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Dienstag, 21. November 2006
Cold War Kids
gorillaschnitzel, 08:22h
In den 80ern kulminierte der Kalte Krieg seinem Höhepunkt entgegen. Das war die Zeit des NATO-Doppelbeschlusses, der Friedensbewegung mitsamt den Ostermärschen und dem Auftauchen von Michail Gorbatschow.
Damals war ich nicht mehr so jung, als dass ich nichts davon kapiert hätte, aber eben auch noch nicht alt genug, das en detail zu verstehen. Aber immerhin hatte meine Generation mit 10 oder 12 Jahren schon ein stattliches Repertoire an Schlagwörtern drauf, die sie in diesem jungen Alter besser nicht draufgehabt hätte: Pershing II, SS-20 oder auch Atomtod.
Es war die Zeit der Katastrophenstimmung. Irgendwie schien alles kaputtzugehen. Der Wald starb, in Tschernobyl gabs nen Super-GAU, es gab sauren Regen, das Ozonloch, auf der ganzen Welt zig Hungersnöte und dann noch der Kalte Krieg und sein Atomwaffenpotential.
Der Weltuntergang schien nur eine Frage der Zeit. Gudrun Pausewangs "letzte Kinder von Schewenborn" war Standardliteratur im Deutschunterricht. Gott, waren wir froh, dass das Buch in Frankfurt spielte und nicht hier....
Die größte Sorge aber die wir uns bei der ganzen Situation machten, war die, ob uns noch genug Zeit bis zum ersten Sex bleibt, ehe dann an Ammargeddon der Hobbessche Leviathan am Himmel erscheint und alles in seinem Sog hinabreißt. 1985 schien es ziemlich unwahrscheinlich, dass es überhaupt mit dem Jahr 2000 klappt.
Und so waren wir einiges gewohnt. Angesichts des Dilemmas war es ohnehin ziemlich wurschd, ob man nun verseuchte Pilze isst oder sein Brot mit viel zu viel Nutella bestrichen hatte.
Lange Zeit drückte sich die militärisch-politische Situation in der Kleidung aus: Die meisten trugen Bundeswehrparkas. Nicht weil die sonderlich komfortabel gewesen wären, sondern weil vermutlich die Bundeswehr in den 80ern alle Soldaten unter 160 cm aussortiert hatte und mittlerweile ein Riesensortiment alter Parkas entsorgt werden musste. Einige wenige trugen Barbourjacken. Das waren die Unternehmerkinder. Anfangs waren wir da ziemlich neidisch. Das legte sich dann aber, als alle feststellen mussten, dass die Jacken komplett wasserdicht sind und zwar nach innen und außen, was wiederum gewisse Gerüche nach sich zog. Nach und nach wechselten dann einige zu Bomber- und Fliegerjacken.
Im Alter von etwa 8 oder 9 endete meine Modellbaukarriere abrupt. Das war als mein Vater dezent darauf hingewiesen hat, doch nicht einen der F-16-Kampfjets zu bauen sondern lieber einen Mercedes 190. Das war der Punkt, an dem ein grundlegender Wandel bei uns deutlich wurde: Die Linke hatte sich endgültig mit dem Kapitalismus angefreundet, das Godesberger Programm war auch im allerletzten Haushalt angekommen und gleichzeitig distanziert man sich von der amerikanischen Schutzmacht und begibt sich in eine nonchalante Neutralität, die der gesamten Bundesrepublik teilweise gut zu Gesicht gestanden hätte.
Und so erfanden die friedliebenden Eltern alle möglichen Tricks, uns das Kriegsspielzeug aus den Händen zu reißen: Zum Beispiel Tauschbasare politisch korrekter Mütter, die dann Soldaten gegen Bücher tauschten.
Uns aber konnten sie damit nicht beeindrucken. Wir wussten phasenweise besser, wie der Hase läuft. Wir waren keine Wirtschaftswunderkinder, wir waren Cold War Kids. Und die waren "hard to kill", wie einmal Billy Joel sang. Wir waren nicht in den bescheidenen 50ern aufgewachsen, wo jede Errungenschaft zelebriert wurde. Nein. Wir waren es gewohnt, etwas geboten zu bekommen. Ein Teil von uns waren ohnehin verwöhnte Einzelkinder, der Pillenknick hatte zusätzlich nur die Allerbesten zu Tage gefördert, die Gesamtsituation stand insgesamt ziemlich beschissen und darum verdammt nochmal wollten wir was geboten kriegen.
Aus heutiger Sicht sind das alles ziemlich selige Zeiten. Damals wussten wir eben noch nicht, dass irgendwann mal der Ernst des Lebens losgeht, wir Mieten zahlen mussten, uns um Arbeit kümmern mussten und dringend eine Haftpflichtversicherung und eine Riesterrente brauchen. Das alles kam recht überraschend über uns und wir reagierten mit dem uns angeborenen Fatalismus. Aber das konsequent. Das können wir.
Damals war ich nicht mehr so jung, als dass ich nichts davon kapiert hätte, aber eben auch noch nicht alt genug, das en detail zu verstehen. Aber immerhin hatte meine Generation mit 10 oder 12 Jahren schon ein stattliches Repertoire an Schlagwörtern drauf, die sie in diesem jungen Alter besser nicht draufgehabt hätte: Pershing II, SS-20 oder auch Atomtod.
Es war die Zeit der Katastrophenstimmung. Irgendwie schien alles kaputtzugehen. Der Wald starb, in Tschernobyl gabs nen Super-GAU, es gab sauren Regen, das Ozonloch, auf der ganzen Welt zig Hungersnöte und dann noch der Kalte Krieg und sein Atomwaffenpotential.
Der Weltuntergang schien nur eine Frage der Zeit. Gudrun Pausewangs "letzte Kinder von Schewenborn" war Standardliteratur im Deutschunterricht. Gott, waren wir froh, dass das Buch in Frankfurt spielte und nicht hier....
Die größte Sorge aber die wir uns bei der ganzen Situation machten, war die, ob uns noch genug Zeit bis zum ersten Sex bleibt, ehe dann an Ammargeddon der Hobbessche Leviathan am Himmel erscheint und alles in seinem Sog hinabreißt. 1985 schien es ziemlich unwahrscheinlich, dass es überhaupt mit dem Jahr 2000 klappt.
Und so waren wir einiges gewohnt. Angesichts des Dilemmas war es ohnehin ziemlich wurschd, ob man nun verseuchte Pilze isst oder sein Brot mit viel zu viel Nutella bestrichen hatte.
Lange Zeit drückte sich die militärisch-politische Situation in der Kleidung aus: Die meisten trugen Bundeswehrparkas. Nicht weil die sonderlich komfortabel gewesen wären, sondern weil vermutlich die Bundeswehr in den 80ern alle Soldaten unter 160 cm aussortiert hatte und mittlerweile ein Riesensortiment alter Parkas entsorgt werden musste. Einige wenige trugen Barbourjacken. Das waren die Unternehmerkinder. Anfangs waren wir da ziemlich neidisch. Das legte sich dann aber, als alle feststellen mussten, dass die Jacken komplett wasserdicht sind und zwar nach innen und außen, was wiederum gewisse Gerüche nach sich zog. Nach und nach wechselten dann einige zu Bomber- und Fliegerjacken.
Im Alter von etwa 8 oder 9 endete meine Modellbaukarriere abrupt. Das war als mein Vater dezent darauf hingewiesen hat, doch nicht einen der F-16-Kampfjets zu bauen sondern lieber einen Mercedes 190. Das war der Punkt, an dem ein grundlegender Wandel bei uns deutlich wurde: Die Linke hatte sich endgültig mit dem Kapitalismus angefreundet, das Godesberger Programm war auch im allerletzten Haushalt angekommen und gleichzeitig distanziert man sich von der amerikanischen Schutzmacht und begibt sich in eine nonchalante Neutralität, die der gesamten Bundesrepublik teilweise gut zu Gesicht gestanden hätte.
Und so erfanden die friedliebenden Eltern alle möglichen Tricks, uns das Kriegsspielzeug aus den Händen zu reißen: Zum Beispiel Tauschbasare politisch korrekter Mütter, die dann Soldaten gegen Bücher tauschten.
Uns aber konnten sie damit nicht beeindrucken. Wir wussten phasenweise besser, wie der Hase läuft. Wir waren keine Wirtschaftswunderkinder, wir waren Cold War Kids. Und die waren "hard to kill", wie einmal Billy Joel sang. Wir waren nicht in den bescheidenen 50ern aufgewachsen, wo jede Errungenschaft zelebriert wurde. Nein. Wir waren es gewohnt, etwas geboten zu bekommen. Ein Teil von uns waren ohnehin verwöhnte Einzelkinder, der Pillenknick hatte zusätzlich nur die Allerbesten zu Tage gefördert, die Gesamtsituation stand insgesamt ziemlich beschissen und darum verdammt nochmal wollten wir was geboten kriegen.
Aus heutiger Sicht sind das alles ziemlich selige Zeiten. Damals wussten wir eben noch nicht, dass irgendwann mal der Ernst des Lebens losgeht, wir Mieten zahlen mussten, uns um Arbeit kümmern mussten und dringend eine Haftpflichtversicherung und eine Riesterrente brauchen. Das alles kam recht überraschend über uns und wir reagierten mit dem uns angeborenen Fatalismus. Aber das konsequent. Das können wir.
Montag, 20. November 2006
Layout
gorillaschnitzel, 21:30h
...nach Umfrageergebnis lass ichs mal schwarz hier...
Oder hat jemand richtig große Leseprobleme damit?
Oder hat jemand richtig große Leseprobleme damit?
Samstag, 18. November 2006
Schweden
gorillaschnitzel, 16:51h
Es gibt allerlei Klischees über Schweden: - Dass sie eine drollige Sprache haben (wahr, oder wie sonst sollte man das als schwedischunkundiger Deutschmuttersprachler interpretieren, wenn man Schilder mit der Aufschrift "morgonfika" sieht und ein Satz schon mal mit "Hur fick...." beginnen kann?),
- dass sie alle saufensaufensaufen, sobald sie das Land verlassen (teilweise wahr),
- dass sie alle blond sind (nicht wahr) oder
- dass sie verfaulten Fisch futtern (auf eine Verifizierung wurde verzichtet; könnten aber auch die Isländer sein).
Das erste Mal, dass sich Schweden in mein Bewusstsein gedrängt hat, war etwa 1980. Der Grund war Ronnie Hellström. Ronnie Hellström war zu der Zeit Torwart des 1. FC Kaiserslautern. Es gab damals zwar auch Björn Borg, aber noch keinen Boris Becker und deshalb interessierte uns alle Tennis kein bißchen.
2 Jahre später kam dann Barbara überglücklich zu Stefans Kindergeburtstag. Mit einem uralten T-Shirt, das sie soeben von der älteren Schwester geerbt hatte. Darauf stand "ABBA". Stolz erklärte sie uns schnell, was es damit auf sich hat. Aber das war ziemlich egal. Unsere Helden hießen Karl-Heinz Förster und Hans-Peter Briegel.

Richtig interessant wurde es dann mit Einsetzen der Pubertät. Da erschienen hin und wieder schwedische Mannschaften zum Frauenhandballturnier. Die Schwedinnen waren bei uns besonders beliebt: Zum einen hatten sie nicht diese Stahlbetonfrisuren wie die Rumäninnen, zum anderen sahen sie nicht aus wie die quadratischen Wellenbrecherinnen aus Griechenland. Die Schwedinnen schliefen immer im Hotel, die Rumäninnen auf Feldbetten in der Turnhalle. Wie auch immer die schwedischen Mannschaften abschnitten: Sie sahen dabei verdammt gut aus.
Von Anfang an war damit für uns klar, was uns erstrebenwerter erschien. Schweden musste ein wunderbares Land sein.Am wichtigsten aber war, dass die Schwedinnen regelmäßig im Freibad auftauchten und sich dort barbusig sonnten. Das hatten sie schon gemacht, als unsere Väter in unserem Alter waren und damit zu einer Zeit als die hiesige Frauschaft noch nicht einmal wusste, dass sie über diese Körperteile überhaupt verfügt. Das Schwimmbad machte in der Zeit sicherlich Rekordumsätze.
Es war auch die Zeit, als Tennis dann den bundesrepublikanischen Durchbruch geschafft hatte. Die schwedischen Spieler hießen jetzt nicht mehr Borg sondern Stefan Edberg und Mats Wilander und waren die Rivalen vom Boris. Wir waren meist für die Schweden. Die spielten zwar nicht besser als der Boris, aber die hielten dabei wenigstens ihr Maul und quasselten nicht unentwegt Stuss.
Dann kam Ikea und H&M. Dadurch wurde uns ein für allemal klar, dass "Stil" nicht teuer sein musste und wir die Kiefernholzimitate und die bunten Hemden besser schnell entsorgen sollten, ehe das unsere Freundin für uns übernimmt. Mit Ikea und H&M setzt quasi die Stilerziehung einer ganzen Generation ein.
Und heute? Heute sind Ikea und H&M so erfolgreich wie nie. Wahrscheinlich auch deshalb, weil die Schweden fortschrittliche Menschen sind und manchmal einfach ein bißchen weiter als andere Landstriche.

Mittwoch, 15. November 2006
Tagelang...
gorillaschnitzel, 18:38h
...such ich, lauf die Strassen auf und ab und frag mich immer noch: Wo zur Hölle ist J.R. Cabman?
Dienstag, 14. November 2006
Alles anders hier...
gorillaschnitzel, 17:13h
Montag, 13. November 2006
Päuschen
gorillaschnitzel, 14:35h
So. Wir schließen den Laden jetzt erstmal für einige Tage. Blogistan darf nun mal ohne die Traktate hier auskommen.
Aber für die Zwischenzeit gibts was zu tun....eine kleine Umfrage, wie von Herrn referral gewünscht. Bitteschön:
Das Layout hätte ich gern ...
47.62% (10 Stimmen)
schwarz
33.33% (7 Stimmen)
weiß
19.05% (4 Stimmen)
ganz anders
Aber für die Zwischenzeit gibts was zu tun....eine kleine Umfrage, wie von Herrn referral gewünscht. Bitteschön:
Das Layout hätte ich gern ...
schwarz
weiß
ganz anders
Insgesamt: 100% (21 Stimmen)
Angelegt von gorillaschnitzel am Mo, 13. Nov, 14:33.
Diese Abstimmung wurde am Mo, 20. Nov, 21:29 beendet.
Diese Abstimmung wurde am Mo, 20. Nov, 21:29 beendet.
Sonntag, 12. November 2006
G8
gorillaschnitzel, 15:52h
Heute haben wir mal einen Exklusivurlaub im Angebot. Richtig exklusiv. Quasi für diejenigen, denen Krokodiljagen in Australien und die Besteigung des Mount Everest nicht exklusiv genug ist. Um es elitär zu gestalten legen wir die maximale Teilnehmerzahl auf 8 fest. Weltweit natürlich. Allerdings sollten Sie schon die richtige Staatsangehörigkeit haben. Sie sind Inder oder Türke? Vergessen Sie´s...Sie sollten schon Deutscher, US-Amerikaner, Kanadier, Brite, Franzose, Italiener, Japaner oder Russe sein.
Stattfinden wird der Superevent vom 06. Juni (Anreise) bis 08. Juni (Abreise). Genießen Sie 3 unvergessliche Tage (2 Übernachtungen) in postkaiserlicher Atmosphäre im Ostseebad Heiligendamm. Nur für Sie und Ihre 7 Miturlauber wird extra ein 13 km langer Zaun gezogen, damit Sie ungestört die Zeit genießen können.
Ihre Reisekosten in Höhe von 11,5 Millionen €uro pro Person übernimmt freundlicherweise das Land Mecklenburg-Vorpommern und der bundesdeutsche Steuerzahler. Bewerbungen bitte an das jeweilige Staatsoberhaupt eines der teilnehmenden Länder.
Stattfinden wird der Superevent vom 06. Juni (Anreise) bis 08. Juni (Abreise). Genießen Sie 3 unvergessliche Tage (2 Übernachtungen) in postkaiserlicher Atmosphäre im Ostseebad Heiligendamm. Nur für Sie und Ihre 7 Miturlauber wird extra ein 13 km langer Zaun gezogen, damit Sie ungestört die Zeit genießen können.
Ihre Reisekosten in Höhe von 11,5 Millionen €uro pro Person übernimmt freundlicherweise das Land Mecklenburg-Vorpommern und der bundesdeutsche Steuerzahler. Bewerbungen bitte an das jeweilige Staatsoberhaupt eines der teilnehmenden Länder.
Samstag, 11. November 2006
Baumarkt
gorillaschnitzel, 16:25h
Baumärkte sind toll. Darin kann man sich im wahrsten Sinn des Wortes verlieren und man irrt dann zwischen Billigfliesen und Zementsäcken umher. Aber wenn man ein paar Regeln beachtet, wird so ein Besuch ein voller Erfolg:
- Erwarten Sie nie, dass es mit einem Besuch beim Baumarkt getan ist. Es ist absolut unmöglich, alles und vor allem unbeschädigt auf einen Schlag zu kaufen. Rechnen Sie in jedem Fall damit, noch 2-3 x dort aufzutauchen.
- Wenn Sie sich je über Personal oder Baumarkt geärgert haben sollten, empfiehlt es sich, mit besonders sperrigen Langhölzern entsprechend umständlich umzugehen. Sie glauben ja gar nicht, was das für eine Sauerei sein kann, wenn Sie da mal durch die Farbabteilung stolpern oder versehentlich in der Spiegelabteilung zu Fall kommen.
- Kaufen Sie bei jedem Besuch Silikon. Silikon ist quasi die Allzweckwaffe und spätestens nach der dritten Verwendung merkt jeder, wie spaßig es ist, das Zeug mit diesen Pistolen zu verschießen. Dasselbe gilt für PU-Schaum, der sich vortrefflich für alles nutzen lässt -inklusive der Bekämpfung von Wespennestern. Außerdem schäumt er richtig schön und lässt sich daher hervorragend als Kinderspielzeug gegen mißbliebige Nachbarn einsetzen.
- Setzen Sie immer ein Profigesicht auf. Handwerkskleidung ist absolut Pflicht. Vermeiden Sie aber in jedem Fall blaue Overalls. Das sieht oftmals nach Flaschner aus und Sie wollen ja nicht aussehen wie ein brunzblöder Rohrverleger, oder? Besser sind Zimmermannshosen.
Auf jeden Fall sollte man auch Laienbegleitung dabeihaben. Am besten Frauen und Kinder. Denen kann man die Fachbegriffe nur so um die Ohren hauen. Ob Sie´s brauchen oder nicht: Kaufen Sie Zeugs, das sich möglichst giftig anhöhrt. Das ist cool.
- Erwarten Sie nie, wirklich nie, Hilfe von Leuten die aussehen, als seien sie im Markt angestellt. Die Jungs (und wenigen Mädels) in ihren Pseudohandwerkermonturen sind zwar durchaus angestellt, dienen allerdings in keinem Fall dazu, dem Kunden irgendwie helfend zur Seite zu stehen. Besonders ängstliche dieser Exemplare huschen sofort 3 Regale weiter oder verstecken sich im Holzlager, sobald ein Kunde den Laden betritt.
Es hilft auch nicht, sich langsam durch die Schraubenabteilung anzuschleichen und dann hinterrücks die "Verkäufer" zu überraschen. In aller Regel wird der Verkäufer -völlig zurecht übrigens- darauf verweisen, dass er aus der Lampenabteilung stammt oder dass er neu hier ist oder dass er grade Pause hat.
Daher (im besonderen für weibliche Besucher): Kämpfen Sie sich in jedem Fall alleine durch den Baumarkt. Fragen Sie nie jemandem nach irgendwas. Sie werden ohnehin keine brauchbare Auskunft kriegen. Baumärkte wurden für Männer konzipiert. Männer fragen aber nicht.
Das Personal, das da rumläuft, dient der Staffage. Es sind quasi wandelnde Werbeflächen. Das einzig kompetente Personal ist das an den Kassen. Die aber sind nur zum Kassieren da.
- Erwarten Sie nie, dass es mit einem Besuch beim Baumarkt getan ist. Es ist absolut unmöglich, alles und vor allem unbeschädigt auf einen Schlag zu kaufen. Rechnen Sie in jedem Fall damit, noch 2-3 x dort aufzutauchen.
- Wenn Sie sich je über Personal oder Baumarkt geärgert haben sollten, empfiehlt es sich, mit besonders sperrigen Langhölzern entsprechend umständlich umzugehen. Sie glauben ja gar nicht, was das für eine Sauerei sein kann, wenn Sie da mal durch die Farbabteilung stolpern oder versehentlich in der Spiegelabteilung zu Fall kommen.
- Kaufen Sie bei jedem Besuch Silikon. Silikon ist quasi die Allzweckwaffe und spätestens nach der dritten Verwendung merkt jeder, wie spaßig es ist, das Zeug mit diesen Pistolen zu verschießen. Dasselbe gilt für PU-Schaum, der sich vortrefflich für alles nutzen lässt -inklusive der Bekämpfung von Wespennestern. Außerdem schäumt er richtig schön und lässt sich daher hervorragend als Kinderspielzeug gegen mißbliebige Nachbarn einsetzen.
- Setzen Sie immer ein Profigesicht auf. Handwerkskleidung ist absolut Pflicht. Vermeiden Sie aber in jedem Fall blaue Overalls. Das sieht oftmals nach Flaschner aus und Sie wollen ja nicht aussehen wie ein brunzblöder Rohrverleger, oder? Besser sind Zimmermannshosen.
Auf jeden Fall sollte man auch Laienbegleitung dabeihaben. Am besten Frauen und Kinder. Denen kann man die Fachbegriffe nur so um die Ohren hauen. Ob Sie´s brauchen oder nicht: Kaufen Sie Zeugs, das sich möglichst giftig anhöhrt. Das ist cool.
- Erwarten Sie nie, wirklich nie, Hilfe von Leuten die aussehen, als seien sie im Markt angestellt. Die Jungs (und wenigen Mädels) in ihren Pseudohandwerkermonturen sind zwar durchaus angestellt, dienen allerdings in keinem Fall dazu, dem Kunden irgendwie helfend zur Seite zu stehen. Besonders ängstliche dieser Exemplare huschen sofort 3 Regale weiter oder verstecken sich im Holzlager, sobald ein Kunde den Laden betritt.
Es hilft auch nicht, sich langsam durch die Schraubenabteilung anzuschleichen und dann hinterrücks die "Verkäufer" zu überraschen. In aller Regel wird der Verkäufer -völlig zurecht übrigens- darauf verweisen, dass er aus der Lampenabteilung stammt oder dass er neu hier ist oder dass er grade Pause hat.
Daher (im besonderen für weibliche Besucher): Kämpfen Sie sich in jedem Fall alleine durch den Baumarkt. Fragen Sie nie jemandem nach irgendwas. Sie werden ohnehin keine brauchbare Auskunft kriegen. Baumärkte wurden für Männer konzipiert. Männer fragen aber nicht.
Das Personal, das da rumläuft, dient der Staffage. Es sind quasi wandelnde Werbeflächen. Das einzig kompetente Personal ist das an den Kassen. Die aber sind nur zum Kassieren da.
Türkei
gorillaschnitzel, 11:49h
In den letzten Wochen wurde wieder einmal das alte Thema aufgewärmt:
EU-Beitritt der Türkei
Dieses Mal wars Edmund Stoiber, der so in allerbester Oppositionsmanier gegen das Programm der eigenen Kanzlerin wetterte, dass man meinen könnte, er bereite demnächst ihren Sturz vor. Nun sind deftige Worte aus bayrischen Landen sattsam bekannt und wahrlich nichts neues. Dennoch zieht das Thema weite Kreise weit über bundesrepublikanische Grenzen hinaus.
Griechen und Zyprioten betreiben schon lang die Kampagne gegen den Beitritt und auch bereits die österreichische Präsidentschaft stand sehr im Zeichen der Verhinderungsbemühungen der damaligen Koalition. Mit dem damaligen Kanzler Schüssel hat Stoiber quasi sein Vorbild und seinen Kameraden im Geiste gefunden. Nur passiert es Stoiber, dass er manchmal Haider wiedergibt, wenn er eigentlich Schüssel wiedergeben möchte.
Nun will wohl Stoiber -ganz Staatsmann wie eh und je- für die anstehende Präsidentschaft Deutschlands die Schüsselsche Tradition weiterspinnen. Und da soll das Mädchen (Merkel) das richten. Schon rudert sie mächtig und orientierungslos zwischen Dementis und Rückzug. Klare Vorstellung? Nicht vorhanden. Bei Sotiber schon. Dessen Programm ist einfach.
Es gäbe wirklich genügend Kritikpunkte an einem EU-Beitritt der Türkei. Stoiber aber fällt nur der saudümmste ein: "Die Türkei liegt nicht in Europa, deshalb kann sie nie Teil der EU sein."
Sagt Stoiber. Dabei verhehlt er die Tatsache, dass es ihm weniger um geographische denn vielmehr um religions-kulturelle Dinge geht, nur wenig. Man könnte ob der Rhetorik meinen, man schreibe 1683 und die Türken stehen mal wieder vor Wien.
Statt die wirklichen Gründen anzuführen, reitet man auf alten Klischees herum und verdreht gar die Wahrheiten...Gut, das ist eventuell das, was das gemeine Wahlvolk vielleicht so höhren möchte (oder was Stoiber und dessen Strategen denken, was es höhren möchte).
EU-Beitritt der Türkei
Dieses Mal wars Edmund Stoiber, der so in allerbester Oppositionsmanier gegen das Programm der eigenen Kanzlerin wetterte, dass man meinen könnte, er bereite demnächst ihren Sturz vor. Nun sind deftige Worte aus bayrischen Landen sattsam bekannt und wahrlich nichts neues. Dennoch zieht das Thema weite Kreise weit über bundesrepublikanische Grenzen hinaus.
Griechen und Zyprioten betreiben schon lang die Kampagne gegen den Beitritt und auch bereits die österreichische Präsidentschaft stand sehr im Zeichen der Verhinderungsbemühungen der damaligen Koalition. Mit dem damaligen Kanzler Schüssel hat Stoiber quasi sein Vorbild und seinen Kameraden im Geiste gefunden. Nur passiert es Stoiber, dass er manchmal Haider wiedergibt, wenn er eigentlich Schüssel wiedergeben möchte.
Nun will wohl Stoiber -ganz Staatsmann wie eh und je- für die anstehende Präsidentschaft Deutschlands die Schüsselsche Tradition weiterspinnen. Und da soll das Mädchen (Merkel) das richten. Schon rudert sie mächtig und orientierungslos zwischen Dementis und Rückzug. Klare Vorstellung? Nicht vorhanden. Bei Sotiber schon. Dessen Programm ist einfach.
Es gäbe wirklich genügend Kritikpunkte an einem EU-Beitritt der Türkei. Stoiber aber fällt nur der saudümmste ein: "Die Türkei liegt nicht in Europa, deshalb kann sie nie Teil der EU sein."
Sagt Stoiber. Dabei verhehlt er die Tatsache, dass es ihm weniger um geographische denn vielmehr um religions-kulturelle Dinge geht, nur wenig. Man könnte ob der Rhetorik meinen, man schreibe 1683 und die Türken stehen mal wieder vor Wien.
Statt die wirklichen Gründen anzuführen, reitet man auf alten Klischees herum und verdreht gar die Wahrheiten...Gut, das ist eventuell das, was das gemeine Wahlvolk vielleicht so höhren möchte (oder was Stoiber und dessen Strategen denken, was es höhren möchte).
Freitag, 10. November 2006
Afghanistan
gorillaschnitzel, 13:56h
Fast auf den Tag vor genau 5 Jahren begann der Afghanistankrieg. Eigentlich ist es nur die Fortsetzung des Kriegs der Sowjets und des Bürgerkriegs. Der Unterschied aber ist, dass die NATO beteiligt ist und damit auch die Bundeswehr.
Was haben wir seither alles an Schlagworten höhren müssen: Von der Freiheit, die am Hindukusch verteidigt wird bis zur uneingeschränkten Solidarität.
Nun aber ziehen wir einmal Bilanz. Eigentlich lässt sich das in wenige Worte fassen: Katastrophaler Fehlschlag.
Zu keiner Zeit -nicht ein einziger Tag- in den 5 Jahren hat es das Bündnis geschafft, Afghanistan auch nur marginal zu befrieden. Nicht einen Tag lang kontrollierte die Koalition Afghanistan. Stattdessen ließ man allerlei Warlords gewähren. Zusätzlich wird von eben diesen Warlords unter aller Augen wieder so viel Mohn angebaut, wie in Vortalibanzeiten. Man biedert sich an und betreibt Appeasement mit Drogenbaronen und berüchtigten Schlächtern vom Schlage eines Raschid Dostum. Hätte man dies nicht getan, der Blutzoll würde den im Irak locker übertreffen. Dies aber war von vorneherein bekannt. Wer dennoch in einen solchen Krieg zieht, braucht nichts von Humanität oder Befriedung erzählen.
Die gewählte Regierung ist korrupt, wohl selbst nicht allzu weit vom Drogenhandel entfernt und hat Macht über Kabul und ein paar Enklaven.
Nun sind auch noch die Taliban auf dem Vormarsch, die Verlustzahlen steigen, die Angriffe und Anschläge reißen nicht ab.
Heute hat der Bundestag der Verlängerung des Mandats zugestimmt. Dabei höhren sich die einzelnen Befürworter mittlerweile an wie ein Republikaner in den USA: Der Einsatz müsse allein deshalb fortgeführt werden, weil man sonst westliche Schwäche zeige (Klose/SPD). Ein Konzept aber gibt es nicht. Wer so über die Soldaten redet, die eben den Buckel hinhalten müssen und diese westliche Schwäche kaschieren müssen und uneingeschränkt solidarisch die Freiheit am Hindukusch verteidigen, muss viel Zynismus oder Ignoranz gefressen haben, wenngleich wenig verwunderlich ist, dass ein Volksvertreter ausgerechnet der Nation dies sagt, bei der das Herbeibomben von Demokratie und Freiheit je funktioniert hat.
Die Verluste für die Bundeswehr in Afghanistan -im angeblich so sicheren Norden- sind gemessen am jeweiligen Kontingent immerhin 35% dessen, was die USA gerade im Irak als Desaster erleben. Darüber findet seltsamerweise keine Debatte im Bundestag statt.
Neulich habe ich mal wieder zufällig die Rede von der uneingeschränkten Solidarität -unmittelbar nach dem 11.09.01- gesehen. Das hat der Herr Schröder in seinem (damaligen) Amt als Bundeskanzler gesagt. Aber wo das diesbezüglich eigentlich handelnde Organ der Bundestag ist und ohnehin alle Gewalt vom Volke ausgeht, hab ich mir gedacht, wenn Bürger Schröder die uneingeschränkte Solidarität versichern kann......dann, dann kann Bürger gorillaschnitzel die auch kündigen. Das tue ich hiermit: Die uneingeschränkte Solidarität ist beendet. Die Freiheit wird auch ab heute nicht mehr am Hindukusch verteidigt. Meine wurde da ohnehin noch nie verteidigt. Solche und ähnliche Euphemismen für Krieg wollen wir ohnehin nie wieder höhren.
Es reicht.
Was haben wir seither alles an Schlagworten höhren müssen: Von der Freiheit, die am Hindukusch verteidigt wird bis zur uneingeschränkten Solidarität.
Nun aber ziehen wir einmal Bilanz. Eigentlich lässt sich das in wenige Worte fassen: Katastrophaler Fehlschlag.
Zu keiner Zeit -nicht ein einziger Tag- in den 5 Jahren hat es das Bündnis geschafft, Afghanistan auch nur marginal zu befrieden. Nicht einen Tag lang kontrollierte die Koalition Afghanistan. Stattdessen ließ man allerlei Warlords gewähren. Zusätzlich wird von eben diesen Warlords unter aller Augen wieder so viel Mohn angebaut, wie in Vortalibanzeiten. Man biedert sich an und betreibt Appeasement mit Drogenbaronen und berüchtigten Schlächtern vom Schlage eines Raschid Dostum. Hätte man dies nicht getan, der Blutzoll würde den im Irak locker übertreffen. Dies aber war von vorneherein bekannt. Wer dennoch in einen solchen Krieg zieht, braucht nichts von Humanität oder Befriedung erzählen.
Die gewählte Regierung ist korrupt, wohl selbst nicht allzu weit vom Drogenhandel entfernt und hat Macht über Kabul und ein paar Enklaven.
Nun sind auch noch die Taliban auf dem Vormarsch, die Verlustzahlen steigen, die Angriffe und Anschläge reißen nicht ab.
Heute hat der Bundestag der Verlängerung des Mandats zugestimmt. Dabei höhren sich die einzelnen Befürworter mittlerweile an wie ein Republikaner in den USA: Der Einsatz müsse allein deshalb fortgeführt werden, weil man sonst westliche Schwäche zeige (Klose/SPD). Ein Konzept aber gibt es nicht. Wer so über die Soldaten redet, die eben den Buckel hinhalten müssen und diese westliche Schwäche kaschieren müssen und uneingeschränkt solidarisch die Freiheit am Hindukusch verteidigen, muss viel Zynismus oder Ignoranz gefressen haben, wenngleich wenig verwunderlich ist, dass ein Volksvertreter ausgerechnet der Nation dies sagt, bei der das Herbeibomben von Demokratie und Freiheit je funktioniert hat.
Die Verluste für die Bundeswehr in Afghanistan -im angeblich so sicheren Norden- sind gemessen am jeweiligen Kontingent immerhin 35% dessen, was die USA gerade im Irak als Desaster erleben. Darüber findet seltsamerweise keine Debatte im Bundestag statt.
Neulich habe ich mal wieder zufällig die Rede von der uneingeschränkten Solidarität -unmittelbar nach dem 11.09.01- gesehen. Das hat der Herr Schröder in seinem (damaligen) Amt als Bundeskanzler gesagt. Aber wo das diesbezüglich eigentlich handelnde Organ der Bundestag ist und ohnehin alle Gewalt vom Volke ausgeht, hab ich mir gedacht, wenn Bürger Schröder die uneingeschränkte Solidarität versichern kann......dann, dann kann Bürger gorillaschnitzel die auch kündigen. Das tue ich hiermit: Die uneingeschränkte Solidarität ist beendet. Die Freiheit wird auch ab heute nicht mehr am Hindukusch verteidigt. Meine wurde da ohnehin noch nie verteidigt. Solche und ähnliche Euphemismen für Krieg wollen wir ohnehin nie wieder höhren.
Es reicht.
Donnerstag, 9. November 2006
Trauerspiele
gorillaschnitzel, 22:30h
Deutlicher lässt sich die Zustandsbeschreibung einer Gesellschaft kaum darstellen:
Anfang der Woche kam es zu einer Massenschlägerei. Spontan denkt man bei so etwas unwillkürlich an Hell´s Angels und Bandidos.
Hier aber war alles ganz anders. Hier stand ein Mädchen in Suizidabsicht auf dem Dach eines Rathauses. Die johlende Menge unten, die dummen Gaffer und Schaulustigen ermuntern sie hierzu noch und schreien nach oben, sie möge doch endlich springen.
Das wiederum wird einigen Obdachlosen dann zuviel. Sie schreiten ein gegen die Gruppe Jugendlicher und junger Erwachsener, die da gröhlt und das "Happening" inszeniert.
Das führt zur Schlägerei. Man will sich dieses Event scheinbar nicht kaputtmachen lassen.
So weit, so schlimm. Das eigentlich tragische dabei ist weniger die Tatsache, dass es Idioten gibt, denen ihr Tun und dessen Folgen nicht klar sind. Das an sich ist nicht neu. Aber es ist bezeichnend.
Natürlich kommen nun alle Moralapostel herbeigelaufen und faseln von Normen und Werten.
Erschreckend dabei ist dann allerdings, dass in diesem Fall nur die schwächsten und schutzlosesten Mitglieder der Gesellschaft bereit waren, sowas wie Anstand und Rückgrat zu zeigen. Wenn dies die letzten Protagonisten gelebter Mitmenschlichkeit sind, dann Gute Nacht...
Epilog: Das Mädchen ist nicht gesprungen und ein großer Teil der beteiligten Schläger wurde erstmal einkassiert und angezeigt.
Anfang der Woche kam es zu einer Massenschlägerei. Spontan denkt man bei so etwas unwillkürlich an Hell´s Angels und Bandidos.
Hier aber war alles ganz anders. Hier stand ein Mädchen in Suizidabsicht auf dem Dach eines Rathauses. Die johlende Menge unten, die dummen Gaffer und Schaulustigen ermuntern sie hierzu noch und schreien nach oben, sie möge doch endlich springen.
Das wiederum wird einigen Obdachlosen dann zuviel. Sie schreiten ein gegen die Gruppe Jugendlicher und junger Erwachsener, die da gröhlt und das "Happening" inszeniert.
Das führt zur Schlägerei. Man will sich dieses Event scheinbar nicht kaputtmachen lassen.
So weit, so schlimm. Das eigentlich tragische dabei ist weniger die Tatsache, dass es Idioten gibt, denen ihr Tun und dessen Folgen nicht klar sind. Das an sich ist nicht neu. Aber es ist bezeichnend.
Natürlich kommen nun alle Moralapostel herbeigelaufen und faseln von Normen und Werten.
Erschreckend dabei ist dann allerdings, dass in diesem Fall nur die schwächsten und schutzlosesten Mitglieder der Gesellschaft bereit waren, sowas wie Anstand und Rückgrat zu zeigen. Wenn dies die letzten Protagonisten gelebter Mitmenschlichkeit sind, dann Gute Nacht...
Epilog: Das Mädchen ist nicht gesprungen und ein großer Teil der beteiligten Schläger wurde erstmal einkassiert und angezeigt.
Hunger
gorillaschnitzel, 17:35h

Demos
gorillaschnitzel, 11:18h
Politikverdrossenheit aller Orten. Neulich hat eine ARD-Umfrage zutage gefördert, dass nur noch 49% der hiesigen Bevölkerung die Demokratie gut finden. Das an sich ist aber noch nicht das Problem. Die Zustimmung kann noch niedriger sein -siehe Frankreich- und ein Staatswesen dennoch funktionieren.
Eine Gesellschaft hat dann aber ein Problem, wenn sich diejenigen vom politischen Mainstream verabschieden, die sie tragen. Und diese Gesellschaft basiert im Kern nicht auf den wenigen Millionarios in den Führungsetagen der Topkonzerne. Es sind die mittleren Einkommen. Die gut ausgebildeten und oft kinderlosen Doppelverdiener, die den Staat am Leben erhalten. Mittlere Einkommen. Die Masse.
Es ist eben dieses Szenario das nun abläuft: Immer mehr derjenigen, die das Land am Laufen halten, springen ab, wenden sich beiseite. Noch ist es eine schweigende Masse, die aus Verdrossenheit, Enttäuschung oder Frustration von dannen zieht. Es ist aber eine mächtige Masse. Und potentiell gefährlich.
Eine Gesellschaft hat dann aber ein Problem, wenn sich diejenigen vom politischen Mainstream verabschieden, die sie tragen. Und diese Gesellschaft basiert im Kern nicht auf den wenigen Millionarios in den Führungsetagen der Topkonzerne. Es sind die mittleren Einkommen. Die gut ausgebildeten und oft kinderlosen Doppelverdiener, die den Staat am Leben erhalten. Mittlere Einkommen. Die Masse.
Es ist eben dieses Szenario das nun abläuft: Immer mehr derjenigen, die das Land am Laufen halten, springen ab, wenden sich beiseite. Noch ist es eine schweigende Masse, die aus Verdrossenheit, Enttäuschung oder Frustration von dannen zieht. Es ist aber eine mächtige Masse. Und potentiell gefährlich.
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