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Dienstag, 18. November 2008
In den Hinterhöfen des Internet (Part I)
gorillaschnitzel, 12:01h
Es gibt Zeug, das so richtig süchtig macht. Also neben den üblichen Verdächtigen wie Bier, Schnaps, Zigaretten und Koks jetzt. Ebay zum Beispiel. Kann süchtig machen. Vor allem dann, wenn man sieht, wie sich die Jungs und Mädels um Dinge prügeln, die man nicht im allerentferntesten über die eigene Schwelle lassen würde. Ebay aber ist oldschool.
Da gibts schon ganz andere Geschäftsmodelle und auf die wurde ich neulich freundlicherweise aufmerksam gemacht (an dieser Stelle -ich weiß, er liest mit- ein riesengroßes Dankeschön an Herrn Wabura. Wenn mal der große Verleger das zwischen Buchdeckel presst, kriegste eine Widmung).
Mittlerweile bin ich ein- und abgetaucht in die tiefe weite Welt der alternativen Auktionshausmodelle und die ist mal richtig phantastisch. Was sich dort tummelt, findet man sonst nur in den Psychiatriepraxen dieser Welt und mal ehrlich: Niemand betritt freiwillig eine Psychiatriepraxis, vermutlich nicht mal die Psychiater selbst. Allein schon von daher sind diese Auktionshäuser -eine wilde Sammelgrube von Zockern, Spielsüchtigen und völlig Verwirrten und damit- eine Besichtigung wert. Es ist eigentlich eine Riesenspielwiese für alle, die am Automaten daddeln wollen, sich aber nicht vor die Tür trauen. Agoraphobe Spieljunkies quasi.
Aber von vorne:
Zum einen hätten wir da Sw#oo*po. Das Geschäftsmodell funktioniert so: Setz ein Gebot, das du dir vorher für 50 Cent gekauft hast und treib damit den Kaufpreis um 10 Cent nach oben. Solltest du der oder die Glückliche sein, die zuletzt bietet: You got it.
Auf den ersten Blick sieht es so aus, als würde das alles saubillig über den Tisch gehen. Kameras für 250 statt 700 Öcken, Flatscreens für 300 statt 1000 undsoweiter. Nur: Um von 10 Cent auf 200 Euro zu kommen, brauchts 2000 Gebote und die kosten ja jeweils 50 Cent und damit wären wir dann bei 1000 Euro für Swupo plus den Verkaufspreis von 200 und damit hat dann Swoooopoh eine Kamera, die im Laden 700 kostet, für 1200 verkauft. Ein vermeintlich Glücklicher kriecht das Ding (zahlt aber natürlich neben den 200 seine eigenen Gebote), der Rest geht leer aus.
Um ganz ehrlich zu sein: Dieses Geschäftsmodell hätte ich gerne selbst erfunden.
Stundenlang kann man da zugucken.

Aber nehmen wir doch mal eine solche Auktion auseinander. Da hätten wir beispielsweise eine Auktion, bei der man "Freigebote" ersteigern kann. Das ist besonders toll, weil die Firma dafür nicht mal ein Produkt rausrücken muss. Stattdessen ersteigern die reichlich logik- und merkbefreiten Bieter lediglich einen weiteren Zockgutschein zum Weiterbieten.
Das ist in etwa wie der Dealer, der seinen Junkies Berechtigungsscheine für Koks verkauft und wenn sie denn zufällig das Höchstgebot abgegeben haben sollten: The winner takes it all, Nase voll mit Pulver, der Rest geht leer aus.

Hier ging es um 300 "Gebote". Real kostet das 150 Euro. Es endete bei absurden 584,20 € und hat mich (und nicht nur mich) einige Stunden gekostet.
Natürlich muss niemand 584,20 zahlen, der "Endpreis ist geschenkt", will heißen: Wurscht, was da am Ende steht, man zahlt nur die eigenen Gebote. Aber: Insgesamt waren das nun 5842 Gebote und das wiederum heißt: 2921 Euro im Swoubo-Säckel und das alleinig dafür, dass nun einpaar Fastverrückte 300 Mal den Bieten-Button drücken dürfen darf. Der "Sieger" hat 40 Euro liegen lassen, zig andere 2881 Euro für nix und wieder nix. Keine Gegenleistung, kein Produkt verlässt die heiligen Svuppo-Hallen, niemand erhält irgendwas (von einem "Bietgutschein" mal abgesehen).
Noch besser wird es, wenn da einige ihre bisher eingezahlte Kohle nicht verlieren möchten und damit dann den Preis so hoch treiben, dass er über Ladenniveau ist.
Der arme Oogaigq226 hat nicht nur einen unaussprechlichen Eskimonamen. Nein, er ist auch bereit für ein Handy 735 Euro zu zahlen, das er im Laden für 699 bekommen hätte. Der Umsatz der Auktionisten liegt übrigens bei 2696,50 €.

Wir hätten da auch noch beispielsweise einen Goldbarren. Gold ist immer gut, vor allem in Zeiten von Finanzkrisen, weil ja Gold immer Gold ist und sowas von sicher ist. Hier wurde ein Barren von 5 Gramm angeboten. 5 Gramm klingt nach nix, aber bei den heutigen Goldpreisen vielleicht doch ein lohnendes Geschäft. Firma sagt: Barren ist 139 Öcken wert. Ein Blick gen London jedoch sagt: So etwa 585 Euro die Unze.
Niedergerechnet auf 5 Gramm macht das einen realen Wert von grob 94 Euronen.
Endpreis des Ersteigerers: 154,80 € und damit satte 60 Euro (oder: 63% zuviel) über dem tatsächlichen Wert. Umsatz der Firma: 695 € (730% des Realwert).

So funktioniert Dreckkapitalismus in seiner schlimmsten Prägung.
In der Karibik könnt ich hocken, verdammich...
....eigentlich sollte daraus nur ein Beitrag werden. Weil es aber so viele dreckige Hinterhöfe im Internetauktionsbusiness gibt, folgt in den nächsten Tagen Part II
Da gibts schon ganz andere Geschäftsmodelle und auf die wurde ich neulich freundlicherweise aufmerksam gemacht (an dieser Stelle -ich weiß, er liest mit- ein riesengroßes Dankeschön an Herrn Wabura. Wenn mal der große Verleger das zwischen Buchdeckel presst, kriegste eine Widmung).
Mittlerweile bin ich ein- und abgetaucht in die tiefe weite Welt der alternativen Auktionshausmodelle und die ist mal richtig phantastisch. Was sich dort tummelt, findet man sonst nur in den Psychiatriepraxen dieser Welt und mal ehrlich: Niemand betritt freiwillig eine Psychiatriepraxis, vermutlich nicht mal die Psychiater selbst. Allein schon von daher sind diese Auktionshäuser -eine wilde Sammelgrube von Zockern, Spielsüchtigen und völlig Verwirrten und damit- eine Besichtigung wert. Es ist eigentlich eine Riesenspielwiese für alle, die am Automaten daddeln wollen, sich aber nicht vor die Tür trauen. Agoraphobe Spieljunkies quasi.
Aber von vorne:
Zum einen hätten wir da Sw#oo*po. Das Geschäftsmodell funktioniert so: Setz ein Gebot, das du dir vorher für 50 Cent gekauft hast und treib damit den Kaufpreis um 10 Cent nach oben. Solltest du der oder die Glückliche sein, die zuletzt bietet: You got it.
Auf den ersten Blick sieht es so aus, als würde das alles saubillig über den Tisch gehen. Kameras für 250 statt 700 Öcken, Flatscreens für 300 statt 1000 undsoweiter. Nur: Um von 10 Cent auf 200 Euro zu kommen, brauchts 2000 Gebote und die kosten ja jeweils 50 Cent und damit wären wir dann bei 1000 Euro für Swupo plus den Verkaufspreis von 200 und damit hat dann Swoooopoh eine Kamera, die im Laden 700 kostet, für 1200 verkauft. Ein vermeintlich Glücklicher kriecht das Ding (zahlt aber natürlich neben den 200 seine eigenen Gebote), der Rest geht leer aus.
Um ganz ehrlich zu sein: Dieses Geschäftsmodell hätte ich gerne selbst erfunden.
Stundenlang kann man da zugucken.

Aber nehmen wir doch mal eine solche Auktion auseinander. Da hätten wir beispielsweise eine Auktion, bei der man "Freigebote" ersteigern kann. Das ist besonders toll, weil die Firma dafür nicht mal ein Produkt rausrücken muss. Stattdessen ersteigern die reichlich logik- und merkbefreiten Bieter lediglich einen weiteren Zockgutschein zum Weiterbieten.
Das ist in etwa wie der Dealer, der seinen Junkies Berechtigungsscheine für Koks verkauft und wenn sie denn zufällig das Höchstgebot abgegeben haben sollten: The winner takes it all, Nase voll mit Pulver, der Rest geht leer aus.

Hier ging es um 300 "Gebote". Real kostet das 150 Euro. Es endete bei absurden 584,20 € und hat mich (und nicht nur mich) einige Stunden gekostet.
Natürlich muss niemand 584,20 zahlen, der "Endpreis ist geschenkt", will heißen: Wurscht, was da am Ende steht, man zahlt nur die eigenen Gebote. Aber: Insgesamt waren das nun 5842 Gebote und das wiederum heißt: 2921 Euro im Swoubo-Säckel und das alleinig dafür, dass nun ein
Noch besser wird es, wenn da einige ihre bisher eingezahlte Kohle nicht verlieren möchten und damit dann den Preis so hoch treiben, dass er über Ladenniveau ist.
Der arme Oogaigq226 hat nicht nur einen unaussprechlichen Eskimonamen. Nein, er ist auch bereit für ein Handy 735 Euro zu zahlen, das er im Laden für 699 bekommen hätte. Der Umsatz der Auktionisten liegt übrigens bei 2696,50 €.

Wir hätten da auch noch beispielsweise einen Goldbarren. Gold ist immer gut, vor allem in Zeiten von Finanzkrisen, weil ja Gold immer Gold ist und sowas von sicher ist. Hier wurde ein Barren von 5 Gramm angeboten. 5 Gramm klingt nach nix, aber bei den heutigen Goldpreisen vielleicht doch ein lohnendes Geschäft. Firma sagt: Barren ist 139 Öcken wert. Ein Blick gen London jedoch sagt: So etwa 585 Euro die Unze.
Niedergerechnet auf 5 Gramm macht das einen realen Wert von grob 94 Euronen.
Endpreis des Ersteigerers: 154,80 € und damit satte 60 Euro (oder: 63% zuviel) über dem tatsächlichen Wert. Umsatz der Firma: 695 € (730% des Realwert).

So funktioniert Dreckkapitalismus in seiner schlimmsten Prägung.
In der Karibik könnt ich hocken, verdammich...
....eigentlich sollte daraus nur ein Beitrag werden. Weil es aber so viele dreckige Hinterhöfe im Internetauktionsbusiness gibt, folgt in den nächsten Tagen Part II
Montag, 17. November 2008
Diplomarbeiten...
gorillaschnitzel, 13:32h
....und andere studentischen Schreibabfallprodukte sind so ziemlich das sinnloseste Produkt, das einigermaßen begabte Menschen von sich geben müssen. Warum? Sie werden nicht gelesen. Weil: Langweilig, Zeitverschwendung, bedauernswerte Menschen machen sich gezwungenermaßen zu sinnlosem Scheiß monatelang Gedanken und schreiben den Mist auch noch nieder.
Ich bin bis heute der festen Überzeugung, dass meine Diplomarbeit seinerzeit exakt zwei Menschen gelesen haben:
Ich und eine am Thema interessierte Kollegin. Nicht mal die Profs haben den Scheiß gelesen. Nichts ist überbewerteter als eine Diplomarbeit.
Jetzt hab ich so ein Ding vor mir, gemeinsam mit einer Begleitemail und die sagt-Zitat-
Nur: Mir würde eigentlich das Titelblatt und das Inhaltverzeichnis als Lektüre schon reichen und ich finde schon 29 Seiten etwa 28 Seiten zuviel.
Ich bin bis heute der festen Überzeugung, dass meine Diplomarbeit seinerzeit exakt zwei Menschen gelesen haben:
Ich und eine am Thema interessierte Kollegin. Nicht mal die Profs haben den Scheiß gelesen. Nichts ist überbewerteter als eine Diplomarbeit.
Jetzt hab ich so ein Ding vor mir, gemeinsam mit einer Begleitemail und die sagt-Zitat-
"anbei die Diplomarbeit, es reicht, wenn du die ersten 29 Seiten liestDas sagt alles. Lies die ersten 29 Seiten, den Rest ab in die Tonne.
Nur: Mir würde eigentlich das Titelblatt und das Inhaltverzeichnis als Lektüre schon reichen und ich finde schon 29 Seiten etwa 28 Seiten zuviel.
Sonntag, 16. November 2008
Generation Verantwortungslos
gorillaschnitzel, 02:50h
Irgendwann einmal hat man mich gefragt, wer denn die Kosten für eine Vollnarkose übernehmen würde, wenn man sich eine Warze am Fuß entfernen ließe. Vielleicht war ich damals reichlich naiv oder doch etwas neben der Spur, aber ich habe doch tatsächlich geantwortet, dass eine Vollnarkose da gar nicht notwendig sei, was sich allerdings als falsch rausstellte, weil es noch für jede Befindlichkeit eine Phobie gibt: Erst mit beinahe 30 Jahren durfte ich seinerzeit lernen, dass ich damals vermutlich eine ausgeprägte Schulphobie hatte, was im Nachhinein doch sehr tröstlich klingt. Und so gibt es wohl auch so eine Art Warzenentfernungsphobie und deshalb brauchts für das eine Vollnarkose, die aber dummerweise die Krankenkasse nicht zahlt, weil die wahrscheinlich mal durch Warzenentfernungsphobiker knapp in den Ruin getrieben wurden und sich deshalb seither standhaft weigern, Warzenentfernungsphobikern eine Vollnarkose zu finanzieren.
Zusammengefasst: Es gibt Leute, da müssen die Warzen raus, sie lassen das aber nur unter Vollnarkose machen und die will bezahlt sein.
Das ist nun aber der Punkt, an dem es interessant wird und nun erkennt man die Volksmentalität und die wiederum lässt sich zusammenfassen unter dem kurzen Satz: "Es muss doch irgendeine Stelle geben, die eben jene Kosten für eine Vollnarkose bei Warzenentfernungsphobikern übernimmt".
So in etwa die Aussage damals.
Ich fand das reichlich verantwortungslos. Klang sehr nach "irgendwerwird muss das richten".
Versorgungsmentalität quasi. Versicherungen für und gegen alles. Irgendwo musste es eine staatliche "to-do-everything-Stelle" geben. Kurz: "Irgendwer muss den Scheiß zahlen, aber ich doch nicht".
Damals war ich halb belustigt, halb entsetzt.
Heute kenne ich den Fall Opel: Das Unternehmen biegen bis zum Anschlag, nur gibt es dieses Mal ja wirklich jemanden, der den Scheiß bezahlt und ich ahne, dass ich da zu den Millionen Finanzierern gehören werde, auch wenn ich in meinem Leben noch nie einen Opel besessen habe und hoffentlich auch nie einen besitzen werde.Verantwor....watt?
Und dann kenne ich Daimler. Die haben Autos gebaut wie die Blöden und damit eine gigantische Überproduktion geschaffen, die nix, aber wirklich gar nix, damit zu tun hat, was wir heute "Finanzkrise" nennen. Aber auch hier gibt es jemanden, der zahlt: Die Zeche zahlen unter anderem 500 Beschäftigte im Nachbarort. Kurzarbeit ab Montag und zwar null Stunden bis mindestens Mitte Januar plus absehbare Werkschließung mittelfristig.
In diesem Sinne: Frohe Weihnachten schon vorneweg und ich betrachte das Vollnarkosebedürfnis von Warzenentfernungsphobikern heute völlig anders.
Zusammengefasst: Es gibt Leute, da müssen die Warzen raus, sie lassen das aber nur unter Vollnarkose machen und die will bezahlt sein.
Das ist nun aber der Punkt, an dem es interessant wird und nun erkennt man die Volksmentalität und die wiederum lässt sich zusammenfassen unter dem kurzen Satz: "Es muss doch irgendeine Stelle geben, die eben jene Kosten für eine Vollnarkose bei Warzenentfernungsphobikern übernimmt".
So in etwa die Aussage damals.
Ich fand das reichlich verantwortungslos. Klang sehr nach "irgendwer
Versorgungsmentalität quasi. Versicherungen für und gegen alles. Irgendwo musste es eine staatliche "to-do-everything-Stelle" geben. Kurz: "Irgendwer muss den Scheiß zahlen, aber ich doch nicht".
Damals war ich halb belustigt, halb entsetzt.
Heute kenne ich den Fall Opel: Das Unternehmen biegen bis zum Anschlag, nur gibt es dieses Mal ja wirklich jemanden, der den Scheiß bezahlt und ich ahne, dass ich da zu den Millionen Finanzierern gehören werde, auch wenn ich in meinem Leben noch nie einen Opel besessen habe und hoffentlich auch nie einen besitzen werde.
Und dann kenne ich Daimler. Die haben Autos gebaut wie die Blöden und damit eine gigantische Überproduktion geschaffen, die nix, aber wirklich gar nix, damit zu tun hat, was wir heute "Finanzkrise" nennen. Aber auch hier gibt es jemanden, der zahlt: Die Zeche zahlen unter anderem 500 Beschäftigte im Nachbarort. Kurzarbeit ab Montag und zwar null Stunden bis mindestens Mitte Januar plus absehbare Werkschließung mittelfristig.
In diesem Sinne: Frohe Weihnachten schon vorneweg und ich betrachte das Vollnarkosebedürfnis von Warzenentfernungsphobikern heute völlig anders.
Sonntag, 16. November 2008
Adipositasburka
gorillaschnitzel, 00:52h

Wir definieren Grammatik neu. Heute: Spon
gorillaschnitzel, 12:53h

Freitag, 14. November 2008
Tipp 13
gorillaschnitzel, 17:05h
Dienstag, 11. November 2008
Ein Brieflein an Gabby
gorillaschnitzel, 12:11h
Sie und er wollten es so. Hier.
Sehr geehrter Herr Steingart
via Spiegel Online verfolge ich seit geraumer Zeit Ihre Kolumnen aus Washington.
Nun, nach der Wahl Barack Obamas zum künftigen US-Präsidenten, würde ich Sie aber fragen wollen:
Lagen Sie nicht vielleicht in der ein oder anderen Prognose ziemlich weit daneben?
Weil: Erst haben Sie ja behauptet, bereits beim SuperTuesday (Sie erinnern sich?) stünde Hillary Clinton als Kandidatin der Demokraten fest (Belegbar).
Als das dann nicht mehr erreichbar war, haben sie Herrn Obama -meiner bescheidenen Ansicht nach- "klein geschrieben" (Belegbar).
Und dann...dann blieben Sie irgenwie merkwürdig stumm einige substanzielle Aussagen betreffend. Ich dachte schon: Schockzustand.
Umso gespannter bin ich, Ihre Passage zu lesen, jetzt wo doch das kam, was Sie ja -wenn ich Sie richtig lese- nie erwartet hatten.
Wie denken Sie heute darüber? Lagen Sie damals falsch?
Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen, mit freundlichen Grüßen
gorillaschnitzel
Da war ich denn gespannt und ich muss sagen, er hat mich tatsächlich überrascht, wirklich.
Zum einen dadurch, dass er innerhalb von 12 oder 13 Stunden geantwortet hat und das auch noch am Sonntag, zum anderen aber auch inhaltlich:
Ja, er freue sich ja auch für und mit Obama und begrüße das wirklich, aber es man müsse ihm doch zugestehen, dass er kritisch hinterfrage, es wolle doch keiner eine reine Jubelpresse und ja, dabei liege man dann halt schon mal kräftig daneben....
Sehr geehrter Herr Steingart
via Spiegel Online verfolge ich seit geraumer Zeit Ihre Kolumnen aus Washington.
Nun, nach der Wahl Barack Obamas zum künftigen US-Präsidenten, würde ich Sie aber fragen wollen:
Lagen Sie nicht vielleicht in der ein oder anderen Prognose ziemlich weit daneben?
Weil: Erst haben Sie ja behauptet, bereits beim SuperTuesday (Sie erinnern sich?) stünde Hillary Clinton als Kandidatin der Demokraten fest (Belegbar).
Als das dann nicht mehr erreichbar war, haben sie Herrn Obama -meiner bescheidenen Ansicht nach- "klein geschrieben" (Belegbar).
Und dann...dann blieben Sie irgenwie merkwürdig stumm einige substanzielle Aussagen betreffend. Ich dachte schon: Schockzustand.
Umso gespannter bin ich, Ihre Passage zu lesen, jetzt wo doch das kam, was Sie ja -wenn ich Sie richtig lese- nie erwartet hatten.
Wie denken Sie heute darüber? Lagen Sie damals falsch?
Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen, mit freundlichen Grüßen
gorillaschnitzel
Da war ich denn gespannt und ich muss sagen, er hat mich tatsächlich überrascht, wirklich.
Zum einen dadurch, dass er innerhalb von 12 oder 13 Stunden geantwortet hat und das auch noch am Sonntag, zum anderen aber auch inhaltlich:
Ja, er freue sich ja auch für und mit Obama und begrüße das wirklich, aber es man müsse ihm doch zugestehen, dass er kritisch hinterfrage, es wolle doch keiner eine reine Jubelpresse und ja, dabei liege man dann halt schon mal kräftig daneben....
Montag, 10. November 2008
Der weltweit erste große Gabby-Award
gorillaschnitzel, 01:24h
Monatelang haben uns die Steingarts und die Röhls dieser Journalistenwelt erklärt, weshalb das mit Obama nichts werden wird und weshalb ausgerechnet Obama die Welt zwangläufig enttäuschen muss (ob nicht auch McCain oder die Clinton die Welt enttäuscht hätten und sowieso vieles sehr enttäuschend sein mag, blieb in den Artikeln aber merkwürdigerweise in aller Regel außen vor).
Jetzt ist doch passiert, was nie hätte passieren dürfen und heute lauten die Artikel etwas anders: Nein, nicht der erste Schwarze, immerhin ist seine Mutter ja weiß (Röhl) oder man schweigt lieber beredt (Steingart).

Und darum rufe ich jetzt den ersten Gabby-Award-Steini-Copy-Wettbewerb für Nachwuchsjournalisten, Hobbyschreiberlinge und Blogger aus. Teilnahmeberechtigt ist jede(r). Außer Gabor Steingart.
Die Aufgabe: Schreiben Sie in möglichst vielen -oder auch weniger- Steingart´schen Worten, weshalb Obama nun doch Präsident wurde. Sparen Sie nicht, klotzen Sie und zwar ordentlich rein.
Packen Sie gerne alles rein: Neoliberalismus, Globalisierung, Tante Käthe und die Magenleiden der afrikanischen Staubmilbe: Ganz egal, es sollte nur nach Gabby klingen.
Sie müssen dabei nicht logisch sein, genau genommen ist dies eher hinderlich. Verwirren Sie besser auch nicht durch präzise Analysen, bleiben Sie ruhig eher schwammig und immer an der Oberfläche. Kurz: "Kritischer Qualitätsjournalismus".
Die Regeln:
Es müssen mindestens 5 der folgenden Bausteine mindestens ein Mal -gerne auch öfter- verwendet werden:
Winterkönig von Iowa
schwarzer Sozialarbeiter
erreicht nicht die Mitte der Bevölkerung
wird die Wähler enttäuschen
Obama ist ein Prediger
muss ein Ruck durchs Land gehen
der junge Ideenverkäufer aus Chicago
Verschlankung des Sozialstaats
Heilsversprechen statt Wahlaussage
die Realistin Hillary Clinton
Zwänge der Globalisierung
Und nun: Viel Glück, schreibenschreibenschreiben, nie an die Fakten denken, als Kommentar reinknallen und dann hoffenhoffenhoffen.
Welcher "Steingart" gewonnen hat, entscheidet eine völlig neutrale unabhängige Jury, die aus mir, mir selbst und ich besteht. Zu gewinnen gibts natürlich auch etwas, ich weiß aber noch nicht so genau was, obendruff dann noch wahlweise Fotoabzüge einer Ballonfahrt (im Format 20x40) oder ein völlig defekter ipod (20GB), der sich allerdings eventuell noch als Dekoobjekt eignen könnte. Alternativ -so beides mißfällt- könnte ich noch schauen, ob ich noch irgendwo den Bananenairbag (Wert: 0,50 €, zu kaufen nur bei tegut) finde...
Jetzt ist doch passiert, was nie hätte passieren dürfen und heute lauten die Artikel etwas anders: Nein, nicht der erste Schwarze, immerhin ist seine Mutter ja weiß (Röhl) oder man schweigt lieber beredt (Steingart).

Und darum rufe ich jetzt den ersten Gabby-Award-Steini-Copy-Wettbewerb für Nachwuchsjournalisten, Hobbyschreiberlinge und Blogger aus. Teilnahmeberechtigt ist jede(r). Außer Gabor Steingart.
Die Aufgabe: Schreiben Sie in möglichst vielen -oder auch weniger- Steingart´schen Worten, weshalb Obama nun doch Präsident wurde. Sparen Sie nicht, klotzen Sie und zwar ordentlich rein.
Packen Sie gerne alles rein: Neoliberalismus, Globalisierung, Tante Käthe und die Magenleiden der afrikanischen Staubmilbe: Ganz egal, es sollte nur nach Gabby klingen.
Sie müssen dabei nicht logisch sein, genau genommen ist dies eher hinderlich. Verwirren Sie besser auch nicht durch präzise Analysen, bleiben Sie ruhig eher schwammig und immer an der Oberfläche. Kurz: "Kritischer Qualitätsjournalismus".
Die Regeln:
Es müssen mindestens 5 der folgenden Bausteine mindestens ein Mal -gerne auch öfter- verwendet werden:
Winterkönig von Iowa
schwarzer Sozialarbeiter
erreicht nicht die Mitte der Bevölkerung
wird die Wähler enttäuschen
Obama ist ein Prediger
muss ein Ruck durchs Land gehen
der junge Ideenverkäufer aus Chicago
Verschlankung des Sozialstaats
Heilsversprechen statt Wahlaussage
die Realistin Hillary Clinton
Zwänge der Globalisierung
Und nun: Viel Glück, schreibenschreibenschreiben, nie an die Fakten denken, als Kommentar reinknallen und dann hoffenhoffenhoffen.
Welcher "Steingart" gewonnen hat, entscheidet eine völlig neutrale unabhängige Jury, die aus mir, mir selbst und ich besteht. Zu gewinnen gibts natürlich auch etwas, ich weiß aber noch nicht so genau was, obendruff dann noch wahlweise Fotoabzüge einer Ballonfahrt (im Format 20x40) oder ein völlig defekter ipod (20GB), der sich allerdings eventuell noch als Dekoobjekt eignen könnte. Alternativ -so beides mißfällt- könnte ich noch schauen, ob ich noch irgendwo den Bananenairbag (Wert: 0,50 €, zu kaufen nur bei tegut) finde...
Sonntag, 9. November 2008
Hangin´ on in quiet desperation....is the Italian way
gorillaschnitzel, 01:10h

Samstag, 8. November 2008
Halbdackel des Monats
gorillaschnitzel, 12:08h
Der Phantast
Was hat Gabor Steingart in Sachen Wahlen in den USA nicht alles zusammengeschrieben....Wortreich und in zig Kolumnen hat er erklärt, weshalb Barack Obama niemals Präsident werden könne.
Damals habe ich ein paar Schnipsel zusammengesammelt und die hauen wir ihm nun um die Ohren. Und wer das nochmal querliest, versteht dann vielleicht auch, weshalb der Mann damals nicht als Chefredakteur des Spiegel taugte und dann besser gen USA entsorgt wurde. Es zeigt aber auch, dass man von dem Mann eigentlich seine Spesen zurückverlangen sollte, vielleicht würde dadurch auch der Spiegel wieder deutlich billiger.
Nur nochmal zu mitschreiben die besten Bonmots:
Doch die Chancen, dass der Winterkönig von Iowa das Weiße Haus in Washington erreicht, sind denkbar gering. Dafür ist er zu jung, zu unerfahren, zu undeutlich, für viele Amerikaner auch zu schwarz. Seine Wunderworte vom Wechsel, der nun begonnen habe, von der Hoffnung, die wieder real sei, von dem Amerika, das er vereinen werde - all das wird verschwinden wie der Morgennebel.
Alle, die vom ersten schwarzen Präsidenten träumen, müssen langsam aufwachen. Es wird ihn irgendwann geben, hoffentlich. Aber es wird nicht jetzt passieren. Aber es wird eine gereiftere Persönlichkeit sein, als sie der 46-jährige heute anbieten kann.
Und nach allem, was man in diesen Vorwahlen sehen kann: So wird es so auch nach dem Wahltag im November nicht sein.
Die Begeisterung der demokratischen Parteibasis für Obama ist daher trügerisch. Die schweigende Mehrheit des Landes verhält sich abwartend bis ablehnend.
Und weil ich den Gabor mittlerweile so richtig toll finde, veranstalten wir hier in diesem Theater demnächst den weltersten Gabor-Steingart-Schreibwettbewerb und verleihen natürlich auch exklusiv einen oder zwei Preise....
Freitag, 7. November 2008
Saudumme Sprüche (XXXI)
gorillaschnitzel, 12:49h
Wir sind zufrieden mit den drei Punkten.
Lukas Podolski nach dem Spiel Bayern München - AC Florenz. Endstand: 1:1
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