder kurz vereinfacht: 30. 09. 2010. We do not forget, we do not forgive.

Dieses Mal gibt es in Baden-Württemberg nur eins und das sehen Sie in Ihrem grade keimenden Garten. Ersatzweise können Sie auch die Biokresse betrachten, die Sie grade gekauft haben. Sein Layout etwa ist farbtechnisch wählbar. Oder die Farbe von Spinat. Das wählense. Danke.

Der Frühling kommt. Und der wird grün. Die dort können es nicht wenden. Das machen wir. Schöne Vorstellung.

   ... Poly-Tikk
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Freitag, 25. März 2011
Panyee FC
Oder: Wie spielt man Fußball auf dem Wasser?

Eine wunderschöne Geschichte.....und das tolle ist: Die Geschichte ist wahr....that´s what football is all about...

   ... Spocht
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Freitag, 25. März 2011
Zwischendurch: Food porn
....wenn man schon etwas Zeit über hat, sollte man die auch nutzen.

Dreierlei vom Pfannkuchen: Asiatürmchen, Flädlesuppe und Mexicorolle, etwas Dekoscheiß.

   ... Futter und Gesoeff
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Car of the day: Tape will fix everything


....und das schöne: Im Wagen lagen noch ein paar Rollen Klebeband...

   ... On the road
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Mittwoch, 23. März 2011
Liebe Kinder und Jugendliche aus Baden-Württemberg,
Herbert Grönemeyer (das war der Sido der 80er) hat in Zeiten als ihr noch auf der Froschwiese weiltet, ein Lied geschrieben (und dummerweise auch noch gesungen) mit dem Titel "Kinder an die Macht". Darin hat er gefordert, den Kindern das Kommando zu übergeben und so Quatschthesen aufgestellt, Kinder berechneten nicht was sie tun. Unsinn natürlich, machen wir ja alle. Bisher fand ich das auch nicht so wirklich erstrebenswert, Kinder an die Macht zu lassen, weil Kinder auch ziemlich grausam sein können.
Aber, liebe Kinder und Jugendliche von Baden-Württemberg, eines habt ihr uns Erwachsenen voraus:

Ihr habt schon gewählt und zwar so:

Grüne 34,0%
SPD 23,0%
CDU 17,2%
Piraten 8,7%
FDP 4,4%
NPD 3,9%
Linke 3,4%
Sonstige 5,4%

Ihr seid großartig! Das habt ihr super hingekriegt. Damit habt ihr mehr politischen Verstand als viele eurer Eltern. Das habt ihr uns Erwachsenen auch voraus. Das solltet ihr unbedingt beibehalten. Nach eurem Wahlergebnis wäre ich sogar geneigt, euch den ganzen Scheiß an Politik zu überlassen. Das geht aber noch nicht. Weil aber dieses schöne Land für euch genauso schön sein sollte wie für uns Erwachsene tun wir euch am Sonntag den Gefallen und versuchen, euer Wahlergebnis auch hinzukriegen. Ganz wird uns Erwachsenen das nicht gelingen, aber wir sorgen schon dafür, dass ihr einigermassen angemessen repräsentiert seid. Ansonsten freue ich mich auf den Tag an dem ihr volljährig werdet.

Viele Grüße, euer

gorillaschnitzel




Dienstag, 22. März 2011
Jetzt mal ehrlich: Woran denken Sie, wenn Sie das lesen und dann das Symbol drunter betrachten?

   ... Fundstuecke
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Montag, 21. März 2011
S21/ Tuol Sleng - Choeung Ek/ Killing Fields
Ein kleiner Disclaimer vorneweg: Das wird jetzt ein extrem schwieriger Beitrag. Einerseits weil es sehr schwierig ist, über einen Völkermord zu schreiben und andererseits weil es recht schwierig ist, grausige Sachen lesen zu müssen. Wenn Sie das Thema schwierig finden sollten: Klickense morgen wieder rein. Vielleicht sollte man einfach nur Fotos zeigen und dann schweigen, aber ein bißchen Information muss sein: S21 steht in Kambodscha für eine ehemalige Schule in Phnom Penh, die dann zu einem Konzentrationslager während der Herrschaft der Roten Khmer umgewandelt wurde. Von etwa 20.000 Inhaftierten überlebten 7. Choeung Ek war mal ein Obstgarten, hinterher wurde das bekannt als "Killing Fields", weil hier die Opfer umgebracht und verscharrt wurden.

Es ist nicht so, dass ich nicht schon KZs der Nazis gesehen hätte und es ist auch nicht so, dass es da diesbezüglich nicht eine persönliche, familiäre Betroffenheit gäbe. Aber vielleicht entsetzt das Terrorregime der Roten Khmer mich noch mehr, weil es zu meinen Lebzeiten stattgefunden hat.

Die Schilder mit dem Hinweis, doch bitte still zu sein sind überflüssig. Es verschlägt einem dort die Sprache, hier steht man völlig sprachlos.







Kinder, die heute so alt wären wie ich:









Ich weiß nicht mehr, wie lange ich vor diesem Baum stand. Ich schätze im Nachhinein, dass es so etwa 15 Minuten waren. Ich weiß auch nicht mehr so recht, was ich getan habe, wahrscheinlich stand ich da nur. Ein Baum. Und eine Tafel davor. Und man kann es nicht glauben.

   ... On the road
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Samstag, 19. März 2011
BW. 2011. Wahl
Wisst Ihr, was die Partnerstadt Kairos ist?

Stuttgart.

Von Kairo lernen, heißt siegen lernen und deshalb nehmen wir uns jetzt ein Beispiel an den Arabern und genau wie bei den Arabern gilt: Wann, wenn nicht jetzt? Wer, wenn nicht wir?

Wenn in Ägypten Demokratie möglich ist, muss das auch in Baden-Württemberg gehen. Die regieren hier schließlich länger als Mubarak in Ägypten.

Deshalb bin ich jetzt auf Demo Nummer 4 diese Woche (hätten Sie mir das vor einem halben Jahr prophezeit, ich hätte Sie für völlig irre erklärt). Aber ich bin momentan sowas von politisiert...und hey, es fühlt sich gut an.

Und ganz speziell für Mappus und Konsorten ein Zitat, das ich bei Georg Schramm geklaut habe, einem der begnadetsten Analysten der Weltlage. Im Original stammt es von Papst Gregor, dem Großen. Möge Mappus sich dieses Zitat hinter die Ohren schreiben, ehe ihn die Welle hinfortträgt.
Recht hat er...

Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht

Sie glauben ja gar nicht, wie zornig ich grade bin...

Geht wählen. Dieses mal ist es wirklich wichtig. Dieses mal schaffen wir´s.

   ... Poly-Tikk
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Freitag, 18. März 2011
Würden
die Maßstäbe der Bundesregierung hinsichtlich Libyen auch für Afghanistan gelten, man müsste dort umgehend abziehen.

   ... Poly-Tikk
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Kambodscha
Kambodscha ist so ganz anders als Vietnam. Das hatte ich ein bißchen auch erwartet, aber dass es so anders sein würde dann vielleicht doch nicht. Es beginnt schon mit den visuellen Eindrücken gleich hinter der Grenze: Während Vietnam sowas wie ein riesiges Reisfeld in grellgrün ist, ist Kambodscha zuerst mal eine weite braune Fläche mit sporadischen Palmen. Es sieht schön aus, erklärt aber gleichzeitig auch ein bißchen, weshalb Kambodscha deutlich ärmer ist als Vietnam.



Kambodscha leidet noch immer unter der Geschichte der letzten 50 Jahre und das merkt man. Einst galt Kambodscha als die Schweiz Südostasiens mit wenigstens einigermaßen prosperierender Wirtschaft, danach kamen erst die Amerikaner mit ihrem Flächenbombardement, danach die Roten Khmer mit einem der grausigsten Genozide aller Zeiten und anschließend die Vietnamesen, die zwar die Roten Khmer hinwegfegten, aber gleichzeitig noch mehr Landminen legten in einem Land, das bereits zuvor ohnehin schon einen der dichtesten Minengürtel der Welt auswies. Da drauf dann nochmal 10 Jahre Bürgerkrieg und danach haben Sie dann ein Land, das am internationalen Tropf hängt. Hängen muss. Armut, Minen, zig Kriege, ein Völkermord, grassierende Korruption ohne Ende, damit kann ein Land allein nicht fertig werden.

Heute ist deutlich sichtbar, dass Kambodscha nicht nur eine Generation fehlt. Kambodscha fehlen gleich mehrere Generationen und das liegt zuallererst an den Verbrechen der Roten Khmer, die es innerhalb von grade mal vier Jahren schafften, ein Viertel der Bevölkerung zu ermorden, darunter so ziemlich die gesamte Elite und alle die moralisch (Mönche) oder intellektuell (Brillenträger) hätten den Roten Khmer entfernt hätten gefährlich werden können. Am Ende gab es in ganz Kambodscha grade noch mal 50 Ärzte im ganzen Land und von 85.000 Mönchen überlebten 3.000.

Es ist teilweise eine erdrückende Armut. Ich habe schon vielerlei Armut gesehen, aber Kambodscha ist phasenweise pures Elend. Es gibt Armut in Würde und es gibt Armut, in der es trotz allem Hoffnung gibt und es gibt die kambodschanische Armut. Das sieht man nicht nur. Man kann es auch riechen und die kambodschanische Armut riecht nach Abfall, Müll, Verwesung und Tod. Die Müllsammler, die nackten Kinder. Hier fehlt bisher jede Zivilgesellschaft und ein funktionierendes Sozialsystem ohnehin. Es gibt noch nicht mal ein NICHT funktionierendes Sozialsystem. Es gibt überhaupt gar keines. Das einzige Prinzip ist: Help yourself.

Wenn Sie nun -wie ich- mit dem Bus von Saigon nach Phnom Penh fahren, dann hält der Bus zwei Mal: Einmal an der vietnamesisch-kambodschanischen Grenze und dann in Neak Loeung, um mit der Fähre über den Mekong überzusetzen. Landesgrenzen sind wie überall steril: Touristen, Grenzgänger, Beamte unter sich. Die Fähre über den Mekong dagegen ist das pure Leben. Wenn Sie Vietnam gewohnt sind, kriegen Sie jetzt zum ersten Mal einen kleinen Kulturschock, weil Sie von nun an betatscht werden und sich dreckige Kinder an Ihre Hosenbeine heften, ebenso wie verstümmelte Bettler. Bei viel Mitgefühl hasse ich es aber, ungefragt betatscht zu werden, vor allem in Regionen meines Körpers, in denen sich Pass und Geld befinden.



Kambodscha ist aber nicht nur arm. Es bietet auch sehr viel: Zuerst einmal Menschen. Viele der positivsten Erlebnisse von mir in Kambodscha hatten mit Menschen zu tun und ihrem Willen, sich zu bilden und ein bißchen die soziale Leiter hinaufzusteigen. Man könnte meinen, dass das Land von Auswegslosigkeit geprägt ist, aber dem ist nicht so: Hoffnung hat hier fast jeder und das ist wirklich beachtlich. Eigentlich hätten die Khmer viele Gründe zu verzweifeln, aber das tun sie nicht. Sie haben sich ihre Würde bewahrt und ihren Stolz.

Mit dem Einfall von Ausländern -Touristen wie Helfern- tun sich zweierlei Dinge: Positiv ist, dass viele Khmer profitieren. Sei es als Angestellte im Tourismuswesen, als Fahrer, in NGOs etc, sei es als Profiteure des Helfersystems in gemeinnützigen Restaurants, Werkstätten und anderen Einrichtungen. Negativer dagegen die Kinderarbeit etwa. Das gibt es zwar in Vietnam auch, aber dort läuft das etwas versteckter. In Kambodscha nicht. Da bemüht man sich nicht mal, das zu verstecken. Dort kommt die fette Matrone mit 5 oder 6 Kindern, setzt sich auf eine Bank im Schatten und wartet bis die Kleinen mit erbetteltem Geld zurückkommen.
Neben der Kinderarbeit auch die Prostitution: Als alleinreisender männlicher Ausländer kenne ich jetzt auch die Preise, da sie mir dauernd genannt werden. Ohne Verlangen. 10 Dollar.

Kotzen könnte ich übrigens über Leute, die einem erzählen wollen, dass das mit der Müllsammelei und den Straßenkindern noch gar nicht Armut sei, man solle sich doch erstmal in die Dörfer bewegen, da sei es noch viel schlimmer. Das kommt nie von Kambodschanern sondern ausschließlich von Ausländern, die in 4Sterne-Hotels wohnen, definitiv eine gesicherte Existenz haben und wahrscheinlich twittern, wie billig die Huren in Kambodscha sind.

Insgesamt aber geht es in Kambodscha aufwärts. Trotz vieler Hindernisse wie Armut oder Korruption. Die Situation vieler Khmer verbessert sich. Das hat auch u.a. mit Tourismus und der internationalen Aufmerksamkeit (z.B. Minen räumen) zu tun.

Und dann die Kultur! Noch nicht mal die Roten Khmer mit ihrem Terrorregime haben es geschafft, die kambodschanische Kultur endgültig zu zerstören.

Sie haben Angkor und viele weitere Tempel und sind zurecht stolz darauf und das ist schlicht DER Bezugspunkt Kambodschas. Das kriegen Sie aber später zu sehen.

Sie haben aber auch Amok. Anderswo klingt das sehr gefährlich, in Kambodscha ist es eine Gewürzmischung und hallo, sie machen Amok-Fisch mal richtig gut. Herrlich.

Nichts aber über diese Menschen...

Welch großartiges Land....

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Mittwoch, 16. März 2011
kill´em all
Zitat: Die Gesellschaft muss anerkennen, dass in einem Industrieland nicht einfach so auf Kohle und Atomenergie verzichtet werden kann, wenn Wohlstand und Versorgungssicherheit erhalten bleiben sollen. Es ist zwar richtig, auf erneuerbare Energien zu setzen und diese auszubauen, aber man muss wissen, welchen Preis man dafür bezahlen will. Billige Energie und zugleich ein kompletter Umbau der Stromversorgung ist eine Illusion.

Diese Sätze durfte Jürgen Großmann in die Kamera sagen. Der Mann ist Boss bei RWE und damit bei einer der Firmen, die Kernkraftwerke betreiben, mitverantwortlich für die Laufzeitverlängerung. Ehrlicherweise muss ich zugeben,dass der Mann dafür bezahlt wird, Texte dieser Art von sich zu geben. An Tagen wie diesen * kann man vieles in die Kamera sagen und wahrscheinlich ist ohnehin das meiste davon falsch oder völlig deppert. Zumindest als Kernkraftwerksbetreiber. Immerhin schwurbelt Herr Großmann nicht so wie Tanja Gönner, was auch daran liegen könnte, dass seine Restlaufeit länger als zwei Wochen beträgt. Gönner ist es während eines Interviews mit der Stuttgarter Zeitung immerhin gelungen, innerhalb zweier Sätze exakt das unterzubringen und das mag auch eine Leistung sein (Originalzitat lt. StZ):

Wir können an solch einem Tag nicht sagen, die Kernkraftwerke sind sicher. Ja, die Kernkraftwerke sind sicher.

Aber zurück zu Herrn Großmann, der sich etwas subtiler ausdrückt, aber genauso weit daneben liegt. Es geht also um Wohlstand und Versorgungssicherheit. Dazu sind scheint´s AKW und Kohlekraftwerke nötig. Sagt er. Oder zumindest verstehe ich das so.

Ich kann ihm nun von Norwegen berichten. Norwegen hat den allerhöchsten Stromverbrauch des gesamten Planeten. Die Norweger beleuchten alles und die Norweger heizen gar ihre Wohnung mit Strom (versuchen Sie das mal bei sich daheim oder vielleicht doch besser nicht: Sie machen das wirklich nur einmal, spätestens bei der Stromrechnung kriegen Sie eine Volldepression). Kurz: Die ballern ordentlich was raus.

Norwegen belegt in beinahe allen Statistiken betreffs BIP, Human Development Index, Prokopfeinkommen undsoweiter immer die ersten 5 Plätze weltweit, meist mit ziemlichem Vorsprung auf Deutschland oder Österreich. Man kann damit sagen, dass Norwegen eines der reichsten Länder der Welt ist.

Wachstum ohne Atom, wie Herr Großmann sagt. Möglich? Ein Land, das reich ist und NICHT auf Atomstrom setzt. Kann das gehen? Es kann.

Norwegen hatte nie ein Atomkraftwerk und hat auch nicht vor, eines zu bauen. Zugegeben: Norwegen hat ein Kohlekraftwerk. Eines! Das erzeugt so etwa einskommanochwas Prozent der norwegischen Energie. Und der Rest? Öl aus der Nordsee? Nein, das wird verkauft und in Rentenfonds angelegt.

Woher kommt die Energie der Norweger? Es ist schlicht und einfach: Wasserkraft. Zu 98 %! Wasser.
Nochmal: Die Norweger machen ihren Strombedarf zu 98 % aus Wasserkraft. Sie haben übrigens so viel davon, dass sie sehr gerne auch exportieren würden, wenn man sie denn ließe. Norwegen hat eine Unzahl kleiner lokaler und regionaler Versorger und die betreiben nahezu ausschließlich Wasserkraftwerke.

Und was die Mär vom teuren Ökostrom angeht: Wissen Sie, was die Norweger für eine Kilowattstunde Wasserkraft bezahlen? 6 bis 7 Cent. Hier sind es so um die 20. Für den angeblich so billigen Atomstrom, nicht für Ökostrom. Norwegen ist übrigens ein ziemlich teures Land. Gehen Sie da mal ein Bier trinken, da können Sie viele Kilowattstunden das Licht brennen lassen.

Nun muss man ehrlicherweise zugeben, dass die Norweger früh genug schlau genug waren und das auch nicht in drei Moratoriumsmonaten aus dem Ärmel schüttelten. Stattdessen wurde das bedarfsorientiert ausgebaut. Peu a peu. Historisch gewachsen quasi. Gewachsen im Lauf der letzten 100 Jahre. Und: Ja, Norwegen ist auch ein kleines Land mit wenig Bewohnern und daher nicht so recht mit Deutschland vergleichbar. Ich behaupte auch nicht, dass so ein Umstieg nicht mit großen Kosten verbunden wäre, zumal das viel schneller gemacht werden müsste als seinerzeit in Norwegen und so hopplahopp geht das ganz sicher auch nicht. Eine 98%-Quote Wasserkraft ist hier ohnehin illusorisch. Schon 20 % wäre hierzulande schon eine Sensation. Aber das wäre für mich schon mal eine Ansage.

Aber. Wenn mir heute jemand erzählen möchte, wirtschaftliche Prosperität sei ohne Verzicht auf Kernkraft nicht möglich, dann ist das eine Lüge. Es war eine Lüge, dass das Licht ausginge, wenn das AKW Wyhl nicht gebaut werde und sie lügen bis auf den heutigen Tag. Es war und ist eine Lüge, dass man so ein AKW nicht so einfach abschalten könne. Es geht jetzt doch. Eine Lüge, wenn sie sagen, der Weiterbetrieb sei zwingend notwendig. Quatsch, es dient nur Konzerninteressen. Es ist auch eine Lüge, dass der Ausstieg finanziell nicht machbar sei. Blödsinn. Möchte jemand wissen, wieviel Milliarden möglich waren als es um die Bankenrettung ging? Dagegen sind die AKWs eher Peanuts.

Kurz: Sie belügen uns, weil es um Firmeninteressen von Großkonzernen geht und wenn ich dezentral meinen Strom direkt aus dem Wasserkraftwerk um die Ecke beziehen würde (ich habe diesen Tarif gebucht, weiß aber auch, dass das mein Wunschdenken ist), dann verdient RWE daran nicht mehr und EnBW auch nicht mehr. Dann käme das den vielen kleinen Stadtwerken zugute, die man durch die Laufzeitverlängerung in die Bredouille gebracht hat.

Ich will es mal so sagen: Ich bin mittlerweile in einem Alter, da mag man sich nicht mehr so offensichtlich belügen lassen, andersrum gesagt: Ich bin noch nicht alt genug, mich nicht mehr wehren zu können. Oder auch: Es herrscht meinerseits mittlerer Revolutionsmodus.

Wenn man richtig aufräumen will und wenn man richtig neu beginnen möchte, dann haben die Großkonzerne a la Vattenfall, RWE, E.on oder EnBW in der Energieversorgungslandschaft nichts mehr zu suchen. Es sei denn, sie bauen demnäxxt im großen Stil Wasserkraftwerke. Bisher haben sie das nicht gemacht, bisher haben sie -gezwungenermaßen- allenfalls ein AKW nachgerüstet, das einem Inferno hätte anheim fallen können.

Die verdienen dran.

   ... Poly-Tikk
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Der große Kressetest
Exklusiv und nur hier: Der erste große Kressetest der Welt. Der Forschung sind wir verpflichtet, so fühlen wir uns sowieso und deshalb widmen wir uns ihr. Wir dokumentieren nun das Wachstum zweier verschiedener Kressesorten. Sorte 1 ist eine herkömmliche handelsübliche Sorte eines genossenschaftlich organisierten Gartenmarkts, Sorte 2 entsorgte die CDU in meinem Briefkasten mitsamt Konterfei des Kandidaten auf dem Tütchen. Es ist der Kampf Genossenschaft gegen Kapitalismus, David gegen Goliath, Gut gegen Böse.
Welche Sorte keimt schneller? Welche Sorte wird größer? Welche Sorte schmeckt besser? Diese drängenden Fragen der Menschheit werden nun endlich beantwortet! Der große und ultimative Test! Nur hier!


Tag 1:



Die CDU-Kresse ist natürlich rechts zu sehen. Ein erster Punkt und ein ganz klarer Sieg in der Sparte Ergiebigkeit geht an die Gartenmarktkresse: Wesentlich mehr Saatmaterial als die sehr mickrige Ausbeute im CDU-Tütchen.

Erster optischer Eindruck: Die CDU-Kresse ist zur allgemeinen Überraschung deutlich heller, hier hatte das Team der wissenschaftlichen Mitarbeiter in unserem Labor eine deutlich dunklere Farbe erwartet, mithin ins Schwarze tendierend. Wenig überraschend dagegen ist, dass die CDU-Kresse deutlich kleinerkörnig ist als die herkömmliche Gartenmarktkresse.

Schwieriger schon der Preis. Die Gartenmarktkresse kostete 0,99 €, die CDU-Kresse war umsonst. Aber gleichzeitig ist auch zu bedenken, dass bei Wiederwahl der CDU alles teurer kommen wird, siehe Rückkauf der EnBW, siehe Stuttgart 21. Na gut, man hat Mitleid mit der CDU und deshalb: Unentschieden.

Ergiebigkeit: Ganz klarer Sieg für die Gartenmarktkresse
Optik: Deutlicher Vorsprung für den Gartenmarkt
Preis: Langfristig Gartenmarkt, kurzfristig CDU: Unentschieden.

Stand nach Tag 1: Gartenmarktkresse - CDU-Kresse 2,5:0,5


Tag 2:



Zugegebenermaßen keimt die CDU-Kresse schneller. Zwar kommt auch die Gartenmarktkresse in die Gänge, aber man muss einräumen, dass die CDU-Kresse schneller ist. Es besteht spontan der dringende Verdacht, dass es sich um Gen-Kresse handeln könnte, schließlich traut man der BW-CDU mittlerweile einiges zu.

Dennoch liegt die Gartenmarktkresse viel enger als die losen Minikörnchen der CDU, was sich eventuell auch negativ auf die Keimfähigkeit ausgewirkt haben könnte. Rückschluss hieraus: Wenn es feucht und schlüpfrig wird, reagiert die CDU.

Keimfähigkeit: CDU vorne.

Stand nach Tag 2: Gartenmarktkresse - CDU-Kresse
2,5:1,5


Tag 3:



....und nun schauen Sie sich bitte dieses Chaos an! Die CDU-Kresse ist regelrecht explodiert und es sieht aus wie Kraut und Rüben. Die CDU-Kresse wäxxt in alle Richtungen und nur die wenigsten Trieblinge dahin wo sie sollen. Wo bleibt da die Ordnung? Das muss einen Punktabzug geben, da hilft alles nix. Das Forscherteam stellt erste Überlegungen an, ob es Auswirkungen des japanischen Erdbebens sein könnte, das just an diesem Tag stattfand.

Wachstum: 0,5 Punkte für die Gartenmarktpresse, -1 Punkt für die CDU-Kresse

Stand nach Tag 3: Gartenmarktkresse - CDU-Kresse 2,5:0,5


Tag 4:



Nun wuchern beide Kresse gut vor sich hin, wobei ich nun einmal dringend auf die intensive Grünfärbung der CDU-Kresse hinweisen möchte. Der Wolf kommt also im Schafspelz daher!


Tag 5:



Die CDU-Kresse kommt dem Image der Partei immer näher: Wie Unkraut legt sie sich übers Land in die Schale, lediglich einzelne Hälmchen schauen aus dem Chaos. Wir können bereits bei oberflächlicher optischer Analyse einen äußerst ungleichmäßigen Wuchs konstatieren, wohingegen die Gartenmarktkresse deutlich gleichmäßiger wächst. Es zeigt sich nun deutlich, dass Nachhaltigkeit gegenüber Schnellschüssen vorzuziehen ist.

Ferner ist festzustellen, dass sich die Kontrahenten nun im etwa selben Wachstumszustand befinden.
Nun konnte ein erster Haptiktest durchgeführt werden. Hier kann die Gartenmarktkresse erneut punkten: Die Gartenmarktkresse ist ein echter Handschmeichler. Dem entgegen stehen einzelne Hälmchen der CDU-Kresse, die dem weichen Bett der Gartenmarktkresse nichts, aber auch gar nichts, entgegenzusetzen haben.

Ein weiterer Test bestand in einem ersten Beschnüffeln durch einen Schildkröterich. Es mag eventuell daran gelegen haben, dass das Tier hierzu erst geweckt werden musste, aber der Test scheiterte am Desinteresse des Probanden. Der Test wurde daraufhin abgebrochen und humanoid erneut durchgeführt und es zeigten sich erstaunliche Ergebnisse: Die Gartenmarktkresse dominiert hier deutlich mit einem dezenten Hauch von Schärfe, während die CDU-Kresse schlicht nicht riecht und wenn, dann allenfalls nach Stallboden.

Haptik: Gartenmarktkresse - CDU-Kresse 1:0
Olfaktorik: Gartenmarktkresse - CDU-Kresse 1:0

Stand nach Tag 5: Gartenmarktkresse - CDU-Kresse 4,5:0,5

Exkurs für alle Fortbildungswilligen:

Hier sehen Sie jetzt, wie Kresse unter Idealbedingungen wäxxt. Hierzu wurde uns ein Foto gemailt, wie Kresse idealtypisch aussieht. Zwar haben wir hier nahezu Laborbedingungen, aber DIN-Normen haben wir leider grade nicht zur Hand. Wie es aber aussehen müsste. Kresse die in unserem Versuch wohl 6 Punkte gekriegt hätte und das ohne Verkostung.....Zuchtkresse praktisch. Kresse nach DIN-Norm und das tolle ist, dass die wirklich wäxxt, wie DIN es fordert:


Foto by bona



Tag 6: Die Ernte

Der Geschmackstest:

Unter Verwendung eines handelsüblichen Brötchens -hier Laugaweggle genannt- und unter Einbeziehung handelsüblicher Butter -es wurde hier Deutsche Markenbutter, Süßrahmbutter, 82% Fett herangezogen- bestand das Ziel des Experiments darin, die o.e. Zutaten gemeinsam mit der gezogenen Kresse dem Testteam oral zuzuführen. Um das Experiment etwas zu vereinfachen, würde das Brötchen durchschnitten.

Anschließend wurde die Butter aufgebracht. Nachdem diese Vorbereitungsmaßnahmen fertig durchgeführt waren, gelangte nun die Kresse durch vorsichtige Auflage auf die Butter und wurde anschließend mit dem verbliebenen Brötchendeckelstück bedeckelt. Nachfolgend ist die Versuchsanordnung gut zu erkennen:



Das Geschmackserlebnis der Gartenmarktkresse ist verblüffend: Sehr harmonisch fügt sich die dezent gehaltene Schärfe in die Weichheit des Brötchens. Die Butter unterstützt dies sehr schön. Leicht nussige Töne im Abgang erhöhen den Genuss durchaus.
Die CDU-Kresse hingegen wirkt flach. Es dominiert das Brötchen und die Butter, die Kresse findet als solche nicht statt, viel eher als pappeähnliche Substanz, was nur durch Schnapsnachspülung gemildert werden konnte.

Wir können damit nach intensiven Tests sagen: Die Gartenmarktkresse besiegt die CDU-Kresse deutlich mit 5,5 : 0,5 Punkten.

Die Kresse des Gartenmarkts ist durchweg zu empfehlen. Feine Aromen und ein dezenter Geschmack auf gebuttertem Brötchen sind geeignet, eine Zwischenmahlzeit nicht nur zu ersetzen, es kann eine Hauptmahlzeit sein.

Die CDU-Kresse können wir nicht wirklich empfehlen. Allenfalls Bulimiker können profitieren. Oder Leute, die umsonst Kresse haben möchten und selbige bereits nach Tag 1 konsumieren.Allen anderen empfehlen wir: Tun Sie, was man mit der CDU tun sollte: In die Tonne treten.


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Dienstag, 15. März 2011
Saigon
Oder auch Ho-Chi-Minh(-City) wie die Behörden in Vietnam -und nur die- es nennen. Das Finale der Vietnamreise mit dem grandiosen Tethöhepunkt.



Saigon ist erstmal größer als Hanoi, aber das fällt auch nicht weiter auf. Saigon will auch moderner sein als Hanoi und das fällt auf. Modern heißt in diesem Fall die Übernahme eines westlicheren Lebensstils und das heißt auch, dass die Moppelkinderquote schlagartig exorbitant ansteigt.



Wobei ich nun auch gleich einschränken muss: Wenn man Saigon an und nach Tet erlebt, dann ist das sowas wie eine Ausnahmesituation. Die Leute haben frei, die Läden sind zu und viel zu tun gibt es damit nicht. Außer flanieren mit den Vietnamesen, Stimmung genießen und schwitzen in einer viel zu heißen Stadt.



Ein paar Tempel kann man schauen gehen, aber das lässt man ziemlich schnell wieder bleiben, weil man da ohnehin nur von hunderttausenden Räucherstäbchen vergiftet wird.



Und dann noch den Wiedervereinigungspalast schauen. Das ist schon interessanter, weil das Ding vor der Wiedervereinigung nicht so hieß und stattdessen Sitz der Regierung von Südvietnam war. Der Eintritt ist günstig, das ganze Gebäude recht hell und offen, aber hey, unter einem Regierungssitz stellt man sich auch was anderes vor, aber vielleicht war das damals und dort eben so.



Weshalb Südvietnam den Krieg verloren hat, erkennt man dann spätestens tief unten in den Bunkerkatakomben bei der Betrachtung des verwendeten Geräts und der sehr armseligen Schlafstätte des Präsidenten.



Sodale. Das war es nun mit Vietnam. Aber noch nicht mit der Reise. Sie kriegen demnäxxt also noch ein paar Stationen geliefert....


´fant

Asian cable wire

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