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Dienstag, 27. Mai 2008
PC
gorillaschnitzel, 14:41h
Mit am lustigsten hierzulande ist die selbstverordnete Political Correctness. Beispielsweise änderte sich das Wörtchen "verhaltensgestört" erst in "verhaltensauffällig", dann in "verhaltensoriginell" und schließlich in "verhaltenskreativ", auch wenn kein Mensch so richtig erklären konnte, was an so manchem Rotzlöffel nun sonderlich originell oder kreativ sein soll.
Irgendwann mal ging man dann auch dazu über, nicht mehr von "Ausländern" zu sprechen sondern von "Mitbürgern mit Migrationshintergrund", was sicherlich die Integrationsdebatte an sich enorm vorangebracht hat.
Ganz besondere Blüten treibt es aber immer dann, wenn es um Rechtsextremismus und Nationalsozialismus geht: Da waren dann Wagnersche Opern allein deshalb verpönt, weil der Adolf seinerzeit Rienzi zu seinem Liebling erklärt hatte und überhaupt der Wagner ohnehin ein ganz, ganz böser Antisemit war (wie man gleichzeitig dennoch Hegel und Kant hochhalten kann, erschloss sich denn doch nicht so recht).
Nun hat die "ZEIT" das "Netz gegen Nazis" ins Leben gerufen. An und für sich eine sehr begrüßenswerte und lobenswerte Initiative. Bedauerlicherweise dürfen dort aber auch allerlei Biedermänner und Trolle ihr Unwesen treiben und diskutieren mittlerweile sehr ernsthaft die Frage, ob man wirklich Anzüge von Hugo Boss tragen darf, weil die a) zu Adolfs Zeiten Wehrmachtsuniformen hergestellt haben und b) auch noch "ss" im Namen tragen.
Hoffentlich geraten nicht demnächst Kai Pflaume und die Klitschkos in Naziverdacht: Ersterer moderiert nämlich einigermaßen regelmäßig die Weihnachtsfeiern von Hugo Boss und die letzteren sind dort immer wieder mal Ehrengäste. Überhaupt hoffe ich mal, dass Horst Mahler kein Biozeugs kauft, weil man sonst das hiesige Warensortiment so einiger Supermärkte komplett verändern müsste.
Irgendwann mal ging man dann auch dazu über, nicht mehr von "Ausländern" zu sprechen sondern von "Mitbürgern mit Migrationshintergrund", was sicherlich die Integrationsdebatte an sich enorm vorangebracht hat.
Ganz besondere Blüten treibt es aber immer dann, wenn es um Rechtsextremismus und Nationalsozialismus geht: Da waren dann Wagnersche Opern allein deshalb verpönt, weil der Adolf seinerzeit Rienzi zu seinem Liebling erklärt hatte und überhaupt der Wagner ohnehin ein ganz, ganz böser Antisemit war (wie man gleichzeitig dennoch Hegel und Kant hochhalten kann, erschloss sich denn doch nicht so recht).
Nun hat die "ZEIT" das "Netz gegen Nazis" ins Leben gerufen. An und für sich eine sehr begrüßenswerte und lobenswerte Initiative. Bedauerlicherweise dürfen dort aber auch allerlei Biedermänner und Trolle ihr Unwesen treiben und diskutieren mittlerweile sehr ernsthaft die Frage, ob man wirklich Anzüge von Hugo Boss tragen darf, weil die a) zu Adolfs Zeiten Wehrmachtsuniformen hergestellt haben und b) auch noch "ss" im Namen tragen.
Hoffentlich geraten nicht demnächst Kai Pflaume und die Klitschkos in Naziverdacht: Ersterer moderiert nämlich einigermaßen regelmäßig die Weihnachtsfeiern von Hugo Boss und die letzteren sind dort immer wieder mal Ehrengäste. Überhaupt hoffe ich mal, dass Horst Mahler kein Biozeugs kauft, weil man sonst das hiesige Warensortiment so einiger Supermärkte komplett verändern müsste.
Montag, 26. Mai 2008
Halbdackel des Monats
gorillaschnitzel, 16:56h
Küh´n´ast

Die Küni ist mal Verbraucherschutzminsterin gewesen. Genaugenommen die allerallererste. Das hat sie verrückten Kühen zu verdanken und vielleicht hat sie sich daran ein Beispiel genommen. Auf jeden Fall ist Küni heute keine Verbraucherschutzministerin mehr, aber die Kühe spuken noch immer in ihrem Hirn und darum darf und muss sie sich noch immer zu allem äußern, was auch nur entfernt relevant scheint. Dieses Mal: Brasilien und der Regenwald und der Biosprit.
Zugegeben: Ein echt gemeines Thema, weil nämlich Brasilien Zuckerrohr zur Biospritproduktion anbaut und damit im Verdacht steht, Regenwald großflächig abzuholzen. Will heißen: Klima am Arsch und Artensterben und das damit Küni "sauber" tankt. Wenigstens so einigermaßen sauber.
Da könnte man nun verschieden reagieren. Küni aber reagiert so: Alles Unsinn und Quatsch, es sei nur so, dass die Zuckerrohrbauern die Rindfleischbauern in den Regenwald verdrängen würden.
Gut, mag sein, ich unterstell das mal als Fakt, weil ich ohnehin keine Lust hab, das nachzuprüfen. Nun könnte man sich fragen, ob es wirklich so prickelnd ist, in Brasilien ums Verrecken Biosprit anbauen zu wollen. Man könnte sich auch fragen, wie man das umweltverträglich anstellen könnte.
Aber: Die Schlussfolgerung von Küni ist geil: Zwecks Rettung des Klimas und v.a. der Biospritidee und der saudoofen Verdrängung der Kuhbauern durch die Zuckerrohrbauern in den Regenwald.....ja....???....machen wir was? Jawoll! Wir boykottieren Rindfleisch und das so richtig und konsequent. Nie wieder Rindfleisch. No more Rumpsteak or you are a wirklicher Klima- und Regenwaldkiller.
Rechenkünste
gorillaschnitzel, 14:14h
Glaubt man der Washington Post, so sind beim Kandidatenrennen der Demokraten noch exakt 246 Delegierte zu vergeben. Würden die ausnahmslos allesamt auf Hillary Clinton fallen, hätte sie -nach WashPost- genau 2025 und läge somit exakt 1 Stimme unter der benötigten Mehrheit von 2026 Delegiertenstimmen. Will heißen: Aus eigener Kraft geht es eigentlich nicht mehr und auch die Berechnungen anderer Zeitungen/Institute sehen ziemlich ähnlich aus.
Gewinnen kann sie eigentlich nur noch, wenn Obama Kim-Jong-Il für den Friedensnobelpreis vorschlägt, Obama keine Lust mehr hat und aufgibt oder wenn Obama einem Attentat zum Opfer fällt. Exakt letzteres deutete Clinton denn mit Bezug auf Robert F. Kennedy auch an auf die Frage hin, weshalb sie denn noch im Rennen sei. Der letzte einiger großer Patzer und doch eher unwürdiger Ausfälle: Unter anderem schaffte es Clinton mitsamt Wahlkampfmanager am selben Tag bei Veranstaltung 1 den Freihandel zu verdammen und bei Veranstaltung 2 das exakte Gegenteil zu behaupten. Und von der Behauptung, sie sei seinerzeit in Bosnien in Sniperfeuer geraten, wich sie erst ab, als ein Video auftauchte, das sie entspannt und lächelnd bei der Blumenübergabe mit Kindern zeigte.
Wie weit der Realitätsverlust mittlerweile gediehen ist, zeigen die Rechenspiele, die man mittlerweile im Clintonlager anstellt: Nein, es seien nicht 2026 Stimmen nötig, um gewählt zu werden, es müssten 2210 sein.
Damit wird die absolute Mehrheit ab heute nicht mehr mit 50%plusX definiert sondern mit 54,6%. Grund: Die (bereits lange) suspendierten Staaten Florida und Michigan sollen nun doch irgendwie mitgerechnet werden. In Michigan übrigens stand Obama nicht mal auf dem Wahlzettel und Hillary erreichte -trotzdem sie als einzige ernstzunehmende Kandidatin antrat- grade mal mäßige 55%.
Gewinnen kann sie eigentlich nur noch, wenn Obama Kim-Jong-Il für den Friedensnobelpreis vorschlägt, Obama keine Lust mehr hat und aufgibt oder wenn Obama einem Attentat zum Opfer fällt. Exakt letzteres deutete Clinton denn mit Bezug auf Robert F. Kennedy auch an auf die Frage hin, weshalb sie denn noch im Rennen sei. Der letzte einiger großer Patzer und doch eher unwürdiger Ausfälle: Unter anderem schaffte es Clinton mitsamt Wahlkampfmanager am selben Tag bei Veranstaltung 1 den Freihandel zu verdammen und bei Veranstaltung 2 das exakte Gegenteil zu behaupten. Und von der Behauptung, sie sei seinerzeit in Bosnien in Sniperfeuer geraten, wich sie erst ab, als ein Video auftauchte, das sie entspannt und lächelnd bei der Blumenübergabe mit Kindern zeigte.
Wie weit der Realitätsverlust mittlerweile gediehen ist, zeigen die Rechenspiele, die man mittlerweile im Clintonlager anstellt: Nein, es seien nicht 2026 Stimmen nötig, um gewählt zu werden, es müssten 2210 sein.
Damit wird die absolute Mehrheit ab heute nicht mehr mit 50%plusX definiert sondern mit 54,6%. Grund: Die (bereits lange) suspendierten Staaten Florida und Michigan sollen nun doch irgendwie mitgerechnet werden. In Michigan übrigens stand Obama nicht mal auf dem Wahlzettel und Hillary erreichte -trotzdem sie als einzige ernstzunehmende Kandidatin antrat- grade mal mäßige 55%.
Samstag, 24. Mai 2008
Eva Herman und die Erstürmung der Behindertentoilette
gorillaschnitzel, 19:33h
Flug nach Hamburg: Boarding completed, alle sitzen wohl schon im Flieger und das Flugzeug wäre abflugbereit. Nicht ganz, weil sich das doch noch etwas verzögert: Eva Herman muss aufs Klo. Nun sind Flugzeugtoiletten immer eng, selten so richtig hygienisch und Stau ist da auch häufig. Von daher ist der Wunsch nachvollziehbar, nochmal aussteigen zu wollen und wenn man Eva Herman heißt, geht das wohl auch. Also darf Eva zurück ins Terminal und hetzt ein Mal quer durchs Gebäude. Wer sich dann die Mühe macht, dem Gang nachzufolgen, der entdeckt, dass Eva dort landet, wo wir alle hinmüssen. Nur sucht sie das Behindertenklo auf. Da könnte man nun sagen, gehört sie auch hin. Ich aber glaube, das liegt eher daran, dass Eva ganz fiese Diarrhoe hatte und es Eva extrem peinlich ist, wenn sie in die Kabine stürmt und die eine Dame vorm Schminkspiegel dann zur anderen sagt: "Das was da grade so pratzelt, das ist die Eva."
Freitag, 23. Mai 2008
Ulan Bator
gorillaschnitzel, 02:01h
Ulan Bator ist nun nicht gerade das, was man eine sehenswerte Stadt nennen würde. Eigentlich ist man in einem Tag so ziemlich durch. Ist aber trotzdem das Zentrum der Mongolei schlechthin und immerhin wohnt hier jeder dritte Mongole.

Der Suche-Bataar-Platz. Zentrum der Stadt.

Suche Bataar
Sehenswert ist allenfalls das Gandankloster tibetisch-mongolischer Prägung. Den Riesenbuddha hätte ich ja gerne fotographiert, aber 5 Dollar fand ich etwas exorbitant für ein einziges Foto. Auch wenn es 100x den Möchen zugute kommt und mein nächstes Leben dann ein irre Karma haben mag...


Willkommen zur Aktion: "Wir machen uns vermutlich mal kurz strafbar und zeigen (mongolische) Hakenkreuze":

Ich war reichlich überrascht darüber, wieviele Mongolen Deutsch sprechen oder doch recht viel über Deutschland wissen. Das, so sagten sie, läge daran, dass die Mongolei der größte Pro-Kopf-Entwicklungshilfeempfänger Deutschlands sei. Verdient haben sie es. Als junge und kleine Demokratie, eingequetscht zwischen die Riesen China und Russland. Überhaupt sind die Leute sehr angenehm höflich und freundlich.
Und nichts kann Deutschland besser exportieren als Bier und so entstand mit "Khan Bräu" ein mongolisch-deutsches Joint Venture, das mittlerweile die größte und bekannteste mongolische Biermarke ist:


Von Milch und Fleisch (und Khan Bräu) abgesehen muss so ziemlich alles in die Mongolei importiert werden und weil sich keine Firma die Mühe macht, für 3 Millionen Mongolen eigens Verpackungen in der Landessprache herzustellen, findet man dieselben Produkte wie hierzulande auch in Ulan Bator. Zu denselben Preisen übrigens.

UB @ night:

You be, viel zu früh am Morgen:


Der Suche-Bataar-Platz. Zentrum der Stadt.

Suche Bataar
Sehenswert ist allenfalls das Gandankloster tibetisch-mongolischer Prägung. Den Riesenbuddha hätte ich ja gerne fotographiert, aber 5 Dollar fand ich etwas exorbitant für ein einziges Foto. Auch wenn es 100x den Möchen zugute kommt und mein nächstes Leben dann ein irre Karma haben mag...


Willkommen zur Aktion: "Wir machen uns vermutlich mal kurz strafbar und zeigen (mongolische) Hakenkreuze":

Ich war reichlich überrascht darüber, wieviele Mongolen Deutsch sprechen oder doch recht viel über Deutschland wissen. Das, so sagten sie, läge daran, dass die Mongolei der größte Pro-Kopf-Entwicklungshilfeempfänger Deutschlands sei. Verdient haben sie es. Als junge und kleine Demokratie, eingequetscht zwischen die Riesen China und Russland. Überhaupt sind die Leute sehr angenehm höflich und freundlich.
Und nichts kann Deutschland besser exportieren als Bier und so entstand mit "Khan Bräu" ein mongolisch-deutsches Joint Venture, das mittlerweile die größte und bekannteste mongolische Biermarke ist:


Von Milch und Fleisch (und Khan Bräu) abgesehen muss so ziemlich alles in die Mongolei importiert werden und weil sich keine Firma die Mühe macht, für 3 Millionen Mongolen eigens Verpackungen in der Landessprache herzustellen, findet man dieselben Produkte wie hierzulande auch in Ulan Bator. Zu denselben Preisen übrigens.

UB @ night:

You be, viel zu früh am Morgen:

Donnerstag, 22. Mai 2008
Hanburger
gorillaschnitzel, 23:21h

Montag, 19. Mai 2008
Fetzn
gorillaschnitzel, 11:41h
Manchmal genügen zwei Minuten Fernsehen: Der Nachrichtenleser von n-tv gestern abend hatte sich einen rabenschwarzen Tag ausgesucht. Erst sprach er vom Dalai Lama als dem "tibetischen Oberhaupt", was er dann alsbald wieder korrigieren musste in "geistiges Oberhaupt der Tibeter", weil sonst zu befürchten gewesen wäre, dass auf einmal die Volksbefreiungsarmee Berlin volksbefreit und dann sagte er diesen Satz:
"...besprach man mit Gesine Schwan die Kandidatur der Europauniversität Viadrina um das Amt des Bundespräsidenten"
Ich glaube ja, der arme Mann war ebenso verstört wie ich von den Bildern, die er zuvor gesehen hatte. Die zeigten Angela Merkel in Kolumbien, wie sie einen roten Teppich mit allerlei roten Teppichabzweigungen nach links und rechts entlangspaziert. Die letzten Meter wird sie dann in buckliger Haltung und die Mundwinkel noch weiter kinnwärts gesackt als sonst vom kolumbischen Präsidenten am rechten Arm gepackt und die Treppe hinaufgeschoben, dort flugs umgedreht und dann stand sie da wie bestellt und nicht abgeholt. Es sah ein wenig roboterhaft aus und man konnte den Eindruck haben, als sei sie gerade in der geriatrischen Abteilung des letztverbliebenen uckermärckischen Krankenhauses angekommen.
Kolumbien. Kolumbien....da war doch mal was...
"...besprach man mit Gesine Schwan die Kandidatur der Europauniversität Viadrina um das Amt des Bundespräsidenten"
Ich glaube ja, der arme Mann war ebenso verstört wie ich von den Bildern, die er zuvor gesehen hatte. Die zeigten Angela Merkel in Kolumbien, wie sie einen roten Teppich mit allerlei roten Teppichabzweigungen nach links und rechts entlangspaziert. Die letzten Meter wird sie dann in buckliger Haltung und die Mundwinkel noch weiter kinnwärts gesackt als sonst vom kolumbischen Präsidenten am rechten Arm gepackt und die Treppe hinaufgeschoben, dort flugs umgedreht und dann stand sie da wie bestellt und nicht abgeholt. Es sah ein wenig roboterhaft aus und man konnte den Eindruck haben, als sei sie gerade in der geriatrischen Abteilung des letztverbliebenen uckermärckischen Krankenhauses angekommen.
Kolumbien. Kolumbien....da war doch mal was...
Sonntag, 18. Mai 2008
Saudumme Sprueche (XXIX)
gorillaschnitzel, 03:33h
Wirbelsturm in Birma, Erdbeben in China: Wir sind bereits mitten im Klimawandel.
...aus einer Ansage im WDR
...aus einer Ansage im WDR
Freitag, 16. Mai 2008
Tereldsch
gorillaschnitzel, 12:37h
Tereldsch ist ein Nationalpark mit pittoresken Felsformationen und liegt eineinhalb Autostunden von Ulan Bator entfernt.

Ich fand das ziemlich erstaunlich, dass da eine Birke wächst, wo eigentlich gar nichts wachsen dürfte.

Am bekanntesten ist der "Schildkrötenfelsen", der tatsächlich einer Schildkröte sehr ähnlich sieht. Zumindest von dieser Seite aus betrachtet.

Schon nach ein paar Minuten bereue ich, nicht mehr Zeit in der Mongolei zu verbringen, weil es hinter jedem Eck und hinter jedem Felsvorsprung immer etwas neues zu entdecken gibt. Hier könnte man tagelang wandern.


Es ist die vollkommene Ruhe hier. Vollkommen. Absolute Stille. Kein Geräusch, nirgendwo. Nicht mal Vogelzwitschern oder der Wind. Nix. So muss Taubheit sein.


Und dann hab ich es tatsächlich getan: Zum ersten Mal in meinem Leben hab ich mich aufs Pferd gewagt. Pferd klingt etwas übertrieben, weil die Viecher eher Ponys ähneln, aber hey, mit den Vorfahren dieser Gäule haben die Mongolen immerhin die halbe Welt erobert. Diese Vorstellung ist heutzutage etwas skurril, weil es nicht viele Mongolen gibt und die eigentlich friedlich und freundlich aussehen.

Weiß der oberste Lama warum oder auch nicht: Man gab mir einen Punkgaul, dem man die Mähne geschnitten hatte. Das Viech war derart abgerichtet, dass man es gar nicht steuern brauchte und es brav den Weg kannte. Nur etwas stur war es. Vielleicht hatte ich doch nen mongolischen Esel erwischt.


Schlafen in der Jurte: Das mag man für wildromantisch halten, im Winter ist es eine halbe Tortur. Nachts wird es bis zu -30 Grad kalt und der Bollerofen verbrennt das Holz recht schnell. Das heißt nachfeuern die ganze Nacht. Leider aber macht der Bollerofen eine immense Hitze in der Jurte (so grob geschätzte 40-50 Grad), sodass man endlich auch weiß, was eine Schwitzhütte ist. Angenehme Temperaturen herrschen dann so gegen 8 Uhr morgens, kurz vorm aufstehen.

Sonnenuntergang mit Blick auf´s Scheißhaus:


Ich fand das ziemlich erstaunlich, dass da eine Birke wächst, wo eigentlich gar nichts wachsen dürfte.

Am bekanntesten ist der "Schildkrötenfelsen", der tatsächlich einer Schildkröte sehr ähnlich sieht. Zumindest von dieser Seite aus betrachtet.

Schon nach ein paar Minuten bereue ich, nicht mehr Zeit in der Mongolei zu verbringen, weil es hinter jedem Eck und hinter jedem Felsvorsprung immer etwas neues zu entdecken gibt. Hier könnte man tagelang wandern.


Es ist die vollkommene Ruhe hier. Vollkommen. Absolute Stille. Kein Geräusch, nirgendwo. Nicht mal Vogelzwitschern oder der Wind. Nix. So muss Taubheit sein.


Und dann hab ich es tatsächlich getan: Zum ersten Mal in meinem Leben hab ich mich aufs Pferd gewagt. Pferd klingt etwas übertrieben, weil die Viecher eher Ponys ähneln, aber hey, mit den Vorfahren dieser Gäule haben die Mongolen immerhin die halbe Welt erobert. Diese Vorstellung ist heutzutage etwas skurril, weil es nicht viele Mongolen gibt und die eigentlich friedlich und freundlich aussehen.

Weiß der oberste Lama warum oder auch nicht: Man gab mir einen Punkgaul, dem man die Mähne geschnitten hatte. Das Viech war derart abgerichtet, dass man es gar nicht steuern brauchte und es brav den Weg kannte. Nur etwas stur war es. Vielleicht hatte ich doch nen mongolischen Esel erwischt.


Schlafen in der Jurte: Das mag man für wildromantisch halten, im Winter ist es eine halbe Tortur. Nachts wird es bis zu -30 Grad kalt und der Bollerofen verbrennt das Holz recht schnell. Das heißt nachfeuern die ganze Nacht. Leider aber macht der Bollerofen eine immense Hitze in der Jurte (so grob geschätzte 40-50 Grad), sodass man endlich auch weiß, was eine Schwitzhütte ist. Angenehme Temperaturen herrschen dann so gegen 8 Uhr morgens, kurz vorm aufstehen.

Sonnenuntergang mit Blick auf´s Scheißhaus:

Donnerstag, 15. Mai 2008
Halbdackel des Monats
gorillaschnitzel, 13:16h
Curry-Queen

Der Ehrlichkeit halber muss ich gestehen, dass das Änschie bei mir schon eine geraume Zeit auf der Abschussliste steht. Eigentlich ist sie ja ein recht dankbares Opfer. Spätestens seit sie damals im Interview mit Campino einräumte, ein einziges Mal in ihrem Leben betrunken gewesen zu sein (bei der Abifeier) und anschließend dann von Haschischspritzen daherfaselte. Damit war das Familienministerium gänzlich neu definiert.
Jetzt ist ihr wieder ein großartiger Coup gelungen. Dieses Mal erklärt das Änschie, weshalb die Lebensmittelpreise auf einmal so angestiegen sind. Nein, es ist nicht dieses Biospritprojekt, es sind die Inder.
Die Inder nämlich essen scheint´s auf einmal 2 Mal am Tag, was selbstverständlich ein ungeheuerliches Unterfangen ist. Der gute alte Trappatoni würde an dieser Stelle ausrufen: "Was erlaube Inder?"
Nun ist es ziemlich einfach, als gut genährte und nicht ganz schlanke Matrone einer Industrienation mit 3 Mahlzeiten täglich Studien über die Ernährungsgewohnheiten in Schwellen- und Entwicklungsländern anzustellen. Letzten Endes aber ein ungeheurer Zynismus, der -konsequent zuende gedacht- kaum mehr zu überbieten ist: Sind ja irgendwie selbst Schuld an den gestiegenen Lebensmittelpreisen, essen schließlich zwei Mal täglich.
Darum:
Solidarität mit Indien! Verzichtet auf euer Frühstück! Ab heute wird nur noch zwei Mal gegessen. Zumindest so lange, bis das Änschie und Konsorten auf den Trichter kommen, dass nur weil irgendwo "bio" draufsteht, das nicht zwingend eine gute Sache sein muss und man Unsinn nicht durch Schwachfug gutreden kann.
Mittwoch, 14. Mai 2008
Ulan Ude - Ulan Bator
gorillaschnitzel, 02:35h
In Ulan Ude muss man sich entscheiden, welche Route man nimmt: Den Klassiker nach Wladiwostok, die transmandschurische Route über Harbin mit Umfahrung der Mongolei oder die populärste, kürzeste und jüngste: Die transmongolische Strecke über Ulan Bator und südwärts durch die Mongolei.

Anfangs -bis zur russisch-mongolischen Grenze- geht es durch eine völlig vergessene Region Russlands. Hier ist nichts angekommen vom großen Gashandel. Wenig bis keine asphaltierten Straßen und anhand der Müllberge entlang der Bahntrasse darf man vermuten, dass es auch mit der Infrastruktur nicht sonderlich weit her ist. Man hat den Eindruck, der Übergang in die Mongolei sei fließend und nicht durch einen Grenzübergang markiert.


Und immer auch geht es entlang der Selenga, die aus der Mongolei kommt und von der man weiß, dass sie im wahrsten Wortsinn Gift für den Baikal ist, weil man in den Regionen entlang der Selenga das Motto "Halte deine Umwelt sauber" dadurch praktiziert, indem man den Wasserweg der Selenga nutzt.


Und dann der Grenzübergang: Nauschki-Suchbataar. Die Abfertigung dauert geschlagene 6 Stunden, was vor allem an den russischen Kontrollen liegt (4 Stunden) und der Erkenntnis, dass hier, im allerhintersten Sibirien, die Sowjetunion noch besteht. Zumindest wenn man die Freundlichkeitsquote der Grenzbeamten vor Augen hat. Vielleicht hat man uns arme Touris (dies ist der erste Abschnitt, in dem ich Touristen treffe) auch nur mit einem Gefangenentransport verwechselt.
Auch gilt: Verlasse in Nauschki nie den Zug, es sei denn, ein dringendes körperliches Geschäft ist zu erledigen. Es kann gut sein, dass auf einmal der Zug wegfährt und erst eineinhalb Stunden später wiederkommt. Diejenigen aber, die im Zug sitzen geblieben sind, können in der Zeit dann nicht auf die Toilette. Wer nicht zur Toilette muss, steht eineinhalb Stunden blöd auf dem Bahnsteig.
Übrigens: Die wichtigste Mensch im russischen Zug ist die Provodniza, die Zugbegleiterin (meistens Begleiterin). Die sorgt dafür, dass es heißes Wasser gibt, dass die Toiletten sauber sind und dass man wieder rechtzeitig an Bord ist, sollte mal gestoppt werden. Never ever mess with a provodniza. Never!
An der russisch-mongolischen Grenze durfte ich Zeuge werden, wie erst eine, dann zwei Provodnizas einen mongolischen 1,90-Geldwechsel-Hünen aus dem Zug getreten haben.

Entschädigt wird man am nächsten Morgen mit dem grandiosen mongolischen Sonnenaufgang:



Anfangs -bis zur russisch-mongolischen Grenze- geht es durch eine völlig vergessene Region Russlands. Hier ist nichts angekommen vom großen Gashandel. Wenig bis keine asphaltierten Straßen und anhand der Müllberge entlang der Bahntrasse darf man vermuten, dass es auch mit der Infrastruktur nicht sonderlich weit her ist. Man hat den Eindruck, der Übergang in die Mongolei sei fließend und nicht durch einen Grenzübergang markiert.


Und immer auch geht es entlang der Selenga, die aus der Mongolei kommt und von der man weiß, dass sie im wahrsten Wortsinn Gift für den Baikal ist, weil man in den Regionen entlang der Selenga das Motto "Halte deine Umwelt sauber" dadurch praktiziert, indem man den Wasserweg der Selenga nutzt.


Und dann der Grenzübergang: Nauschki-Suchbataar. Die Abfertigung dauert geschlagene 6 Stunden, was vor allem an den russischen Kontrollen liegt (4 Stunden) und der Erkenntnis, dass hier, im allerhintersten Sibirien, die Sowjetunion noch besteht. Zumindest wenn man die Freundlichkeitsquote der Grenzbeamten vor Augen hat. Vielleicht hat man uns arme Touris (dies ist der erste Abschnitt, in dem ich Touristen treffe) auch nur mit einem Gefangenentransport verwechselt.
Auch gilt: Verlasse in Nauschki nie den Zug, es sei denn, ein dringendes körperliches Geschäft ist zu erledigen. Es kann gut sein, dass auf einmal der Zug wegfährt und erst eineinhalb Stunden später wiederkommt. Diejenigen aber, die im Zug sitzen geblieben sind, können in der Zeit dann nicht auf die Toilette. Wer nicht zur Toilette muss, steht eineinhalb Stunden blöd auf dem Bahnsteig.
Übrigens: Die wichtigste Mensch im russischen Zug ist die Provodniza, die Zugbegleiterin (meistens Begleiterin). Die sorgt dafür, dass es heißes Wasser gibt, dass die Toiletten sauber sind und dass man wieder rechtzeitig an Bord ist, sollte mal gestoppt werden. Never ever mess with a provodniza. Never!
An der russisch-mongolischen Grenze durfte ich Zeuge werden, wie erst eine, dann zwei Provodnizas einen mongolischen 1,90-Geldwechsel-Hünen aus dem Zug getreten haben.

Entschädigt wird man am nächsten Morgen mit dem grandiosen mongolischen Sonnenaufgang:


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