Montag, 17. Juli 2006
Der Versuch eines Männerabends
Wir hätten es lassen sollen. Zumindest hätten wir die Klappe nicht so weit aufreißen sollen.

Zu viert waren wir. Und weil sich diese Kombination so alle Jubeljahre mal sieht, sollte es ein langer und ausschweifender Männerabend werden. Mit allem drum und dran und was dazugehört. Teuer würde es werden. Und exzessiv.

Lautstark haben wir das dann den Damen angekündigt, die man zu einem solchen Zweck auch besser zuhause lässt. Eine Rückkehr kündigten wir frühestens fürs Morgengrauen an. Und so zogen wir um 11 abends los.

Wir, das waren O, J, S und ich. Zu dieser Zeit mehr oder weniger allesamt präpolytox...und so haben wir zusammengelegt und ein bißchen Gras und Speed zusammengebracht. Eigentlich eine nette Kombi.

Erste Station war eine Kneipe. Spezialangebot: "Long Island Ice Tea". Ein verheerendes Gesöff. Ich kann nur dringend abraten. Long Island Ice Tea geht so


Und so trinken wir allesamt mal den ersten. Dann den zweiten. Und noch nen dritten. J und S haben eine irre Geschwindigkeit und schieben noch einen vierten hinterher. Dann sollte es eigentlich genug sein, es war ja grade mal halb eins. Der Barkeeper aber war in Spendierlaune (und vermutlich nur über Js Trinkmengen schockiert und daher in Experimentierlaune) und hat dann einen aufs Haus ausgegeben. Sowas nimmt man denn auch mit. Man will ja kein Kostverächter sein.

Kurz vor 1 laufen wir dann in die Disco ein. Eine Runde Tequila. Dann kann ich nur noch Bier. Schluss mit Schnäpsen. Etwa eine halbe Stunde später sitzt J in einer Haltung da, die deutlichst signalisiert, dass er dringend nach Hause sollte. Ausgerechnet derjenige, der sonst den Rest an die Grenzen bringt. Wenn J. kippt, isses ernst. Richtig ernst...
O ist von allen noch der Klarste und ruft ein Taxi. S schaffts tatsächlich mit der größten Selbstverständlichkeit an allen Türstehern vorbeizugehen, ohne seine Rechnung zu bezahlen.
Wir quetschen uns zu viert ins Taxi. O sitzt vorne und erklärt den Weg. Wozu ich schon gar nimmer in der Lage gewesen wäre.
Der Taxifahrer aber achtet nur auf J. Beide vereinbaren, dass J sich rechtzeitig meldet. Was er auch tut und damit den Taxifahrer zu Vollbremsungen auf nachtleeren Straßen und Kreuzungen zwingt. Aussteigen kann er nimmer. Er macht nur noch die Tür auf und lehnt sich raus.
Es waren keine 3 Stunden seit dem Aufbruch vergangen als wir wieder zurück kommen. Der einzige, der noch halbwegs einsetzbar ist, ist O. Der geht erstmal in den Keller und holt ein Bier. Der Rest entschwindet gen Heia...
Elendig dann der Anblick am drauffolgenden Tag. Familienfeier. Wir einigen uns auf folgenden Zustand: Von innen raus faulen...

Es war nicht schön. Aber legendär.

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Freud´scher Verschreiber
...wenn ausgerechnet die größten Hypochonder und Arzthopper von "Health Angels" schreiben und damit einen Motorradclub meinen...

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Horst-Tappsy mit viel zu großem Sombrero


Er ist manchmal ein bißchen scheu...


Übrigens: Der Sombrero hat mich seinerzeit 2 € und eine Menge Nerven gekostet

   ... Horst-Tappsy
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Search Request
Liebeskugeln für Fortgeschrittene

Auauau....mein Lieblingsthema. Ein heteronormativer Sexist ist begeistert und hätte gerne weitere Details erfahren...


Muslime Scheiße

Was immer mir diese Suchanfrage sagen will/soll: Ich würde mir einen marginalen Minimalrespekt vor Religionen wünschen. Dazu gehört die Vermeidung von Fäkalsprache in Kombination mit eben jenen Religionen. Danke.
Im Übrigen musste schon woanders suchen. Hier gibts diesen Content nicht.


Zidane Lebenslauf

Lieber italienischer Freund, es tut mir wirklich Leid, dass ich keinen Lebenslauf von Zinedine Zidane bieten kann. Aber muss man gleich 7-8x das immer wieder aufs Neue hier suchen? Dennoch freut es mich natürlich außerordentlich, wenn es Ihnen hier gefällt und werde bei Gelegenheit doch irgendwann einen Lebenslauf von Zinedine Zidane einstellen. Exklusiv nur für Sie.

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Lost in blue

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Samstag, 15. Juli 2006
Der lange Weg zu sich selbst
Den hier nenne ich mal Thomas. Eine Kneipenkarriere wie aus dem Bilderbuch. Lehre geschmissen, danach sich mit den verschiedensten Jobs über Wasser gehalten.
Dann kam er auf die Idee, in seiner Stammkneipe (in der er ohnehin jeden Abend zu finden war und seinem einzigen Hobby nachging: Tischkickern) zu kellnern. Ein Knochenjob. Zum einen, weil es oft voll ist, zum anderen, weils meist sehr hektisch ist.
Während seiner Kneipierszeit wurde dann auch das frühe übliche Freibier fürs Schankpersonal abgeschafft und durch Wasser ersetzt. Der Inhaber war der Meinung, Thomas Bierkonsum sei höher als der von 3 Gästen zusammen. Vermutlich hatte er recht.
Und so kam es, dass Thomas sich einen Ausgleich gesucht hat. Den hat er dann in den verschiedensten Drogen gefunden. Meist Ecstasy und Kokain. Im Grunde aber war er polytox. Nebenbei war er so ziemlich der größte Ecstasydealer der Stadt. Er hatte immer was. Meist eine ganze Tüte voll. Da kam dann eine nette Menge an Geld zusammen. Ausgegeben hat ers auf einen Schlag: Für eine niegelnagelneue Harley....und damit hat er dann regelmäßig die Nachbarschaft vollgeknattert. Man wusste immer schon gute 10 Sekunden vorher, dass er gleich angefahren kommt.

Irgendwann muss er eine Sinnkrise gehabt haben. Etwa zu dem Zeitpunkt, als er sich nach langjähriger Beziehung von seiner Freundin getrennt hat.
Und so hat er beschlossen, dass es so nicht weitergehen könnte und ist losgelaufen. Richtung Indien. Ohne Drogen, ohne Zigaretten, ohne Alkohol.
Er hats tatsächlich geschafft. Nach einem Jahr war er in Indien. Und beinahe alles erlaufen. Er nannte es in Anlehnung an Dieter Baumann, den Lauf zu sich selbst. Andere meinten, es sei eine Flucht gewesen.

Mittlerweile ist er wieder da und arbeitet jetzt in einer schicken In-"Enoteca". Nur von den gelegentlichen Exzessen kann er immer noch nicht lassen. Er hat sie nur etwas reduziert. Sicher auch gesünder...

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Fritzle
Sie nannten ihn Moritz. Oder auch Fritzle.
Fritzle ist ein Steinbock. Steinböcke leben eigentlich nicht da, wo Fritzle lebte. Kein Mensch weiß, wie Fritzle da hingekommen ist, wo er sich pudelwohl gefühlt hat. An den Rand der Schwäbischen Alb. War einfach da. Zur Überraschung aller.
Von da an hat er die Wälder durchwandert. Friedlich war er. Hat keine Schafe gerissen, keine Wanderer angegriffen und nicht mal jemanden bedroht.
Hat sich mal hier gezeigt, mal da...
Er war ein Star und er wusste das. Hat die Publicity gesucht. Wollte fotographiert werden. Wegen ihm sind Leute extra wandern gegangen.


Und nun ist er weg. Verhaftet. Illegal. Und das kam so:
Die erste gelbe Karte erhielt Fritzle, weil er an einer Grillstelle einigen Neugierigen auf den Tisch gesprungen ist und seine Blase überm Grillgut entleerte. Ich hätte an der Stelle herzlich gelacht und versucht, ein Foto zu schießen. Aber es waren wohl Spießer. Und so haben sie Fritzle beim Förster verpfiffen. Leider aber kann man so einem Steinbock ja nicht klarmachen, dass er soeben Gelb gesehen hat. Versteht ja auch nicht jeder Fußballer...

Und dann ist er trotz Verwarnung wieder einmal aufgetaucht. Diesmal vor einer Schulklasse. Der Lehrer ruft umgehend die Polizei. Weil sich die Kinder bedroht gefühlt hätten. Es müssen Hosenscheiß- und Arschlochkinder gewesen sein. Jeder blöde Dackel ist gefährlicher.
Und so wurde dann aus der gefühlten Bedrohung eine richtige Bedrohung. Fritzle musste weg. Er war jetzt kein süßer Steinbock mehr sondern ein gefährliches Wildtier. Ein Problem-Steinbock.
Und so fangen sie ihn und verfrachten ihn gen Zoo. Natürlich ist es nicht legal, Wildtiere einfach so zu fangen. Erst recht nicht, wenn es sich um geschützte Arten handelt, die dann auch noch in privanten Zoos untergebracht werden sollen. Aber in solchen Fällen stellt dann das Regierungspräsidium auch im Nachhinein eine Genehmigung aus. Begründung: Gefahr für die Öffentlichkeit. Außerdem seien die Wälder eines Mittelgebirges nicht sein angestammter Lebensraum und daher seien seine Überlebenschancen angeblich gering.


Ein wahrer Melancholiker. Schauen Sie in dieses Gesicht:

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Im Schwimmbad

   ... Horst-Tappsy
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Papier ist geduldig II
Deutschland: Land in der Mitte Europas von356 243 km² mit 70,6 Mill. Ew. (einschl. Großberlin und Saarland).
Von den dt. u. ausländ. Imperialisten nach 1945 systematisch gespalten, besteht es z.Zt. (1956) noch aus zwei, ihrem Wesen nach grundverschiedenen dt. Staaten, der Deutschen Demokratischen Republik u. der Bundesrepublik (bei Sonderstellung von Großberlin u. Saarland); reicht von Nord- u. Ostsee bis zu den Alpen, dem Böhmerwald u. dem Erzgebirge,von Maas, Saar, Rhein bis zu Oder u. Neiße, grenzt im O an die VR Polen, im SO an die Tschechoslow. Rep., im Süden an Österreich, die Schweiz, im W an Frankreich, Belgien, die Niederlande u. Luxemburg. Die Mittellage mit offenen Grenzen nach O u. W begünstigt den kulturellen u. wirtschaftlichen Austausch mit den Nachbarländern.


Deutschland: Durch die Lage im Herzen Europas, fast in allen Richtungen leicht durchgängig und ohne natürliche Grenzen, ist D. in Landschaft u. Klima, in Rasse, Kultur und Wirtschaft der Menschen das Übergangs- u. Durchgangsgebiet vom ozeanischen, kulturell und industriell hochentwickelten, angelsächs.-romanischen Westen zum kontinentalen, weiträumigen, agrarischen, slawischen Osten, zugleich aber auch Brücke zw. Süd- u. Nordeuropa.
Gunst u. Ungunst dieser Lage spiegeln sich in der kulturellen Entwicklung.....













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Freitag, 14. Juli 2006
Wir sind Zidane

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...auf hoher See...

   ... Horst-Tappsy
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Er zieht weiter...


Horst-Tappsys erste Autofahrt. Und gleich gibt er die (richtige) Richtung vor...

   ... Horst-Tappsy
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Papier ist geduldig
Ein Vergleich zweier deutscher Lexika. Nur das eine ist im Volkseigenen Verlag der DDR erschienen, das andere ist von Bertelsmann (BRD). Beide stammen aus den 50ern. Ich fand den Vergleich sehr interessant...


Bundesrepublik Deutschland: Bez. für den entgegen den Beschlüssen der Konferenzen von Jalta u. Potsdam auf Veranlassung der westl. Besatzungsmächte in Übereinstimmung mit den Interessen der dt. Monopolisten u. Junker am 7.9.1949 gebildeten Seperatstaat; (...) In der dt. B. gelang es mit Unterstützung desinternat. Großkapitals, die Machtposition der Großbourgeoisie wiederherzustellen (...). Mit Hilfe amerik. Dollaranleihen wurde bes. die kriegswichtige Industrie unter Herrschaft u. Leitung der alten Monopolherrn wieder aufgebaut u. in das Kriegswirtschaftssystem der NATO-Paktstaaten eingeordnet.
Die den Werktätigen in der Verfassung formal gewährten Rechte werden in der Praxis weitestgehend beschnitten (s.a. Betriebsverfassungsgesetz).
Im Charakter der Staatsform nach eine parlam. Republik , die in der Praxis militarist.-faschist. Züge annimmt. In der Bonner Regierung sind von 18 Minister 13 Großkapitalisten, Bankiers oder Gutsbesitzer.
Die Werktätigen Westdtschl. erkennen mehr u. mehr den antinat. u. antidem. Charakter des Staates u. kämpfen mit wachsendem Erfolg auf der Grundlage des Programms der Nationalen Front des dem. Dtschl. für ein einheitliches, friedliebendes, dem. Dtschl., das frei ist von Monopolen, Junkern und knechtenden Kriegsverträgen.

Bundesrepublik Deutschland: Der am 23.Sept. 1949 auf der Grundlage des GG aus den damaligen 11 westdeutschen Ländern (...) gebildete Bundesstaat. (...) Die Staatsbürger besitzen gegenüber der Staatsgewalt festumrissene Grundrechte, an die alle Staatsorgane gebunden sind. Das Bundesvolk ist zwar Träger der Staatsgewalt und höchstes Staatsorgan, an der Ausübung der Staatsgewalt aber unmittelbar nur durch Wahl des Bundestags u. durch Abstimmungen über gewisse Neugliederungen des Bundesgebiets beteiligt.
(...)
Die Souveränität der BRD ist zunächst durch das Besatzungsstatut beschränkt. Die darin den Alliiierten Besatzungsmächten vorbehaltenen Befugnisse werden von der Alliierten Hohen Kommission (...) wahrgenommen.















Nur am Rande: Ist das eigentlich mit allen Browsern (v.a. Firefox) als Zweispalter dargestellt? Ich hatte da ein paar HTML-Probleme (und so wies jetzt drin ist, scheint die einzige Version, wie es bei IE einigermaßen korrekt wiedergegeben wird).

   ... Poly-Tikk
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Donnerstag, 13. Juli 2006
Die dunkle Seite....




oder: In the heat of the night...

   ... Horst-Tappsy
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Cabman knapp verpasst...


Horst-Tappsy hatte leider kein Glück. Da wollte er seinen Namengeber besuchen, aber leider war er etwas zu spät...James Cabman war schon weitergezogen.
But no worries, James...wir finden dich. Früher oder später kriegt dich Horst-Tappsy.

   ... Horst-Tappsy
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Excess
Er ist einer, der den Nervenkitzel braucht. Wegen einem sehr stressigen Job. Alles was er anfängt, erledigt er mit Hingabe und bis an die Belastungsgrenze (und drüber hinaus). Beruflich wie privat. Ein Mensch des Exzesses. Was er macht, macht er ganz. Oder gar nicht.
Das alles geht natürlich auf Kosten der Gesundheit. Wenn er einen dezenten Bauchansatz hat, gehts ihm gut. Ist er dagegen rank und schlank arbeitet er zuviel. Und feiert zu viel. Vor allem letzteres findet seine Partnerin nicht gut. Überhaupt nicht gut. Sie hat schon richtig schlechte Erfahrungen damit gemacht.
Die Krönung war der gemeinsame Männerabend mit einem Freund. Die beiden zogen los und kippten sich alles rein, was möglich war: Ecstasy, Koka und wohl literweise Alkoholika. Bis 11 Uhr am nächsten Morgen ging das. Dann kehrten sie in die Wohnung zurück (die Lebensgefährtin war schon brav ihrem Tagwerk nachgegangen). Bis hierher wäre wohl alles noch verzeihbar gewesen. Aber dann tickten beide weg. Der eine zerlegte erstmal sein Bücherregal und verteilte die Trümmer und Bücher über ein weites Arreal. Der andere war derart neben der Spur, dass er den Kleiderschrank mit der Toilette verwechselte und sich darin entleerte.
Die Krönung war dann der Kollaps des Schrankpinklers. Umgekippt und weggetreten. Wenigstens eins kriegte der andere dann noch hin: Einen befreundeten Arzt anrufen. Und so kriegen sie den Kollegen wieder einigermaßen in die Gänge.
Die Spuren aber können sie nicht mehr verwischen. Und so kommt es zum bitterbösen Krach: Im Wiederholungsfall wäre die Beziehung definitiv beendet.
....und ich bin gottfroh, dass ich ziemlich diskret bin und so mit meiner Diskretion immer wieder mal die Beziehung rette...und einige andere tun das auch...

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Horst-Tappsy
Das ist nun der kleine Horst-Tappsy. Dank der Herren mark793 und cabman hat er auch endlich einen Namen.

Es wird Zeit, dass er hinauszieht in die große, weite Welt. Er muss das wirkliche Leben kennenlernen. Hinaus aus dem Wal-Mart-Mief, wo er mit einigen Dutzend anderen Leidensgenossen ein ödes Leben im Regal führte. Endlich wird Horst-Tappsy erwachsen.
Natürlich wird er bei all seinen Abenteuern in nächster Zeit immer begleitet.

Mal schau´n, wo er demnächst überall auftauchen wird. Vielleicht taucht er ja auch mal in Ihrem Blog auf. Oder in Ihrem. Oder Horst-Tappsy steht vor Ihrer Haustür...

   ... Horst-Tappsy
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Donnerstag, 13. Juli 2006
Namen sind Schall und Rauch...
....aber dennoch gibt es jetzt und hier die Gelegenheit, einen kleinen, weißen Kuschelbären zu taufen. Bisher ist er noch namenlos und daher braucht er einen Namen. Der Kleine wird demnächst hier im Blog eine Rolle spielen und fotographisch an den verschiedensten Orten auftauchen. Vorher aber sollte er einen Namen haben....

Ihr dürft ihm einen Namen geben....

   ... Horst-Tappsy
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Suchtauswahl in alphabetischer Reihenfolge
~ Bloggeritis mit all seinen liebgewonnenen Nebenwirkungen.
~ Bücherbücherbücher
~ Gelüsten auch dann nachzugeben, wenn sie im Grunde verboten sind.
~ Internet generell
~ Neugier befriedigen
~ Rauchwaren aller Art, vorzugsweise selbst gedreht
~ nach einer Reise sofort wieder aufbrechen wollen
~ eine gute Flasche Wein inkl. ein paar netten Häppchen

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Fundstücke
Wenn man ein 100 Jahre altes Haus auseinandernimmt und so richtig von Grund auf entkernt, kommt so alles mögliche ans Tageslicht. Ganz besonders die alten Böden mit ihrer Füllung aus Spreu bergen allerlei Schätze. Wohl weil ziemlich luftdicht.

So hab ich Zeitungen aus dem Jahr 1904 gefunden. Dazu eine Hartwurst, eine Brotscheibe, Zigarettenschachteln und einen einzelnen Schuh.
Die Krönung jedoch war dieser Kinderschuh in (geschätzt) Größe 33 oder 34. Mindestens 100 Jahre alt. Mich würde bis heute interessieren, wer den mal getragen hat.


...und sollte einer mal wieder auf die Idee kommen, dieses Haus wieder auseinanderzunehmen, so wird er auch auf ein Paar Schuhe stoßen: Meine Bauschuhe hab ich rechtzeitig versenkt....

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Mal ne dumme Frage
....schaut denn jemand grade die Pressekonferenz in Sachen Klinsmann?

Wieviele Umdrehungen hat Mayer-Vorstopper denn schon am frühen Morgen intus?

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Einführung in die Schwabenseele
Der Klinsi ist -da kann er 100 Jahre in Kalifornien wohnen- zuerst mal Schwabe. Und die sind Sturschädel. Sie lassen sich gerne bitten. Und sie mögen es überhaupt nicht, dass Kritik kommt, wenn sie sich einen abrackern. "Schaffen" nennt man das. Im allertiefsten Pietcong-Land ist das die schlimmste aller Ehrabschneidungen. "Schaffen" ist mehr als arbeiten. Es ist eine Lebenseinstellung und bezeichnet alles, was man den lieben langen Tag tut. Eigentlich "schafft" man alles...
...und Kritik daran -und da ist viel auf Klinsmann eingestürzt- verträgt das sensible Schwabengemüt nicht. Dann neigen sie dazu, alles hinzuschmeißen....einmal noch hinlangen, es allen beweisen....und dann können einen die Kritiker mal alle am Arsch lecken (<- die Ausdrucksweise ist da eben etwas derber).

Das war schon seinerzeit beim "Cleverle" Späth so...das könnte beim Jürgen ähnlich gelagert sein...


EDIT: Es ist raus...der Jürgen tut sich die Heuschreckenplage der Kaiser, Hoeneße und Mayer-Vorstoppers nimmer an...

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Dienstag, 11. Juli 2006
Wassilios
Wassilios kam aus Griechenland. Das erste Mal Ende der 50er-Jahre. Dennoch radebricht er grausamstes Deutsch. Auch nach über 40 Jahren hat er es noch nicht geschafft, einen zusammenhängenden Satz fehlerfrei zu formulieren.

"Wie geht?" fragt er dann. Und wenn man rückfragt, antwortet er meist mit "nix gut".

40 Jahre lang Bau. Bagger fahren. Jeden Tag.

Er ist ein Wanderer zwischen den Welten. Er weigert sich, in griechische Kneipen zu gehen, weil ihm die Leute dort zu konservativ und zu spießig seien und er der Meinung ist, dass "gut Fest, deutsche Fest" ist. Außerdem: "Nur Männer da, nix Frau. Was Abend ohne Frau?"

Aber eigentlich ist er stockkonservativ. Er genießt zwar insgeheim die knapp bekleideten Mädels, dennoch ist sein Frauenbild ein ganz anderes. Ein blondes vermutlich. Mit Zöpfen. Und mit Reifröcken. Da ist er in den 50ern steckengeblieben: "Ich gewesen Griechenland, komme zurück nach Deitschland, Biidls dagewesen, Mädchen alle anders...".
John und Paul. Die Revolutionäre der Frauenwelt...

Nirgends passt es ihm. Er nörgelt an allem rum. Hier sei es zu kalt, in Griechenland zu heiß. Seinen Rücksiedlungversuch hat er dieses Jahr beendet. Nun ist er wieder hier. Nachdem er gemerkt hat, dass ihm 3 Jahre Griechenland für die nächsten 20 Jahre reichen würden...
Vielleicht sollte er sich mal so richtig besaufen. Nicht mal dazu hat er Lust. Bestellt sich stets exakt ein kleines Bier und zieht dann wieder von dannen.

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Igel

Das ist mein kleiner Freund, der Igel. Einen Namen hat er nicht und den wird er auch nicht bekommen. Er ist nur "der Igel". Er besucht uns jeden Abend. Da ist er richtig treu. Erst frisst er die Reste des Katzenfutters auf und dann setzt er sich unter die Terasse. Dann beginnt es lästig zu werden. Weil der Igel dann sehr satt und sehr zufrieden vor sich hingrunzt und keucht und schwer atmet.

Frage: Haben Igel Asthma?

Mittlerweile haben wir ihn ins Abendprogramm integriert. Er ist eben auch ein Gast hier. So wie beim Elfmeterschießen beim WM-Finale. Hockt die ganze Zeit unter uns und grunzt und keucht...
Trezeguet verschießt, der Igel hats nicht gesehen, grummelt aber trotzdem vor sich hin. Grrrrnnnn-grrrrnnn-grrrrrnnnnn. Ja, Igel, Latte wars....ganz knapp...
Grosso haut ihn rein. Einziger Kommentar: grrrrrnnn-grrrrrnnnn-grrrrnnnn. Is ja recht. So toll war das Spiel nu nich...

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Montag, 10. Juli 2006
Kindermund tut Wahrheit kund
"Duddad viel döner als Bälin..."

...sagte eben der Kleine in der Schlange am Bankschalter.

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Rainer
Rainer ist auch einer derjenigen, die man eben so im Nachtleben kennenlernt. Eigentlich ist Rainer eine ganz arme Sau.
Dicht an der geistigen Behinderung und etwas schizophren war er dennoch der Schrecken der Nacht. Vor allem deshalb, weil er ebenso dreist wie penetrant war. Nach Zigaretten hat er nicht gefragt, er hat sich einfach eine genommen. Dazu kam seine chronische Sangeslust. Vor allem altdeutsches Liedgut kam zu Besten. Hoch auf dem gelben Wagen beispielsweise.
Man hätte ihn eigentlich betreuen müssen, aber er schwankte immer zwischen "den muss man allein lassen dürfen" und "er gehört betreut". Dass man ihn sich selbst überlassen hat, war nicht gut. Am besten wurde dies in seinem Kleidungsstil dokumentiert. Der näherte sich einem Skin-Folklore-Stil an: Möchtegernkampfstiefel, Cordhose hochgekrempelt, Holzfällerhemd und einen geschulterten Regenschirm...
Viel schlimmer aber waren seine chronischen Alkoholexzesse. Rainer wäre nicht Rainer gewesen, wenn er nicht mit mindestens 2,5 Promille zurückgekehrt wäre.
Das alles machte ihn zur Kuriosität des Nachtlebens. Sie haben ihn sogar dazugekriegt, als eine Art Freakshow für eine ausgefallene Band als Vorsänger eines Konzerts aufzutreten.
Die Krönung war dann, wie er mit Klaus dann ein Duett gesungen hat. Das Hutzelmännchen Rainer Arm in Arm mit dem Riesen Klaus und gemeinsam geben sie Volkslieder zum Besten. Dann wurde es ruhig um ihn. Viel zu ruhig. Er lebt wohl noch, aber man ist sich unschlüssig, wo er jetzt ist. Er sei in einem Heim, sagen die einen. Die anderen meinen, er sei schlicht altersmilde geworden. Andere erzählen, die Verwandtschaft habe ihn aus dem Verkehr gezogen. So long.

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Dichterei, die nächste...
Heute:

Hermann Lenz....
Niemand verraten, was dich bewegt,
weil es jeden befremden würde,
wenn er´s erführe.

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Die Weisheiten des Hellsehers Franz
Ich habe in seinen Augen eine Bejahung gesehen

...sagt der Kaiser, wenn es um den Jürgen geht. Und der Kaiser muss es ja wissen. Andererseits waren Kaiser hierzulande schon immer etwas neben der Spur.

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Sonntag, 9. Juli 2006
Kochen ist Glückssache. Manchmal.

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Gott ist Deutscher.
Definitiv! Seit die deutsche Fußballnationalmannschaft ausgeschieden ist, regnete es hier nahezu ununterbrochen. Gott weinte. Dicke Tränen. Und viel.

Und nun haben sie gestern abend Portugal weggefegt. Und? Ja! Strahlender Sonnenschein, allerblauster Himmel und angenehme Temperaturen.

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Dichtkunst für Fortgeschrittene
Heute:
Im Garten

Die hohen Himbeerwände
trennten dich und mich,
doch im Laubwerk unsre Hände
fanden von selber sich.

Theodor Fontane

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Jürgen
Ja.Ja.Ja.Ja.

Danke.


Vielleicht könnte man das Änschie durch Jürgen ersetzen.

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Samstag, 8. Juli 2006
Klaus
Es gibt diese Menschen, die jeder -ausnahmslos jeder- kennt, der auch nur ein paar Mal das Nachtleben einer Stadt genossen hat. Entweder sie sind wirkliche Unikate oder sie sind penetrant.
Klaus war so einer. Er war beides. Eine penetrante Marke.
Er war eine Type. Über 1,90 groß, Hände wir Pranken, ein sehr markantes Gesicht und er hatte wirklich Charisma. Ausdauernd erzählte er viel und vor allem lang. Nie wusste man, ob die Geschichte nun wahr ist oder nicht. Und je mehr er gtrunken hatte, desto schlimmer wurde es mit den Geschichten.
Wahr ist: Klaus hatte eine wirkliche heftige Kindheit und wurde zigmal hin und her geschoben. Er war elendig lang in der Fremdenlegion (was er jedem bei der ersten Gelegenheit auftischte und dazu ein paar Legionsliederchen im allertiefsten Bass zum Besten gab), er war geschieden und hatte 3 Töchter. Das alles war noch verifizierbar. Der Rest dann gänzlich verschwommen.

Klaus war der Schrecken aller Kneipen, denn er zog so alle 2-3 Wochen los, um sich seinen Quartalsvollsuff zu holen. Das Ende vom Lied war: Hausverbot. Das galt aber in aller Regel nur für diese eine Nacht. Aggressiv war er nämlich nie, eher aufdringlich den anderen Gästen gegenüber. Er stand dann immer mit einem Glas Whiskey in der einen und einem Zigarillo in der anderen vor einem. Die ganze Erscheinung erinnerte stark an Heiner Müller (als Riese). Er konnte sich mindestens ebenso poetisch ausdrücken, was aber nie gekünstelt wirkte. Nahezu fließend die Grenzen dann ins Derbe, immer mit dem rollenden Marlene-Dietrich-R untermalt ("die besten Gedichte kommen mirrrrr auf dem Scheißhaus" oder "...haben wirrrr damals in Madagaskarrr mit 60 Mann ein Borrrdell gestürrrrmt").

Er war ein Unikum. Phasenweise gänzlich neben sich. Ich erinnere mich an folgende Unterhaltung:

Ich: "Wie gehts denn der Klara?" [seine Tochter, die ich kenne]
Er: "Welche Klara"
Ich: "Na Klara"
Er: "Klara?"
Ich: "Na deine Tochter"
Er: "....[er beginnt sich mühsam zu erinnern]...ach ja...die Klara..."


Lange sahs so aus, als nehme das kein gutes Ende mit Klaus. Aber siehe da....auf einmal: Alles neu macht die Frau hat er eine ebensolche kennengelernt und ist mittlerweile handzahm und hat den Alkoholexzessen abgeschworen. Er sieht nun aus, wie ein älterer Studienrat und wirkt beinah bieder....

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Ebay
Sollte jemand noch etwas über 300.000 € übrig haben und nicht wissen wohin damit, dann kann er in den Käfer von Jürgen Klinsmann investieren. Alternativ nehme natürlich auch ich Spenden entgegen.

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Freitag, 7. Juli 2006
Die ersten Ketzer...
...die es in der katholischen Kirche gab, haben bis heute überlebt: Die Waldenser.

Mittlerweile allerdings zerstreut in alle Winde. In Südamerika, in der Schweiz, den USA, Italien und auch in Süddeutschland. Dort hatten sie sich in einer dünn besiedelten Gegend niedergelassen.

Bis heute erinnern Gemeindenamen wie Serres, Corres, Pinache, Perouse oder Villars daran, woher die Gründer kamen (Savoyen und den Cottischen Alpen <- man nehme mal einen Atlas zur Hand und "fahre" von Turin gen Sestriere).

Auch die Namen haben sich erhalten: Die Roux, Durand, Gannes, Mortuaire oder Granget wohnen dort bis heute.

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Va pensiero sull´alli dorate...
....ich bin trotzdem dafür, dass es Frankreich macht. Wegen Zinedine Zidane.

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Kevin die Zweite
Ich hatte ja schon mal das Blog von Kevin Kuranyi genauer betrachtet, aber mittlerweile schießt das Ding alles bisher dagewesene ab.

Ich will gar nicht groß erklären, sondern lasse Kevin aka seinen Ghostwirter selbst reden:
Das Phänomen „CP“


Liebe Freunde,

seine Initialen „CP“ könnten auch für ChamPion stehen. „CP“ steht aber für Cristinao Ronaldo,
Danke, Kevin. Wirklich großartig!

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Die Idee ist gut, doch die Welt noch nicht bereit
Das ist die Geschichte von Zlatko. Zlatko heißt nicht wirklich Zlatko, aber das spielt ja auch keine Rolle. Er ist mir zum ersten Mal vor etwa 10 Jahren übern Weg gelaufen. Schon damals war er völlig hängengeblieben und hatte einige Aufenthalte in Psychiatrien hinter sich. Schwere Psychosen durchzogen sein gesamtes Leben. Sein Lebenslauf war entsprechend schillernd: Schule in Klasse 12 geschmissen und zur Fremdenlegion, wovon er dann wieder desertiert ist. Dann hat er alles mögliche gemacht, nur nix halbwegs produktives.
Gegen sämtliche Regeln und Konventionen hat er verstoßen. Seine nicht mal wenigen Talente hat er meist so eingesetzt, dass er davon immense Nachteile hatte.
So hat er einmal seine Wohnung frisch gestrichen (wogegen sein Vermieter wohl kaum etwas gehabt hätte, aber allerbunteste Graffitis waren ihm dann doch zuviel), was dazu geführt hat, dass er aus der Wohnung geflogen ist.
Auch danach hat er immer wieder Sachen gemacht, die ihn stadtweit berühmt gemacht haben:
Auf dem Zugdach mitfahren, um Kosten zu sparen (was einen mehrwöchigen Krankenhausaufenthalt zur Folge hatte, weil er bei der Einfahrt in einen Bahnhof vom Dach fiel),
danach hat er dann seine künstlerische Karriere fortgesetzt, indem er seine Umgebung verschönern wollte. Gegen die Kaffeetassen in den Bäumen hätte vermutlich niemand etwas gehabt, aber das Großflächengraffiti an einem frisch renovierten Haus war denn doch zuviel. Wieder einmal sollte er in die Psychiatrie, was in einen größeren Einsatz von Feuerwehr und Polizei mündete, weil er im 3. Stock auf dem Fenstersims balancierte.
Spätestens da hatte er im Wohnviertel den Spitznamen "Psycho" weg.
Zlatko war der Schreck sämtlicher Behörden. Die nämlich hatten sein Kommunikationssystem nicht verstanden. Das verstand er eigentlich nur selbst: Seine Briefe an Behörden sahen aus wie Erpresserbriefe. Er schnitt Buchstaben aus Zeitungen aus. Für Frau Merzig vom Ausländeramt löste er ein Etikett vom gleichnamigen Apfelsaft. Schwierig machte das Lesen der Pamphlete vor allem die Tatsache, dass er sich nicht an gängige Regeln hielt. So hat er die Briefe so geschrieben, dass man sie von unten nach oben und von rechts nach links lesen musste.
Der Erfolg seiner Eingaben, Petitionen, Wiedersprüche und Anträge war äußerst bescheiden.

Irgendwann begann er dann die Spirale zu überdrehen: Er wurde zum ersten Mal beim Klauen erwischt. Makeup. Dem Richter sagte er damals auf die Frage, weshalb er denn Sachen stehle, die ihm nichts bringen würden, dass dies seine Art des gesellschaftlichen Protests wäre.
Kleptomane war er aus Leidenschaft. Wenn man mit ihm unterwegs war, durfte man nie sagen, auf was man grade Lust hätte. Sonst hat ers einem geklaut.
Dann hat man ihn erwischt, wie er mit 5 Wintermänteln auf dem Arm ein Kaufhaus verlassen wollte. Er gab an, dass er die Dinger nicht für sich wollte und auch keinen Profitgedanken hatte sondern, dass er die unter Obdachlosen verteilen wollte (was ich ihm aufs Wort geglaubt hab). Aber: Die Idee ist gut, die Welt noch nicht bereit. Im allerletzten Moment kam er nochmal um den Knast rum (in dem er früher schon saß).

Und nun gings endgültig bergab. Der Tanz auf Messersschneide geriet zum Parforceritt in die Hölle:
Er setzte eigenmächtig seine Psychopharmaka ab und ersetzte selbige durch eine Unmenge an Drogen.
An einem Sommerabend erschien er vor mir. Bekleidet mit einer Unterhose, in Socken, einen blauen Müllsack um die Hüften und Alupapier in Starwarsmanier um die Brust gewickelt. Dazu in der Hand eine Schachtel mit Joints. Er wollte "mal schnell" einkaufen gehen. Auf meinen Einwand, so könne er unmöglich bei Aldi auftauchen, meinte er lapidar, dann gehe er eben zu Lidl.
Das hat dann dazu geführt, dass wir ihn zurück in die Wohnung bugsiert haben und dort wurde dann das ganze Ausmaß deutlich: Er hatte den Gasbackofen voll aufgedreht (ebenso den Gasherd) und in seiner Wohnung ein offenes Feuer entfacht. Das war dann der Schlusspunkt. Polizei und Ordnungsamt aber waren zu spät. In dem Moment, in dem ich eben diese angerufen hab ist Zlatko auf und davon. Er ward unauffindbar. Eine Nacht lang. Dann tauchte er wieder auf. Mit einem Messer. Sein Vater hat die Attacke grade eben so überlebt.
Das letzte Mal hab ich ihn im Prozess gesehen. Natürlich war er schuldunfähig, verbrachte einige Jahre in der forensischen Psychiatrie (wovon er immer wieder mal geflohen ist und tagelang in Wäldern gehaust hat), um dann endgültig gen Kroatien abgeschoben zu werden.
Ich hoff, es geht ihm einigermaßen gut.

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Die Vögel...
...haben einen solchen....einfach nur unerträglich laut da draußen...

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