Samstag, 10. Januar 2009
Hin und wieder muss ich diese Ooooh-Aaaahh-Kitschfotos bringen

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Freitag, 9. Januar 2009
Faust. Eine Tragödie. Suebian Style.
Es ist eine Blase und sie wird platzen. Wie jede Blase einmal platzt. Das weiß eigentlich jedes Kind, das einmal Pustefix geschenkt gekriegt hat. Da gibt es Hedgefonds, die heuschreckenartig über Automobilkonzerne herfallen wollten und mit ihren Leergeschäften den Karren voll an die Wand gefahren haben. Es gibt Autokonzerne, die viel zu viele Autos gebaut haben und dennoch glauben, auch jetzt noch die Preise erhöhen zu können und dann gibt es den Glauben einer Kleinstadt an das, was sich heutzutage "Outlet" nennt, eigentlich aber Fabrikverkauf meint.



Begonnen hatte es mit Wehrmachtsuniformen und Zwangsarbeitern, dann kam die Haute-Volée mitsamt Schampus, Glamour, Ayrton Senna und Designerparvenus, dann wurde Hugo erst an einen Japaner verkauft (der dann im Knast endete), zwischenzeitlich an irgendwelche Italiener und heute gehörts den Heuschrecken. Ayrton Senna ist dann am Arbeitertag 1994 in der Tamburello gradeaus gefahren, wo er hätte links abbiegen müssen, aber es gibt ja noch die Klitschkos oder wenigstens Kai Pflaume und das zeigt dann auch, was vom Glanz und Glamour der 80er wirklich übrig ist.
Geblieben ist eine Art Vermarktungsgesellschaft, die eine halbe Stadt aufgekauft hat und dann umgearchitektet hat in das größte Schnäppchenzentrum Europas, andere -bösere Mäuler- nennen es völlig zurecht auch den größten Räumungs- und Ramschwareverkauf.



Jahrzehntelang gab es die Heilsversprechen, die dann lange auch umgesetzt wurden. Arbeitsplätze, Bekanntheit der Stadt, Gewinne für alle, die Autokennzeichen in den Parkhäusern stammten neben dem gesamten Bundesgebiet auch aus Schweden, Holland, Italien und Spanien. Wenn nun all die Fremden auch in der Stadt genächtigt, gegessen oder wenigstens Wein gekauft hätten, dann hätte vermutlich auch die Regionalwirtschaft was davon abgekriegt. Aber das ist eher sekundär.
Der Grundkonsens ist und war: Was gut für Hugo ist, ist auch gut für schwäbische Kleinstädte. Das stimmte lange Zeit.



Nur: Ein selbstloses Unternehmen gibt es eben selten und so verlangte Hugo von der Kleinstadt auch einiges ab. Ihre Seele nämlich, ihr intimstes Innerstes: Ihr Zentrum. Der Wunsch war Befehl. Wo auch immer das Vorstandsmitglied -wir nennen ihn mal Herr Mephistopheles- auftauchte, sei es bei den Fraktionen, der Stadtverwaltung, den Architekten, hieß es unisono stets: "Ja, Herr Mephistopheles, kein Problem, Herr Mephistopheles, machen wir, Herr Mephistopheles". Wunschbefehl auf mehr oder minder freiwilliger Basis. Und so wurde dann peu a peu das gesamte Zentrum ersetzt durch Bauten, die alleinig dem textilen Konsumzweck aller dienten (-mit Ausnahme Gretchens -der vor Ort wohnenden Bürgern-: Die fahren zwecks Textilkauf nach wie vor die 10 Kilometer in die Großstadt-) Der Höhepunkt war die geänderte Verkehrsführung auf Wunsch des Konzerns. Aber: Der Rubel Euro, die Mark floss, die Kommune aka Heinrich war zufrieden und die Arbeitslosenzahlen waren graphisch praktisch nicht mehr darstellbar.



Ich bin mir aber sicher: Das wird enden. Irgendwann. Wenn nicht heute, so morgen und wenn nicht morgen so übermorgen und wenn nicht übermorgen, dann irgendwann. Sicher ist aber: Es wird enden. Irgendwann mal werden die Leute keine Lust oder kein Geld mehr haben, die Kollektionen des Vorjahrs überteuert zu kaufen. Dann werden die Ramschhändler alle abziehen und dahin verschwinden, wo sie alle herkamen. Und dann hat eine kleinstädtische Kommune einen Haufen sinn- und nutzloser Bauten in ihrer Mitte stehen und kann das nicht mal mehr als Jugendhaus nutzen, weil der Bedarf dergestalt angesichts Hugos Millioneninvestition -das ehemalige Jugendhausgelände lag aber sowas von in Greifweite und war einem Neubau im Weg und so etwas wird dann nach Hugoart mit Geld gelöst- gar nicht mehr vorhanden ist.

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Donnerstag, 8. Januar 2009
Was vor 150 Jahren aktuell war ist heute nich falsch, oder: Multikulti war damals schon modern....
All den Rolandkochs und den Ottoschilys und all denen, die immer noch meinen, man könne dividieren zwischen denen, die haben und denen, die nicht haben und denen, die nix haben wollen und denen, die haben wollen, und für diejenigen, die meinen, dass man separieren und aufteilen kann oder muss und dann zwischen Völker, Geschlechter oder sonstwas unterscheiden muss, kurz: All denjenigen, die etwas zu kurz geschlossen sind und dennoch meinen, ein Anliegen zu haben:

Endlich siegt der wahre Glaube,
Der die Menschheit menschlich macht.
Mit dem Ölblatt kommt die Taube,
Und der Rabe flieht zur Nacht.
Alle Völker bunt Gewimmel
Wird ein freier Volksverein,
Und der längst verlorene Himmel
Kehrt auf Erden wieder ein.


Hermann Kurz



Aktueller denn je. Trotzdem 160 Jahre alt. Aber: Heute noch hochaktuell.

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Mittwoch, 7. Januar 2009
Me, myself and meine Badewannenente
Da stellt ein Richter sich und den Angeklagten und die Anwälte und den Staatsanwalt und das Publikum hin und verurteilt einen Angeklagten aufgrund einer "zutiefst terroristischen Tat" zu lebenslang. Mit dem Strafmaß an sich hab ich nicht so sehr das Problem. Ich frage mich eher, was "zutiefst terroristisch" sein mag und ob es auch "ein bißchen terroristisch" gibt, Terror light quasi und ob da die Telekom schon drunter fällt oder vielleicht doch noch nicht. Und ob ein "bißchen" Raketenbeschuss nun genauso terroristisch ist wie eine Bodenoffensive oder dann doch wieder nicht.
Derselbe Richter ist übrigens auch der Ansicht, man müsse die Videoüberwachung des öffentlichen Raums massiv ausbauen, eben als Konsequenz der versuchten "zutiefst terroristischen" Tat. Da möchte man ihm dann gerne entgegenhalten, dass man dies für reichlich viel Blödsinn hält, weil ja die Londoner noch wesentlich umfangreicher ihr öffentliches Leben überwachen und dort Anschläge trotz Kameras stattgefunden haben und man als bayrischer Polizeichef vermutlich nicht privatüberwacht werden möchte.


Von Terroristen ist es nicht weit bis zu Kindern und die finden wir ja auch alle ganz toll, weil die uns später mal unsere nicht vorhandene Rente zahlen werden. Viele Exemplare gibt es zwar nicht mehr und um den Restbestand muss man sich auch Sorgen machen, ob die nicht mittelschwere Schäden davontragen, wenn sie bereits als Säuglinge in Klamotten von Erwachsenen gesteckt werden oder ob sie den frühkindlichen Französischunterricht im Kindergarten mitsamt des Geigenkurses später als schwer traumatisierend empfinden werden.
Kinder können eine große Freude sein. Aber seien wir ehrlich: Meistens sind sie es nicht.
Eigentlich sind sie laut, dreckig und stinken.
Aber die Menschheit meint, man müsse sich etwas kindliches bewahren, nur wenn es ausgerechnet eine radikale Weltsicht ist -und bitte: Gegen die Weltsicht eines Kindes stinken die Taliban in jeglicher Radikalität weit ab, fragen Sie mal Mami an der Supermarktkasse-, dann passt das wiederum nicht. Dennoch finde auch ich Mittdreißiger das als Verpflichtung und habe mir nun diese Badeente beschafft damit nicht jede Ente im Rohr landet und wenigstens irgendwer während der Baderei mit mir kommuniziert.


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Dienstag, 6. Januar 2009
Don´t be drunken driving

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Montag, 5. Januar 2009
Mighty Ducks
Heute basteln wir einmal eine Ente. Also eine, die man dann auch essen kann, keine Zeitungs- und auch keine Badeente.
Das ist im Grunde genommen ganz einfach. Viel braucht es dazu nicht.

Das allerwichtigste bei so einem Entengericht ist: Bier. Ja, Sie lesen richtig. Nicht die Ente, Bier ist das allerallerwichtigste Küchenutensil. Sie werden es nämlich brauchen, auch wenn es nicht unbedingt mit dem Gericht an sich zu tun hat, so spendet es als Küchenbier doch Trost in schwierigen Kochmomenten, ist einem ein treuer Partner in der Hektik oder auch dann, wenn es mal langweilig ist, beispielsweise in den Totkochphasen, wenn das Entenvieh nur alle halbe Stunde gewendet werden will.
Die Bedeutung eines Biers während des Kochens kann gar nicht hoch genug geschätzt werden.

Nun aber zum zweitwichtigsten des Ganzen: Die Ente. Die sollten Sie einigermaßen frisch vom Entenhändler Ihres Vertrauens kaufen und es bietet sich echt an, dass das Vieh erstens tot und zweitens gerupft und drittens ausgenommen ist. Sollte dies nicht der Fall sein, werden Sie schnell von den Vorteilen überzeugt sein, gleuben Sie mir. Ich habe das Glück, dass mein Entenbeauftragter gleich ums Eck wohnt und ich mag am liebsten Barbarieenten.
Nun braucht es nur noch: Äpfel, Zwiebeln, Beifuss, Petersilie. Die Menge immer entlang der Entengröße. Äpfel und Zwiebeln würfeln, kurz in Fett anbraten und dann mit dem Rest die Ente füllen. Die Ente dann verschließen, idealerweise mit Küchengarn, aber das hat man ja nicht immer zur Hand, drum: Zahnstocher tuns ganz zur Not auch.....
Das sieht dann etwa so aus:





Nun schiebense das Teil bei 180 Umdrehungen in den Backofen und lassens dann 30 Minuten auf der einen Seite brutzeln.
Dann einmal rumdrehen auf die andere Seite und wieder 30 Minuten.





Machen Sie in dieser Zeit ausgiebig Gebrauch vom Kochbier. Nichts schmeckt nun besser als dieses Bier und die Vorfreude auf die Ente.
Und dann drehen Sie die Ente auf den Bauch und brutzeln sie noch ne Stunde lang durch.
Nun dürften Sie so etwa bei Kochbier 3 oder 4 sein. Achten Sie darauf, noch einigermaßen koordinationsfähig zu bleiben, das Zeuch muss schließlich noch angerichtet werden und kümmern Sie sich nun gefälligst um die Beilagen. Ganz am Schluss gönnen Sie dem Teil noch ein paar Minuten Höhensonne unterm Grill und gut is...

So. Nun ist das Viech fertig und muss nun nur noch von Ihnen zerlegt werden. Das ist der Höhepunkt und echt toll, weil Sie nun -je nach Veranlagung- metzeln dürfen oder aber chirurgisch tätig werden. Ganz egal: Nehmense das Ding auseinander und schmeißenses uffs Teller und vielleicht sieht das dann am Ende so aus:



Barbarieente mit Apfelrotkraut und Kartoffelklößen und Sauce (und zwei völlig überflüssigen Karottenteilen, die da echt nix zu suchen hatten und rein zufällig da gelandet sind)

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Sonntag, 4. Januar 2009
Tote Naziseiten (auch wenn wohl nur vorübergehend) sind irgendwie ein besonderer Genuss...
Dieses Mal: Die NPD höchstselbst und die Seite ist jetzt -0.00 Uhr- immer noch down und das ist auch gut so...


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Samstag, 3. Januar 2009
Vertrauen Sie Ihrer Bank auch in schweren Zeiten...

   ... Kritzl
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Mittwoch, 31. Dezember 2008
Handwerk hat vielleicht manchmal goldenen Boden, manchmal aber auch nix im Schädel
Wenn man mit Handwerkern zu tun hat, wird man schnell merken: Es gibt solche und solche. Solche, die mitdenken und solche, bei denen man meint, ihre intellektuelle Leistung liege in etwa auf dem Niveau eines durchgeknallten Meerschweinchens.
Ich konnte das gar anhand des Gewerks festmachen: Die Zimmerleute waren clevere Jungs mit Improvisationsfähigkeiten und auch rhetorisch einigermaßen beschlagen. Die Malergipser hörten während ihrer Arbeit gar Bach und unterhielten sich ständig über die beste Aufnahme der Goldbergvariationen und die Maurer berechneten selbst unter widrigsten Bedingungen den benötigten Beton zentimetergenau.
Es gab aber auch die Abteilung GasWasserScheiße, auch Flaschner genannt. Was die so alles anstellten, führte beim zuständigen Ingenieur zu erheblichem Stirnrunzeln und gipfelte darin, dass die Jungs zu blöde waren zwei Abwasserrohre ordentlich zusammenzustecken und das wiederum ist eine Mordssauerei, wenn es sich um die Toilette handelt, führt aber erstaunlicherweise auch dazu, dass exakt diesselben Jungs zur Not auch an Sonntagen anmarschieren.
Schlimm aber auch die Elektriker. Das ist ein völlig traditionsloses Gewerk und als solches steht es auf der Handwerkerhierarchie somit auch weit unten. In meinem Fall: Zurecht. Eigentlich sollen die Kerle nur Leitungen verlegen, wo vorher keine waren und das funktioniert normalerweise anhand eines Plans, den wiederum ein Elektroingenieur vorher erstellt. So weit, so gut. Nun dürfen aber keinerlei Änderungen mehr vorgenommen werden, weil das zu mächtig viel Verwirrung bei den Ausführenden führt. Ich habe den Fehler begangen, exakt eine Änderung haben zu wollen und das lag daran, dass sich die Position der Dunstabzugshaube verändert hatte. Eigentlich kein Problem, die Elektrospezialisten hätten lediglich die Kabel zurück ins Loch stopfen müssen oder alternativ eine Blende drauf basteln. Stattdessen: Sie basteln eine Steckdose in die luftige Höhe direkt unter die Zimmerdecke. Was ich mit der anfangen sollte, konnten sie mir dann auch nicht beantworten, aber immerhin hab ich jetzt eine Steckdose in zweimeterzwanzig Höhe.

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Dienstag, 30. Dezember 2008
Drückmich

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