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Mittwoch, 24. Juni 2009
Marg bar Velayat-e faqih
gorillaschnitzel, 01:58h
Ich habe mir in den letzten eineinhalb Wochen alles reingezogen, was an Nachrichten aus dem Iran greifbar war. Anfangs waren das "offizielle Sender", also das, was in Tagesschau, Spon, WashPost oder anderen herkömmlichen Medien geboten wurde. Dann verlagerte sich das angesichts der Verbote des Regimes gen Youtube, Blogs, Flickr und Twitter. Weil mich das Land interessiert, wie kaum ein zweites, von meinem eigenen eventuell abgesehen.
Was man bei all diesen Portalen sieht, ist teilweise extrem grausam, weil da niemand am Schneidehebel sitzt und zu grausame Dinge wegschneidet und wenn nur 10 % authentisch sind (es sind meiner Ansicht nach wesentlich mehr), dann reichte das schon, um ein für alle mal sich eindeutig zu positionieren. Mal davon abgesehen, dass die Mullahs den Betrug schon eingeräumt haben, zu blöd eine Wahl zu fälschen: 3 Millionen Stimmen aus dem Nichts könnte man lustig finden, wenn die Situation nicht so grausam wäre, Tote stimmen ab, was man auch lustig finden könnte, gäbe es nicht zig Tote in den Straßen, Wahlbeteiligungen von 140 % (da kann sich die EU mal eine sehr ordentliche Scheibe von abschneiden) und das ist nur das, was sie bereit sind zuzugeben. Wie sie auch in ihren Medien wohl nur das zugeben, was sich ohnehin nicht mehr verheimlichen lässt. Eher weniger. Wenn die offiziellen Staatsmedien von 10 Toten sprechen, muss man das wohl leider multiplizieren und fraglich ist dabei nur der Faktor.
Dabei können sie rein machtpolitisch die Revolte niederschlagen, die Macht dazu haben sie vielleicht. Pure Gewalt. Aber das ist nur die "erste Runde". Insgesamt werden sie verlieren, weil sie eine gesamte Generation (und nicht nur diese) verloren haben und das für immer und für alle Zeiten. Eine Generation, der sie einmal das gesamte Land übergeben müssen.
Was man bei all diesen Portalen sieht, ist teilweise extrem grausam, weil da niemand am Schneidehebel sitzt und zu grausame Dinge wegschneidet und wenn nur 10 % authentisch sind (es sind meiner Ansicht nach wesentlich mehr), dann reichte das schon, um ein für alle mal sich eindeutig zu positionieren. Mal davon abgesehen, dass die Mullahs den Betrug schon eingeräumt haben, zu blöd eine Wahl zu fälschen: 3 Millionen Stimmen aus dem Nichts könnte man lustig finden, wenn die Situation nicht so grausam wäre, Tote stimmen ab, was man auch lustig finden könnte, gäbe es nicht zig Tote in den Straßen, Wahlbeteiligungen von 140 % (da kann sich die EU mal eine sehr ordentliche Scheibe von abschneiden) und das ist nur das, was sie bereit sind zuzugeben. Wie sie auch in ihren Medien wohl nur das zugeben, was sich ohnehin nicht mehr verheimlichen lässt. Eher weniger. Wenn die offiziellen Staatsmedien von 10 Toten sprechen, muss man das wohl leider multiplizieren und fraglich ist dabei nur der Faktor.
Dabei können sie rein machtpolitisch die Revolte niederschlagen, die Macht dazu haben sie vielleicht. Pure Gewalt. Aber das ist nur die "erste Runde". Insgesamt werden sie verlieren, weil sie eine gesamte Generation (und nicht nur diese) verloren haben und das für immer und für alle Zeiten. Eine Generation, der sie einmal das gesamte Land übergeben müssen.
Montag, 22. Juni 2009
Halbdackel des Monats
gorillaschnitzel, 02:52h
Opi erklärt das Internet
Ich bin der festen Überzeugung, dass Leute, die Herfried oder Ferfried getauft werden, bereits dann merken, dass ihr Name allenfalls suboptimal ist, wenn sie mal im Zoo verloren gehen und die Eltern dann vor dem Seehundbecken nach ihnen rufen. Da ist dann so eine Karriere wirklich vorgezeichnet. In den letzten Jahren war eher Ferfi für die Schlagzeilen zuständig, jetzt ist es Herfi und der schrub doch tatsächlich in der Frankfurter Rundschau, dass die Leute, die diese Online-Petition mit unterzeichnet haben entweder kriminelle Geschäftemacher oder aber Anarchokommunisten sind.
Nun muss ich das mal zugeben: Ich bin eher wenig kriminell (Stephans blaues Auge tut mir echt Leid, aber ich war erst 9, die Strafzettel sind allesamt bezahlt und das bißchen Konsum nicht ganz legaler Substanzen fällt hoffentlich in das Kapitel Jugendsünden) und Geschäfte mache ich im Internet allenfalls wenn ich mal Bücher bestelle oder was ersteigere, weshalb ich dem Syllogismus Herfis folgend, mich den Anarchisten und Kommunisten zurechnen darf.
Das finde ich aber allemal eine bessere Gesellschaft, denn als Halbdackel zu enden und das zumindest muss man Herfi zugestehen, ist ihm allerbestens gelungen: Noch´n Opi der mir das Internet erklären will, mutmaßlich aber nicht mal seinen PC eingeschaltet kriegt. Anders ließe sich die Argumentation kaum noch logisch nennen, aber was ist schon Logik in Herfis Weltsicht: Da schreibt er doch wirklich das:
Das Gesetzesvorhaben sollte bloß sicherstellen, dass das, was für Printmedien gilt, auch im Internet gelten soll: dass der Erwerb von Kinderpornografie unter Strafe steht.
Ein ganz kleiner Hinweis meinerseits: Der Besitz von Kinderpornos ist auch via Computer strafbar, wie Herr Tauss grade feststellen darf. Würde ich so arbeiten wie Herfi schreibt: Ich müsste ernsthaft meine Entlassung fürchten. Und ich Depp dachte, dass solche Jungs wissenschaftlichen Standards unterworfen sind...
Nichts hat er verstanden! Nichts!
Sonntag, 21. Juni 2009
Eigentlich ist er ein Mercedes, wenn man ihn nur ließe....
gorillaschnitzel, 02:31h

Samstag, 20. Juni 2009
Ich glaube,
gorillaschnitzel, 23:56h
dass Sport dazu da ist, Grenzen auszutesten. Das war schon in meiner Kindheit so, als es mich des Öfteren vom Rad geschmissen hat und es ein wahres Wunder war, dass da außer diversen Achten im Rad nie selten etwas passiert ist. Aber landläufig sagt man Kindern und Besoffenen ja nach, dass denen meist eher nichts passiere. Nun bin ich also erwachsen und vielleicht sollte ich vor der nächsten sportlichen Betätigung erstmal ordentlich was weglöten. Es gibt nämlich Menschen in meinem Umfeld, die der Ansicht sind, dass ich besser nicht Sport betreiben sollte, weil mir da häufiger was passiert und am Ende müssen das dann die Kollegen wieder ausbaden, was natürlich auch nicht schön ist.
Ich finde aber, dass zu Sport auch Schmerzen gehören: Schmerzende Rippen wenn man beim Beachvolleyball auf einer zusammenkrachenden Strandliege landet, gebrochene Gliedmaßen oder auch aufgeschlagene Knie. Und wie Oliver Kahn damals im WM-Finale von 2002 wegen eines popligen Kapselrisses gleich 2 Kisten gefangen hat und Deutschland so das Finale verloren hat, muss man auch mal sagen dürfen, dass der Mann in diesem Finale eine Fehlbesetzung war: Ich spielte seinerzeit einige Tage vorher mit gebrochenem Finger. Und zwar zu Null. Das war der Finger allemal wert, auch wenn er jetzt ein kleines bißchen krumm ist.
Wert war es auch, dass sich dieser Unterarmschutz während des Bogenschießens irgendwie verschoben hat und dann die Sehne gegen den Arm geknallt ist, der Schuß ging immerhin mitten durch den Luftballon durch und es machte Bumm.

Ich finde aber, dass zu Sport auch Schmerzen gehören: Schmerzende Rippen wenn man beim Beachvolleyball auf einer zusammenkrachenden Strandliege landet, gebrochene Gliedmaßen oder auch aufgeschlagene Knie. Und wie Oliver Kahn damals im WM-Finale von 2002 wegen eines popligen Kapselrisses gleich 2 Kisten gefangen hat und Deutschland so das Finale verloren hat, muss man auch mal sagen dürfen, dass der Mann in diesem Finale eine Fehlbesetzung war: Ich spielte seinerzeit einige Tage vorher mit gebrochenem Finger. Und zwar zu Null. Das war der Finger allemal wert, auch wenn er jetzt ein kleines bißchen krumm ist.
Wert war es auch, dass sich dieser Unterarmschutz während des Bogenschießens irgendwie verschoben hat und dann die Sehne gegen den Arm geknallt ist, der Schuß ging immerhin mitten durch den Luftballon durch und es machte Bumm.

Freitag, 19. Juni 2009
Tipp 24
gorillaschnitzel, 02:34h

Donnerstag, 18. Juni 2009
Ville de Quebec
gorillaschnitzel, 14:14h
Die allerletzte Station und das ist auch gut so. Weniger weil das Heimweh ausgebrochen ist sondern weil Quebec-Stadt wahrscheinlich nicht mehr zu übertreffen gewesen wäre. Die Stadt ist UNESCO-Weltkulturerbe und das völlig zurecht. Eine der schönsten Städte Nordamerikas. Finde ich als Europäer zumindest und räume an dieser Stelle meinen Blick durch die Europabrille ein.
Gleich vor der Stadtgrenze liegt der Chute Montmorency. Er transportiert nur einen Bruchteil der Wassermenge der Niagarafälle, ist aber nicht minder spektakulär, weil deutlich höher.
Quebec ist eine der ältesten Festungen auf dem nordamerikanischen Kontinent und besitzt die einzigen vollständig intakten Festungsanlagen dort überhaupt. Selbige wurde nie eingenommen, was aber vielleicht auch daran liegt, dass sie nie angegriffen wurde.
Das heißt nun nicht, dass Quebec nicht umstritten gewesen wäre. Ganz im Gegenteil: Quebec wollten Franzosen wie Engländer haben, was vor allem daran liegt, weil Quebec an einer Engstelle des Flusses liegt, damit damals strategisch wichtig war und so haben sie sich im heutigen Stadtgebiet eine ziemlich blutige Schlacht geliefert, die die Engländer gewonnen haben. Flugs wurde dort die Festung gebaut und eine Garnison stationiert.

Garnisonsstadt ist Quebec geblieben und die Flagge auf Halbmast gibt einem den Moment zum nachdenken, vor allem wenn man in der Zeitung gelesen hat, dass die wegen Karine Blais, 21, gestorben in Afghanistan halb hoch hängt.
Quebec ist Basse-Ville, der sehr überschaubare, älteste Teil unten am Ufer des Sankt-Lorenz-Stroms und Haute-Ville, die eigentliche Stadt oben auf dem Hügel. Schön sind beide Teile mit den Backsteinhäusern und den verzinkten, bunten Dächern.

Und so kann man wechselweise mal von unten nach oben oder von oben runter schauen und wenn man nicht aufpasst, wähnt man sich irgendwo in Frankreich, weil das alles sehr französisch wirkt, nicht nur sprachlich: Croissants, Baguettes und Cafés. Einzig die Eishockeyshirts der Canadiens de Montréal passen nicht so ganz.
Quebec ist die Hauptstadt des franko-kanadischen Nationalstolzes und die Unabhängigkeitsbewegung ist noch immer graffitiaktiv:
Die bekannteste Sehenswürdigkeit aber ist das Chateau Frontenac und das Chateau thront medien- und fotowirksam auf dem höchsten Punkt der Stadt. Chateau ist als Bezeichnung sehr irreführend, weil das Chateau kein Schloss ist sondern ein 5-Sterne-Hotel und in Anspruch nimmt, das meistfotografierte Hotel der Welt zu sein. Ich zumindest würde gefühlsmäßig behaupten, dass das Burj al Arab in Dubai diesen Rang mittlerweile abgelaufen hat, auch wenn ich zig Fotos vom Chateau gemacht habe.


Gleich vor der Stadtgrenze liegt der Chute Montmorency. Er transportiert nur einen Bruchteil der Wassermenge der Niagarafälle, ist aber nicht minder spektakulär, weil deutlich höher.
Quebec ist eine der ältesten Festungen auf dem nordamerikanischen Kontinent und besitzt die einzigen vollständig intakten Festungsanlagen dort überhaupt. Selbige wurde nie eingenommen, was aber vielleicht auch daran liegt, dass sie nie angegriffen wurde.
Das heißt nun nicht, dass Quebec nicht umstritten gewesen wäre. Ganz im Gegenteil: Quebec wollten Franzosen wie Engländer haben, was vor allem daran liegt, weil Quebec an einer Engstelle des Flusses liegt, damit damals strategisch wichtig war und so haben sie sich im heutigen Stadtgebiet eine ziemlich blutige Schlacht geliefert, die die Engländer gewonnen haben. Flugs wurde dort die Festung gebaut und eine Garnison stationiert.

Garnisonsstadt ist Quebec geblieben und die Flagge auf Halbmast gibt einem den Moment zum nachdenken, vor allem wenn man in der Zeitung gelesen hat, dass die wegen Karine Blais, 21, gestorben in Afghanistan halb hoch hängt.
Quebec ist Basse-Ville, der sehr überschaubare, älteste Teil unten am Ufer des Sankt-Lorenz-Stroms und Haute-Ville, die eigentliche Stadt oben auf dem Hügel. Schön sind beide Teile mit den Backsteinhäusern und den verzinkten, bunten Dächern.

Und so kann man wechselweise mal von unten nach oben oder von oben runter schauen und wenn man nicht aufpasst, wähnt man sich irgendwo in Frankreich, weil das alles sehr französisch wirkt, nicht nur sprachlich: Croissants, Baguettes und Cafés. Einzig die Eishockeyshirts der Canadiens de Montréal passen nicht so ganz.
Quebec ist die Hauptstadt des franko-kanadischen Nationalstolzes und die Unabhängigkeitsbewegung ist noch immer graffitiaktiv:
Die bekannteste Sehenswürdigkeit aber ist das Chateau Frontenac und das Chateau thront medien- und fotowirksam auf dem höchsten Punkt der Stadt. Chateau ist als Bezeichnung sehr irreführend, weil das Chateau kein Schloss ist sondern ein 5-Sterne-Hotel und in Anspruch nimmt, das meistfotografierte Hotel der Welt zu sein. Ich zumindest würde gefühlsmäßig behaupten, dass das Burj al Arab in Dubai diesen Rang mittlerweile abgelaufen hat, auch wenn ich zig Fotos vom Chateau gemacht habe.


Mittwoch, 17. Juni 2009
Im Zuge einer neuen betriebswirtschaftlichen Initiative werden mittlerweile immer mehr Baumärkte umbenannt.
gorillaschnitzel, 02:22h

Dienstag, 16. Juni 2009
Wenn man zu blöd zur Wahlfälschung ist...
gorillaschnitzel, 03:48h
Man darf mit Recht über einige vermeintliche Revolutionen skeptisch sein, zumindest dahingehend, in wieweit die ein oder andere nicht sehr wohl auch vom Ausland aus nicht wenig beeinflußt wurden, siehe Ukraine Orange etwa. Da läge dieser Verdacht auch jetzt beim Iran relativ nahe, zumal die nicht kleine Exilgemeinde auf das Regime nicht wirklich gut zu sprechen ist und nicht ganz einflußlos ist.
Aber dieses Mal glaube ich, dass die Mullahs einfach zu dumm waren, so eine Wahl zu fälschen. Kandidat Ahmadinedschad hat angeblich selbst in den Mussawi-Hochburgen 60% eingefahren. Und es würde auch kaum verwundern, wenn in manchen Wahlbezirken die Wahlbeteiligung über 100% läge. Wie bereits früher geschehen.
Nun ist es nicht so, als wäre Mussawi ein Reformer im westlichen Sinn. Solche Kandidaten werden dort gar nicht erst zugelassen. Der ist -aus westlicher Sicht- nicht minder extrem. Mussawi ist aber für die Iraner zumindest die Hoffnung auf irgendeine Mini-Mini-Reform und das in einer Bevölkerung, die extrem gespalten ist zwischen Totalablehnern einer Theokratie und Totalradikalen und die inzwischen unter dem internationalen Embargo zu leiden beginnt.
Wenn nun in einem sehr repressiven Regime trotz Verbot Hunderttausende auf die Straße gehen, dann wird das selbst für die Mullahs in Iran gefährlich.
Ich glaube, dass das ausgehen wird wie häufig in der iranischen Geschichte: Blutig. Sehr blutig. Wenn die Demonstrationen weitergehen -und es sieht momentan nicht so aus, als würde sich das morgen oder übermorgen wesentlich beruhigen- wird dort sehr bald auf Demonstranten geschossen und das nicht wie bisher vereinzelt sondern gezielt, geplant und systematisch.....und es ist die Erkenntnis, dass der VEVAK (Geheimdienst der Mullahs) der SAVAK (Geheimdienst des Schah) von heute ist (gut, das ist nicht neu) und sich die Methoden dort nie wesentlich geändert haben (okay, auch das ist nicht neu). Es bleibt einzig die Frage, ob und wie die Mullahs mit Hunderten Toten leben können und wollen und das angesichts einer offenen Informationsgesellschaft, die via Youtube, Flickr und Twitter Liveberichte quasi im Minutentakt sendet.
Aber dieses Mal glaube ich, dass die Mullahs einfach zu dumm waren, so eine Wahl zu fälschen. Kandidat Ahmadinedschad hat angeblich selbst in den Mussawi-Hochburgen 60% eingefahren. Und es würde auch kaum verwundern, wenn in manchen Wahlbezirken die Wahlbeteiligung über 100% läge. Wie bereits früher geschehen.
Nun ist es nicht so, als wäre Mussawi ein Reformer im westlichen Sinn. Solche Kandidaten werden dort gar nicht erst zugelassen. Der ist -aus westlicher Sicht- nicht minder extrem. Mussawi ist aber für die Iraner zumindest die Hoffnung auf irgendeine Mini-Mini-Reform und das in einer Bevölkerung, die extrem gespalten ist zwischen Totalablehnern einer Theokratie und Totalradikalen und die inzwischen unter dem internationalen Embargo zu leiden beginnt.
Wenn nun in einem sehr repressiven Regime trotz Verbot Hunderttausende auf die Straße gehen, dann wird das selbst für die Mullahs in Iran gefährlich.
Ich glaube, dass das ausgehen wird wie häufig in der iranischen Geschichte: Blutig. Sehr blutig. Wenn die Demonstrationen weitergehen -und es sieht momentan nicht so aus, als würde sich das morgen oder übermorgen wesentlich beruhigen- wird dort sehr bald auf Demonstranten geschossen und das nicht wie bisher vereinzelt sondern gezielt, geplant und systematisch.....und es ist die Erkenntnis, dass der VEVAK (Geheimdienst der Mullahs) der SAVAK (Geheimdienst des Schah) von heute ist (gut, das ist nicht neu) und sich die Methoden dort nie wesentlich geändert haben (okay, auch das ist nicht neu). Es bleibt einzig die Frage, ob und wie die Mullahs mit Hunderten Toten leben können und wollen und das angesichts einer offenen Informationsgesellschaft, die via Youtube, Flickr und Twitter Liveberichte quasi im Minutentakt sendet.
Meine kleine nordamerikanische StreetArt-Sammlung
gorillaschnitzel, 02:56h



Montag, 15. Juni 2009
Kreuzquer
gorillaschnitzel, 03:14h
Es gibt diese Gemischtwarenläden. Die gibt es auch hier, wenn ich wieder mal vom Hundertsten ins Allertausendeste komme und mich einfach so treiben lasse wohin mich meine Gedanken grade führen und das ist erstmal an den Bücherstrand, weil ich grade große Teile meiner Zeit lesend verbringe. Nein, nicht im Internet, nun gut, das auch, aber auch so richtig mit viel Papier, das man zu Büchern zusammengeklebt hat. Einfach wegen der Haptik. Nix gegen diese Elektroteile, die auch Buch sein können (wahrscheinlich hab ich selbst in weniger als 2 oder 3 Jahren eins), aber momentan geht mir noch nix über dieses millimeterweise Vortasten via Papier.
Und letztens habe ich mich millimeterweise vorgetastet bei Halldor Gudmundssons "Wir sind alle Isländer"

Ein großartiges Buch. So großartig, dass ich das Ding einmal von vorn bis hinten gelesen habe und das während eines Meetings mit meiner Badewanne und noch nicht mal das Wasser kalt wurde. Naja gut, das sagt auch etwas über den Umfang aus (186 Seiten). Eine Zusammenfassung der isländischen Finanzkrise und ihrer Dimensionen (mir grauste sehr; ein Isländer durfte damals sage und schreibe 110€ tauschen und das auch nur unter Vorlage eines gültigen Flugtickets gen Ausland) und dazu Portraits verschiedener Isländer und wie sie betroffen sind, mitsamt der Erkenntnis, dass selbst 5 Monate nach Beginn der Krise noch niemand zurückgetreten war, noch nicht mal der Finanzboss, was dann aber die Isländer selbst bewerkstelligten.
Sensationell auch der Spruch der mitregierenden Sozialdemokratin an 10.000 Demonstranten gerichtet: "Ihr seid nicht das Volk". Auf die Bundesrepublik herunter gerechnet würde das 2,6 Mio Demonstranten bedeuten.
Nicht das Volk.
Das Volk ist -man darf das vermuten- in Pakistan noch egaler, jaaaa, ich weiß, eine Steigerung von egal gibts nicht, bei mir hier aber manchmal doch und schon sind wir beim nächsten Buch und damit bei Mohammed Hanif, der mal Luftwaffenpilot der pakistanischen Luftwaffe war, dann nach England ging und heute wieder als BBC-Korrespondent in Pakistan lebt. Nebenbei schreibt der Mensch Bücher und zwar ziemlich gute, also mindestens eins ist ihm echt gut gelungen und zwar dieses:

Es geht um Zia ul-Haq, den Militärdespoten Pakistans in den Spätsiebzigern/80ern und dessen Tod via Flugzeugabsturz, der noch immer nicht geklärt ist. Rein fiktiv und seeeehhhr spekulativ. Und der Beweis dafür, dass Pakistaner vorzügliche Satire können.Erst halb durch und ich werf mich jetzt schon beiseite...Jetzt ganz durch: Lesenses...ist sehr gut....
Der hier findets sicher großartig....
So. Nun hab ich mich sehr diszipliniert, weil das mit den Büchern ja ordentlich sein sollte, nun kann ich mich austoben und das mach ich auch. Auch wenn Sie mir das nicht glauben mögen, aber ich will ja wirklich mal nach Nordkorea. Nein, nicht der Strände wegen und nein, ich bin auch echt politisch nicht so drauf und ja, ich weiß, dass das kein Urlaub im herkömmlichen Sinn würde. Aber mich interessiert das irgendwie. Museal, aber auch ansonsten. Weil es so völlig jenseits dieser Welt ist. Nordkorea ist für mich sowas wie der Mond.
Und in Nordkorea wohnt ja tatsächlich noch ein amerikanischer Überläufer. Private Dresnok plappert brav vom großen Führer und fühlt sich scheinbar wohl. Scheinbar.

"Führer" wäre jetzt das Adolf-Nazi-Stichwort, aber hey, so einfach folgen wir nun auch nicht Godwins Law und deshalb muss dieser Beitrag ausnahmeweise ohne Adolf und die Nazis auskommen.
Stattdessen muss jetzt Rudolf Diesel herhalten. Wofür der bekannt ist, dürfte qua Namen einigermaßen einleuchten und er ist ohnehin gänzlich unverdächtig, wenn es um Nazis geht. Was mir bis dato aber nicht bekannt war: Der arme Mensch ging im Ärmelkanal über Bord und verstarb. Todesursache ungeklärt. Wie bei Zia ul-Haq. Mord, Selbstmord, Unfall: Nobody knows.
Puuuh, Sie glauben ja gar nicht, wie froh ich bin, mal so nebenbei vom Führer auf Rudolf Diesel gekommen zu sein und die Überleitung nur mit ein paar Rucklern hingekriegt zu haben. Die gibts auch beim Radeln. Federico Bahamontes beispielsweise galt zu seiner Zeit als der allerbeste Bergfahrer. Zumindest hoch. Runter überhaupt nicht, da hatte er nämlich Angst, alleine runter zu fahren und so kam es, dass er beim Anstieg alle abhängte und teilweise Minuten herausfuhr, sich dann oben auch mal ein Eis kaufte und dann wartete, bis die Abgehängten oben ankamen, um dann mit ihnen gemeinsam runterzufahren.

Und das ist der Punkt, an dem man die Stichworte "Berge" und "Volk" verbinden kann und schon sind wir im Iran, wo ich ja auch schon immer mal hin möchte, nicht allein nur wegen des Elburs-Gebirges, wo aber gemessen an den Beispielen Island und Pakistan, das Volk am alleregalsten ist und ich noch immer weiß, dass "egal" keinen Superlativ kennt, ich den aber dennoch zu verwenden mir erlaube. Dort im Iran gärt es und zwar ganz gewaltig und das auch nicht erst seit heute oder gestern und da ist eine gefälschte Wahl auch nur der Anlass, aber nie der Grund. Ich glaube ja, die Mullahs werden das nicht mehr in den Griff kriegen. Vermutlich wird da nicht gleich morgen ein Umsturz erfolgen, aber der Iran hat eine der jüngsten Gesellschaften der Welt, was aus der sehr viel älter werdenden deutschen Gesellschaft heraus erstmal ganz gut klingt. Im Iran gibt es aber gleichzeitig eine große Masse an gut ausgebildeten Menschen, auch und vor allem Frauen, und all das zusammengommen gibt eine sehr explosive Mischung: Diese jungen, gut ausgebildeten Menschen möchten angemessene Arbeitsplätze haben und so weit ist das iranische Nuklearprogramm dann auch wieder nicht, als dass da 3 Millionen Arbeitsplätze herausspringen würden. Bisher haben es die Mullahs geschafft, dass die klügsten Köpfe irgendwann mal verschwunden sind, abgewandert nach Europa oder nach Amerika. Ein verschwenderischer Luxus. Marg bar velayat-e faqih.
Und letztens habe ich mich millimeterweise vorgetastet bei Halldor Gudmundssons "Wir sind alle Isländer"

Ein großartiges Buch. So großartig, dass ich das Ding einmal von vorn bis hinten gelesen habe und das während eines Meetings mit meiner Badewanne und noch nicht mal das Wasser kalt wurde. Naja gut, das sagt auch etwas über den Umfang aus (186 Seiten). Eine Zusammenfassung der isländischen Finanzkrise und ihrer Dimensionen (mir grauste sehr; ein Isländer durfte damals sage und schreibe 110€ tauschen und das auch nur unter Vorlage eines gültigen Flugtickets gen Ausland) und dazu Portraits verschiedener Isländer und wie sie betroffen sind, mitsamt der Erkenntnis, dass selbst 5 Monate nach Beginn der Krise noch niemand zurückgetreten war, noch nicht mal der Finanzboss, was dann aber die Isländer selbst bewerkstelligten.
Sensationell auch der Spruch der mitregierenden Sozialdemokratin an 10.000 Demonstranten gerichtet: "Ihr seid nicht das Volk". Auf die Bundesrepublik herunter gerechnet würde das 2,6 Mio Demonstranten bedeuten.
Nicht das Volk.
Das Volk ist -man darf das vermuten- in Pakistan noch egaler, jaaaa, ich weiß, eine Steigerung von egal gibts nicht, bei mir hier aber manchmal doch und schon sind wir beim nächsten Buch und damit bei Mohammed Hanif, der mal Luftwaffenpilot der pakistanischen Luftwaffe war, dann nach England ging und heute wieder als BBC-Korrespondent in Pakistan lebt. Nebenbei schreibt der Mensch Bücher und zwar ziemlich gute, also mindestens eins ist ihm echt gut gelungen und zwar dieses:

Es geht um Zia ul-Haq, den Militärdespoten Pakistans in den Spätsiebzigern/80ern und dessen Tod via Flugzeugabsturz, der noch immer nicht geklärt ist. Rein fiktiv und seeeehhhr spekulativ. Und der Beweis dafür, dass Pakistaner vorzügliche Satire können.
Der hier findets sicher großartig....
So. Nun hab ich mich sehr diszipliniert, weil das mit den Büchern ja ordentlich sein sollte, nun kann ich mich austoben und das mach ich auch. Auch wenn Sie mir das nicht glauben mögen, aber ich will ja wirklich mal nach Nordkorea. Nein, nicht der Strände wegen und nein, ich bin auch echt politisch nicht so drauf und ja, ich weiß, dass das kein Urlaub im herkömmlichen Sinn würde. Aber mich interessiert das irgendwie. Museal, aber auch ansonsten. Weil es so völlig jenseits dieser Welt ist. Nordkorea ist für mich sowas wie der Mond.
Und in Nordkorea wohnt ja tatsächlich noch ein amerikanischer Überläufer. Private Dresnok plappert brav vom großen Führer und fühlt sich scheinbar wohl. Scheinbar.

"Führer" wäre jetzt das Adolf-Nazi-Stichwort, aber hey, so einfach folgen wir nun auch nicht Godwins Law und deshalb muss dieser Beitrag ausnahmeweise ohne Adolf und die Nazis auskommen.
Stattdessen muss jetzt Rudolf Diesel herhalten. Wofür der bekannt ist, dürfte qua Namen einigermaßen einleuchten und er ist ohnehin gänzlich unverdächtig, wenn es um Nazis geht. Was mir bis dato aber nicht bekannt war: Der arme Mensch ging im Ärmelkanal über Bord und verstarb. Todesursache ungeklärt. Wie bei Zia ul-Haq. Mord, Selbstmord, Unfall: Nobody knows.
Puuuh, Sie glauben ja gar nicht, wie froh ich bin, mal so nebenbei vom Führer auf Rudolf Diesel gekommen zu sein und die Überleitung nur mit ein paar Rucklern hingekriegt zu haben. Die gibts auch beim Radeln. Federico Bahamontes beispielsweise galt zu seiner Zeit als der allerbeste Bergfahrer. Zumindest hoch. Runter überhaupt nicht, da hatte er nämlich Angst, alleine runter zu fahren und so kam es, dass er beim Anstieg alle abhängte und teilweise Minuten herausfuhr, sich dann oben auch mal ein Eis kaufte und dann wartete, bis die Abgehängten oben ankamen, um dann mit ihnen gemeinsam runterzufahren.

Und das ist der Punkt, an dem man die Stichworte "Berge" und "Volk" verbinden kann und schon sind wir im Iran, wo ich ja auch schon immer mal hin möchte, nicht allein nur wegen des Elburs-Gebirges, wo aber gemessen an den Beispielen Island und Pakistan, das Volk am alleregalsten ist und ich noch immer weiß, dass "egal" keinen Superlativ kennt, ich den aber dennoch zu verwenden mir erlaube. Dort im Iran gärt es und zwar ganz gewaltig und das auch nicht erst seit heute oder gestern und da ist eine gefälschte Wahl auch nur der Anlass, aber nie der Grund. Ich glaube ja, die Mullahs werden das nicht mehr in den Griff kriegen. Vermutlich wird da nicht gleich morgen ein Umsturz erfolgen, aber der Iran hat eine der jüngsten Gesellschaften der Welt, was aus der sehr viel älter werdenden deutschen Gesellschaft heraus erstmal ganz gut klingt. Im Iran gibt es aber gleichzeitig eine große Masse an gut ausgebildeten Menschen, auch und vor allem Frauen, und all das zusammengommen gibt eine sehr explosive Mischung: Diese jungen, gut ausgebildeten Menschen möchten angemessene Arbeitsplätze haben und so weit ist das iranische Nuklearprogramm dann auch wieder nicht, als dass da 3 Millionen Arbeitsplätze herausspringen würden. Bisher haben es die Mullahs geschafft, dass die klügsten Köpfe irgendwann mal verschwunden sind, abgewandert nach Europa oder nach Amerika. Ein verschwenderischer Luxus. Marg bar velayat-e faqih.
Freitag, 12. Juni 2009
...put on the lights on the age of reason...
gorillaschnitzel, 02:00h
Heute hol ich mir wieder meine Jugend zurück. Nun gut, nur für ein paar Stunden und das reicht dann auch....
Es gibt -außer vielleicht Philip Boa & the Voodooclub- keine Band, die ich häufiger gesehen habe und ohne je einen einzigen Text gelesen zu haben kenne ich dennoch die allermeisten Lieder auswendig. Texte, die mich auch irgendwie beeinflusst haben. Auf die Frage, wie alt ich sei, liebe ich Justin Sullivans Zeile "too old to be clean, far too young to be broken" und ich für mich glaube ja, dass keine Zeile meine Generation auch heute noch besser beschreibt als "give us liberty or give us death, now you got both, what do you want next?" (Die Antwort lautet übrigens: "War!"). Und darum ist das sowas wie ein Pflichttermin. Meistens kennt man einen guten Teil der üblichen Verdächtigen dort ohnehin. Nur Robert ist mittlerweile gestorben.
Keine Bestuhlung. Äääähm, ja, netter Hinweis. Wer um Himmels Willen erwartet bei New Model Army eine Bestuhlung?
Es gibt -außer vielleicht Philip Boa & the Voodooclub- keine Band, die ich häufiger gesehen habe und ohne je einen einzigen Text gelesen zu haben kenne ich dennoch die allermeisten Lieder auswendig. Texte, die mich auch irgendwie beeinflusst haben. Auf die Frage, wie alt ich sei, liebe ich Justin Sullivans Zeile "too old to be clean, far too young to be broken" und ich für mich glaube ja, dass keine Zeile meine Generation auch heute noch besser beschreibt als "give us liberty or give us death, now you got both, what do you want next?" (Die Antwort lautet übrigens: "War!"). Und darum ist das sowas wie ein Pflichttermin. Meistens kennt man einen guten Teil der üblichen Verdächtigen dort ohnehin. Nur Robert ist mittlerweile gestorben.
Keine Bestuhlung. Äääähm, ja, netter Hinweis. Wer um Himmels Willen erwartet bei New Model Army eine Bestuhlung?
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