Mittwoch, 1. November 2006
U2 / Bono
Früher einmal war Bono mitsamt U2 sowas wie das gute Gewissen des Musikbusiness. Ich weiß noch, wie mich "War" tief beeindruckt hat. Damals war Pershingtime, es gab noch die Mauer und ich war mitten in der Pubertät.
Mit viel persönlichem Einsatz kämpfte man gegen den Hunger in der Welt, für Menschenrechte, gegen den Bosnienkrieg, für eine gerechte Welt. Bono war praktisch der Prototyp des Gutmenschen. So gut, dass er moralisch schon in einer ganz anderen Liga spielte.

Das ist vorbei. Endgültig. Zusammen mit GreenDay hat er "The Saints are coming" neu aufgenommen. Der Song ist als Hilfestellung für New Orleans und Katrina-Opfer gedacht. Das an sich ist ja schön und gut. Nur: Das Video sieht aus wie ein Werbefilm für die US Army. Top Gun ist ein Scheiß gegen dieses Machwerk.

Vielleicht könnte man diesen Film ja mal im Irak zeigen...

Bono, abgehalfterte Veteranen tun gut daran, sich endgültig aus dem Gewerbe zurückzuziehen.

Und damit man sich noch überzeugen kann:



So. Dabei lassen wir es nicht. Bei youtube gibts auch den Gegenentwurf:

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Totenköpfe
Waren diejenigen, die nun so moralisch bestürzt über die Totenkopfphotos aus Afghanistan sind, dieselben, die damals in die Körperweltenshow von Hagens gewandert sind?

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On the rocks

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Dienstag, 31. Oktober 2006
Independance Day oder: Obscured by clouds
...und aus diesem Loch taucht demnächst dieses Riesenraumschiff auf...


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Halbdackel des Monats
Eigentlich hatte ich nicht vor, 2 Halbdackelpreise in diesem Monat zu vergeben. Aber dieses Mal muss es sein. Wirklich.

Begonnen hat´s ganz harmlos. Mit Beckmann. Der Talkschluffi der ARD. Der ist immer so gut geeignet zum einschlafen. Dieses Mal nicht.

Der GröKaZ



Der Gerhard lässt so einiges vom Stapel. So erzählt er beispielsweise über seinen Freund und lupenreinen Demokraten Putin, dass man dessen Taten doch nicht an der Aktualität messen solle, sondern dies historisch betrachten müsse: Verglichen mit der Zarendespotie, Lenin und Stalin habe doch Putin die Rechtsstaatlichkeit zurückgebracht. Das, mein lieber Freund Schröder, erzähl doch mal einem Tschetschenen oder den Kindern von Anna Politkovskaja.
Legt man diese Logik zugrunde, hätte man 1945 ja froh sein können, wenn Göring die Regierung übernimmt.


Und dann kriegt der Begriff "uneingeschränkte Solidarität" eine ganz neue Bedeutung: Wenn man den Gerd bei einer seiner dummdreistesten Lügen ertappt.
Angesprochen auf den Fall Murat Kurnaz (genau: Der "Bremer Taliban") gibt er tatsächlich an, er habe davon erst nach seiner Regierungszeit erfahren.

Entschuldige mal, Gerd, das ist in etwa so glaubhaft, als erzähle Albert Speer davon, dass er von Zwangsarbeitern nix gewusst hätte.
Ich (und vermutlich die überwältigende Bevölkerungsmehrheit) habe spätestens 2002 von dem Fall erfahren.
Es gibt da zwei Alternativen: Entweder liest der Mann keine einzige Zeitung, keinen Spiegel, keine Zeit und hat nebenbei die allermiesesten Berater und Informanten, die dieser Planet jemals gesehen hat. Oder aber er lügt ganz einfach.
Letzteres wäre zwar nicht das erste Mal und er beileibe nicht der erste Politiker, der dabei ertappt wird, aber diese Dummdreistigkeit haben zuvor allenfalls Barschel oder Strauß gebracht.

Und deshalb kriegt er hiermit den Preis als Halbdackel verliehen. Herzlichen Glückwunsch, Gerhard.

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Montag, 30. Oktober 2006
Sunset

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Peterchens Mondfahrt
Das Philosophische Quartett im ZDF ist wirklich einzigartig. Das könnte wirklich eine Lieblingssendung von mir werden.

Gestern saßen da: Peter Sloterdijk, Rüdiger Safranski, Gunnar Heinsohn und Roger Willemsen. Ziemlich schnell war klar, wer der Gast ist, um den es geht (Heinsohn). Der Zweck der anderen war mir lang nicht klar. Auch nicht, wer denn nun der Moderator ist. Lang dachte ich, das sei Willemsen, dann bin ich auf Sloterdijk verfallen und erst jetzt, wo ich mal auf der Homepage des ZDF war, merk ich, dass es Sloterdijk und Safranski sind. Egal.

Das Bemerkenswerte an so einem philosophischen Quartett sind die Philosophen. Nun bin ich kein Philosoph und noch nicht mal intellektuell, aber die Unterhaltung/ Diskussion verlief doch etwas seltsam: Jeder der Beteiligten plapperte im Prinzip nur sein eigenes Thema runter.

Dabei hätte das Thema durchaus einiges hergegeben: Heinsohn hat ein Buch geschrieben, in dem er die These vertritt, die Ursache für Kriege aller Art sei ein Geburtenüberschuss an jungen Männern, bzw. ein immenses Bevölkerungswachstum. Aber den Beteiligten ist das phasenweise relativ egal: Willemsen schwadroniert über Afghanistan, Safranski erklärt nochmal Habermas und Sloterdijk schaut dem Treiben lange Zeit schweigend zu.

Willemsen, bei dem man den Klugscheißmodus bereits beim 3. Wort, das er sagt, erkennt, erzählt unablässig von Guantanamo und dass es da neben Guantanamo noch Bagram, Kabul und Kandahar gäbe. Logisch, der Mann hat ja ganz frisch ein Buch auf den Markt geschmissen.

Für Safranski ist alles 68. Das ist sein Mythos, sein Leben. 68. Somit beginnt er die Sätze meist so: "Wir als 68er..." oder "Die Spät-68er...". Es ist eine ungeheuerliche Penetranz und man möchte ihm zurufen, dass ein guter Teil der 68er mittlerweile in Rente geht und er das doch bitte auch mal überdenken solle, zumal 68 doch immerhin 38 Jahre her ist.
Am Schluss darf er dann noch aus Faust zitieren, Sloterdijk schmunzelt wohlwollend und das gefällt dann dem Rüdiger.

Der Knüller aber ist Sloterdijk. Im Englischen würde man sagen "outstanding". Er schwebt über allem. Geistig wie körperlich. Optisch präsent. Stets die Kontrolle über allem. Dazu dann die Lesebrille, die auf der vordersten Nasenspitze sitzt und mitverantwortlich ist, für sein extremes Näseln. Sobald Willemsen den Mund aufmacht, schaut ihn Sloterdijk nur von der Seite an wie seine Zweitsemestler vom ZKM in Karlsruhe und denkt sich wohl seinen Teil.
Wenn er dann aber das Wort ergreift, ergießt sich eine wahre Suade auf die Zuhöhrer. Das beeindruckt natürlich, wenn er Sätze sagt wie:


"Im Idealfall könnte es gelingen, die Zuschauer an ihren eigenen latenten Wissensreichtum zu erinnern und sie zur Wiederentdeckung ihrer Libido des Denkens anzuregen."


Wen man nicht überzeugen kann, den muss man wenigstens verwirren und so wird wohl ein Großteil der Zuhöhrer viel eher mit Erektionsstörungen ihres Denkorgans kämpfen.
Es geht aber noch schöner. Sloterdijk hat früher Sätze fallen lassen wie diesen:


Seit dem 11. September 2oo1 hat sich die westliche Welt in ein großes Labor autoplastischer Suggestion verwandelt, in dem das Modellieren mit plastischem Material zu einer Massenbeschäftigung geworden ist. Gegen diese Hysteriezumutungen hilft meiner Meinung nach nur ein Stück nachgereichter Kaltblütigkeit


Das hat ihm damals viel Kritik eingebracht, weil er diesen Satz auch noch mit dem Begriff "autohypnotisches Schaumwerk" gerechtfertigt hat. Seither hält er sich ein bißchen zurück und daher ist es bemerkenswert, wie wenig die deutsche Intelligenzija wirklich zu sagen hat. Viel Schaumwerk. Man hätte auch Oliver Geißen an Peterchens Stelle setzen können.

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Sonntag, 29. Oktober 2006
Shoppen
Darauf hat die Welt gewartet: Die Shoppenboys. Das Ganze kommt aus Frankreich und wird definitiv ein Renner: Diverse Kerls stellen sich als eine Art lebendige Schaufensterpuppe vorwiegend weiblicher Kundschaft zur Verfügung, die es leid ist, den eigenen Partner zum Einkauf neuer Hemden oder eines neuen Anzugs mitzunehmen.

Wer einen braucht, hier lang

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Herbst

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Samstag, 28. Oktober 2006
Eisabfallgefahr


An dieser Stelle sei darauf hingeweisen: Eisabfall ist tatsächlich gefährlich. Man denke nur mal an Salmonellen.

   ... Horst-Tappsy
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Anstand und Moral
Einundzwanzig Uhr fünfundvierzig. ZDF. Heute Journal. Der Moderator erzählt grade, dass wieder mal neue Bilder aufgetaucht seien von Bundeswehrsoldaten, die in Afghanistan vorzugsweise mit Totenschädeln posieren.
Diese Bilder aber sollen nicht gezeigt werden. Zumindest nicht im ZDF. Man beteilige sich nicht an dieser Sensationsmache der Printpresse und werde -zumindest solange kein neuer Sachverhalt hinzukomme- auf die Ausstrahlung der Bilder verzichten. Erst recht nicht, werde man anonyme Maskenmänner beim Interview ausstrahlen.

Punkt. So weit, so gut. Man beginnt, das ZDF für moralisch integer zu halten. Seriöser Journalismus.

Wenn man es nicht besser wüsste: Dumm für das ZDF, dass ich zufällig auch noch die Nachtausgabe von "Heute" gesehen habe. Siehe da: Grade mal zweieinhalb Stunden später zeigt man als Topstory gute 3 Minuten lang einen Bericht, in dem mindestens 10 neue Bilder gezeigt werden und der "anonyme Maskenmann" (der angeblich dabei gewesen sein soll) auch sein 20sekündiges Statement abgeben darf.


Liebe Redakteure vom ZDF, wenn ihr schon zu bescheuert seid, die Bilder rechtzeitig zur Sendung zu beschaffen, braucht ihr dies nicht mit moralsauren Ausreden zu entschuldigen. Vielleicht hättet ihr einfach besser bezahlen sollen...

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Freitag, 27. Oktober 2006
Kündigung

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Infantilismus
Ich bin jetzt wirklich eine erwachsene Frau.
....verneint der deutsche Werbestar Verona P. die Frage, ob sie sich denn wieder mit Alice Schwarzer anlegen würde. Heute ist die Frau 38, damals war sie 33.

Es ist dennoch erfreulich, wenn das mit dem Erwachsenwerden doch noch geklappt hat. Auch wenn es manchmal eben etwas länger dauert.

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Samuel Barber: Adagio for Strings
....lustig mit irgendwelchen Landschaftsaufnahmen hinterlegt...

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Donnerstag, 26. Oktober 2006
"Leser-Reporter"
Ich frag mich ja, ob die B*ILD-Zeitung einem von den totenschändenden Soldaten ein Leser-Reporter-Honorar zahlen muss.....

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Ground Zero

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Mittwoch, 25. Oktober 2006
Bach: Air
Es gibt wenige Musikstücke, die mich ähnlich beruhigen:

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Zapping
Die Mini-Zapping-Orgie beginnt bei Maischberger. Da wird über Alkohol diskutiert. Das passt ziemlich gut, weil ich mir vorher bereits ein Bierchen genehmigt hatte und nun gleich noch ein Glas Wein hinterherkippen kann. Aber die eigentliche Diskussion ist im Gegensatz zum Glas Wein wirklich für die Katz´: Herr Brüderle von der FDP möchte sich Auftritte mit der Weinkönigin nicht verbieten lassen, Herr Jägermeister findet ohnehin, dass die selbst auferlegte Werbekontrolle locker ausreicht und Sandra selbst baut vor dem Film über besoffene Politiker -der in Putins Reich lupenreiner Demokraten mutmaßlich lebensgefährdend wäre- gleich einen Disclaimer ein, dass dies ja weder repräsentativ sei, noch gerecht und man sie dafür auch gerne verbal verdreschen dürfe müsse. So stellt man sich wagemutigen Journalismus vor.


Dann halt mal schnell umschalten zu Johannes. JB. Klingt wie Whiskey, drin ist aber Kerner. Auch da gehts um äußerst wichtige Fragen, die der Menschheit auf den Nägeln brennen: Kommt Michael zurück und was macht ein Multimillionär eigentlich den lieben langen Tag?
Verantwortlich für die Reduktion eines Menschen auf einen zeitweise recht populären Vornamen ist Niki Lauda. Niki sitzt viel zu braun im Sessel und schwadroniert über den Michael. Dabei erzählt er nix neues und macht dabei noch eine richtig miese Figur: Begeisterte Patrioten mögen verzückt gewesen sein über das schwarze Sakko über dem gelben Pulli und dem roten Hemd drunter. Insgesamt aber sah das nur scheiße aus, weil Niki den Pullover so angezogen hatte, dass es mehr nach Bikinioberteil aussah und das Ganze dann den Eindruck eines Sabberlatzes erweckte, der nach unten gerutscht ist.
Mit dabei auch Verona Pooth, bekannte Feldbusch. Und da muss man ja mal wirklich sagen: Das ZDF hat die Zeichen der Zeit erkannt. Der Abstieg der Verona P., bekannte F. wird in den Untertiteln mehr als deutlich. Ein semimutiger Regisseur -für den diese Aktion in Putins Reich lupenreiner Demokraten mutmaßlich lebensgefährdend gewesen wäre- hat darauf verzichtet, "Showstar" oder "Moderatorin" oder gar "Model" zu schreiben. Nicht mal "Prominente" steht da. Einfach nur "Werbestar". Fertig.


Und dann hab ich wirklich genug und schalte aus. Danke, deutsches Fernsehen, so machst du es wirklich einfach, auszuschalten. 10 Minuten reichen locker.

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Save the Planet
Wo ich neulich schon mal 3D-Illusionen und optische Täuschungen recht faszinierend fand, bin ich auf Pflastermalerei in 3D gestoßen:





So sieht das nur aus einer bestimmten Perspektive aus. Hier mal ein Foto von oben, das ein klein wenig verdeutlicht, wie man das malen muss:


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Dienstag, 24. Oktober 2006
Java
Was kleines, nettes und harmloses...kleine Spielerei ohne großen Sinn und Zweck:

Folgendes Script kopieren und oben in der Kopfzeile (wo grade die URL steht) einfügen. Enter und mal sehen, was passiert...


javascript:R=0; x1=.1; y1=.05; x2=.25; y2=.24; x3=1.6; y3=.24; x4=300; y4=200; x5=300; y5=200; DI=document.getElementsByTagName("img"); DIL=DI.length; function A(){for(i=0; i-DIL; i++){DIS=DI[ i ].style; DIS.position='absolute'; DIS.left=(Math.sin(R*x1+i*x2+x3)*x4+x5)+"px"; DIS.top=(Math.cos(R*y1+i*y2+y3)*y4+y5)+"px"}R++}setInterval('A()',5); void(0);


via

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Frühstücksei

   ... Horst-Tappsy
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Montag, 23. Oktober 2006
Erkenntnisse...
...noch im hochbetagten Alter lernen, was ein "Murphybett" ist...

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Gerhard Schröder
Das ist ja mal eine Gerd-Show, wie sie im Buche steht. Medienwirksam inszeniert der Gas-Gerd die Veröffentlichung seiner Memoiren. Könnte der nächste Renner nach der Eva auf dem Buchmarkt werden.
Dabei entblödet er sich nun nicht, das Marketing auf die Blöd-Zeitung auszudehnen und da auch noch in Werbespots aufzutreten. Wundern muss einen das bei einem Parvenue seiner Klasse nicht. Gerd bleibt halt doch der kleine Acker aus Talle, da kann er so viel Weltpolitik machen, wie er will...
Selbstkritik ist ihm völlig fremd. Nach Lektüre seines SPIEGEL-Interviews muss man konstatieren: Völliger Realitätsverlust.
Und so beklagt sich der plan-, hilf-, ahnungs- und erfolgloseste Kanzler seit Josef Goebbels wehleidig über seine Nachfolgerin (die ihn in Sachen Plan- und Erfolglosigkeit wohl ablösen möchte), über Gewerkschaftsbosse und überhaupt all jenen, die ihn beim größten Sozialabbau in der Geschichte Deutschlands auch nur marginal kritisiert haben.

Toll, Gerd...

   ... Poly-Tikk
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