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Samstag, 3. April 2010
Köstlichkeiten der Speisekarte. International.
gorillaschnitzel, 03:24h


Mittwoch, 31. März 2010
Vilnius
gorillaschnitzel, 01:23h
Vilnius am Sonntag. Wann auch sonst? Weil Vilnius im Prinzip fast ausschließlich nur aus Kirchen besteht. Im Grunde ist Vilnius ein riesiges Kirchenfreilichtmuseum. Darum sonntags, weil dann in den Kirchen auch was los ist, obwohl....eventuell geht da auch unter der Woche der Punk ab, sind ja alle katholisch.


Wir können nun einen kleinen Exkurs wagen, weil es von Katholizismus momentan nicht weit ist zu Vergewaltigung und damit wären wir dann bei Drasius Kedys, mutmaßlicher Doppelmörder, unter anderem an einem Richter und bei der Wahl zu Litauens Person des Jahres 2009 ganz weit vorne gelandet.
Bei nicht wenigen Litauern gilt Drasius Kedys als Held. Die Vorgeschichte: Kedys Tochter wurde wohl ganz offensichtlich vergewaltigt. Kedys schickt nun monatelang Briefe, Videos, Material an alle möglichen Behörden, Ämter, Polizeistationen, erstattet Anzeige. Es passiert nichts. Kedys vermutet, dass von ganz oben gedeckelt wird. Daraufhin nimmt er das Recht in die eigene Hand und ermordet seine Schwägerin (die im Verdacht stand, die Kleine regelrecht verkauft zu haben) und den Richter (sehr tatverdächtig). Seither gilt er als Held Litauens und sowas wie der Mustervater. Er ist untergetaucht und Polen hat ihm angeblich bereits politisches Asyl angeboten.

Aber zurück zu den Kirchen und den Gottesdiensten. Ich fand ja, das Publikum wie die Priester sahen alle gleich aus, weshalb ich mich jetzt auf die wage These versteifen möchte, dass das alles immer dieselben Leute waren und die immer nur die Kirchen wechseln. Wenn sie fertig sind mit dem Gottesdienst, ziehen sie einfach weiter. Churchhopper quasi.
So wie ich. War ich an dem Tag auch. Ich hoppte allerdings weiter als der Mann mit dem Klingelbeutel auftauchte und nicht nach Beendigung des Gottesdienstes.
Die Litauer wissen über die fragile Freiheit die sie genießen. Es ist noch keine 20 Jahre her, da wurden 14 Menschen von sowjetischen Panzern überrollt oder erschossen. Weil sie sich schützend vor Parlament oder Fernsehturm gestellt hatten. Der Kommandeur der damaligen Truppen hieß übrigens Aslan Maschadow, später Präsident Tschetscheniens und von Russland als Terrorist mittlerweile erschossen. Nur mal nebenbei: In Riga passierte damals ähnliches: 5 Tote infolge von Demonstrationen für die Unabhängigkeit. Der dortige Kommandeur: Dschochar Dudajew, später Präsident Tschetscheniens und von Russland als Terrorist ermordet. Mit dem kleinen Unterschied, dass Dudajew in den baltischen Staaten einen kleinen Heldenstatus hat und nach ihm gar Straßen benannt wurden, weil er sich weigerte, seine Armee losmarschieren zu lassen und somit als Symbol für Unabhängigkeit herhalten muss.
Lange Rede: Hätte man mir, der ich das damals eher nebenbei in den Nachrichten sah, erzählt, dass man keine zwei Jahrzehnte später nicht mal mehr einen Pass braucht um dahinzukommen, hätte ich wohl empfohlen, einen guten Neurologen aufzusuchen.
Vilnius kann man aber wirklich mögen. Weil es versifft ist. Überall bröckelt es und ein guter Teil von Vilnius sieht wohl ein bißchen aus wie der Prenzlauer Berg vor der Wende. Es gibt ja Leute die meinen, eine Hauptstadt müsse glänzen und ausstrahlen. Das tut Vilnius ganz sicher nicht und Berlin tut das ganz sicher auch nicht. Ich sehe noch die entsetzten Gesichter, wie ich mit zwei Angolanern durch die Schönhauser Allee laufe und sie sehr zweifelnd fragen, ob das jetzt wirklich die Hauptstadt sei. Aber seis drum, es geht um Vilnius und den morbiden Charme des Verfalls.

Und damit wären wir bei der Republik Uzupio. Die gibt es inmitten von Vilnius, so wie es Christiania in Kopenhagen gibt, nur dass nicht ganz so viel Haschisch offen gehandelt wird.

Uzupio, benannt nach einem Engel, ist eine Künstlerecke und entwickelt sich grade zum "In-Viertel".


So. Und nun zeige ich Ihnen litauischen Humor. Direkt aus Vilnius. Litauischer Humor ist, wenn Sie als Römer verkleidete arme Schweine bei üblen Minustemperaturen mitsamt Speer und Schild vors Parlament stellen. Sonntags. Während dort keine Sau tagt oder parlamentiert. Lassen Sie nun noch Touris fotografieren und fertig. Ich glaube, darüber kann so ein Durchschnittslitauer durchaus lachen.



Wir können nun einen kleinen Exkurs wagen, weil es von Katholizismus momentan nicht weit ist zu Vergewaltigung und damit wären wir dann bei Drasius Kedys, mutmaßlicher Doppelmörder, unter anderem an einem Richter und bei der Wahl zu Litauens Person des Jahres 2009 ganz weit vorne gelandet.
Bei nicht wenigen Litauern gilt Drasius Kedys als Held. Die Vorgeschichte: Kedys Tochter wurde wohl ganz offensichtlich vergewaltigt. Kedys schickt nun monatelang Briefe, Videos, Material an alle möglichen Behörden, Ämter, Polizeistationen, erstattet Anzeige. Es passiert nichts. Kedys vermutet, dass von ganz oben gedeckelt wird. Daraufhin nimmt er das Recht in die eigene Hand und ermordet seine Schwägerin (die im Verdacht stand, die Kleine regelrecht verkauft zu haben) und den Richter (sehr tatverdächtig). Seither gilt er als Held Litauens und sowas wie der Mustervater. Er ist untergetaucht und Polen hat ihm angeblich bereits politisches Asyl angeboten.

Aber zurück zu den Kirchen und den Gottesdiensten. Ich fand ja, das Publikum wie die Priester sahen alle gleich aus, weshalb ich mich jetzt auf die wage These versteifen möchte, dass das alles immer dieselben Leute waren und die immer nur die Kirchen wechseln. Wenn sie fertig sind mit dem Gottesdienst, ziehen sie einfach weiter. Churchhopper quasi.
So wie ich. War ich an dem Tag auch. Ich hoppte allerdings weiter als der Mann mit dem Klingelbeutel auftauchte und nicht nach Beendigung des Gottesdienstes.
Die Litauer wissen über die fragile Freiheit die sie genießen. Es ist noch keine 20 Jahre her, da wurden 14 Menschen von sowjetischen Panzern überrollt oder erschossen. Weil sie sich schützend vor Parlament oder Fernsehturm gestellt hatten. Der Kommandeur der damaligen Truppen hieß übrigens Aslan Maschadow, später Präsident Tschetscheniens und von Russland als Terrorist mittlerweile erschossen. Nur mal nebenbei: In Riga passierte damals ähnliches: 5 Tote infolge von Demonstrationen für die Unabhängigkeit. Der dortige Kommandeur: Dschochar Dudajew, später Präsident Tschetscheniens und von Russland als Terrorist ermordet. Mit dem kleinen Unterschied, dass Dudajew in den baltischen Staaten einen kleinen Heldenstatus hat und nach ihm gar Straßen benannt wurden, weil er sich weigerte, seine Armee losmarschieren zu lassen und somit als Symbol für Unabhängigkeit herhalten muss.
Lange Rede: Hätte man mir, der ich das damals eher nebenbei in den Nachrichten sah, erzählt, dass man keine zwei Jahrzehnte später nicht mal mehr einen Pass braucht um dahinzukommen, hätte ich wohl empfohlen, einen guten Neurologen aufzusuchen.
Vilnius kann man aber wirklich mögen. Weil es versifft ist. Überall bröckelt es und ein guter Teil von Vilnius sieht wohl ein bißchen aus wie der Prenzlauer Berg vor der Wende. Es gibt ja Leute die meinen, eine Hauptstadt müsse glänzen und ausstrahlen. Das tut Vilnius ganz sicher nicht und Berlin tut das ganz sicher auch nicht. Ich sehe noch die entsetzten Gesichter, wie ich mit zwei Angolanern durch die Schönhauser Allee laufe und sie sehr zweifelnd fragen, ob das jetzt wirklich die Hauptstadt sei. Aber seis drum, es geht um Vilnius und den morbiden Charme des Verfalls.

Und damit wären wir bei der Republik Uzupio. Die gibt es inmitten von Vilnius, so wie es Christiania in Kopenhagen gibt, nur dass nicht ganz so viel Haschisch offen gehandelt wird.

Uzupio, benannt nach einem Engel, ist eine Künstlerecke und entwickelt sich grade zum "In-Viertel".


So. Und nun zeige ich Ihnen litauischen Humor. Direkt aus Vilnius. Litauischer Humor ist, wenn Sie als Römer verkleidete arme Schweine bei üblen Minustemperaturen mitsamt Speer und Schild vors Parlament stellen. Sonntags. Während dort keine Sau tagt oder parlamentiert. Lassen Sie nun noch Touris fotografieren und fertig. Ich glaube, darüber kann so ein Durchschnittslitauer durchaus lachen.

Montag, 29. März 2010
Halbdackel des Monats
gorillaschnitzel, 04:07h
Lasset die Kindlein zu mir kommen
Gütiger Ratze! Dass es in einer Institution wie der katholischen Kirche zu
Wenn also so ein Prügelknabe wie der Ratze als damaliger Erzbischof wissentlich einen vergewaltigenden Priester in seine Diözese aufnimmt und der dort grade weitermacht und das alles dann anschließend unter den Teppich gekehrt wird, dann sei die Frage erlaubt, welche Werte der Ratze eigentlich vertritt und ob da die Unfehlbarkeit des Papsts nicht noch gleich eine ganz neue Bedeutung bekommt, zumal er keinerlei Probleme hatte, gegen einen Priester vorzugehen, der auf einer Friedensdemo eine Messe gehalten hatte.
Wie man auch vermuten darf, dass Ratze über die Vergewaltigungen bei den Regensburger Domspatzen sehr wohl bestens Bescheid wusste, zumal er den damaligen Domkapellmeister gekannt haben dürfte: Es ist sein Bruder.
Keiner hat den Umgang mit den pädophilen Priestern mehr geprägt als Ratze, keiner kennt das Ausmaß besser und es war der Ratze selbst der gar auf disziplinarrechtlichen Konsequenzen für einen Täter verzichtete, von juristischen ganz zu schweigen.
Wer dann anschließend für eine Stellungnahme ein Jahr braucht und dann nur allenfalls feuchtwarme Worte für den irischen Skandal findet, zu ähnlichen Fällen in den USA, Deutschland, der Schweiz, Österreich, Frankreich, Italien, Niederlande, Polen, Spanien und so weiter aber schweigt, dem wünscht man, dass er doch fehlbarer ist als er denkt, sonst endet das alles noch im Fegefeuer. Abgesehen davon ist er trotzdem ein Halbdackel.
Samstag, 27. März 2010
Nieten der Weltgeschichte, Part II
gorillaschnitzel, 16:36h
Noch so einer, der sein Land grundlegend ruiniert hat. Seine Qualifikation als Diktator von Paraguay? Sohn des vorherigen Diktators. Spät im Jahr 1862 trat er seinen Job an, nachdem Papa das Zeitliche gesegnet hatte und er baute sofort einen intensiven Führerkult auf und regierte absolutistisch.
Schon im darauf folgenden Jahr gab es Ärger und zwar in Uruguay und da wollte Solano López nicht außen vor bleiben, weshalb er sich da engagierte und sich damit die Brasilianer zum Feind machte, die auf der anderen Seite in Uruguay standen. Solano López marschierte daraufhin im Mato Grosso ein, was den Brasilianern herzlich egal war, die vertrieben die Paraguayer erstmal aus Uruguay.
Das konnte Solano López nicht auf sich sitzen lassen und er fragte bei den Argentiniern mal nach, ob er Argentinien mal kurz als Aufmarschgelände benutzen könne und da mal schnell durchmarschieren könne, was die Argentinier eher nicht ganz so gut fanden, weshalb Solano López da dann halt ungefragt mal schnell einmarschierte, was die Argentinier dann richtig doof fanden und nun auch den Krieg erklärten. Jetzt hatten die Paraguayer also die Brasilianer, die Uruguayer und die Argentinier gegen sich und dummerweise hatten die sich verpflichtet, gleich den Usurpator mitzustürzen und nicht nur den Krieg gewinnen zu wollen.
Der sich nun anschließende Krieg war desaströs für Solano López und noch viel mehr für Paraguay. Die Paraguayer verloren so ziemlich jede nur mögliche Schlacht und wurden auf das eigene Staatsgebiet zurückgedrängt.
Der gute Francisco gab nun allen möglichen Leuten die Schuld am Desaster: Seiner militärischen Führung, Kabinettsmitgliedern, Bischöfen, ausländische Diplomaten, seinen Brüdern, seinen Schwestern und seiner Mutter. Die alle wurden zum Tod verurteilt und so starben mehrere Hundert Menschen bei diesem Rundumschlag.
Das machte aber die militärische Lage nicht besser, die Alliierten rückten weiter vor und nahmen schließlich die Hauptstadt Asuncion ein. Wenn man aber schon untergeht, dann aber richtig, das haben ja auch andere später nachgemacht und so wollte Francisco Solano López mit dem allerletzten Aufgebot bis zum allerletzten Mann, Kind und Invaliden kämpfen, was er auch tat und schließlich auf der Flucht vor den Brasilianern erschossen wurde.
Die Folgen: Paraguay verlor die Hälfte seines Staatsgebiets, bis zu 80% seiner Bevölkerung, Männer waren -wenn noch vorhanden- zu großen Teilen kriegsversehrt, der Staat ruiniert und einer der damals fortschrittlichsten und wirtschaftlich mächtigsten Staaten Südamerikas erholte sich bis zum heutigen Tag nicht mehr von den Verhehrungen.
Freitag, 26. März 2010
Trikolore
gorillaschnitzel, 15:56h

Gelb, grün, rot. Litauische Nationalfarben. Weshalb das so ist, wissen vermutlich noch nicht mal die Litauer selbst.
Andere Länder mit diesen Nationalfarben sind: Bolivien, Benin, Burkina Faso, Kamerun, Kongo, Äthiopien, Guinea, Mali und Senegal. Acht Mal Afrika, ein Mal Südamerika und Litauen.
Da fragt man sich doch unwillkürlich: Was verdammt hat Litauen mit Burkina Faso gemeinsam? Oder mit Mali? In ganz Europa hat kein anderer Staat diese Farben. Ist Litauen überhaupt ein europäischer Staat und wenn ja, ist es das Afrika Europas? Mit Diktatoren werden die Litauer auch nie so richtig warm, was es in Litauen aber ohnehin wohl nie so richtig wird, zumindest nicht so warm wie es in Afrika bisweilen wird.
Wenn es wegen den Rastafari sein sollte, kann ich hiermit konstatieren, dass es in Litauen eher nicht ganz so viele lässig entspanntbekiffte Rastafari gibt, dafür eine der allerhöchsten Selbstmordraten weltweit.
Donnerstag, 25. März 2010
Ich liebe Schaubilder und Statistiken
gorillaschnitzel, 01:10h
Ich liebe Spiegel Online. Einerseits klick ich mich da immer wieder durch, einfach der Information halber, andererseits produziert man dort herrlichen Stuss. Wie beispielsweise heute.
Thema: Private Verschuldung. Dazu hat man sich bei der Schufa bedient und entweder die Schufa oder SpOn können nicht so recht mit Zahlen, Farben oder Statistiken umgehen.
Es gibt da herrliche Schaubilder und in einem sortiert man nach Bundesländern und da sieht es in Berlin ja mal echt übel aus, weil die Berliner genauso verschuldet sind wie Berlin selbst, nämlich hoffnungslos. Es nennt sich "kritische Anzeichen privater Verschuldung", Berlin ist knallerot und sieht so aus:

Sie sehen: Berlin am Arsch, die Berliner sowieso, das wird wahrscheinlich nie wieder was.
Aber es besteht ja auch Hoffnung. Dann nämlich, wenn man das alles runterbricht auf die Städte und Kreise, dann sieht es schon wieder alles anders aus. Dummerweise ist die Stadt Berlin identisch mit dem Bundesland und deshalb sieht diesselbe Statistik auf einmal merkwürdigerweise so aus und Berlin ist nun zwar kritischorange, aber das ist ein Lichtlein am Ende des Tunnels.

Thema: Private Verschuldung. Dazu hat man sich bei der Schufa bedient und entweder die Schufa oder SpOn können nicht so recht mit Zahlen, Farben oder Statistiken umgehen.
Es gibt da herrliche Schaubilder und in einem sortiert man nach Bundesländern und da sieht es in Berlin ja mal echt übel aus, weil die Berliner genauso verschuldet sind wie Berlin selbst, nämlich hoffnungslos. Es nennt sich "kritische Anzeichen privater Verschuldung", Berlin ist knallerot und sieht so aus:

Sie sehen: Berlin am Arsch, die Berliner sowieso, das wird wahrscheinlich nie wieder was.
Aber es besteht ja auch Hoffnung. Dann nämlich, wenn man das alles runterbricht auf die Städte und Kreise, dann sieht es schon wieder alles anders aus. Dummerweise ist die Stadt Berlin identisch mit dem Bundesland und deshalb sieht diesselbe Statistik auf einmal merkwürdigerweise so aus und Berlin ist nun zwar kritischorange, aber das ist ein Lichtlein am Ende des Tunnels.

Montag, 22. März 2010
Naturschönheiten
gorillaschnitzel, 02:15h
Als Disclaimer vorneweg sei erwähnt, dass Sie die voll niederschmetternde Erkenntnis nur dann in ihrer Gänze kriegen, wenn Sie seeeehr behutsam scrollen. Erst Text, dann Bild
Sie kennen das sicher: Manchmal muss man hinabsteigen in die allertiefsten Untiefen, damit man erkennt, wie gut man es da oben hat. Seit ich mit Tauchverbot belegt bin ohne dass die Tauchkarriere je gestartet hätte, muss ich daher Ausweichmöglichkeiten suchen und die habe ich jetzt gefunden und seit heute betätige ich mich als pseudointellektueller Enthüllungsjournalist ehrenhalber und auf nonprofessioneller Basis.
Natürlich ist das eine sehr mühsame und sehr dreckige Tätigkeit und deshalb hab ich mir auch mal gedacht: Weshalb nicht einfach mal an einem weniger netten Sonntagnachmittag hinabsteigen in die Untiefen dessen, was der deutsche Journalismus, so man den Boulevard als selbigen überhaupt bezeichnen kann, so zu bieten hat. Ich sag Ihnen: Ohne ein Gläschen deutschen Rieslings halten Sie die Schmerzen nicht aus. Da beißen wir uns jetzt aber gemeinsam durch, schmerzempfindlicher als ich sind Sie sicherlich nicht.
Beginnen wir mal damit: Prinzipiell lese ich vieles. Eigentlich sogar sehr vieles. Auch Sachen, die ich eigentlich gar nicht mag, aber ich will wissen, wie andere Leute denken und ticken und deshalb sollten Leute wie ich durchaus mal durch "Welt" oder "FAZ" klicken. Know your enemy, you know? Das hat irgendne anthropologische Komponente. Aber alles hat seine Grenzen und die liegen dann noch weiter rechts oder bei der Zeitung mit den vier Großbuchstaben.
Nun aber habe ichs getan und mich genau in die Viergroßbuchstabenonlinewelt begeben und ich muss ehrlich sagen: Das ist soooo bunt und unübersichtlich, da fühlt man sich glatt wie im Versandkatalog von Quelle aus den 80ern mit dem einzigen Unterschied, dass Quelle seinen Katalog nicht auch noch animiert hatte.
Sehense, und schon sind wir mitten drin im dreckigen Enthüllungsjournalismus. Weil es nämlich um die Silvana gehen tut.
Silvana istweltberühmtberüchtigt, weil ja zig Millionen tagtäglich den Scheiß lesen und sie enthülltjournalisiert da fast ganz nackich abgebildet war. Das da ist die Silvana.

Screenshot B.ild
Selbstnatürlich ist das hier ein Schmuddelblog, aber noch nicht so schmuddelig, dass ich die arme Silvana völlig barbusig präsentiere und deshalb hab ich die Dinger mal hinter einem schwarzen Balken versteckt. Ich hätte nicht gedacht, dass der so überdimensioniert ausfallen müsste, aber gut.
Silvana ist 24, 1,74, 85D und damit sind eigentlich alle relevanten Daten angegeben. Aber Silvana sucht auch einen Mann. Sie ist nämlich grade Single. Und deshalb macht man sich nun auf die große Suche nach dem Traummann für die arme Einsamkeit. Wo wäre die Suche erfolgreicher als im Millionenblatt? Das lesen doch auch schnittige Jungmänner wie Dennis, der mich damals auf meiner Baustelle fragte, wie er denn am besten und schnellsten nach dem Feierabend gen Puff komme.
Darum gibt es nun die große Silvanatraummannsuche, so eine Art Castingshow für die Volldepperten.
Und so darf jeder der mag ein Foto einschicken mitsamt der Begründung, weshalb 24-1,74-85D-Silvana ausgerechnet ihn aus dem drögen Dornröschenmannalltag erlösen soll. Es ist wahrhaftig wirklich sehr erstaunlich, was es da an Einsendungen zu bewundern gibt:
Kandidat 1 ist ein Vollpfosten namens Markus, Broker aus irgendnem bayrischen Kaff. Markus meint, dass er einfach Reife bieten kann und finanzielle Sicherheit, weshalb er sich gleich vor seinen Daimler stellt und sich abknipsen lässt. "Reife" meint in dem Fall euphemistisch einfach nur "alter Sack", weil er so etwa 20 Jährchen älter ist als die Silvana. Ein weiteres Handicap hat er gleich unverlangt mitpräsentiert: Der Kerl ist sehr deutlich kleiner als die größte Agave, die ich besitze und damit in etwa so groß wie ein Zimmerspringbrunnen ohne Fontäne. Der läuft aufrecht und erhobenen Hauptes durch seinen Daimler und die einzige Frage, die sich nun stellt, ist: Weshalb posiert er als Beifahrer?

Screenshot B.ild
Wenn Ihnen nun Markus bereits imponiert haben sollte, dann machen Sie sich auf Heinz gefasst. Heinz ist die allerallercoolste Sau des Planeten. Echt jetzt. Heinz könnte eigentlich auch Horst heiße, tut er aber auch gottseidank nicht, er wäre ein Grund für eine Umbenennung von Horst-Tappsy.
Sie sollen laaaangsaam tun, verdammt.
Heinz hat ein sehr eindrückliches Foto eingeschickt, das ihn schimpansengleich, aber megacool vor irgendeiner Tür zeigt. Leider ist das Foto unscharf, Heinz dafür aber wohl umso mehr, weshalb er gleich auf ein paar Bekleidungsaccesoires verzichtet hat, die eigentlich im halbwegs zivilisierten Mitteleuropa Standard sind, auch wenn sie nur dazu dienen sollten, eine mittlere Plauze zu verdecken. Wenn Sie glauben, die Hells Angels böten einen furchterregenden Anblick, dann haben Sie Heinz noch nie gesehen. Gleichzeitig aber gibt es auch diesen entschlossen verschwommenen Dackelblick, der Heinz aussehen lässt wie einen ehemaligenZuhälter Tätowierbeauftragten im Rotlichtbereich von Porta Westfalica. Vielleicht spielt er aber auch nur leidenschaftlich gerne Panflöte.

Screenshot B.ild
Nun gut. Das waren die ersten beiden Kandidaten. Präferieren Sie bereits einen der beiden? Dann warten Sie bitte auf Nummer drei. Nummer drei ist der Typ einfühlsamer Knuddelbär, der keiner Fliege was zuleide tun kann und der auch noch nie in seinem ganzen Leben nicht je gepoppt hat. Joachim ist Fachberater im Baumarkt und damit ist schon komplett alles erstunken und erlogen. Ich kenne Baumärkte und verkehrte dort jahrelang gewzungenermaßen regelmäßig. Einen Fachberater habe ich dort nie gefunden. Viel eher schon Scheinbarangestellte, die sofort hinter das nächste Regal wetzten, wenn mal ein Kunde zufällig sie erspäht haben mochte.
Die nächste Dreistlüge ist, dass er humorvoll ist. Also bitte: Humor und Baumarkt ist in etwa wie George Bush und Friedfertigkeit. Geht nicht. Gibts nicht.
Das allerallerschlimmste aber an Joachim ist: Er kommt aus der Pfalz und sieht aus wie ein Kind von Helmut Kohl. Mal ehrlich: Da ist doch alles zu spät.
Laaaaaaaaaaaaaaaangsaaaaaam
Wir wollen nun aber nicht unfair sein, zumal das Foto mit ziemlicher Sicherheit Mamma Joachim eingestellt hat. Aber dennoch: Den entlässt jeder Rentenberater umgehend in die ungekürzte Altersteilzeit.

Screenshot B.ild
Ich sehe ja bereits Joachim und Silvana vor den elendslangen Baumarktregalen und vor der gewaltigen Überlegung stehen, ob sie nun den Billignachbaukristalllüster "Irene" kaufen oder doch besser das Modell "Irma" nehmen....
Darum liebe Singlemänner: Haunse rein! Schreiben Sie, weshalb Sie die Ische kriegen sollten. Ehrlich gemeinte Zuschriften -ausschließlich mit Bild- werden natürlich direkt anSilvana Bona weitergeleitet.
Sie kennen das sicher: Manchmal muss man hinabsteigen in die allertiefsten Untiefen, damit man erkennt, wie gut man es da oben hat. Seit ich mit Tauchverbot belegt bin ohne dass die Tauchkarriere je gestartet hätte, muss ich daher Ausweichmöglichkeiten suchen und die habe ich jetzt gefunden und seit heute betätige ich mich als pseudointellektueller Enthüllungsjournalist ehrenhalber und auf nonprofessioneller Basis.
Natürlich ist das eine sehr mühsame und sehr dreckige Tätigkeit und deshalb hab ich mir auch mal gedacht: Weshalb nicht einfach mal an einem weniger netten Sonntagnachmittag hinabsteigen in die Untiefen dessen, was der deutsche Journalismus, so man den Boulevard als selbigen überhaupt bezeichnen kann, so zu bieten hat. Ich sag Ihnen: Ohne ein Gläschen deutschen Rieslings halten Sie die Schmerzen nicht aus. Da beißen wir uns jetzt aber gemeinsam durch, schmerzempfindlicher als ich sind Sie sicherlich nicht.
Beginnen wir mal damit: Prinzipiell lese ich vieles. Eigentlich sogar sehr vieles. Auch Sachen, die ich eigentlich gar nicht mag, aber ich will wissen, wie andere Leute denken und ticken und deshalb sollten Leute wie ich durchaus mal durch "Welt" oder "FAZ" klicken. Know your enemy, you know? Das hat irgendne anthropologische Komponente. Aber alles hat seine Grenzen und die liegen dann noch weiter rechts oder bei der Zeitung mit den vier Großbuchstaben.
Nun aber habe ichs getan und mich genau in die Viergroßbuchstabenonlinewelt begeben und ich muss ehrlich sagen: Das ist soooo bunt und unübersichtlich, da fühlt man sich glatt wie im Versandkatalog von Quelle aus den 80ern mit dem einzigen Unterschied, dass Quelle seinen Katalog nicht auch noch animiert hatte.
Sehense, und schon sind wir mitten drin im dreckigen Enthüllungsjournalismus. Weil es nämlich um die Silvana gehen tut.
Silvana ist

Screenshot B.ild
Selbstnatürlich ist das hier ein Schmuddelblog, aber noch nicht so schmuddelig, dass ich die arme Silvana völlig barbusig präsentiere und deshalb hab ich die Dinger mal hinter einem schwarzen Balken versteckt. Ich hätte nicht gedacht, dass der so überdimensioniert ausfallen müsste, aber gut.
Silvana ist 24, 1,74, 85D und damit sind eigentlich alle relevanten Daten angegeben. Aber Silvana sucht auch einen Mann. Sie ist nämlich grade Single. Und deshalb macht man sich nun auf die große Suche nach dem Traummann für die arme Einsamkeit. Wo wäre die Suche erfolgreicher als im Millionenblatt? Das lesen doch auch schnittige Jungmänner wie Dennis, der mich damals auf meiner Baustelle fragte, wie er denn am besten und schnellsten nach dem Feierabend gen Puff komme.
Darum gibt es nun die große Silvanatraummannsuche, so eine Art Castingshow für die Volldepperten.
Und so darf jeder der mag ein Foto einschicken mitsamt der Begründung, weshalb 24-1,74-85D-Silvana ausgerechnet ihn aus dem drögen Dornröschenmannalltag erlösen soll. Es ist wahrhaftig wirklich sehr erstaunlich, was es da an Einsendungen zu bewundern gibt:
Kandidat 1 ist ein Vollpfosten namens Markus, Broker aus irgendnem bayrischen Kaff. Markus meint, dass er einfach Reife bieten kann und finanzielle Sicherheit, weshalb er sich gleich vor seinen Daimler stellt und sich abknipsen lässt. "Reife" meint in dem Fall euphemistisch einfach nur "alter Sack", weil er so etwa 20 Jährchen älter ist als die Silvana. Ein weiteres Handicap hat er gleich unverlangt mitpräsentiert: Der Kerl ist sehr deutlich kleiner als die größte Agave, die ich besitze und damit in etwa so groß wie ein Zimmerspringbrunnen ohne Fontäne. Der läuft aufrecht und erhobenen Hauptes durch seinen Daimler und die einzige Frage, die sich nun stellt, ist: Weshalb posiert er als Beifahrer?

Screenshot B.ild
Wenn Ihnen nun Markus bereits imponiert haben sollte, dann machen Sie sich auf Heinz gefasst. Heinz ist die allerallercoolste Sau des Planeten. Echt jetzt. Heinz könnte eigentlich auch Horst heiße, tut er aber auch gottseidank nicht, er wäre ein Grund für eine Umbenennung von Horst-Tappsy.
Sie sollen laaaangsaam tun, verdammt.
Heinz hat ein sehr eindrückliches Foto eingeschickt, das ihn schimpansengleich, aber megacool vor irgendeiner Tür zeigt. Leider ist das Foto unscharf, Heinz dafür aber wohl umso mehr, weshalb er gleich auf ein paar Bekleidungsaccesoires verzichtet hat, die eigentlich im halbwegs zivilisierten Mitteleuropa Standard sind, auch wenn sie nur dazu dienen sollten, eine mittlere Plauze zu verdecken. Wenn Sie glauben, die Hells Angels böten einen furchterregenden Anblick, dann haben Sie Heinz noch nie gesehen. Gleichzeitig aber gibt es auch diesen entschlossen verschwommenen Dackelblick, der Heinz aussehen lässt wie einen ehemaligen

Screenshot B.ild
Nun gut. Das waren die ersten beiden Kandidaten. Präferieren Sie bereits einen der beiden? Dann warten Sie bitte auf Nummer drei. Nummer drei ist der Typ einfühlsamer Knuddelbär, der keiner Fliege was zuleide tun kann und der auch noch nie in seinem ganzen Leben nicht je gepoppt hat. Joachim ist Fachberater im Baumarkt und damit ist schon komplett alles erstunken und erlogen. Ich kenne Baumärkte und verkehrte dort jahrelang gewzungenermaßen regelmäßig. Einen Fachberater habe ich dort nie gefunden. Viel eher schon Scheinbarangestellte, die sofort hinter das nächste Regal wetzten, wenn mal ein Kunde zufällig sie erspäht haben mochte.
Die nächste Dreistlüge ist, dass er humorvoll ist. Also bitte: Humor und Baumarkt ist in etwa wie George Bush und Friedfertigkeit. Geht nicht. Gibts nicht.
Das allerallerschlimmste aber an Joachim ist: Er kommt aus der Pfalz und sieht aus wie ein Kind von Helmut Kohl. Mal ehrlich: Da ist doch alles zu spät.
Laaaaaaaaaaaaaaaangsaaaaaam
Wir wollen nun aber nicht unfair sein, zumal das Foto mit ziemlicher Sicherheit Mamma Joachim eingestellt hat. Aber dennoch: Den entlässt jeder Rentenberater umgehend in die ungekürzte Altersteilzeit.

Screenshot B.ild
Ich sehe ja bereits Joachim und Silvana vor den elendslangen Baumarktregalen und vor der gewaltigen Überlegung stehen, ob sie nun den Billignachbaukristalllüster "Irene" kaufen oder doch besser das Modell "Irma" nehmen....
Darum liebe Singlemänner: Haunse rein! Schreiben Sie, weshalb Sie die Ische kriegen sollten. Ehrlich gemeinte Zuschriften -ausschließlich mit Bild- werden natürlich direkt an
Sonntag, 21. März 2010
Manchmal braucht man einfach einen Namen als Programm
gorillaschnitzel, 22:48h

Donnerstag, 18. März 2010
Street Art Baltica
gorillaschnitzel, 22:54h
Ich habe ein großes Faible für Street Art. Okay, nicht für alles und jedes. Fachwerk und Altsadt sind tabu, Tags sind eine widerliche Schmiererei und nicht mehr als eine Pissmarke im Revier und mit viel Gesprühe kann ich einfach nix anfangen. Nicht jeder, der da auf Street sich verewigt verdient den hochheiligen Segen Art. Ich mag aber diese Stencil-Sachen mit den Schablonen. Stencils ist etwa das, was Banksy so macht. Das Zeugs wird wo auch immer von mir geknippst und mittlerweile könnte ich wahrscheinlich irgendwann einmal den großen Bildband "Stencils of the world" -schön hochtrabend- auflegen lassen. Und weil es die Dinger halt einfach beinahe überall gibt, knippse ich die auch beinahe überall und grade aus dem Baltikum habe ich eine Sammlung mitgebracht. Querbeet einmal durch, kreuz und quer.
Estonia:

Latvia:

Lithuania:

Mehr Bilder gibts in den Kommentaren.
Estonia:

Latvia:

Lithuania:

Mehr Bilder gibts in den Kommentaren.
Mittwoch, 17. März 2010
Klaipeda
gorillaschnitzel, 23:54h
Mittlerweile haben wir uns von Lettland verabschiedet und sind jetzt in Litauen gelandet, genauer: Klaipeda, das früher mal Memel hieß und lange deutsch geprägt war, auch wenn die Mehrheit dort schon lang Litauer sind.
Klaipeda liegt an der Ostsee, das heißt, so gut wie. Erst kommt noch das Haff und die Kurische Nehrung und die soll richtig schön sein, aber das ist eher was für den Sommer.
Diese Schlösser finden sich überall im Baltikum. Frisch verheiratete Paare befestigen die an Brücken und schmeißen dann die Schlüssel in den Fluss.

Jetzt gehts aber dann doch noch zum kleinen Kurztrip auf die Nehrung.



Klaipeda liegt an der Ostsee, das heißt, so gut wie. Erst kommt noch das Haff und die Kurische Nehrung und die soll richtig schön sein, aber das ist eher was für den Sommer.
Diese Schlösser finden sich überall im Baltikum. Frisch verheiratete Paare befestigen die an Brücken und schmeißen dann die Schlüssel in den Fluss.

Jetzt gehts aber dann doch noch zum kleinen Kurztrip auf die Nehrung.



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