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Donnerstag, 19. Oktober 2006
Halbdackel des Monats
Lang hab ich mir überlegt, wer denn nun diesen Monat den Titel "Halbdackel des Monats" verliehen kriegen soll. Knallchargen genug hätte es durchaus gegeben: Klaus Kleinfeld zum Beispiel, oder auch George W. Bush, vielleicht auch Mahmud Ahmadinedschad.


Letzten Endes aber triumphiert einer weit über allen anderen:

Der Irre von Pjöngjang


Der Mann hat es geschafft, sich selbst einen riesigen Weinkeller anzulegen, nennt ein wahres Imperium an Hollywoodfilmen sein eigen, ist einer der größten Hennessyimporteure weltweit und nun hat er vermutlich auch endlich sein Atomspielzeug.
Der Preis hierfür sind über 2 Millionen Hungertote, sein Land ist noch immer von Hilfslieferungen abhängig und schafft es dennoch nicht, seine Bevölkerung zu ernähren. Die Zahl der durch das Regime in Elend gestorbenen Menschen kann allenfalls geschätzt werden...

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Urlaub
Wo man besser nicht Urlaub macht

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Haushaltsnotlage
Berlin sieht sich selbst in einer extremen Haushaltsnotlage und möchte nun einen Teil seiner Schulden vom Bund übernommen kriegen.

Das ist natürlich Wasser auf die Mühlen derer, die schon immer etwas weiter weg von Berlin waren und immer der Meinung waren, dass was hier mühsam "verspart" werde, dort schon wieder ausgegeben werde.
Aber statt um Repräsentationsnotwendigkeit einer Hauptstadt zu diskutieren, möchte ich auch mal auf meine persönlichen Aspekte einer extremen Haushaltsnotlage aufmerksam machen:

Erstens bin auch ich in der Lage, mehr Geld auszugeben, als ich auf der Kante habe. Was aber zweitens erschwerend dazu kommt, ist mein mangelnder Ordnungssinn. Eine große Mehrheit ist durchaus bereit, nach einer Woche Männeralleinwirtschaft den hiesigen Gemächern eine extreme Haushaltsnotlage zu attestieren....

   ... Poly-Tikk
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Kletterbär

   ... Horst-Tappsy
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Mittwoch, 18. Oktober 2006
Bierbauchkalender
Es gibt wirklich herrliche Produkte. Dieses hier gehört definitiv dazu.

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Freuden im Herbst
Zwiebelkuchen selbst gemacht und dazu die niegelnagelneue 2006er-Ernte Suser ( = Federweißer = neuer Wein) und die wohlige Gewissheit, davon nochmal 100 Liter im Keller stehen zu haben....der Herbst kann kommen....

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Dienstag, 17. Oktober 2006
Rindviecher
Es gibt da eine großartige Printwerbung einer Fastfoodkette. Da dürfen dann Menschen wie du und ich die (angeblich) komplette Kette der Nahrungsmittel bis zum Endprodukt verfolgen.

Dieses Mal ist es Niklas K. aus Tübingen. Er durfte als "Qualitäts-Scout" dabei sein, wie das Rindfleisch verarbeitet wird. Das sieht schon sehr lustig aus, weil er in seinem weißen Ganzkörperkondom aussieht wie ein Spurensicherer im Tatort. Da hat er Glück gehabt. Die Dame nebendran ist nicht ganz so schlank und gleicht eher einer Wurst.

Der Marktführer hierzulande in Sachen Fastfood wirbt mit dem Satz
Das Rindfleisch stammt von 100.000 landwirtschaftlichen Betrieben, überwiegend aus Süddeutschland

Das soll wohl suggerieren, dass das verarbeitete Rindfleisch aus heimischer Produktion stammt.

Niklas K. aus Tübingen, wenn du diesen Scheiß tatsächlich glauben solltest, bist du ein Depp.

Es gibt in ganz Deutschland noch etwa 300.000 landwirtschaftliche Betriebe. Da ist jeder Spargelerzeuger mit drin, jeder Winzer, jeder Milch- und jeder Schweinebauer. Da ist auch jeder dabei, der 2 Hektar Obstwiesen hat und ein paar Äpfel auf dem Markt verscheuert.
Und dann soll es tatsächlich noch 100.000 Betriebe geben, die allesamt Rinder großziehen und die allesamt an die McDoof-Schlachterei liefern?

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Montag, 16. Oktober 2006
Innenleben
Alles widersprüchlich. Hier. Es gibt wenige Orte, in denen sich Widersprüche so offensichtlich manifestieren denn hier.

Das zeigt sich beispielsweise allein schon im Wahlkampf. Bürgermeister. Kein kleiner Posten in einer traditionsbewussten Denkerstadt. Und so treten sie alle an: Quer durch die Bank nahezu alle Parteien, die das Spektrum hergibt. Die SPD schickt ihre Titelverteidigerin; die Bündnisgrünen einen aufstrebenden Jungpolitiker mit großem Namen, der allerdings im Falle eines Scheiterns schon Legitimationsprobleme in Sachen weiterer Karriereplanung kriegen wird; die CDU hätte gerne einen parteilosen Kandidaten unterstützt, der jedoch nicht wollte und wieder zurückgezogen hat und nun tritt denn doch ein Parteijünger an, den man als Ortsverein dennoch nicht unterstützt; dann gibts natürlich die Linke mit einer chancenlosen Fünfprozentkandidatin und zu guter letzt dann noch den Kerl von der Pogopartei, für den der Wahlkampf ein Riesenhappening ist.


Es ist ja auch nicht leicht, die Stadt zu regieren. Natürlich will jeder was. Und die allermeisten wollen Geld. Schon sind wir beim größten Problem. Es gibt kein Geld.
Das sieht der Durchschnittsbesucher gottseidank nicht sofort. So man die Stadt betritt, sieht es zuerst mal so aus, als sei es besonders hervorragend gelungen, eine pittoreske Altstadt über das Zweitweltkriegsbombardement hinwegzuretten. Das ist ja in der Tat auch der Fall. Vielleicht ist das der Grund, weshalb sich Touristen und Liebhaber einer mittelalterlichen Fachwerkarchitektur hier verlieren können. Wandeln auf den Pfaden von Hölderlin oder Mörike. Und natürlich gibt es diese Plätze, die Hölderlin und Mörike bereits exakt gleich gesehen haben. Hier durfte sich kein Le Corbusier austoben, kein Richard Meyer seine Paläste aus weißem Marmor errichten, Frank Gehry würde wohl mehrere Bürgerbewegungen provozieren.
Man badet in der Vergangenheit. Wohl weniger, weil man nicht auch Moderne wollte. Viel mehr, weil man die sich nicht leisten kann.
Aber darin liegt nun auch die Crux. Die Armut. Kein Geld. Keine Investitionen. Das aber wiederum hat Tradition. Schon Mitte des vorletzten Jahrhunderts wusste die hiesige Intelligenzija jeglichen Fortschritt zu stoppen und den status quo zu konservieren. Man verhinderte schlicht den Bau der Eisenbahnlinie. Die wissenschaftlich fundierte Gleichung hinter dieser Negation war dazumal einfach: Eisenbahn = Industrie = Arbeiter = Probleme.
Dieses historische Erbe prägt bis heute. Noch immer schaut man neidisch auf die industrielle Schwester im Osten, während man noch immer in nicht minder ausgeprägtem Hochmut die eigenen Dichter und Denker emporhält. So ist das eben in dieser historikbewussten Miniatur der bundesrepublikanischen Verhältnisse.
Deshalb bewahrt man die Tradition. Weil man immer noch keinerlei Industrie und damit auch keinerlei Gewerbesteuereinnahmen hat, ist man froh, wenn das Land das für einen übernimmt. Deshalb sieht auch ein Großteil dessen, was für den Allgemeintouristen und Fachwerkambienteliebhaber sichtbar ist, prächtig restauriert aus. Ganz einfach deshalb, weil ein Großteil der Gebäude in "neuralgischer Nähe" in Eigentum des Landes ist.

Die Stadt ist ein Dauerkompromiss. Ein Kompromiss zwischen Links und ganz Links. Ein Kompromiss zwischen altem Denken in Fachwerk und modernen Wissenschaften in Drittreichbauten. Ein Kompromiss zwischen Burschenschaften und der Linken. Ein Kompromiss zwischen Geld und dem Ruin.

Selbst bei der Restaurierung einer der Herzeigeimmobilien musste man einen Kompromiss schließen. Nirgends wurde dies deutlicher als hier: Eine jahrhundertealte Festung wurde wieder hergestellt. Im Namen und bezahlt natürlich vom Land. Hier gab es denn den alten Historikerstreit, was denn nun legitim sei. Die eine Fraktion meinte, dass man das Teil so herstellen müsse, dass es prächtig erscheine, während die andere Fraktion der Meinung war, historisch sei nur, was auch authentisch sei. Der Kompromiss war der, dass jede Partei einen Teil erhielt. Die einen erhielten den linken Teil, der nun aussieht, wie es mal hätte aussehen können, die andere Partei dürfte das so restaurieren, wie es tatsächlich einmal war.


Nur zu gern fällt man der Versuchung anheim, einem potentiellen Geldgeber sämtliche Optionen offenzuhalten. Weshalb man nun für die nächsten Jahrzehnte auch eine Bauruine direkt an der Einfahrt zur authentischen Altstadt sitzen hat.
Der manische Drang Größe zu zeigen scheint chronisch zu sein. Anders lassen sich Großhallenbauwerke kaum erklären, während gleichzeitig das soziale wie das gesellschaftliche Leben momentan einen Tiefgang sondergleichen erleideen.
Nirgends sonst leistet man sich den "Wissenschaftlerkrieg" innerhalb einer Fakultät, der letzten Endes erst dadurch entschieden wurde, indem einer der Kontrahenten das Zeitliche gesegnet hat. Politisch wird das alles allzumal...

In Sachen Wahlkampf tobt mittlerweile die Schlacht um die Größe der Plakatwände und um die Persönlichkeit der Kandidaten. Das Rennen wird wohl (mitte-)links entschieden in einer Stadt, die zwar zutiefst pietistisch ist und durchaus burschschaftliche Traditionen hochhält, in der sich aber selbst die Grünen diesen miefigen Pietismus übergezogen haben.
Das aber wird den rotgesichtigen Wählern -sei es durch jahrhundertelange Inzucht oder übermäßigen Mostkonsum bedingt- herzlich egal sein. Hier war schon immer alles etwas ambivalenter als anderswo. Und so wählt man hier auch. Ändern wird sich nichts.

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Morning Mood
Ich mag die Farben dieser Jahreszeit. Den morgendlichen Nebel, der dann langsam von der Sonne verdrängt wird. Farben, die sich von keiner Kamera der Welt festhalten lassen.
Dafür passt aber Musik ganz gut.

Edvard Grieg: "Morning Mood" aus Peer Gynt...


   ... Musik
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Sonntag, 15. Oktober 2006
Im Schlafzimmer

   ... Horst-Tappsy
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Nobelpreise
Mit den "Anti-Nobelpreisen" werden dieses Jahr Forschungen zu den Essgewohnheiten von Mistkäfern, eine Studie zu Kopfschmerzen bei Spechten und die Entwicklung eines Schutzmittel gegen Jugendliche ausgezeichnet. Ausschlaggebend für die Juryentscheidung der IgNobel-Preise ist nach Angaben von Preisgründer Marc Abrahams, dass die Arbeiten "nicht wiederholt werden können oder sollten".

(...) Howard Stapleton aus Wales (...) wurde mit dem Friedens-IgNobel-Preis für seine Entwicklung eines Teenager-Schutzmittels ausgezeichnet: Das Gerät gibt einen nervenden Ton von sich, den nur Jugendliche hören können, nicht aber Erwachsene.
Quelle: Yahoo News


Entschuldigung, ich finde die Erfindung von Herrn Stapleton hat definitiv eine Zukunft. Ich zumindest würde ihm umgehend so ein Ding abkaufen.

   ... Fundstuecke
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Samstag, 14. Oktober 2006
Saufen für Gott
Bier mit göttlichem Segen! Darauf haben wir doch alle gewartet. Da ist die Regenwaldkampagne doch pures Anfängertum...

Endlich ist Alkoholismus in den göttlichen Stand erhoben. Saufen mit päpstlichem Segen sozusagen.

Und wenn einen die Sanitäter abholen, kann man unter den Klängen von Bruckners "Locus iste" dem Mediziner entgegenhalten: Deus lo volt!

Vielleicht sponsort der Vatikan ja den Grabstein mit der Inschrift: "Er hat seine Leber seinem Glauben geopfert."

   ... Fundstuecke
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Freitag, 13. Oktober 2006
Frühwarnsystem
Der kleine Kevin ist tot. Ein schrecklicher Fall. Ein tragischer Fall. Wieder einer zu viel.

Eigentlich könnte man meinen, dass so etwas sprachlos machen muss. Tut es nicht. Sofort springen die Geier aus Politik und (Boulevard-)Journaille wie die räudigen Köter auf den Fall.
Das arme Kind ist noch nicht unter der Erde, da wird schon von der Bestrafung der Schuldigen (das ist ausgemacht: Das Jugendamt) schwadroniert und von Frühwarnsystem dahergefaselt und davon geplappert, dass man die Kinder nie wieder außer Aug´ lasse.

Ich möchte an dieser Stelle nicht viel Worte verlieren -der Anlass ist schlimm genug-, aber wer so dermaßen blöd daherschwätzt wie eine gewisse Mutterkreuzministerin, der verdient durchaus eine Antwort:
- Es ist leicht über Mittel zu sprechen, die man weder hat, noch bewilligen muss. Das alles kostet Geld und niemand sagt, wo das beim momentanen Sparkurs herkommen soll. Im Gegenteil: Es wird noch heftiger gespart werden.
- Wer seine Mitarbeiter bei den kommunalen Jugendämtern mit 100 und deutlich mehr Fällen pro Stelle eindeckt, sollte vielleicht wissen, wieviel Zeit dem Mitarbeiter effektiv nach Abzug diverser Termine für das jeweilige Kind in etwa bleibt: Geschätzte 10 Stunden maximal (meine Schätzung).
Pro Jahr wohlgemerkt! Da sind Krankheiten und Urlaubsvertretungen noch nicht drin.


Und so werden sich die Unherren und die Dämlichkeiten aus den eigentlich verantwortlichen Stellen dennoch weiter echauffieren und mit toten Kindern Wahlkampf machen. Man mag das Gehabe und Getue widerlich finden. Kevin war nicht der Letzte.

   ... Poly-Tikk
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Patriotischer Dialog
A: Was läuft denn für Musik?

B: Ein Deutsches Requiem.

A: Darauf bist du auch noch stolz?

B: Wieso stolz?

A: Wieso ist dir so wichtig, dass es ein deutsches Requiem ist?

B: Weil es so heißt. Es heißt "Ein Deutsches Requiem". Von Johannes Brahms.

A: Aso. Tschuldigung. Ich dacht schon...

   ... Virtuelle Welt
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Freitag, 13. Oktober 2006
Alabama 3 / Reservoir Dogs
Nicht Original, aber da hat jemand einen meiner Lieblingsregisseure mit einer meiner Lieblingsbands gemixed (Die Musik gehört eigentlich zu den Sopranos)

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Herrchens Wäschefach

   ... Horst-Tappsy
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Wolken

   ... Welcome to Muumuuland
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Saudumme Sprüche (XXII)
Auch Literaten sind nicht gefeit:

Dass einer stirbt, solange er noch am Leben ist, tut weithin weh.



Martin Walser über den Tod von Joachim C. Fest

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Mittwoch, 11. Oktober 2006
Kiffer und Kokser

   ... Poly-Tikk
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Handwerker
Handwerker sind klasse!

9 Uhr. Frühstück in Deutschland. Die Zimmerleute futtern ihre Brote im Auto. Die 86jährige Nachbarin schreit vom Balkon:

"Fahrt ihr wieder weg?"

Einer unterbricht den Kauvorgang, blickt von seiner Bildzeitung auf:
"Ja."

Das reicht ihr aber nicht. Sie will Details:
"Wann denn?"

Antwort:

"Um fünf."

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Dienstag, 10. Oktober 2006
Liebe Bundesregierung,
die du seinerzeit -damals noch vertreten durch ein sehr spezielles Exemplar, das mittlerweile Gasgeschäfte macht- deine uneingeschränkte Solidarität versichert hast und in eben jener uneingeschränkten Solidarität dich am Abenteuer Afghanistan beteiligt hast...

...ich hätte da die ein oder andere Frage dazu. Aber heut will ich mich kurz halten und darum beschränke ich mich auf eine:

Könnte es sein, dass ihr euch da in eurem Hurrapatriotismus und eurer uneingeschränkten Solidarität ein klein wenig verrannt habt und den ganzen Schlamassel ein wenig unterschätzt habt und euch das alles nun mächtig an die Nieren geht?

Oder wie kann das denn sonst sein, dass weder beim Verteidigungsministerium noch bei der Bundeswehr zu erfahren ist, ob so ein Einsatz eventuell so gefährlich ist, dass da schon Soldaten gefallen sind...
...nu wissen wir ja alle, dass Krieg ein gefährliches und dreckiges Geschäft ist und wir wissen auch aus der Presse, dass es schon Tote gab...

Aber, liebe Bundesregierung, das ist kein Grund 18 (!) tote Soldaten auf euren Seiten totzuschweigen. Die Seiten sind ja ganz drollig, enthalten aber keine Information. Zumindest kaum eine brauchbare.
Doch! Eine! Da wird erklärt, dass es gem. Resolution 1368 erlaubt gewesen sei, Afghanistan zu bekriegen. Tut mir Leid Jungs und Mädels von der Bundeswehrspaßfront (anders lässt sich euer Informationsbestreben kaum interpretieren), aber irgendwie les ich das anders. Auch die UN-Charta les ich anders als ihr...

Allerlei mehr oder weniger uninteressante Inhalte.

Vom eigentlichen Geschehen aber ist nichts zu erfahren. Null, niente, nada. Und da, liebe Bundesregierung, unterscheidest du dich auch nicht von den amerikanischen Blindgängerkollegen, die ähnlich umnachtet umhertappsen.

Aber vielleicht erklärt ja Karl, der Bärenreporter, ob, wann und warum Papi gefallen ist...

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Sturzhelm

   ... Horst-Tappsy
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Der Rebell
Helmut Palmer. Im Südwesten ist/war der Mensch bekannt wie ein bunter Hund. Er war berühmt und er war berüchtigt.

Er war einer der urigen und echten Marktbeschicker in Sachen Obst und Gemüse. Vielleicht der echteste und urigste überhaupt. Eigentlich war er Pomologe und Obstbauer. Bekannt und berühmt aber wurde er als Bürgerrechtler und als Mensch, der nicht bereit war, sich wegzuducken. Er war bekannt als der Remstalrebell.

Über 40 Jahre ist er die Wochenmärkte im Südwesten abgetingelt. Wer bei ihm kaufte, kaufte gleichzeitig auch ein ehrliches Produkt. Man musste aber auch vorsichtig sein: Gefäße waren oft selbst mitzubringen. Und wenn dies eine Plastiktüte war, verkaufte er aus Prinzip nichts. Dann konnte man wirklich froh sein, nicht mit einer lautstarken Schimpfkanonade eingedeckt zu werden.

Gut 40 Jahre lang hat er die Politik aufgemischt. Reaktionär. Mit Methoden, die ihn dicht an den persönlichen Ruin gebracht haben. Gegen alle Konventionen hat er gehandelt und schon mal ein herumstehendes Polizeiauto, bei dem der Schlüssel steckte, vor die Stadt gefahren. Oder Akten aus einem Büro mitgehen lassen, um sie unten an der Rezeption wieder abzugeben.

So ziemlich bei jeder Bürgermeisterwahl ist er angetreten. Zum Teil mit beachtlichen Erfolgen. Mitte der 70er-Jahre konnte sein Wahlsieg in Schwäbisch Hall im entscheidenden Wahlgang nur dadurch verhindert werden, indem sich die etablierten Parteien allesamt hinter dem Gegenkandidaten scharten. Palmer erreichte über 40% und unterlag nur äußerst knapp.

Immer wieder wurde er verhaftet. Einmal weil er wegen eines Knöllchens direkt ins bürgermeisterliche Büro von Schorndorf marschierte und den Bürgermeister an der Krawatte packte und diesen mit den Worten (Aussage des Opfers) "Bürschle, jetzt gôhd dr´s an dr Kraga" (Übersetzung: Freundchen, nun geht es dir an den Kragen) zu Boden geworfen haben soll. Palmer bestritt den Vorfall nur in kleineren Details.

Und so hat er einen einsamen Kampf geführt. Für Bürgerrechte, gegen Antisemitismus und Behördenwillkür. Don Quijote gegen die staatlichen (und nicht nur staatlichen) Windmühlen. Hat ohne zu Fragen einfach gemacht. Fremde Obstbäume geschnitten oder als es noch keine Leitplanken an den Straßen gab, selbige einfach selbst versenkt...

Auch wenn ihn viele nicht gemocht haben, weil er sich gegen alle Konventionen auflehnte, wider alle Normen und Hierarchien zu Felde gezogen ist, weil er "gebruddelt" und gestänkert hat, weil er ein "Querulant" war, weil ihm nichts zu peinlich war....das alles haben sie ihm nicht vergessen, nie verziehen. Eine einsame One-Man-Show im Kleinbürgertum.
Aber der Mann hat mehr für die Demokratie getan als der gesamte jetzige Bundestag in seiner bisherigen Legislaturperiode zusammen.

   ... Poly-Tikk
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