Sonntag, 21. Mai 2006
Bad, 1932

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Samstag, 20. Mai 2006
Search Request
Bald kann ich mit den Suchanfragen eigene Geschichten schreiben:

Search request: weisheiten von jonny walker:
Search request: ist denn alles nur noch beschissen?
Search request: scheiss drogen
Search request: die frau von heute ist im stechschritt unterwegs
Search request: furzen mai-2006!

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Wellness III
Nochn Kracher. (Doch, wir schreiben das Jahr 2006)

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Freitag, 19. Mai 2006
Gemein ist...
...jemanden, der keinen blassen Schimmer von Geographie hat, auf einer Deutschlandkarte Mailand suchen zu lassen.

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Schwaaz Vere
Sowas wie der Störtebeker Süddeutschlands. Einer wie der Schinderhannes.

In der Region kennt jeder noch heute die Geschichte vom Schwaaz Vere. Der hieß eigentlich Xaver Hohenleitner und machte zu Beginn des 19. Jahrhundert die damalige Grenzregion zwischen Baden, Württemberg und Vorderösterreich (Habsburg) unsicher. Heute nennt man die Gegend Oberschwaben.

Zusammen mit anderen Männern und Frauen zog er zu Raubzügen übers Land. Mit Fide, Maucher, Glomm, dem schönen Fritz. Seiner Freundin Crescencia, der Keppler und den 3 Gebhardt-Schwestern
Er verteilte regelrecht Stellenanzeigen:

Wer den Galgen nicht scheut, die Arbeit nicht freut, der kommt zu mir, ich brauche Leut´.

So zogen sie zu Raubzügen, die bis heute dokumentiert sind: Dem Georg Bichsler aus Holzkirchen 4 Zentner Fleisch.
Dem Laucher eine Ziege und eine Kuh.
Bei den Schmidts im Argental hat der Vere die Mutter Anna umgebracht.

Und so ist denn die Ordnungsmacht aus Reutlingen und Tübingen aufmarschiert. Eine aus Veres Bande hatte einen Soldaten erschossen und so wurde er mitsamt seiner Bande 1819 bei Bad Waldsee verhaftet und nach Biberach verbracht. Dort meinte es das Schicksal nicht gut mit ihm: Noch ehe sein Prozess beginnen konnte, wurde der Schwaaz Vere im Juli 1819 im Turm vom Blitz erschlagen. Über die Kette in der Wand.

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Wellness II
Im Wellnesshotel...

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Donnerstag, 18. Mai 2006
Roger
Wer zur Hölle bietet 1200€ für ein Candle-Light-Dinner mit Roger Willemsen??????????

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Warum müssen denn alle Jim heißen?
Taveva Island. Ein winziger Flecken Insel. Ein letzter Vorposten der Zivilisation. Oder eben das, was man da noch Zivilisation nennen kann.
3 km lang, 1 km breit. Die Insel zu umrunden dauert nur ein paar Stunden. Stunden aber auch nur deshalb, weil es eine sehr felsige Nordküste gibt.

Es leben etwa 30 Menschen dauerhaft dort. Sie ernähren sich in erster Linie vom Tourismus. Die Kinder müssen ins Internat auf die Nachbarinsel und kommen nur am Wochenende. Sonntags ist Gottesdienst. Man ist sehr gläubig.

Es existieren eigentlich nur 3 männliche Vornamen auf der Insel: John, Peter und Jim.
Wir haben v.a. die Jims kennengelernt:

- Big Jim. Der Boss der Insel. In der Südsee ists noch arg hierarchisch.

- Little Jim. Der kleine Sohn von Big Jim.

- Jim. Der Barkeeper der kleinen "Bar".

- Super-Jim. Das Mädchen für alles. Sowas wie der persönliche Betreuer der Touris. Weil er als einziger passabel Englisch spricht. Schneller als ihn hab ich keinen Menschen je einen Baum hochklettern sehen.


Strom: 3 Stunden am Tag. Von 19-22 Uhr. Dann wird 2x vorgewarnt und beim 3. Mal schalten sie dann den Generator ab.
"Bar" geöffnet: 19-22 Uhr. Es gibt: Bier und Whiskey. Leider vergeht die Lust am Trinken schon wenn man die Bar betritt: Direkt neben dem Eingang liegen 2 Gräber der Vorfahren. Die sieht man dann wieder, wenn man wieder rausgeht.

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Eine deutsche Geschichte
Der Vater: Lebenslang überzeugter Sozialdemokrat, Patriot, begeisterter Weltkriegsteilnehmer. Das gabs mal wirklich.

Die Söhne:

1: Der älteste. Kommunist. Im Wiederstand aktiv und deshalb ins KZ verbracht.

2: Nummero zwo. Aktiver Nazi und Berufsoffizier in Hitlers Wehrmacht. Nach dem Krieg hat er das Hakenkreuz aus der Fahne geschnitten und wurde einer extremistischsten Kommunisten.

3: Drei. Eine politische Meinung durfte er nicht wirklich entwickeln, weil er blutjung Hitlers Rassenwahn im Kaukasus geopfert wurde.

4: Zeit seines Lebens Sozialdemokrat.

Nie, wirklich nie, gab es eine Zeit, in der sich alle verstanden hätten. Die Politik spielte dabei stets eine Rolle.


Übrigens: 2 hat keine Kinder, 1s Sohn ist Sozialdemokrat und 4s Sohn (das "schwarze Schaf") sitzt für die CDU im Gemeinderat.

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Search Request
Das ist mal eine Suchanfrage:

Search request: pädo -amazon -ebay -E-bay -patient -schule -glitter -dictionary -zahn -mp3 -billiger -füllung -marktplatz -gewerbe -hund -animal -dog -games -nintendo -cartoons -comic -baptist -baptismus -baptism -tools -tasche -bag -saddam -presbytery -sport -dentist, -camera


Das auch:

Search request: sie mir gesicht gefurzt

Dabei erfahre ich auch: Ich liege bei google diesbezüglich auf Platz 2. Ob ichs noch auf die 1 schaffe?

EDIT: Jetzt Platz 1. Irre.

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3,95€/Zehnerpack

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Mittwoch, 17. Mai 2006
Kava
Zampano und meine Wenigkeit sind grade im Erfahrungsaustausch in Sachen berauschende Mittelchen auf Reisen. Hier mein Beitrag.

Kava.

In der Südsee muss man das mitmachen. Eigentlich ja nur die Männer, aber im Interesse des Tourismus ist man mittlerweile auch bereit weibliche Reisende zu integrieren.

Kava ist ein Pfefferstrauch. Dessen Wurzeln werden gemahlen und dann wird die Brühe angesetzt: Das Pulver wird in ein Tuch eingeschlagen, dann wird Wasser drübergelert, das Tuch noch ein wenig im Wasser geschwenkt. Fertig.

Das Endprodukt sieht wirklich aus wie eine Dreckbrühe. Braun. Wie Dünnschiss. Oder wie eine dreckige Pfütze nach schwerem Regen.

Hilft alles nix. Muss man jetzt durch. Der erste zeigt, wie es geht: Halbe Kokosnuss voll, "Bula" sagen, in die Hände klatschen, der Rest sagt auch "Bula" und klatscht in die Hände, wech das Zeuch, wieder "Bula" und Händeklatschen, der Rest auch wieder "Bula", Klatschklatsch. Der nächste ist dran. Alles wieder von vorne. Und so geht das den ganzen Abend. Stundenlang.

Bula ist so ziemlich das nützlichste Wort, das es auf Fidschi gibt. Es heißt einfach alles: Hallo, Danke, Guten Morgen, Prost, Bitte....

Mittlerweile sind 2 Runden rum. Meine Frau meint, dass das Zeug beschissen schmecke und ohnehin die berauschende Wirkung ausbleibt. Stimmt nicht. Mit der 3. Runde kommt die Wirkung: Es ist ein Gefühl wie bei einer Oralanästhesie. Und mangels Gefühl im Mund- und Rachenraum verebben die Gespräche. Man hockt da und hört fidschianische Folklore.

Ein Bier ist besser.

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Saumäßig
Es war eine der grausamsten Nächte meines Lebens. Sie fand statt in den Drakensbergen in Südafrika. An der Grenze zu Lesotho. Wir -3 Ex-Zivis- fuhren da hin, weil wir den Sani Pass hochwandern wollten. Der Aussicht wegen. Der letzte Posten der Zivilisation war damals Underberg. Fast 30 km entfernt. Wir wollten in einem winzigen Backpacker schlafen, dessen Adresse mehr oder weniger per Mund-zu-Mund-Propaganda weitergegeben wurde.

Winzig war es denn auch. So winzig, dass es voll war. Aber wir konnten noch im Garten campen. Das Angebot nahmen wir an. War ne nette Wiese.

Erst aber sollten wir mal die Bong testen und ein Bierchen dazu trinken. Es war 2 Uhr am Nachmittag, die Sonne knallte vom Himmel und da ist man dann über eine kurze Pause ganz froh. Also erstmal ein Bierchen und....ja, doch...gerne mal ziehen an dem Ding. Wir setzen uns. Es ist lustig. Wir bringen den Kerls bei, dass wir Blubber dazu sagen. Fanden sie sehr spaßig. Es ist richtig nett. So sitzen wir auf der Terasse und haben viel Spaß. Sie zeigten uns "Erdloch rauchen", wir ihnen, was "Eimer rauchen" ist.
Bis einer von uns schlafen wollt. Es war mittlerweile 22 Uhr, kuhfinster und wir allesamt hackebreit. Ein weiteres Problem war: Wir hatten das Zelt nur geliehen und nie zuvor aufgebaut.

Erste Maßnahme war, das Auto richtig zu positionieren. Das musste ich Gottseidank nicht übernehmen. Dann Licht an damit wir was sehen. Wir konnten beginnen.

Kurz: Es war eine Katastrophe. Wir brauchten eine gute Stunde, sind dabei über die Schnüre gefallen, haben das Zelt immer wieder eingerissen und dabei wohl auch beschädigt. Das sollte sich noch rächen. Später.
Endlich stand das Ding. Die begeisterten Kerls auf der Veranda hatten das Schauspiel freudig begleitet und hatten Hilfeversuche schnell wieder abgebrochen als sie bemerkt haben, in welcher Konstitution sie selbst waren. Darauf lieber noch nen Blubber.

Einer von uns dreien konnts nicht lassen: Bläst sich tatsächlich ne Luftmatratze auf. Wir beiden anderen nannten ihn "Mamakind", "Jammerlappen" und "Weichei". Richtige Männer schlafen auf Isomatten. Das reicht ewig.

Wir haben dann noch ein Bier getrunken, 1 oder 2x beblubbert und uns dann schlafen gelegt.

Ein paar Stunden lang ging alles gut. Mitten in der Nacht wach ich dann auf, weils einen Wolkenbruch gibt. Es schüttet was runterkann. Neben mir seh ich den hilflosen Kollegen, der mit einer Kaffeetasse versucht, das eindringende Wasser wieder rauszubugsieren. Beim Aufbau hatten wir offensichtlich eine Naht weggerissen.
Ich merke: Mein Schlafsack ist schon partiell nass, den armen Kollegen rechts von mir hats schlimmer erwischt. Er kniet praktisch schon 5 cm im Wasser. Links von mir schläft das Mamakind den Schlaf der Gerechten Cleveren. Durch die Luftmatratze liegt er hoch genug. Er schläft auch selig durch, während wir den Untergang des Zelts bekämpfen. Aber es ist ziemlich sinnlos. Nach einer Stunde geben wir auf. Mir ist der Mensch rechts von mir wurschd. Ich weiß nicht, wie er dann geschlafen hat, bei mir gings so einigermaßen.


Frühmorgens bin ich als erster wach. Es ist kurz nach 5. Ich höre seltsame Geräusche. Es grunzt seltsam.
Anfangs denke ich noch im Halbschlaf, dass ichs träume und ignoriers. Aber es lässt sich nicht ignorieren, also grunzt es weiter.
Da beschließ ich dann, noch einigermaßen übernächtigt, verkatert und schlaftrunken, den Reißverschluß zu öffnen und nachzusehen. Ich zieh den Reißverschluß langsam hoch, schau raus und erschrecke zu Tode: In weniger als 1 Meter Abstand glotzt mich ein ausgewachsenes Hausschwein an und grunzt.
Ich beschließe, das nicht zu glauben und denke an Halluzinationen, Rauschnachwirkungen oder eine Fata Morgana.
Aber das Grunzen geht trotzdem weiter. Ich muss mich damit abfinden, dass das Ding real ist.

Es war wirklich real. Ihr Hausschwein war auf Streifzug gegangen...
Ich hab nen starken Kaffee gebraucht.

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Am falschen Produkt gespart
Bei so was schüttelts mich.

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Dienstag, 16. Mai 2006
Yeti
Mit Yeti habe ich mal zusammengewohnt. Wie Yeti eigentlich hieß, weiß ich heute schon gar nimmer. Alle nannten ihn so. Vermutlich weiß allenfalls seine Mutter noch, wie er richtig heißt. In jedem Fall trug er den Namen Yeti zurecht:

Er war an die 2 Meter groß, hatte als alter Heavy-Metal-Freak elendig lange -meist ungekämmte- Haare. Das hatten in der Zeit zwar viele, was ihn aber zum Yeti machte, war seine grauenhaft miserable Körperhaltung. Er konnte mit seiner Größe nicht umgehen und lief immer etwas nach vorn gebeugt mit Krummrücken. Sein Kopf war nach vorn gesackt in Richtung Brustkorb. Er hatte einen Gang wie Ozzy Osbourne. Die Arme baumelten schlaff und nutzlos an der Seite, dazu hatte er noch ziemliche O-Beine. Die Knie waren praktisch kaum existent. Zumindest nicht, wenn er gegangen ist.


Er sah sofort auf den ersten Blick aus wie ein Freak. Irgendwie war er das auch. Er hatte ein massives Alkoholproblem entwickelt. Im Prinzip war er daueralkoholisiert. Die Biere öffnete er entweder mit den Zähnen oder mit der Augenhöhle. Allein das fand ich meist eklig.


Eines Abends hat er dann einen Teil der Zukunft in den Sand gesetzt. Mitten in der Nacht kam die Polizei.
Yeti hatte nach einem Scorpions-Konzert auf der Heimfahrt einen Unfall gebaut. Er war mit seinem uralten Audi 80 an einer T-Kreuzung kerzengeradeaus gefahren und hatte ein Telefonhäuschen zerstört. Danach war er mit dem völlig demolierten Auto noch die letzten Kilometer nach Hause gefahren und hatte dabei noch eine lange Ölspur hingelegt.
Die Polizei kam deshalb schnell auf ihn. Zum einen wegen der Ölspur, die bis kurz vors Haus führte, zum anderen hatte er sein Nummernschild liegenlassen und zu allerletzt lagen zig weitere Teile eines über 15 Jahre alten grünen Audi 80 rum, die alle wohl über kurz oder lang zu ihm geführt hätten. Besonders aufgeräumt war er nie, hat er nie. Das rächte sich jetzt.

Haben ihn dann gleich mitgenommen. Fahrerflucht, Fahren unter Alkoholeinfluss, Sachbeschädigung.

Beamtenbeleidigung war am Ende auch noch dabei.

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Bungee
Ich wollte das nicht. Nie. Verstanden hatte ich das nie.

Wir waren in Südafrika. An einer Brücke entlang der Garden Route haben sie Bungeejumping veranstaltet. Das wussten wir. Und weils ohnehin auf dem Weg lag, sind wir mal schnell rausgefahren. Einfach mal zuschauen. Minutenlang ergötzen wir uns daran, wie bescheuert jemand sein muss, der sowas macht.
Dann ist eine blutjunge Engländerin dran. Die kommt schon kaum übers Geländer. Dann steht sie vorn und versucht mühsam die Arme auszubreiten. Sie zittert. Sie hat Angst. Sie weint fast. Jetzt weiß ich, was es heißt, wenn einem sprichwörtlich die Füße schlottern.
2 Minuten reden sie auf sie ein. Was ich nie dachte: Sie springt. Selbständig. Weg is sie...

In dem Moment denk ich nur noch: "Ja, ich auch. Blöder stell ich mich nimmer an."
Ab da läuft alles wie in Trance: Zurück zum Auto, Geld holen, anmelden, warten, Seil umschnallen. Geht alles von alleine und alles ist elendig lange weg.

Dann komm ich dran: Über die Brüstung ist kein Problem. Noch ist alles ganz cool. Man fragt mich, ob alles ok sei. Na klar. Frau steht zum Foto bereit. Sie erzählt mir hinterher, dass mein rechtes Auge extrem gezuckt hätte. Ich hab das nicht mal bemerkt.
Dann zählen sie den Countdown. Von 5 runter. Bis 1 ist alles relativ locker. Bei 1 frag ich mich, wieso ich verdammt nochmal hiersteh. Ich überleg mir, dass es eine ziemlich bescheuerte Idee war, das jetzt zu tun und ich bin mir im Klaren, dass ich es mit Sicherheit nicht machen werde.
Und dann kommt 0. Für mich war zwischen 1 und 0 eine Viertelstunde vergangen (tatsächlich wars 1 Sekunde). Ich beschließe, dass ich runter muss. Koste es, was es wolle....

Und so stelle ich mir vor, ich würde einen Stuhl runterhopsen, mach die Augen zu und es geht abwärts....


".....wie dumm muss man sein", denk ich während des Falls und mach auch die Augen auf. Blöderweise. 3 Sekunden freier Fall sind beschissen lang und ich hab einfach nur Todesangst.

Dann macht es endlich plopp, man wird nach oben gerissen und das Gehirn rastet gänzlich aus. Man fühlt sich wie berauscht. Wie auf Drogen.

Unten kommt man an, wird abgeschnallt und sieht die ganzen Jungs und Mädels, die es vorher getan haben. Alle mit einem dicken Grinsen im Gesicht. Man weiß: Ich hab das gleiche Grinsen. Keiner sagt auch nur ein Wort.

Oben angekommen dann die überflüssigste Frage, die man jetzt stellen kann: "Wie wars?"

Ich konnte eine Stunde lang nimmer Auto fahren und selbst abends im Bett bin ich noch auf- und abgewippt.

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Autobahn, linksrheinisch, Raststätte Hunsrück
Gesammelte Grausamkeiten, die nächste.

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Montag, 15. Mai 2006
Das Bombenattentat
Klasse 5. Wir haben viel Spaß. Vor allem damit, die Grundschüler zu ärgern. Die nämlich mussten um 11 oder 12 direkt an unserer Schule die Fußgängerzone passieren. Der Spaß bestand darin, sie aus dem 2. Stock mit Wasserbomben zu malträtieren. Getroffen haben wir sie nie. Entweder waren sie schneller oder sie haben gewartet, bis der Unterricht bei uns weiterging oder sie haben einen kleinen Umweg gewählt.
So hatten wir uns daran gewöhnt, allein das Bombardement schon lustig zu finden.
An einem Tag war es eigentlich wie immer: Wir standen geschlossen an der Fensterfront und warfen, was die gefüllten Luftballons hergaben. Die Grundschüler rannten (und hatten auch ihren Spaß am Spiel).
Ein Fenster weiter fliegt eine satte Bombe aus dem Fenster. Wir alle sehen noch, wo sie landen wird: Mitten im Dekolleté einer semialten Frau. Da haben wir kollektiv einen Fehler gemacht. Wir sind allesamt in Deckung gegangen. Auch die, die nicht geschmissen hatten. Die 5 anderen Fensterfronten haben gegröhlt. Die unsere war leer. Bei offenem Fenster. Ziemlich schnell war also klar, wo das Geschoss herkam.

Der Übeltäter musste sich das noch zig Jahre später seitens der Lehrer anhören ("soso, du bist also der mit der Wasserbombe...")

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Manana
Als ich Marks Automobile Aha-Erlebnisse gelesen hab, ist mir spontan eine alte Geschichte eingefallen.

1993 wars. Wir waren mit 2 alten und klapprigen Autos unterwegs in Richtung Atlantik. Im uralten Citroen 4 Personen, in meinem 10 Jahre alten und über 250.000 km gelaufenen Fiat Uno 2 Personen plus das gesamte Gepäck.
Speziell wir im Fiat müssen wirklich wild ausgesehen haben. Der Beifahrer hatte nen Iro, zerissene Jeans und ein löchriges T-Shirt, ich eine verwegene Mischmaschfrisur aus Philip Boa, Eddie Vedder und Robert Smith. Dazu Klamotten im schwarzen Indie-Gothic-Stil. So wild, dass man uns an der deutsch-französischen Grenze erstmal 2 Stunden lang auf Drogen untersucht hat. Hätten sie mal besser bei den anderen gesucht. Sein und Schein und stille Wasser und so...


In der Nähe von St.Etienne bemerken wir erstmals Probleme mit dem Fiat. Springt nach Tankstopp nimmer an. Ein netter Mensch klärt uns blutjunge Autodilettanten auf: Der Anlasser. Tatsächlich helfen ein paar Hammerschläge und es funzt wieder. In der Folge lernen wir auf der Strecke zwischen St.Etienne und Bordeaux, wie man das Ding wieder zum Laufen kriegt: Mit dem Hammer oder aber alternativ anschieben, eine Steigung runterrollen lassen und aufspringen. Die erste Woche gehts einigermaßen gut. Aber man muss immer öfter und heftiger hämmern.

Mitten in einem Kreisverkehr in Bilbao ist dann endgültig Schluss. Nix geht mehr. Um einen herum: Dauerhupende und fluchende Spanier -respektive: Basken. Wir lernen ziemlich schnell einen Großteil des spanischen Schimpfwortvokabulars und brauchen einen Abschleppwagen.

Damals war Bilbao noch nicht Guggenheim sondern nur eine potthäßliche Industriestadt. San Sebastian war nett, aber Bilbao eine öde Steinwüste.
Die Mechaniker antworteten auf die Frage, wie lange es denn dauern würde mit dem Wörtchen "manana". Schön. Morgen. Wir frischselbständigen Volltrottel -mit der spanischen Mentalität noch gänzlich unerfahren- haben das tatsächlich geglaubt und sind fröhlich am nächsten Tag wieder aufmarschiert.
Natürlich war noch nix gemacht. Stattdessen sehen wir, wie die Jungs wirklich arbeiten: Irgendnen Motor anwerfen, dann 2x kurz Gas geben, weglaufen, Zigarettenpause, wieder kurz Gas geben, in den Motor schauen, kurz was schrauben, Vesperpause.

An Tag 3 lernen wir ein Pärchen aus Neuseeland kennen, das uns erzählt, sie stünden mit ihrem Wohnmobil schon knappe 2 Wochen hier blöde rum.
Da haben wir uns dann zusammengetan. Mittlerweile war auch der Citroen gestorben und in der gleichen Werkstatt.
Mario hat sich mit dem Neuseeländer unterhalten und die beiden hatten eine großartige Idee. Derart dreist, dass sie nur von Iro-Mario kommen konnte: Die beiden erzählten den Mechanikern, dass sie aus dem Hotel geflogen wären und nun in den Autos schlafen würden. Dann breitete Mario eine Isomatte auf der Rückbank aus und warf seinen Schlafsack rein. Der Neuseeländer samt Freundin verschwand im Wohnmobil.
Das wiederum passte den Basken nicht, weil die Autos in ihrer Werkstatt standen und sie wohl dem Punk mit dem Iro überhaupt nicht trauten. Und weil sie die Arbeit bereits begonnen hatten, mussten sie den Job auch fertig machen. So schnell wie möglich....was sie auch taten.

Wenigstens wars vergleichslos billig. Im Vergleich zu Deutschland.

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Billiger Mist, der auch noch scheiße aussieht
Nein! Sowas häng ich nicht daheim auf.

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Montag, 15. Mai 2006
Peinlichkeiten
...was mir während meiner Jugend wirklich peinlich war:

Ich war etwa 17 oder 18, war grade ausgegangen und hatte eine Frau kennengelernt. Die hatte ich mit heimgenommen und beschlossen, am nächsten Morgen etwas später schulischen Pflichten nachzugehen.
Plötzlich entert meine -wohl um meine Zukunft besorgte- Mutter mit einem (Alibi-) Wäschekorb das Zimmer.
Meine Mutter hat sie behandelt wie die potentielle Schwiegertochter....

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Baumarkt

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Samstag, 13. Mai 2006
Spot the Difference
Sehr geniale Aktion von Herrn Radke...

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Das Klassenbuch
Die ganze Schulkarriere über waren wir ein ziemlich eingeschworener Haufen.
"Wir", das waren zu Beginn 8 Jungs. Im Laufe der Jahre gingen infolge indiskutabler schulischer Leistungen 2 davon abhanden. Blieben die letzten beiden Schuljahre noch 6 übrig.

Wir galten lange Zeit als Schrecken der Schule. "So eine schlimme Klasse hatten wir noch nie", hieß es. Aber das sagen sie ja immer über jede Klasse.
Man sagte uns, dass uns keiner unterrichten wollte und auch die Fahrt ins Schullandheim wegen uns 6 nicht stattfinden wird. Keiner der Lehrer sei bereit, dieses Risiko auf sich zu nehmen.

Wir begannen, uns in unserer Rolle zu gefallen und spielten die Anarcho-Rolle sehr gern mit: Im Englischunterricht beispielsweise mussten noch vor Unterrichtsbeginn 2 von uns den Saal verlassen und es war gut möglich, dass noch der ein oder andere nachkam. Für uns eine prima Gelegenheit, im Kiosk nebenan ein Bier zu trinken.

Wir, das waren:

- L.: Ihn verdächtigten sie lange, der Rädelsführer zu sein. In einigen "Affären" war er durchaus auch der Ideengeber gewesen. Bereits sein Bruder hatte mächtig Ärger mit den Lehrern und daher war er quasi von Beginn an "notorisch".

- H.: Einer, der eigentlich kein Wässerchen trüben konnte. Auf den ersten Blick. Auch wenn er chronisch bleich war und damals eher harmlos aussah....er war immer mit von der Partie. Bei allem.

- K.: Den hatten sie immer auf der Rechnung, wenn es um Blödsinn ging. Sehr ärgerlich fanden sie, dass K. trotz allerlei Schandtaten einer der Klassenbesten war.

- W.: W.s lange Schulkarriere hatte bereits diverse Schulen durchlaufen. Er galt als stinkefaul. Was er auch war. Dennoch hat er denn doch mit einem bewunderswertem Minimaleinsatz noch seinen Abschluss hingedeichselt.

- F.: Auch F. war immer und überall dabei. Sie appellierten an sein christliches Elternhaus, an seine Moral....es half alles nichts. Ihm machte es einfach Spaß. Zu allem Überfluss war F. auch noch Klassensprecher. Demokratisch gewählt. Das fuchste sie wohl am meisten.

- Tja. Und dann noch ich. Mein schulischer Einsatz wurde wohl nur noch durch W. unterboten. Trotzdem waren meine Noten noch einigermaßen passabel. Die Lehrer nannten mich "stinkfaul" und dass ich das alles noch bereuen werde (tue ich bis heute nicht). Sie fanden mich "provokant" und "vorlaut" und ich hätte einen völlig fehlgeleiteten Humor.


Eines Nachmittags saßen wir 6 beisammen. In Erwartung der Nachmittagschule. Die Schulkarriere neigte sich langsam dem Ende entgegen. Die schriftlichen Prüfungen hatten wir vor ein paar Tagen beendet.
Jeder von uns hatte schon ein paar Einträge und Verweise hinter sich: "Stören des Unterrichts", "Karateunterricht für S." (wir hatten einem Mitschüler ein blaues Auge gehauen und dies unter "Karate" verbucht; der Mitschüler traute sich nicht, auch nur nen Piep zu sagen), "Beleidigung eines Lehrers" undundund.

Dann passiert es: Irgendeiner von uns (ich weiß nicht mal wer) wirft das Klassenbuch/Tagebuch einmal quer durch den Raum. Ein anderer wirft es zurück. Ein lustiges Spiel beginnt. L. -passionierter Fußballer- versucht einen Fallrückzieher.
Darauf schneide ich die Vermerke und Einträge mich betreffend mit der Schere aus. So als kleines Andenken.
Etwa 20 Minuten später sah das Ding arg zerfleddert aus. Und wir standen vor der Frage: What shall we do with this book?

Es fand eine Abstimmung statt. Schön demokratisch. Zur Auswahl stand: Wieder auftauchen lassen und so tun, als wüssten wir von nix. Oder: Standesgemäße Verbrennung und rituelle Einäscherung.
Die Abstimmung endete 4-2. Fürs Verbrennen. Ich war seinerzeit auch fürs Feuer.

Und so fuhren wir einige Hundert Meter hinaus ins Grüne, L. drehte den Benzinhahn an seinem Mofa auf und dann zündeten wirs an. Herrlich. Es brannte nahezu komplett nieder. Bis auf einen traurigen Rest. Den verbuddelten wir.


Am nächsten Tag fiel auf, dass das Ding fehlte. Natürlich kamen sie zuerst auf uns. Wir beteuerten unsere Unschuld. Tja, und dann wurden ihre Mittel fies: Sie drohten (in unserer Abwesenheit) unseren Mädels damit, dass ihnen die Aschlusszeugnisse verwehrt würden und allesamt von der Schule verwiesen würden. Außerdem sei bereits die Polizei informiert. Diesen Druck hat dann die ein oder andere nicht mehr ausgehalten und so haben sie dann gesungen. Zumindest das, was sie wussten.
Seitens der Schule wars ohnehin klar: Wer (außer uns) hatte schon Interesse, das Ding verschwinden zu lassen?

Und so haben wir uns gestellt. Alle. Man befragte uns einzeln: L. kam nach weniger als 10 Sekunden wieder raus. Er hatte auf die Frage, wer denn Schuld sei "Jim, Jack und Johnny" geantwortet. Das hatten sie nicht verstanden und nochmal nachgefragt. Er meinte Jim Beam, Jack Daniels und Johnny Walker.
Auch wir hielten dicht. Wir seien es alle gemeinsam gewesen (was ja auch stimmte). Und dann die grausige Frage: Wo ist es?
Das machte deutlich, dass sie bisher davon ausgingen, dass es sich nur um ein Kidnapping nicht aber um ein tödlich verlaufenes Kidnapping handelte.

Wir erzählten die Wahrheit. Verbrannt und verbuddelt.

Sie glaubt uns nicht und schickten F. die Überreste auszugraben. Er erschien 20 Minuten später wieder mit der Asche in einer Plastiktüte.


1 Woche später beriet die Schulkonferenz über unser weiteres Schicksal. Rauskam:

- Wir hatten die finanziellen Kosten zu tragen für die Wiederbeschaffung eines neuen Klassenbuchs. 15 DM. Geteilt durch 6! (Hätte ich gewusst, wie wenig das kostet, ich hätte 10 verbrannt)

- Teilnahme an der mündlichen Prüfung erlaubt, ansonsten Hausverbot für Schule, Turnhalle und das gesamte Schulgelände.

- Eintrag in Schulakte

- Abschlussfeier gestrichen

- Abschlusszeugnis per Postboten



...und damit machten sie uns zu Helden. Die kleineren betrachteten uns mit großen Blicken, im Schwimmbad wurde getuschelt ("ist einer von denen mit dem Klassenbuch"). Wir fühlten uns wie Superstars.
...ganz ehrlich gehts uns heut noch ein bißchen so. Die Geschichte ist bis heute an der Schule präsent und wir haben bis zum heutigen Tag nichts bereut. Gar nichts.

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Unser Haustier

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Freitag, 12. Mai 2006
Verstopfung
Sie wollte es so

Wie wir einmal zu dritt Verstopfung hatten.

Kuba. Baracoa. La Rusa. Ein 1-Sterne-Hotel. Da schläft man eigentlich nur deshalb, weil da halt auch mal Fidel Castro, Che Guevara oder Errol Flynn gepennt haben. Und wenn man sich die Betten so anschaut, meint man den Hauch der Geschichte nicht nur bildlich riechen zu können.

Wir saßen also in dem Hotel und irgendwie hatte ich ein Drücken in der Magengegend. Ich habe schon bitter bereut, diese (leckeren) Pfannkuchen gegessen zu haben, die sie am Hafen in einem ehemaligen Ölfass zubereiten.
Vielleicht lags auch an dem "Security"-Mann, der soeben ins Zimmer kam und angeboten hat, das Auto zu bewachen mit dem Hinweis, dies sei eine gefährliche Gegend und wenn er einschlafe, sei für nichts zu garantieren (Ergo: Zahl besser, wenn du morgen früh noch Räder haben willst).

Ist ja ein unangenehmes Thema mit dem Magen. Irgendwie scheiße. Richtig scheiße. Und wenn ich richtig gerechnet hab, war ich sicher seit Tagen nicht mehr Darm entleeren.
Aber den beiden anderen gings auch nicht viel besser. Auch die klagten ihr Leid.



So beschlossen wir denn, gegen die Verstopfung vorzugehen. Erstmal mit biologischen Waffen: Eine der Akteurinnen war der Meinung, Ananas wirke als Abführmittel. Somit schnell auf den Markt und jedem eine Ananas gekauft.
Die andere Akteurin meint, Gastrosil könne hilfreich sein. Also kriegte jeder ein paar Tropfen Gastrosil.
Hat dann auch tatsächlich irgendwann mal geholfen: Die 2 anderen haben sich in die jeweilige Örtlichkeit zurückgezogen....

Nur bei mir: Funkstille. Und so leere ich mir noch mehr Zeugs rein. Was eben die Reiseapotheke hergibt: Novalgin (ich weiß, das ist in solchen Fällen völlig blödsinnig. Aber Novalgin ist eben auch beruhigend. Irgendwie.), die noch fast volle Fläschchen Gastrosil und dazu ein paar Liter Bier (beruhigt auch).
Und Gottseidank: Irgendwann gehts dann doch....Details zu Menge oder Konsistenz werden nach Vertrauensprüfung allenfalls via EMail beantwortet.

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China
Sommer 2003, die Bahnfahrt von Wuhan nach Shanghai.
Wir haben Schlafwagen gebucht, weil die Fahrt an die 20 Stunden dauert. Viererabteil. Gegenüber eine Chinesin mit ihrer Enkelin. Sehr nett, sehr freundlich, sehr neugierig, sehr aufgeschlossen.
Radebrechend und mit Händen und Füßen kommunizieren wir ein bißchen. Aber irgendwann ist eben Schluss. Und so geht es eher in Lächeln über...

Die etwa 70 Jahre alte Frau fährt zum ersten Mal in ihrem Leben nach Shanghai. Und zum allerersten Mal in ihrem Leben hat sie sich von der Teenagerenkelin überreden lassen, Pepsi zu kaufen. Erst will sie das nicht trinken und den gesamten Vorrat (immerhin ein Sixpack) der Enkelin überlassen. Aber die kennt keine Gnade. Oma muss mittrinken. Pepsi ist cool. Und wenn Oma Pepsi trinkt, ist auch Oma cool. Und der coole Pepsi-Teen kann dann den Repräsentanten der westlichen Kultur (in dem Fall uns) zeigen, dass auch coole Pepsi-Teens coole Omis haben können. Auch und gerade in China.

So fängt die arme Frau ihrer Enkelin zuliebe an, Pepsi zu trinken. Aus der Dose. Schon das war für sie irgendwie gewöhnungsbedürftig. Tapfer trinkt sie ein paar Schlucke. Vermutlich wäre ihr ein Tee jetzt lieber. Aber sie trinkt weiter. Nix anmerken lassen...


Wir hatten bis dahin schon gut 3 Wochen in China verbracht, und waren nach mehrtägiger Fahrt auf dem Yangtse (Wir beide, 3 Engländer, etwa 150 Chinesen) einiges gewohnt: Abstriche in den hygienischen Standard von v.a. Toiletten hatten wir hingenommen, wir hatten gelernt, dass chinesische Betten u.U. verdammt kurz sein können (1,80m) und wir hatten gelernt, dass einige (nicht alle) Chinesen mit Vorliebe exakt das machen, was ein gewöhnlicher Mitteleuropäer seinen Kindern als allererstes "austreibt": Beim Essen schlürfen und schmatzen. Rülpsen. Rotzen. Und das allerschlimmste: Kotzen. Das war am übelsten: Diese ganz tief aus den hintersten Bronchienwinkeln -mühsam und unter Kraftanstrengung mit entsprechend lauten Begleitgeräuschen- hervorgeholten, wiederkäuartigen Elemente, die selbst in Hotelhallen, Restaurants und in Zügen allgegenwärtig waren. Es war -v.a. in den Hutongs, den traditionellen rein chinesischen "Stadtdörfern"- phasenweise ein Slalomlaufen. Vor einem, hinter einem und überhaupt überall: Immer wieder ein langes und gezogenes "Cccchhhhhhhhhrrrrrhhccchhhh", gefolgt von dem kurzen -den Verursacher augenscheinlich glückseligmachenden- "Tttuuuu".
Irgendwann gewöhnt man sich an alles.


So saßen wir mit der Oma und der Enkelin gemeinsam im Abteil. Wir teilten uns mittlerweile alles mögliche: Wir hatten Tütensuppen, sie hatten Wackelpudding, wir hatten Wasser, sie hatten Kekse. Alles in allem sehr fröhlich und unterhaltsam. Natürlich mussten wir wieder mal mit allen gemeinsam aufs Foto (mich würde wirklich interessieren, in wievielen chinesischen Familienalben ich als Exot herumgereicht werde).
Omi nuckelt noch immer an ihrer ersten Pepsi. Mittlerweile bekommt ihr selbige nicht mehr: Es stößt ihr auf. Vermutlich die Kohlensäure. Also fängt sie an, kontinuierlich zu rülpsen. Fast wie ein Uhrwerk.

Es hört sich extrem witzig an, wenn so eine 70jährige permanent vor sich hin Töne absondert, die man eigentlich sonst eher selten hört.
Dann verzieht sich die Enkelin in den Speisewagen. Das ist die Gelegenheit für die Alte: Sie schenkt uns ihren Anteil Pepsi (2 Dosen) und gibt uns zu verstehen, dass sie das Zeug nicht mag. Wir verstehen: Pepsi trinken bis die Enkelin wiederkommt. Kein Problem.


Die Dimensionen in China sind -was die Lebensräume angeht- oft bescheiden: Die Häuser sind oft klein, eng und niedrig. Betten sind generell zu kurz.
Toilette, Waschbecken und Dusche können durchaus auf 0,6 m² untergebracht sein.
Und so sind auch die Abteile in Zügen recht klein: Höhe: Vielleicht 2,10m. Länge: 2m. Breite: 2m. Und da sind dann 4 Pritschen untergebracht.


Irgendwann steht die Omi auf, dreht sich um und beginnt in dem Gepäck auf der oberen Pritsche herumzukramen. Wir müssen etwas Platz machen, damit sie überhaupt richtig stehen kann. Sie ist keinen halben Meter vom Kopf meiner Reisebegleitung entfernt.
Mitten in das gemächliche Rattern des Zugs ein lautes Geräusch. Richtig laut.

Reisebegleitung: "Ich glaub, die hat mir ins Gesicht gefurzt."

Ein paar Sekunden später riechen wir es....

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