Samstag, 3. Mai 2008
Spam
In der Regel landen Spammails ungeöffnet dort, wo sie hingehören: In den unendlichen Weiten des virtuellen Orkus. Welche Perlen mir da mittlerweile entgangen sind, kann ich nach zufälligem Öffnen einer der sehr wenig gewordenen Mails allenfalls ahnen:
- Sex ist befriedigender denn je. Stress und Leistungsdruck verschwinden. Sie ist nie wieder frustriert, ich habe keine Angst mehr zu versagen. Es ist ein wundervolles körperliches Erlebnis, dem ein genauso tiefes Gefühl folgt.

- Die Nebenwirkungen sind minimal: manchmal eine verstopfte Nase, kurzzeitig ein roter Kopf - kein Kopfschmerz, sondern das Gefühl, als würde man eine Flasche eiskalte Cola in einem Zug trinken.

- Interessanterweise macht eine Viagra allein noch keinen Ständer. Man(n) muss wenigstens ein bisschen Lust auf Sex mit der Frau haben. Gegen eine Eiserne Jungfrau im Bett hilft auch die größte Dosis nichts. Wer aber das erste Kribbeln in den Lenden spürt, wird einen stahlharten Ständer haben, und das für wenigstens vier Stunden.

- Eine volle 100-mg-Dosis macht den Schwanz zum Schwert. Wer es übertreibt, ist Schuld, wenn die Herzallerliebste am Ende einen Y-förmigen Sarg braucht. Für die meisten von uns sind 50 mg mehr als genug, wenn man das gute Stück zwischen den Höhepunkten auch mal hängen lassen will ... zur Not hilft es da vielleicht, sich ein nacktes Großmütterchen vorzustellen.

- Wer noch Zeit und Lust für eine schnelle Nummer am nächsten Morgen hat, sollte dafür sorgen, dann noch genug Viagra im Blut zu haben - damit es noch für ein oder zwei "Stehaufmännchen" reicht.

- Das Beste an Viagra ist die Sicherheit, dass man "mit Autopilot fliegt", dass man entspannt und ohne Sorgen zur Sache kommen kann, dass der Ständer auch hält, auch wenn man unterbrochen wird (die Kinder klopfen an die Schlafzimmertür, der Hund bellt, das Kondom sitzt schlecht). Wenn man Vi. bewusst anwendet, kann es auch der Partnerin gegenüber ein großes Geschenk sein. Nur ein Rat: Sagen Sie ihr nicht, dass Sie es verwenden, das weibliche Selbstwertgefühl ist genauso verletzlich wie das unsere.

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Freitag, 2. Mai 2008
Burjatien
Heute nehmen wir den Zug nach Ulan-Ude. Einmal von Irkutsk durchs Gebirge und ans Südufer des Baikal, dann mehrere Stunden am Seeufer entlang mit den Mehrtausendern rechts, dem See links und dann immer durch das Tal der Selenga, bis wir dann 8 Stunden später Ulan-Ude errreichen.





Ulan-Ude ist die Hauptsstadt der Republik Burjatien und Burjatien ist sowas wie der erste wirklich asiatische Eindruck, den man auf der Transsib kriegt. Weil die Burjaten ein mongolisches Völkchen sind.









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Donnerstag, 1. Mai 2008
Jeder Schuss ein Treffer

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Tanz in den Mai

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Mittwoch, 30. April 2008
Aus der Rubrik: Terrorwortspiele, um 8 Ecken gedacht

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Dienstag, 29. April 2008
Flaggend mit viel scheenen Reden
Man hat hierzulande ein recht distanziertes Verhältnis zu den Mächtigen und Regierenden. Die Landeshauptstadt ist weit weg und die Bundeshauptstadt noch viel weiter. Und wenn man sich überhaupt für derartiges begeistert, dann glorifiziert man die Vergangenheit und kombiniert das mit neumodischen Traditionen. Will heißen: Man kauft sich einen Fahnenmast und hängt die Flagge raus.

Während die Zugezogenen Deutschland-, Schumi- und BayernMünchen-Fahnen raushängen, flattert bei den letzten knochigen Eingeborenen das königlich-württembergische Tuch. Mitunter gleich zweimalig in einem 1000-Seelen-Dorf. Mit einigem Stolz könnten die Flaggenhisser dann vom ruhmvollen Hause Württemberg schwadronieren, dessen berühmtestem Sohn Eberhard im Bart, der bereits im 15. Jahrhundert quasidemokratisch regiert habe und ohnehin seiner Zeit weit voraus war und vom Tübinger Vertrag, der schwäbischen Magna Charta, um die man vom gesamten Heiligen Römischen Reich beneidet worden sei und wozu die Preussen zeit ihrer Existenz nie in der Lage gewesen seien.

Keine Rede davon, dass jene Schwaben-Magna-Charta nach den napoleonischen Zügen nichts mehr galt und die königlichen Württemberger im Gegensatz zu ihren herzöglichen Vorfahren dann einen Polizeistaat errichteten und auch keine Rede vom Armenhaus Württemberg, das Auswanderer en masse produzierte.
Petitessen einer ruhmreichen Vergangenheit.

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Montag, 28. April 2008
Frühlingsgrusszeuchs

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Irkutsk
Kaum zu glauben, dass nach zigtausend Kilometer Birkenwäldchen und armen Dörfchen da noch eine schöne Stadt kommen soll. Tut es aber. Irkutsk.
Schön anzusehende Architektur, eine unaufgeregte Atmosphäre und freundliche Menschen. Der Anteil der Englischsprecher steigt auf einmal enorm an und liegt weit über dem Moskauniveau (die Moskowiter verdächtigte ich aber insgeheim der sprachlichen Arroganz)





Profitiert hat Irkutsk wohl vor allem von der russischen Despotie. Und das deshalb, weil Irkutsk ein Verbannungsort war, der weit genug weg war von Moskau und St. Petersburg. Unter anderem landeten die Dekabristen hier und bescherten Irkutsk eine ganze Ladung Intellektueller, die die Stadt prägten.



Vielleicht hätte man dem ein oder anderen sagen sollen, dass so ein Häuschen absinkt, wenn man den falschen Untergrund wählt. Eventuell konnte sich der Bauherr aber auch nicht entscheiden, wo er die Tür einbaut oder er wollte sparen und hat deshalb auf die Tür verzichtet und stattdessen nur Fenster eingebaut.






Ich frage mich, ob man aus diesen Mäulern in etwa 5 bis 6 Metern Höhe nicht Wasserspiele basteln könnte. Oder wenigstens ahnunglose Passanten mittels Fontäne von oben erschrecken...

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Sonntag, 27. April 2008
Friedhof der Schaufensterpuppen

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Samstag, 26. April 2008
Bin in Sorge
Ich krieg nicht mal mehr Spammails

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Freitag, 25. April 2008
Familienfeier burjatisch
Die Burjaten sind ein mongolisches Volk, das mehrheitlich östlich (aber auch westlich) des Baikalsees lebt. Man hat sogar eine eigene autonome Republik, nur was die Autonomie wirklich bedeutet, weiß irgendwie kein Mensch.
Ich bin zufällig in eine burjatische Familienfeier geraten und das war sehr unterhaltsam. Eigentlich hatte ich nur vor, noch ein kleines Gedeck (Woda und Wodka) zu mir zu nehmen, aber dann wurde zufälligerweise Iwan, der Burjate, am selben Tag grade 55 und hatte zu diesem Zweck seine Freunde und seine Familie eingeladen. Alles in allem etwa 30 Burjaten und 3 eingeheiratete Russen.
Man hat den Eindruck, so eine Feier folgt einem strikt ritualisierten Ablauf:

Zuerst werden allerlei Lobhudeleien auf den Jubilar ausgesprochen. Der bedauerliche Jubilar muss diesen Part komplett im Stehen absolvieren und wird zusätzlich genötigt, jedem Halleluja auf seine Person ein Gläschen Wodka folgen zu lassen, was auch einige die meisten der Festgesellschaft zum Anlass nehmen, sich nachzuschenken.
Genaugenommen dient dieses Prozedere allein dazu, sich in Stimmung zu bringen für das was danach folgt. Der Auftritt des Alleinunterhalters nämlich. Der bringt erst westliche Hits zum Besten, merkt aber, dass er damit nicht so recht ankommt und schwenkt dann um auf russische Gassenhauer, was wiederum der Kracher schlechthin ist. Auf einmal tanzen alle. Aber wie!
Die Burjaten zelebrieren eine Mischung aus Kasatschok, Pogo, Break Dance und Möchtegernwalzer mit möglichst viel Umdrehungen der Partnerinnen, was die Partnerinnen sichtlich störend finden und sich die extrovertiertesten der Tänzer mit der Zeit dann doch sehr schwer tun, eine neue Partnerin aufzutun.
Die Russen hingegen tanzen mit sich selbst, beziehungsweise mit einer imaginären Partnerin, deren Leibesfülle offentsichtlich beträchtlich sein muss, wenn man den weit ausgebreiteten Armen der Tanzenden glauben darf.

Die Stimmung ist jetzt auf dem Höhepunkt, der Saal kocht. Das ist der ideale Zeitpunkt für eine Tombola, bei der die Beteiligten in schiere Begeisterungsstürme ausbrechen, als sie ihre Gewinne auspacken: Bleistifte, Zahnpastatuben, Tischtennisbälle und burjatische Fähnchen.

Und weil nun alle gut druff sind, geht man zum allgemeinen Besäufnis über, das dann durch den unbestrittenen Höhepunkt abgerundet wird: Iwans Vater steht auf. Vermutlich Iwans Vater. Zumindest das eindeutige Familienoberhaupt.
Und auf einmal stehen alle und lauschen der Rede des Patriarchen und wahrscheinlich geht es um die Gesundheit aller, Iwans im besonderen, die tolle Party, vermutlich auch um das Wohl der Familie und Burjatiens und dass alle noch viele schöne Jahre leben mögen.

Nasdarowje!

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Donnerstag, 24. April 2008
Gemüsiges
Spargel ist völlig überschätzt. Ganzjährig verfügbar hätte das Zeug den Status von Blumenkohl.

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