... newer stories
Donnerstag, 21. April 2011
...
gorillaschnitzel, 17:47h
Dieses Foto war 2007 das Weltpressefoto des Jahres. Damals bin ich zum ersten Mal auf Tim Hetherington aufmerksam geworden. Irgendwas hat er anders gemacht als andere Fotografen. Viele Fotografien waren faszinierend, manche erschreckend. Letztes Jahr kam "Restrepo" raus, eine der besten Dokumentationen, die ich je sah und für den Oscar nominiert. Tim Hetherington. Für mich einer der besten Fotojournalisten der Welt.
Gestern wurde Tim Hetherington in Misurata, Libyen, getötet.
Gestern wurde Tim Hetherington in Misurata, Libyen, getötet.
Montag, 18. April 2011
Vang Vieng, Laos
gorillaschnitzel, 02:03h
Die Fahrt nach Vang Vieng begann früh, viel zu früh. Und sie begann in einem viel zu kleinen Bus, in den man mich geklemmt hatte. So saß ich dann etwa 4 Stunden völlig bewegungsunfähig da und wurde Steigungen hoch und runtertransportiert. Man hatte mich so eingeklemmt, dass man mich im Unfallfall wahrscheinlich nicht mal hätte rausschneiden können. Bewegungsunfähig hat den Vorteil, dass es völlig egal ist, in welche Kurve sich das Gefährt legt und auch egal ist, wie die Geschwindigkeit dabei grade ist. Nachteil ist, dass Sie irgendwann mal Thromboseängste kriegen und Ihnen die Füße Beine einschlafen und es hinterher zig Minuten braucht, bis die wieder einsatzfähig sind. Noch elendiger wird es, wenn man weiß, dass nochmal 3-4 Stunden eingeklemmterweiße vor einem liegen. Aber selbst das ging dann vorbei, was vor allem an der grandiosen Landschaft lag. Einmalig diese Hügel.

Vang Vieng liegt wunderschön. Deshalb haben es die Touristen für sich gepachtet. Hier haben Sie jetzt die Wahl zwischen Normalhieranwesenden und besoffenen Australiern. Letzteres empfiehlt sich wirklich nur als besoffener Australier. Der Tagesablauf australischer Backpacker in Vang Vieng geht so: Mittags aufstehen, dann mit dem Autoreifen den Fluss runter und sich dabei in Flussbars besaufen, anschließend sturzhagelvoll zurückkommen, sich in eine Bar legen, "Friends" gucken, kiffen und Mushroom-Shakes trinken und wenn es nicht mehr geht wird man zum Hostel transportiert.

Weniger rauschveranlagte gehen wandern, klettern, kayaken oder Höhlen schauen. Oder mieten sich einen Motorroller und donnern dann....

....erstmal über diese Brücke:


Einmal quer durch die Täler. Hier mal kurz ein bißchen wandern, dort eine Höhle. Und überall wundere ich mich über die Laoten, weil die immer wieder winken oder "sabaidi" (hallo) schreien oder gleich englisch "come in" sagen. Man ist natürlich mißtrauisch und hält das für irgendeinen Touristennepp, bei dem man hinterher ein paar Hundert Euro weniger in der Tasche hat, dafür aber dann eine Laotin als Frau und 5 Kinder obendrauf. Auf die Idee, dass die Menschen nur freundlich sein möchten kommt man erst spät. Wenn man Pech hat.

Und ich hatte Pech. Nach ein paar Tagen kam eine fette Regenfront. In Laos regnet es in dieser Jahreszeit so etwa an einem Tag im Monat und genau den habe ich erwischt. Und wie ich dann durchnässt an einem Getränkestand anhalte und ein Beerlao (das beste Bier Südostasiens) trinken möchte, habe ich eines dieser wunderschönen Erlebnisse:
Es gibt kein Beerlao. In Vietnam hätten sie jetzt Privatbestände verkauft, in Kambodscha wäre einer losgelaufen und hätte eins aufgetrieben, in Thailand käme das nicht vor. In Laos schreit die Frau des Ladeninhabers "here Beerlao" und dann wird man zum Bier eingeladen und sitzt auf einmal mitten zwischen ein paar Laotenfamilien beim Essen, was zwar sprachlich hochgradig schwierig ist, aber ein bißchen Kritzleien für die Kinder und Lächeln aller Erwachsenen helfen auch weiter.



Und nun hab ich Ihnen noch einen Hund mitgebracht. Nicht irgendeinen Hund. DEN Hund. DER Hund wird man, wenn man sich überall und zwar wirklich überall ablegen kann. Dieses Exemplar lag unbeeindruckt mitten auf der Straße und wich auch dann nicht, wenn Busse wild hupend ankamen und dann um ihn drum rum fahren mussten.


Vang Vieng liegt wunderschön. Deshalb haben es die Touristen für sich gepachtet. Hier haben Sie jetzt die Wahl zwischen Normalhieranwesenden und besoffenen Australiern. Letzteres empfiehlt sich wirklich nur als besoffener Australier. Der Tagesablauf australischer Backpacker in Vang Vieng geht so: Mittags aufstehen, dann mit dem Autoreifen den Fluss runter und sich dabei in Flussbars besaufen, anschließend sturzhagelvoll zurückkommen, sich in eine Bar legen, "Friends" gucken, kiffen und Mushroom-Shakes trinken und wenn es nicht mehr geht wird man zum Hostel transportiert.

Weniger rauschveranlagte gehen wandern, klettern, kayaken oder Höhlen schauen. Oder mieten sich einen Motorroller und donnern dann....

....erstmal über diese Brücke:


Einmal quer durch die Täler. Hier mal kurz ein bißchen wandern, dort eine Höhle. Und überall wundere ich mich über die Laoten, weil die immer wieder winken oder "sabaidi" (hallo) schreien oder gleich englisch "come in" sagen. Man ist natürlich mißtrauisch und hält das für irgendeinen Touristennepp, bei dem man hinterher ein paar Hundert Euro weniger in der Tasche hat, dafür aber dann eine Laotin als Frau und 5 Kinder obendrauf. Auf die Idee, dass die Menschen nur freundlich sein möchten kommt man erst spät. Wenn man Pech hat.

Und ich hatte Pech. Nach ein paar Tagen kam eine fette Regenfront. In Laos regnet es in dieser Jahreszeit so etwa an einem Tag im Monat und genau den habe ich erwischt. Und wie ich dann durchnässt an einem Getränkestand anhalte und ein Beerlao (das beste Bier Südostasiens) trinken möchte, habe ich eines dieser wunderschönen Erlebnisse:
Es gibt kein Beerlao. In Vietnam hätten sie jetzt Privatbestände verkauft, in Kambodscha wäre einer losgelaufen und hätte eins aufgetrieben, in Thailand käme das nicht vor. In Laos schreit die Frau des Ladeninhabers "here Beerlao" und dann wird man zum Bier eingeladen und sitzt auf einmal mitten zwischen ein paar Laotenfamilien beim Essen, was zwar sprachlich hochgradig schwierig ist, aber ein bißchen Kritzleien für die Kinder und Lächeln aller Erwachsenen helfen auch weiter.



Und nun hab ich Ihnen noch einen Hund mitgebracht. Nicht irgendeinen Hund. DEN Hund. DER Hund wird man, wenn man sich überall und zwar wirklich überall ablegen kann. Dieses Exemplar lag unbeeindruckt mitten auf der Straße und wich auch dann nicht, wenn Busse wild hupend ankamen und dann um ihn drum rum fahren mussten.

Die Presse lüücht
gorillaschnitzel, 02:00h
Viele Journalisten lese ich gerne. Ich mag beispielsweise Gisela Friedrichsens Justiz- und Gerichtskolumnen. Wahrscheinlich deshalb, weil das kein Mann so schreiben würde oder könnte. Oder Giovanni di Lorenzo und ein paar andere.
Aber der Journalismus wäre vermutlich die allerletzte Profession des Planeten die idiotenfrei wäre. Da treibt es einige Zeilenhuren um und dabei meine ich noch nicht mal die Blöd-Zeitung. Ein wirklich lustiges Exemplar ist beispielsweise der hier. Seine bierliche Fehlleistung damals, bei der er sich falsch korrigierte war ja noch ganz lustig, aber der Mensch durfte am Tag nach dem Stuttgarter 30.09. schreiben, dass es ungehörig sei, Brandsätze und Steine zu werfen und Kinderwagen hätten an vorderster Front auch nichts verloren. Man weiß nicht, wo er Steine, Brandsätze und Kinderwagen an der Front her hatte. Ich vermute mal, dass er sich das sesselfurzend in der Redaktion ausgedacht hat.

Wie man sich halt was ausdenkt, wenn man zu faul ist, sich Informationen einzuholen oder mal ein bißchen zu recherchieren. Wie das läuft, weiß ich jetzt auch: Nicht weiter schlimm, nicht weiter dramatisch, aber es gibt da grade einen Artikel, in dem ich zitiert werde, ohne je ein Interview gegeben zu haben. Und ich muss sagen: Es ist wirklich enorm lustig, Sätze von sich zu lesen, die man nie gesagt hat. Ganz ohne Zynismus.
Ich würde da gerne spaßeshalber mal mit dem Rotstift durch den Artikel gehen. Was Fakten angeht, bleibt da nicht viel weiß.
Sehr spaßig wird es dann, wenn der Journalist ein paar Zahlen braucht. Hätte er von mir ja auch gekriegt, meine Telefonnummer hatte er immerhin. In einer Minute wäre das erledigt gewesen. Hat er nicht gemacht, stattdessen Zahlen frei erfunden. Nicht weiter dramatisch, ich kann drüber lächeln, aber ich weiß jetzt, wie das Geschäft funktioniert. Wenigstens waren die Fotos nett.....

Aber der Journalismus wäre vermutlich die allerletzte Profession des Planeten die idiotenfrei wäre. Da treibt es einige Zeilenhuren um und dabei meine ich noch nicht mal die Blöd-Zeitung. Ein wirklich lustiges Exemplar ist beispielsweise der hier. Seine bierliche Fehlleistung damals, bei der er sich falsch korrigierte war ja noch ganz lustig, aber der Mensch durfte am Tag nach dem Stuttgarter 30.09. schreiben, dass es ungehörig sei, Brandsätze und Steine zu werfen und Kinderwagen hätten an vorderster Front auch nichts verloren. Man weiß nicht, wo er Steine, Brandsätze und Kinderwagen an der Front her hatte. Ich vermute mal, dass er sich das sesselfurzend in der Redaktion ausgedacht hat.

Wie man sich halt was ausdenkt, wenn man zu faul ist, sich Informationen einzuholen oder mal ein bißchen zu recherchieren. Wie das läuft, weiß ich jetzt auch: Nicht weiter schlimm, nicht weiter dramatisch, aber es gibt da grade einen Artikel, in dem ich zitiert werde, ohne je ein Interview gegeben zu haben. Und ich muss sagen: Es ist wirklich enorm lustig, Sätze von sich zu lesen, die man nie gesagt hat. Ganz ohne Zynismus.
Ich würde da gerne spaßeshalber mal mit dem Rotstift durch den Artikel gehen. Was Fakten angeht, bleibt da nicht viel weiß.
Sehr spaßig wird es dann, wenn der Journalist ein paar Zahlen braucht. Hätte er von mir ja auch gekriegt, meine Telefonnummer hatte er immerhin. In einer Minute wäre das erledigt gewesen. Hat er nicht gemacht, stattdessen Zahlen frei erfunden. Nicht weiter dramatisch, ich kann drüber lächeln, aber ich weiß jetzt, wie das Geschäft funktioniert. Wenigstens waren die Fotos nett.....

Sonntag, 17. April 2011
Mobilteil
gorillaschnitzel, 02:00h
Schick genug wäre das alte Teil noch gewesen und wahrscheinlich wird es auch gar nicht endgültig ausgemustert, weil es noch recht handhabbar ist und einige nette Funktionen hat.
Aber hin und wieder brauchts auch wieder mal was neues und dieses Ding hat mich schon bei Erwerb des alten Teils interessiert.
4 Wochen lang lag´s nur rum. Weil anfangs unsympathisch. Viel zu groß der Umstieg vom Touchscreen zurück. Und ein völlig anderes System. Die Umstellung ist schwierig, man fühlt sich phasenweise richtig alt.
Aberheute gestern habe ich mich dann doch mal hingesetzt und das Dingens eingerichtet. Tolles Teil. Lässt sich zu sooo vielem gebrauchen, von dem ich mehr als die Hälfte gar nicht gebrauchen kann. Okay, nicht mal ein Zehntel der Androidapps, aber dafür kann das Fon andere tolle Dinge. Damit könnte man gar richtig arbeiten, mich schaudert. Leichter ist es allemal, die Akkulaufzeit sooo viel länger und das Gimmick mit dem Stromsparetui ist sensationell. Angeblich kann man mit dem Ding sogar telefonieren, aber das habe ich noch nicht versucht. Ich geh jetzt mal Umlaute suchen und eine vernünftige Darstellung von Webseiten wäre auch mal nicht schlecht.

Aber hin und wieder brauchts auch wieder mal was neues und dieses Ding hat mich schon bei Erwerb des alten Teils interessiert.
4 Wochen lang lag´s nur rum. Weil anfangs unsympathisch. Viel zu groß der Umstieg vom Touchscreen zurück. Und ein völlig anderes System. Die Umstellung ist schwierig, man fühlt sich phasenweise richtig alt.
Aber

Samstag, 16. April 2011
Alles neu macht der Mai...
gorillaschnitzel, 02:10h
...dauert nicht mehr lang, bald isses soweit:


....nichts ist stärker als die Idee, deren Zeit gekommen ist.
(Victor Hugo)
Freitag, 15. April 2011
fünfstellig
gorillaschnitzel, 00:13h
Kein besonderes Foto, aber dennoch der 10.000ste Klick auf den Auslöser:


Dienstag, 12. April 2011
Vientiane, Laos
gorillaschnitzel, 15:49h
Wenn Sie aus einer größeren Stadt kommend in Vientiane landen, und größere Stadt meint im westlichen Sinne alles, was mehr als 20.000 Einwohner hat, sind Sie erst mal völlig erstaunt, weil Sie in der totalen Provinz landen. Und wenn das die Hauptstadt des Landes sein soll, dann möchten Sie nicht wissen, was provinziell sonst noch so bedeuten kann.

Vientiane ist aber richtig toll. Gut, nicht architektonisch schön, aber sehr relaxed, sehr ruhig und vollkommen entspannt. Selbst die fetteste Haupstraße, immerhin doppelspurig, kriegen Sie locker ohne Streß und Hektik überquert.

Und dann gibt es noch so ein Wahrzeichen: Patou Xai. Sie nennen es den Triumphbogen von Laos. Aber die Laoten haben echt Humor: An einer der Säulen prangt eine Plakette, die besagt, dass es sich hier weniger um ein Abbild des Pariser Vorbilds handelt, als eher um einen mäßig schönen Haufen Beton.

Durch dunkle Wendelgänge kann man das Ding erklimmen. Wenigstens der Blick von dort ist gut....


Ja, und dann war ich auf einmal in der Schweiz. Sagte das Mobiltelefon.

So richtig viel gibt es nicht zu entdecken in Vientiane. Man kann Stimmung aufsaugen, Tempel gucken oder am Mekong sich an eine Bar setzen. Dummerweise hat der Mekong im Februar nicht sooo viel Wasser, an dieser Stelle eher gar keines, weshalb das dann mehr eine Sandbank ist, aber nicht weniger schön.
Ein kleiner Ausflug ist drin und der Herr im Tuk-Tuk macht das was sich so gehört: Einen fairen Preis aushandeln und anschließend Zusatzgeschäfte in Form von Marihuanaverkauf tätigen wollen. Ich war aber aus verschiedenen Gründen nicht interessiert.
Der Mekong. Auf der anderen Seite Nong Khai, Thailand.

Noch´n Buddha, aber der ist doch toll. Nicht wegen der Größe, eher wegen meiner Lieblingskörperhaltung.



Vientiane ist aber richtig toll. Gut, nicht architektonisch schön, aber sehr relaxed, sehr ruhig und vollkommen entspannt. Selbst die fetteste Haupstraße, immerhin doppelspurig, kriegen Sie locker ohne Streß und Hektik überquert.

Und dann gibt es noch so ein Wahrzeichen: Patou Xai. Sie nennen es den Triumphbogen von Laos. Aber die Laoten haben echt Humor: An einer der Säulen prangt eine Plakette, die besagt, dass es sich hier weniger um ein Abbild des Pariser Vorbilds handelt, als eher um einen mäßig schönen Haufen Beton.

Durch dunkle Wendelgänge kann man das Ding erklimmen. Wenigstens der Blick von dort ist gut....


Ja, und dann war ich auf einmal in der Schweiz. Sagte das Mobiltelefon.

So richtig viel gibt es nicht zu entdecken in Vientiane. Man kann Stimmung aufsaugen, Tempel gucken oder am Mekong sich an eine Bar setzen. Dummerweise hat der Mekong im Februar nicht sooo viel Wasser, an dieser Stelle eher gar keines, weshalb das dann mehr eine Sandbank ist, aber nicht weniger schön.
Ein kleiner Ausflug ist drin und der Herr im Tuk-Tuk macht das was sich so gehört: Einen fairen Preis aushandeln und anschließend Zusatzgeschäfte in Form von Marihuanaverkauf tätigen wollen. Ich war aber aus verschiedenen Gründen nicht interessiert.
Der Mekong. Auf der anderen Seite Nong Khai, Thailand.

Noch´n Buddha, aber der ist doch toll. Nicht wegen der Größe, eher wegen meiner Lieblingskörperhaltung.


Montag, 11. April 2011
Halbdackel des Monats
gorillaschnitzel, 20:08h
´s Hemmadscheißrle
Der Jan meint, dass er ein Konservativer sei. Ist er natürlich nicht, er meint es nur. So wie der Guttenberg meint, er sei ein Konservativer oder der Mappus. Beide sind so wenig konservativ wie der Jan. Aber ausgerechnet über "konservativ" schreibt der Jan allerlei lustige Kolumnen, die allesamt so klingen, als sei er der Sprecher von Helmut Kohl und habe noch immer nicht begriffen, dass eben dieser Kohl längst ins Altersheim entsorgt ist. Im besten Fall kann man das sehr lustig finden, wenn man nicht wüsste, dass jenseits von mittelinks keinerlei Humor existiert. Oder haben Sie schon mal von einem konservativen Humoristen gehört? Na sehen Sie!
Seit es mit der CDU ziemlich den Bach runtergeht, hat auch den Jan die Panik ergriffen. Verlierer sein ist nicht schön. Noch weniger schön ist erkennen zu müssen, auf der vollkommen falschen Atomseite gestanden zu haben. Deshalb werden die Kolumnen jetzt immer apokalyptischer. Der Blick in den Abgrund muss grausig sein. Wahrscheinlich hat er beim Betrachten der letzten Wahlergebnisse geweint. So wie Pfarrer Hinze geweint hat, als Bimbes abgewählt wurde.
Neulich hat der Jan nicht weniger als den Untergang Deutschlands herbeigeschrieben, weil nämlich erst Baden-Württemberg den Bach runtergeht und dann als direkte Folge Zahlungen in den Länderfinanzausgleich ausbleiben und dann gehts auch Ihnen allen außerhalb Baden-Württembergs an den Kragen.
Neuester Coup: Der Kommentar "Die Streben der Demokratie werden aus ihrem Gleisbett gelöst" zur geplanten Volksabstimmungsnovelle der baden-württembergischen Grünen.
Dem möchte ich dialektisch entgegnen: Härr, schmeiß Hirn ra.
Als Mittlerweileeisenbahnexperte gezwungenermaßen und themenhalber kann ich sagen: Das was da im Gleisbett liegt, das sind mitnichten Streben. Da liegt Schotter und da liegen Schwellen, aber keine Streben.
Noch viel lustiger wird es aber inhaltlich: Die BW-Grünen möchten das Quorum von 33% der Wahlberechtigten auf 25% senken und das ist für den Jan natürlich ein Angriff auf die Demokratie an sich. Auf jeden Fall etwas richtig bedrohliches. Dabei verschweigt er natürlich, dass Baden-Württemberg in Sachen Volksentscheid eine der allermiesesten Regelungen hat. Stattdessen werden "Streben aus der Demokratie" gelöst. Na dann wollen wir mal nachschauen, wo sonst noch überall die "Streben der Demokratie aus dem Gleisbett gelöst" sind und quasi unmittelbar der Zusammenbruch droht.
Wir sind fündig geworden:
Bayern (kein Quorum)
Berlin (25%)
Brandenburg (25%)
Bremen (20%)
Hamburg (kein Quorum/20%)
Hessen (kein Quorum)
Niedersachsen (25%)
Nordrhein-Westfalen (15%)
Rheinland-Pfalz (25%)
Sachsen (kein Quorum)
Sachsen-Anhalt (25%)
Schleswig-Holstein (25%)
Thüringen (25%)
Sie brauchen nicht nachschauen: Die Jan´sche Welt ist nur noch im Saarland und Mecklenburg-Vorpommern in Ordnung. Nur dort gibt es ähnliche (McPom) und schlechtere Regelungen (Waggesland) was Volksentscheide angeht.
Wenn mir Möchtegernkonservative aus Hamburg (!) die baden-württembergische Landesverfassung und deren Regelungen zu Volksabstimmungen erklären möchten, muss ich leider nochmal dialektisch werden: A bissle domm isch jeder, aber so domm wia mancher isch koiner, du Halbdaggl!
Sonntag, 10. April 2011
Es gibt Momente im Leben, da braucht es einfach eine etwas speziellere Todesanzeige
gorillaschnitzel, 02:01h

Samstag, 9. April 2011
Dilettanten
gorillaschnitzel, 02:02h
Vor dem 12. März war die Bundesregierung straight auf Pro-Atomkurs. Danach war Fukushima und vor Landtagswahlen und dann kann man seine Meinung auch schon mal ändern, auch wenn man vermuten darf, dass man auch die geänderte Meinung wieder geändert hätte, wenn man die Wahlen gewonnen hätte. War aber gottseidank nicht so.
Es ist eine besondere Ironie, dass Baden-Württemberger und Rheinland-Pfälzer "praktisch ungewollt" den bundesrepublikanischen Atomausstieg herbeigewählt haben. Beides Mal gings nämlich und eigentlich um landespolitische Themen und beides Mal wird deutlich, dass die Wähler das auch so gesehen haben. Die Rheinland-Pfälzer wollten die SPD-Alleinregierung beenden und wenn es wirklich um Anti-Atom gegangen wäre, wäre die CDU deutlich abgestraft worden, was aber nicht der Fall war. Und die Baden-Württemberger wollten schlicht nur eines: Mappus weg. Die Atomverlängerungskollateralschäden der Bundesregierung nehmen wir hier aber trotzdem gerne mit.
Da ist es dann schon ganz interessant, wie CDU und FDP herumlavieren und das bei weitem nicht mehr nur in Sachen Atom. Der demontierte Schwätzerwelle etwa -miesester Außenminister seit Joachim von Ribbentrop- enthielt sich erst seiner Stimme im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in der Libyenfrage, war aber trotzdem dafür, dass militärisch vorgegangen wird, weil der Diktator weg muss. So einen Spagat muss man auch erstmal hinkriegen. Das hatte was von "wasch mich, mach mich aber nicht nass".
Neuerdings -wo die Wahlen erstmal rum sind- enthält man sich immer noch, möchte aber plötzlich doch mitmachen am Einsatz und das Verteidigungsministerium schließt selbst Bodentruppen nicht aus, die laut UN-Resolution kategorisch ausgeschlossen sind. Noch ein unmöglicher Spagat, den man erstmal hinkriegen muss.
Es hat was von Sandkasten und Schäufelchen. Oder auch: Ahnungslos, dumm, hilflos, inkompetent, überfordert. Mal dafür, mal dagegen.....Und ich dachte schon, die rot-grüne Dreckspolitik von Schröder-Fischer seinerzeit ließe sich nicht mehr steigern. Wieder was gelernt. Mehr Depp geht noch. Man könnte es auch völligen Dilettantismus nennen.
Es ist eine besondere Ironie, dass Baden-Württemberger und Rheinland-Pfälzer "praktisch ungewollt" den bundesrepublikanischen Atomausstieg herbeigewählt haben. Beides Mal gings nämlich und eigentlich um landespolitische Themen und beides Mal wird deutlich, dass die Wähler das auch so gesehen haben. Die Rheinland-Pfälzer wollten die SPD-Alleinregierung beenden und wenn es wirklich um Anti-Atom gegangen wäre, wäre die CDU deutlich abgestraft worden, was aber nicht der Fall war. Und die Baden-Württemberger wollten schlicht nur eines: Mappus weg. Die Atomverlängerungskollateralschäden der Bundesregierung nehmen wir hier aber trotzdem gerne mit.
Da ist es dann schon ganz interessant, wie CDU und FDP herumlavieren und das bei weitem nicht mehr nur in Sachen Atom. Der demontierte Schwätzerwelle etwa -miesester Außenminister seit Joachim von Ribbentrop- enthielt sich erst seiner Stimme im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in der Libyenfrage, war aber trotzdem dafür, dass militärisch vorgegangen wird, weil der Diktator weg muss. So einen Spagat muss man auch erstmal hinkriegen. Das hatte was von "wasch mich, mach mich aber nicht nass".
Neuerdings -wo die Wahlen erstmal rum sind- enthält man sich immer noch, möchte aber plötzlich doch mitmachen am Einsatz und das Verteidigungsministerium schließt selbst Bodentruppen nicht aus, die laut UN-Resolution kategorisch ausgeschlossen sind. Noch ein unmöglicher Spagat, den man erstmal hinkriegen muss.
Es hat was von Sandkasten und Schäufelchen. Oder auch: Ahnungslos, dumm, hilflos, inkompetent, überfordert. Mal dafür, mal dagegen.....Und ich dachte schon, die rot-grüne Dreckspolitik von Schröder-Fischer seinerzeit ließe sich nicht mehr steigern. Wieder was gelernt. Mehr Depp geht noch. Man könnte es auch völligen Dilettantismus nennen.
Freitag, 8. April 2011
Laos
gorillaschnitzel, 23:29h
Note to myself: Nicht zu euphorisch werden
Die negative Nachricht vorneweg: Das Strandleben in Laos ist beschissen. Weil nicht vorhanden. Binnenstaat. Ansonsten in aller Kürze: Das beste und schönste Land, das Sie bereisen können. Es gehört was dazu, mich zu begeistern, aber Laos hat mich begeistert. Weniger Laos. Eher die Laoten.
Von Laos wusste ich ziemlich wenig. Von Vietnam hatte ich einiges gehört, von Kambodscha auch, in Thailand war ich mal vor ein paar Jahren. Aber Laos war mir sehr unbekannt. Das kommt im Gegensatz zu den drei anderen Ländern nie in den Nachrichten. Wahrscheinlich weiß ein Teil der Menschheit nicht mal, dass es Laos überhaupt gibt. Das schöne war, dass ehe ich nach Laos kam, alle Menschen die ich traf und die dort waren, begeistert waren. Andererseits erhöht das auch den Erwartungsdruck.
Wenn man aus Bangkok kommt, ist Laos ein krasses Kontrastprogramm, aber ein sehr schönes. Man kommt sich vor wie in der tiefsten Provinz.
Ein wunderschönes Land. Hügel, der Mekong, die Urtümlichkeit, unbefestigte Pisten, die Dörfer.... Wahrscheinlich war ganz Asien vor 50 oder 60 Jahren so. Stelle ich mir zumindest so vor.
Viel besser noch aber sind die Menschen dort. Die übertreffen die ohnehin schöne Natur noch locker. Ich habe noch nie so herzliche, freundliche, zuvorkommende und liebevolle Menschen getroffen als in Laos. Kein einziges Negativerlebnis. Kein Betrug, keine Abzockerei, nix, nicht mal der Versuch. Nirgends während meiner Reisen in alle möglichen Teile der Welt habe ich mehr Gastfreundschaft erlebt als dort. Es mag nicht so sein, aber ein Außenstehender wie ich kriegt sehr schnell den Eindruck, dass Laoten sehr zufriedene Menschen sein müssen.
Die Laoten sind sehr entspannt, ruhig und wenn man ein paar laotische Worte spricht (Sabaidiiiiii = Hallo und Chob Tsai = Danke und ähnliches Zeug mehr) oder ein bißchen Gestik kann, schenken sie einem ein Lächeln. Es sind einmalige Menschen. Die Menschen machen das Land und den Aufenthalt dort noch viel schöner. Wenn Sie mal einen Südostasientrip planen sollten, dann sollte der definitiv nach Laos gehen.
Natürlich hat auch Laos seine Probleme. Es ist -folgt man allen möglichen Indexen- in etwa auf der Stufe von Kambodscha und damit recht arm und es wurde auch heftig bombardiert, pro Kopf ist es das am heftigsten je bombardierte Land der Erde und es liegen noch massig Blindgänger rum. Und es mangelt an Bildung. Bildung ist aber die Möglichkeit, Dinge und Zustände zu verändern und deshalb sollten Sie laotischen Kindern Bücher kaufen, wenn Sie mal dort sind.
Aber im Vergleich zu Kambodscha sieht man kein Elend. Die Leute mögen arm sein, aber es gibt keine Bettelei, keine Kinderarbeit und keine Slums. Sie sind bemüht, die Armut irgendwie wegzukriegen und dazu brauchts eventuell hin und wieder die Leute aus dem Ausland. Etwa zum Minen räumen oder zum Brunnen bohren. Hier gibt man aber sehr gerne und auch wenn es angeblich den Preis verdirbt, feilscht man sich nicht bis an die Blutgrenze. Für uns sind es 10 Cent, für die ist es die Preisspanne, die sie ernährt.
Insgesamt scheint das Land auf einem guten Weg zu sein. Es geht langsam voran, aber es geht voran. Wenn sie die chinesischen Wälderabholzer noch in den Griff kriegen, sieht das nicht so schlecht aus.
Die negative Nachricht vorneweg: Das Strandleben in Laos ist beschissen. Weil nicht vorhanden. Binnenstaat. Ansonsten in aller Kürze: Das beste und schönste Land, das Sie bereisen können. Es gehört was dazu, mich zu begeistern, aber Laos hat mich begeistert. Weniger Laos. Eher die Laoten.
Von Laos wusste ich ziemlich wenig. Von Vietnam hatte ich einiges gehört, von Kambodscha auch, in Thailand war ich mal vor ein paar Jahren. Aber Laos war mir sehr unbekannt. Das kommt im Gegensatz zu den drei anderen Ländern nie in den Nachrichten. Wahrscheinlich weiß ein Teil der Menschheit nicht mal, dass es Laos überhaupt gibt. Das schöne war, dass ehe ich nach Laos kam, alle Menschen die ich traf und die dort waren, begeistert waren. Andererseits erhöht das auch den Erwartungsdruck.
Wenn man aus Bangkok kommt, ist Laos ein krasses Kontrastprogramm, aber ein sehr schönes. Man kommt sich vor wie in der tiefsten Provinz.
Ein wunderschönes Land. Hügel, der Mekong, die Urtümlichkeit, unbefestigte Pisten, die Dörfer.... Wahrscheinlich war ganz Asien vor 50 oder 60 Jahren so. Stelle ich mir zumindest so vor.
Viel besser noch aber sind die Menschen dort. Die übertreffen die ohnehin schöne Natur noch locker. Ich habe noch nie so herzliche, freundliche, zuvorkommende und liebevolle Menschen getroffen als in Laos. Kein einziges Negativerlebnis. Kein Betrug, keine Abzockerei, nix, nicht mal der Versuch. Nirgends während meiner Reisen in alle möglichen Teile der Welt habe ich mehr Gastfreundschaft erlebt als dort. Es mag nicht so sein, aber ein Außenstehender wie ich kriegt sehr schnell den Eindruck, dass Laoten sehr zufriedene Menschen sein müssen.
Die Laoten sind sehr entspannt, ruhig und wenn man ein paar laotische Worte spricht (Sabaidiiiiii = Hallo und Chob Tsai = Danke und ähnliches Zeug mehr) oder ein bißchen Gestik kann, schenken sie einem ein Lächeln. Es sind einmalige Menschen. Die Menschen machen das Land und den Aufenthalt dort noch viel schöner. Wenn Sie mal einen Südostasientrip planen sollten, dann sollte der definitiv nach Laos gehen.
Natürlich hat auch Laos seine Probleme. Es ist -folgt man allen möglichen Indexen- in etwa auf der Stufe von Kambodscha und damit recht arm und es wurde auch heftig bombardiert, pro Kopf ist es das am heftigsten je bombardierte Land der Erde und es liegen noch massig Blindgänger rum. Und es mangelt an Bildung. Bildung ist aber die Möglichkeit, Dinge und Zustände zu verändern und deshalb sollten Sie laotischen Kindern Bücher kaufen, wenn Sie mal dort sind.
Aber im Vergleich zu Kambodscha sieht man kein Elend. Die Leute mögen arm sein, aber es gibt keine Bettelei, keine Kinderarbeit und keine Slums. Sie sind bemüht, die Armut irgendwie wegzukriegen und dazu brauchts eventuell hin und wieder die Leute aus dem Ausland. Etwa zum Minen räumen oder zum Brunnen bohren. Hier gibt man aber sehr gerne und auch wenn es angeblich den Preis verdirbt, feilscht man sich nicht bis an die Blutgrenze. Für uns sind es 10 Cent, für die ist es die Preisspanne, die sie ernährt.
Insgesamt scheint das Land auf einem guten Weg zu sein. Es geht langsam voran, aber es geht voran. Wenn sie die chinesischen Wälderabholzer noch in den Griff kriegen, sieht das nicht so schlecht aus.
... older stories