Freitag, 6. Juni 2008
Straßen, in denen ich schon immer mal gerne gewohnt hätte


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Stasizwonull
Die Telekomlidl-Überwachung und die Schäuble´schen Sicherheitspakete sind sowas von webeinsnullig und damit von vorgestern. Die nächste Generation braucht keine Onlineüberwachung und keinen Schäuble und auch nicht die Telekom: Die rücken ihre Daten allesamt freiwillig und mit Begeisterung raus.

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Donnerstag, 5. Juni 2008
beFÖRDERung
Mitunter erlebt man hin und wieder mal Überraschungen. So wie neulich, als mir der größte Drogendealer meiner Heimatstadt während der 90er auf einmal als ernstzunehmender Förderschullehrer gegenüberstand. Vermutlich aber waren seine Gedankengänge ähnlich den meinen und seine Überraschung eventuell nicht minder groß.
Genau so überraschend war dann die Erkenntnis, dass es für Förderschulen im Transportwesen ganz eigene Regeln gibt: Wer nämlich im Schulbus sich nicht benehmen kann, der kriegt die Fahrkarte entzogen. Nun besteht aber halt doch Schulpflicht für alle und so eine Förderschule ist manchmal auch nicht ums Eck. Deshalb hat man sich etwas einfallen lassen: Diejenigen, denen die Fahrkarte entzogen wurde, die dürfen Taxi fahren. Zur Not auch 8jährige 2.-Klässler. Morgens fährt das Taxi vor und fährt die lieben Kleinen in die Schule, danach werden sie wieder abgeholt, daheim abgeliefert und sind in Sicherheit. Die busfahrenden Mitschüler wohl ebenfalls.
Bedauerlicherweise empfinden die betroffenen Schüler den Privatchauffeur auf Steuerzahlerkosten als große Schande. Vermutlich wäre ihnen eine Fahrt im Gefängnistransporter mitsamt vermummtem Sondereinsatzkommando und Pump Guns lieber....

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Mittwoch, 4. Juni 2008
Klüngel
Die Kreisliga D ist vermutlich die allerunterste Liga, die es überhaupt gibt. Dürfte so in etwa Liga 12 oder so sein. Das kann aber trotzdem unterhaltenswert sein, weil da mächtige Holzer und Klopper am Werk sind. Oder auch Leute, die man eigentlich hätte zur EM mitnehmen müssen, weil die Tore wie am Fließband schießen. Wie letztes Wochenende in Köln.
Dort gibt es ein Fernduell um den Aufstieg:

Nippes II
- Ditib-Türk II und
DJK Löwe II - Rheinkassel-Langel II

Für Nippes und Rheinkassel-Langel geht es um den Aufstieg und vielleicht sollte man noch dazusagen, dass die Jungs von Löwe II, die Jungs von Nippes so überhaupt nicht mögen, weil die sie mal angeschwärzt haben.
Das Torverhältnis von Nippes ist um 37 Tore besser als das von Rheinkassel-Langel, man muss sich also anstrengen bei Rheinkassel-Langel und bei Löwe.
Das tut man denn auch: Zur Halbzeit steht es 13:0. Nippes gibt alles und schießt auch Tor um Tor. Dann allerdings legen die Gegner auf dem anderen Platz nach der Halbzeitpause so richtig los und schießen die Tore im Minutentakt. Nippes schafft am Ende ein 10:0 gegen Dibit-Türk und ein Nippes-Anhänger versucht gar beim Spiel Löwe-Rheinkassel den Platz zu stürmen, damit das Spiel abgebrochen wird.

Es hilft aber alles nichts. Das Spiel DJK Löwe II - Rheinkassel-Langel endet 1:54, damit hat Rheinkassel in einem einzigen Spiel mehr Tore geschossen als in der gesamten Saison und wäre der Aufsteiger. Momentan wird der Kölsche Klüngel aber noch untersucht. Geld sei angeblich keines geflossen.

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EM
Demnächst ist EM und weil wir ja alle wie versessen auf Fußball sind und das nächste Sommermärchen undsoweiter gibts wie bei der WM ein Tippspiel. Wie´s geht, findet man hier und getippt wird da.

Einen Preis gibts auch: Er spendet ein Auto "komisches Psychobuch", was auch immer das sein mag. Ich hoffe, es entstammt nicht dieser Sendung, die ich ihm mal hab zukommen lassen, weil dann wär´s wirklich ein komisches Psychobuch.

   ... Spocht
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Dienstag, 3. Juni 2008
Endspurt
Hätte ich bei den US-Demokraten was zu sagen, würde ich mir momentan anschauen, wie das Rennen steht, würde dann schauen, wann die letzten Vorwahlen sind (heute), würde grob überschlagen und dann würde ich wohl zum Telefon greifen und die bisher unentschlossenen Delegierten drängen, sich jetzt zu entscheiden.
Und dann würde morgen in den Zeitungen stehen, dass Hillary nun endgültig aufgegeben hat, sich hinter Obama stellt und diesem Glück wünscht und ihn unterstützen wird und dann wird Obama sich bei Hillary bedanken und sagen, dass sie eine großartige Gegnerin gewesen sei und man nun die Partei auf den Wahlkampf im November einigen müsse und er froh sei, das gemeinsam mit Hillary tun zu dürfen.

   ... Poly-Tikk
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Ertrunken im Killertal
Was für eine Überschrift!

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Wortspiele - high end
In der Bundesrepublik nennt man die Zeit zwischen 1982 und 1998 gemeinhin auch Cholera.

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Montag, 2. Juni 2008
Immer am Drücker



   ... Kritzl
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Blochrige Enden
Man stelle sich einmal folgendes Szenario vor: Die CDU tritt zur Bundestagswahl an, wird auch größte Partei und darf nun den Bundeskanzler stellen. Natürlich ist das Änschie die Spitzenkandidatin und soll demnach zur Kanzlerin gewählt werden. Koalitionspartner sind auch gefunden.
Nur: Der Rüttgers tritt nun überraschend zur Kanzlerkampfkandidatur an und setzt sich doch tatsächlich gegen das Änschie durch und wird Kanzler.
Das Änschie ist nun beleidigt und verschwindet. Genauer gesagt: Sie geht in die Opposition gegen die Koalition und gegen Rüttgers.
Alles zieht sich nun etwas hin, Änschie betreibt den Parteiausschluss von Rüttgers, aber die NRW-CDU ist dagegegen.
Das Ende: Die Bundes-CDU schließt den kompletten NRW-Landesverband mitsamt Rüttgers aus der CDU aus.

Undenkbar? Pure Phantasie? In diesem Lande BRD: Ja. Nicht aber in der Schweiz. Dort ist eben das passiert (so man die Schweizer Verhältnisse mit Abstrichen auf bundesrepublikanische Umstände überträgt).

   ... Poly-Tikk
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Sonntag, 1. Juni 2008
Ulan Bator - Peking


Anfangs schlängelt sich der Zug in weiten Bögen durchs Umland von Ulan Bator. Hügelig ist´s.





Dann wird es Zeit für ein Mittagessen "Transsibstyle" (fällt eigentlich jemandem auf, dass die Farben der Bierdose diesselben sind wie die des Zuges? Raum für Verschwörungstheorien en masse!):



Ein Fehler, wie sich beim Abendessen herausstellt. Weil nämlich mongolische Speisewagen einigermaßen charmant sein können und durchaus schmackhaftes Zeugs anbieten.





Zwei Stopps gibt es in der Mongolei: Choir und Dalanzadgad. Hier ist nicht mehr Ulan Bator, die zwar nicht so schöne, aber dafür einigermaßen wohlhabende Haupstadt. Hier ist dritte Welt: Bettelnde Kinder, Armut, Elend und das einzig "halbwegs prächtige" ist das Bahnhofsgebäude.







Und dann die Gobi. Wüste. Die sieht so aus:



...manchmal auch so:



....oder so:




An der chinesisch-mongolischen Grenze wird dann umgespurt und stundenlang hin- und herrangiert. Der Kerl oben rechts übrigens ist ein äußerst unfreundlicher Vollspacken, der im gesamten Abteil schlechte Stimmung verbreitete.




China: Fahrt durch eine wunderschöne Landschaft. Leider mit miserablem Wetter, weshalb ich nun einen Grund habe, nochmal zu fahren.

   ... Transsib
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Samstag, 31. Mai 2008
Solingen
Vor beinahe auf den Tag vor 15 Jahren war ich auf einem OpenAir bei U2. Zoo-TV-Tour. Neben U2 noch mit den Toten Hosen und den doch damals ziemlich sehr heroinisierten Stereo MCs. Angefahren kam ich damals direkt aus Venedig vom Miniminikurzurlaub (Freitagabend: "Mir is langweilig" - "Lass uns nach Barcelona fahren" - "Zu weit, Sonntag is U2" - "Venedig?" - "OK").

Hängengeblieben aus der Woche sind bei mir -neben Venedig- zwei Dinge:
Werder Bremen war Deutscher Meister geworden und in Solingen gab es einen Brandanschlag durch Skinheads, der 5 jungen Frauen und Mädchen das Leben kostete.

Campino als Sänger der Vorband hatte (irgendwie verständlicherweise) wenig Lust, einige seiner Lieder zu spielen und Bono widmete das gesamte Konzert der Familie Genc.

Überhaupt war der Anschlag eine Art Zäsur: Der Negativmoment, in dem vermutlich der allerletzte schlußendlich doch kapiert hat, dass es ein rechtsradikales Problem im Lande gibt, das man nicht totschweigen darf. Im Anschluss daran gab es dann auch die häufig belächelten, aber längst nicht so wirkungslosen, Lichterketten.

Es wurden dann 4 Täter ausgemacht und in einem einigermaßen umstrittenen Prozess verurteilt. Umstritten deshalb, weil die Täter Geständnisse nach und Laune widerriefen und sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe schoben. Umstritten auch deshalb, weil einige Angeklagte und deren Eltern der Ansicht waren, sie könnten im Anschluss einfach so nach Hause gehen und nach dem Urteilsspruch das Gericht beleidigten.

Wenn alles normal abgelaufen ist, dürften alle vier mittlerweile wieder auf freiem Fuß sein und sich ihres Lebens freuen oder auch nicht. Jedenfalls wurden die vier neben der Haftstrafe auch zu einer Schmerzensgeldzahlung von 250.000 Mark verurteilt. Zahlbar an den schwer verletzten Sohn, der lebenslang Brandnarben haben wird.
Kaum zu glauben, aber wahr: Während jeder Unfallverursacher, der einen Personenschaden in irgendeiner Form verursacht hat und während jeder, der einem anderen mal eine Ohrfeige verpasst hat, zur Zahlung herangezogen wird, haben die Täter bis zum heutigen Tag keinen einzigen Cent bezahlt, da entweder mittellos oder wie im Fall eines Arztsohnes sich die Behörden weigern, eine klagefähige Anschrift rauszurücken, weil der Mensch eine schützenswerte Person sei. Sein Name: Felix Köhnen, heute 31 Jahre alt und eventuell durchaus in der Lage, Geld zu verdienen.

EDIT: Das Gericht hat wohl für die Opfer entschieden (Hinweis arboretum. Herzlichen Dank)

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Freitag, 30. Mai 2008
Luftreinhaltung
Wahrscheinlich ist der Job im Verkehrsamt einer der allerallerlangweiligsten Jobs, die der Planet bereit hält. Meiner Vorstellung nach arbeiten dort eigentlich nur Endfünfziger mit Hornbrille und Lodenmantel, die noch bei Mama wohnen und deren einziges Hobby ihre Schmetterlingssammlung ist.
Einstellungsvorraussetzung dürfte ein Seitenscheitel oder eine Kopfglatze sein. Einziges Tun besteht dann in der Lektüre achtzentimeterdicker Gutachten über diese Landstraße und jene Ampelanlage. Recht machen kann man es ohnehin niemand, weil entweder die Grünen protestieren oder aber die FDP. Und entweder sind die Anwohner stinkig oder aber die Obstwiesenbesitzer oder gleich beide.

Auf jeden Fall ein Scheißjob.

Ich glaube aber, dass es wie überall Ausnahmen gibt und manchmal ein richtiger Schelm am Werke ist. Einer dieser Schelme hat sich überlegt, wie man wohl sowohl Autofahrer, als auch Anwohner, als auch Politiker und Umweltaktivisten bestmöglichst verscheißern könnte und es ist ihm allerbestens gelungen: Man nehme eine Ampel, stelle diese am Ortseingang auf und stelle gleich ein Schild daneben, auf dem "Luftreinhaltung" geschrieben steht und schon müssen die Karren eine gute Minute lang stehen bleiben, das Schild auswenig lernen und die Abgase sinnlos im Leerlauf rauspusten. Erst dann gehts wieder weiter.


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Saudumme Sprueche (XXX)
""Compassion" ist Englisch und lässt sich nicht übersetzen, meint aber nicht Mitleid sondern Mitgefühl."

Reinhold Messner

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Donnerstag, 29. Mai 2008
Sensation: Taliban gestatten Frauenwahlrecht!

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Mittwoch, 28. Mai 2008
Keine Ente: Schwan tritt an
Gesine Schwan tritt also zum zweiten Mal an. Das ist nun nicht die allerschlechteste Wahl und gewiss in einer Demokratie auch unterstützenswert und positiv. Auch darf es durchaus Gegenkandidaten zum Dieter Bohlen der Bundespräsidenten ("egal worums geht, ich schwätz mal mit") geben, der seinerzeit ja mal als "ausgewiesener Fachmann" behauptet hat, man kriege die Wiedervereinigung quasi für umme und sich dabei mal schnell um die bescheidene Summe von geschätzten 200 Milliarden verrechnete.

Allerdings steht wohl zu befürchten, dass man eine an und für sich ausgezeichnete Kandidatin nochmal verheizt. Zum einen scheint Kandidat Köhler durchaus beliebt (etwa 70% Zustimmung in der Bevölkerung) und zum anderen glaube ich kaum, dass die Wahl mithilfe der Mauerschießbefehlnachfahrerpartei LINKEn mehrheitlich satisfaktionsfähig wäre (so die denn da überhaupt mitmachen). Nun fragt man sich, was sich die SPD mittlerweile noch alles antut, nachdem man sich bereits einen Vorsitzenden gewählt hat, der aussieht wie eine Kreuzung aus BussiBär und Helmut Kohl und -tragisch verschlimmernd- auch noch so redet.

Hubertus Heil sagte neulich einmal, dass man die SPD jetzt gründen müsste, wenn es sie nicht schon 150 Jahre gäbe, was wiederum die Frage aufwirft, was die SPD denn 150 Jahre lang getrieben hat.
Augenscheinlich hat sich bei der SPD noch niemand die Frage gestellt, ob ein bundesweit mittlerweile zweistelliges Umfrageergebnis für Die LINKE nicht doch irgendetwas mit der SPD-Politik der letzten 10 Jahre zu tun haben könnte.

So sinken denn die Zustimmungsraten in nie gekannte Tiefen und man darf froh sein, dass einer wie Willi Brandt das nicht mehr miterleben muss. Mal mit den LINKEn, mal ohne, und wahrscheinlich würde man auch noch bei DeutschlandsuchtdenSuperdepp mitjodeln, wenn sich nur einer finden würde, der mehr im Repertoire hat als lediglich "Brüder, zur Sonne, zur Freiheit" und dazu noch singen kann. Leider ist es momentan bei der SPD nicht weit her mit Sonnenschein und das mit der Freiheit überlegt man sich gemeinsam mit dem Schäuble grade auch nochmal.

Vielleicht wäre man gut beraten, es mal ohne Kanzlerkandidaten zu versuchen. Zumindest sollte es nicht ButziBeck sein, dessen Charisma allenfalls noch auf der Höhe des Vorpilatischarping ("gaaaanz laaaangggsaaam") liegt.

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