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Freitag, 14. September 2007
The Last Things
gorillaschnitzel, 22:33h
Er wieder....:-)
Letzte Zigarette?
Vor einer knappen Stunde.
Letzte Autofahrt?
Heute nachmittag, Bundesstraße, 4spurig, trocken, einmal kurz 180, Ausfahrt raus, Berg hoch, fertig.
Letzter Kuss?
Wohin?
Letzter Weinkrampf?
Krämpfe eher im Magen oder Darm oder Beine. Weinen....hm....also diese beschissene 118. Minute im Halbfinale gegen Italien, dieses beschissene 1:0....also das wäre zum Heulen gewesen. 2 Minuten bis zum Elferschießen und dem Weiterkommen....aber irgendwie hat´s da mit dem weinen auch nicht so richtig geklappt.
Letztes Buch?
Lawrence Wright: "Der Tod wird euch finden"
....und zuviel Fachliteratur (Pflichtlektüre. Leider.)
Letzter Film?
...daran kann ich mich nicht erinnern. Vielleicht "Reservoir Dogs".
Letztes Schimpfwort?
Mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit "Scheiße" oder "Scheißdreck" und mit sehr großer Wahrscheinlichkeit heute und mehrfach.
Letztes Getränk?
Grade: Barolo. 95er
Letztes Essen?
Straußensteak, Pommes, Karottensalat. Selber gemacht.
Tuna-Sub von Subway. Selber bestellt.
Letzter Anruf?
...hab ich grade klingeln lassen, weil ich keine Lust auf telefonieren hatte.
Letzte Sendung im TV?
Gestern. Maischberger? Illner? Keine Ahnung. Die Klone sehen alle gleich aus.
Auf jeden Fall mit Broder und Beckstein.
Letzte Dusche?
Ich bevorzuge eigentlich ein Bad. Aber heut morgen zwecks wach werden (halb 8 ist scheißefrüh, verdammich)
Letzte CD?
The Young Gods: Young Gods play Kurt Weill
Letzter gekaufter Gegenstand?
...die neue Platte von Alabama 3.
Letzte Enttäuschung?
....kann ich mich nich erinnern...
Letzte sexuelle Phantasie?
Es hatte definitiv mit Fliegen zu tun.
Letzte Worte?
Humphrey Bogart ist schon ziemlich gut: „I should never have switched from Scotch to Martinis.“
Letzte merkwürdige Begegnung?
Am Flughafen: Hellmuth Karasek. Es war zum fürchten. Ehrlich.
Letztes Mal amüsiert?
Gestern.
Ich (2x 2 Wochen weg, noch leicht gebräunt): "Hallo"
Sie (7 Wochen frei, käseweiß): "Wieso gehst du eigentlich nicht zum Hautarzt?"
Letztes Mal verliebt?
Das letzte Mal gibts noch und ist immer noch hochaktuell.
Letztes Mal umarmt?
Heut nacht. Mein Kissen.
Letztes Mal getanzt?
Hat Pogo mit Tanz zu tun?
Letztes Konzert?
Live? Ein Klavierkonzert irgendeiner minder bekannten Russin. Oder Polin. Brahms und Rachmaninow
Letzte Webseite besucht?
Die hier natürlich. Irgendwoher muss ich´s ja haben....
bona (eh klar, wa?), eric, petersilie
Letzte Zigarette?
Vor einer knappen Stunde.
Letzte Autofahrt?
Heute nachmittag, Bundesstraße, 4spurig, trocken, einmal kurz 180, Ausfahrt raus, Berg hoch, fertig.
Letzter Kuss?
Wohin?
Letzter Weinkrampf?
Krämpfe eher im Magen oder Darm oder Beine. Weinen....hm....also diese beschissene 118. Minute im Halbfinale gegen Italien, dieses beschissene 1:0....also das wäre zum Heulen gewesen. 2 Minuten bis zum Elferschießen und dem Weiterkommen....aber irgendwie hat´s da mit dem weinen auch nicht so richtig geklappt.
Letztes Buch?
Lawrence Wright: "Der Tod wird euch finden"
....und zuviel Fachliteratur (Pflichtlektüre. Leider.)
Letzter Film?
...daran kann ich mich nicht erinnern. Vielleicht "Reservoir Dogs".
Letztes Schimpfwort?
Mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit "Scheiße" oder "Scheißdreck" und mit sehr großer Wahrscheinlichkeit heute und mehrfach.
Letztes Getränk?
Grade: Barolo. 95er
Letztes Essen?
Straußensteak, Pommes, Karottensalat. Selber gemacht.
Tuna-Sub von Subway. Selber bestellt.
Letzter Anruf?
...hab ich grade klingeln lassen, weil ich keine Lust auf telefonieren hatte.
Letzte Sendung im TV?
Gestern. Maischberger? Illner? Keine Ahnung. Die Klone sehen alle gleich aus.
Auf jeden Fall mit Broder und Beckstein.
Letzte Dusche?
Ich bevorzuge eigentlich ein Bad. Aber heut morgen zwecks wach werden (halb 8 ist scheißefrüh, verdammich)
Letzte CD?
The Young Gods: Young Gods play Kurt Weill
Letzter gekaufter Gegenstand?
...die neue Platte von Alabama 3.
Letzte Enttäuschung?
....kann ich mich nich erinnern...
Letzte sexuelle Phantasie?
Es hatte definitiv mit Fliegen zu tun.
Letzte Worte?
Humphrey Bogart ist schon ziemlich gut: „I should never have switched from Scotch to Martinis.“
Letzte merkwürdige Begegnung?
Am Flughafen: Hellmuth Karasek. Es war zum fürchten. Ehrlich.
Letztes Mal amüsiert?
Gestern.
Ich (2x 2 Wochen weg, noch leicht gebräunt): "Hallo"
Sie (7 Wochen frei, käseweiß): "Wieso gehst du eigentlich nicht zum Hautarzt?"
Letztes Mal verliebt?
Das letzte Mal gibts noch und ist immer noch hochaktuell.
Letztes Mal umarmt?
Heut nacht. Mein Kissen.
Letztes Mal getanzt?
Hat Pogo mit Tanz zu tun?
Letztes Konzert?
Live? Ein Klavierkonzert irgendeiner minder bekannten Russin. Oder Polin. Brahms und Rachmaninow
Letzte Webseite besucht?
Die hier natürlich. Irgendwoher muss ich´s ja haben....
bona (eh klar, wa?), eric, petersilie
Ein klitzekleines Geomet-Rie-Ra-Rate-Rätsel
gorillaschnitzel, 17:50h
Stellen wir uns mal ein Land vor, das mit I beginnt und im Nahen Osten liegt.
I gilt als eine der großen regionalen Mächte und hat groß aufgerüstet. Nur das mit der Atombombe hat I immer vertuscht. I war und ist immer ein großes Thema. Nicht nur in der Region sondern weltweit.
Die Nachbarn von I sind sehr besorgt und nicht immer gut auf I zu sprechen, was nicht nur daran liegt, dass I keine Araber sind. Eigentlich mögen die Nachbarn I nicht besonders und es wäre ihnen wahrscheinlich ganz recht, wenn I etwas weniger mächtig wäre. Man wirft I gar vor, dass I die gesamte Region destabilisiere.
Aber I hat auch Angst. Vor seinen Nachbarn nämlich, die sich zum Teil untereinander bekriegen. Drum baut I eine Mauer zu seinem Nachbarn P, weil I der Meinung ist, dass man dadurch von dort kommende Terroristen besser abhalten könne. Das mag die dortige Bevölkerung aber wiederum gar nicht, weil der Mauerbau dazu führt, dass Familien getrennt werden und der Grenzübertritt nicht mehr sooo einfach ist.
I möchte sich am allerliebsten völlig hinter der Mauer verkriechen und hat nun begonnen, das Land weiter einzumauern. Auch wegen der Flüchtlinge, die da kommen könnten, wenn es nebenan nicht irgendwann einmal ruhiger wird.
Und nun die Preisfrage: Warum fällt uns jetzt als allererstes Israel ein und um welches I geht es eigentlich?
I gilt als eine der großen regionalen Mächte und hat groß aufgerüstet. Nur das mit der Atombombe hat I immer vertuscht. I war und ist immer ein großes Thema. Nicht nur in der Region sondern weltweit.
Die Nachbarn von I sind sehr besorgt und nicht immer gut auf I zu sprechen, was nicht nur daran liegt, dass I keine Araber sind. Eigentlich mögen die Nachbarn I nicht besonders und es wäre ihnen wahrscheinlich ganz recht, wenn I etwas weniger mächtig wäre. Man wirft I gar vor, dass I die gesamte Region destabilisiere.
Aber I hat auch Angst. Vor seinen Nachbarn nämlich, die sich zum Teil untereinander bekriegen. Drum baut I eine Mauer zu seinem Nachbarn P, weil I der Meinung ist, dass man dadurch von dort kommende Terroristen besser abhalten könne. Das mag die dortige Bevölkerung aber wiederum gar nicht, weil der Mauerbau dazu führt, dass Familien getrennt werden und der Grenzübertritt nicht mehr sooo einfach ist.
I möchte sich am allerliebsten völlig hinter der Mauer verkriechen und hat nun begonnen, das Land weiter einzumauern. Auch wegen der Flüchtlinge, die da kommen könnten, wenn es nebenan nicht irgendwann einmal ruhiger wird.
Und nun die Preisfrage: Warum fällt uns jetzt als allererstes Israel ein und um welches I geht es eigentlich?
Donnerstag, 13. September 2007
Horst-Tappsy am Horst-Tappsy-Platz mit Campanile im Hintergrund
gorillaschnitzel, 14:45h

Mittwoch, 12. September 2007
Halbdackel des Monats
gorillaschnitzel, 22:20h
Der Afrikaner

Soso, Hannes Jaenicke, Sie sind also der Ansicht, dass
"in Afrika die Menschen trotz ihrer Armut so glücklich und zufrieden sind, während die Europäer obschon ihres Reichtums depressiv und unzufrieden sind"
Das mag sein. Zumindest könnte das für die glücklichen Neger am Strand zutreffen, denen Sie bisher begegnet sind.
Aber vielleicht könnten wir an dieser Stelle auch mal die vielen glücklichen Afrikaner in Erinnerung rufen, die so glücklich sind, dass ihnen zu wohl wird und sich auf große Mittelmeerfahrt begeben, um mit den Europäern ihr Glück zu teilen.
Nicht zu vergessen auch die über 3 Millionen Kongolesen, die nun leider nicht mal mehr unglücklich sein können, weil sie in den letzten Jahren während des Bürgerkriegs dahingemetztelt wurden....
all die glückseligen AIDS-Waisen des südlichen Afrika....
die Kindersoldaten aus Liberia, der Elfenbeinküste oder aus Sierra Leone...
die ruandischen Genozidwaisen und des algerischen Terrors...
die Amputierten Angolas und Mocambiques...
die überglücklichen Menschen aus Zimbabwe, die außer Robert Mugabe kein einziges Problem kennen...
Keine Rede auch von den zufriedenen und glücklichen Menschen in Darfur und dem übrigen Sudan, dem Niger, Eritrea, Äthiopien, Tschad, Uganda, Burundi, Somalia oder Guinea.
Alle glücklich und zufrieden. Leider zwar arm, aber so ein Negerlein wäre nicht mehr arm und zufrieden, wenn es je mal reich wäre. Oder: Manchmal einfach mal besser die Fresse halten....
Provinzzz
gorillaschnitzel, 11:21h
Das Leben in der deutschen Provinzzz, deren Dreifach-z allein für den Mief und den Klüngel steht, treibt die allerschönsten Blüten. Gerade und vor allem in der Kommunalpolitik. Hier dürfen sich auch Minderbegabte und Talentfreie austoben, solange sie nur über ein entsprechendes Mundwerk und einen guten Leumund verfügen.
Beispielhaft sind in aller Regel größere Bauvorhaben, die von der Kommunalpolitik mitsamt dem Bürgermeister als Rädelsführer mit großer Begeisterung vorangetrieben werden, von der Basis -der wählenden Bevölkerung- aber mit ebenso großer Skepsis verfolgt werden, weil diese -oft zurecht- befürchtet, die honorigen Räte wollten sich hier Denkmäler bauen.
Daraus entsteht dann ein sehr fragiles Gebilde, das aber im Normalfall lange hält. Oft Jahrzehnte. Bürgermeister werden bedingt demokratisch gewählt und sitzen dann lebenslang im Rathaus, bei den Gemeinderäten erfolgt dann die Auswahl aus exakt 1 Liste aus der man dann 12 aus 15 picken darf.
Sehr beliebt sind Verkehrsfragen. Da sind genervte Bürger am ehesten bereit, sich zusammenzurotten und in Bürgerinitiativen tätig zu werden. Vor allem aus der Großstadt zugezogene Neubürger mit Kleinkind tun sich hervor, die bemerken, dass die Provinzzz in Sachen Verkehrsbelastung so gar nicht provinzzziell ist. Und so beginnt dann die Hauptphase für ein Verfahren, das seinen Anfang oft schon Jahrzehnte zuvor genommen hat. Manchmal kurz nach dem 1. Weltkrieg. Das Vorhaben ist revolutionär und nennt sich "Ortsumfahrung" oder auch "Umgehungsstraße".
Die ersten Planungen gab es manchmal schon 1920 oder 1925. Damals hielt man das wohl noch für eine spinnerte Idee oder luxuriösen Größenwahn, der das fragile Gleichgewicht ins Wanken gebracht hätte.
Also debattierte man bis weit in die 60er und 70er hinein die Trassenführung.
Ab hier beginnen dann die verschiedenen Gutachter tätig zu werden: Verkehrsexperten reisen von weit her an und erstellen mal das eine, mal das andere Gutachten, hier mal eine Expertise, dort mal eine Expertise.....
Normalerweise liegen dann mindestens 4 Trassenführungen vor, die aber allesamt ungeeignet sind, weil sie entweder
- mitten durch eine Fabrikhalle führen (und damit im heiligen Technikländle sakrosankt sind) oder
- durch ein Naturschutzgebiet (was kein Problem wäre, gäbe es diese Leute aus der Hauptstadt mit ihren größenwahnsinnigen Geboten und Verboten nicht....und das wegen ein paar Fröschen), oder
- führen direkt durch eine Streuobstwiese eines honorigen Herrn (und Schnaps war schon immer ein wichtiges Argument und deshalb hört hier der Spaß auf).
Daher wird sehr darauf geachtet, eine geeignete Trasse zu finden. Hierfür werden Jahrzehnte verwendet.
Vermutlich hätten die allermeisten Beteiligten allein an der Trassenfindung bereits so viel Spaß und Freude, dass es nie zum eigentlichen Bau kommen würde.
Wären da nicht die Bundeszuschüsse. Die will man nicht verlieren und muss sich dann manchmal in kürzester Zeit einigen, weil die sonst weg sind. Und das will wirklich keiner, da das hiesige Motto ohnehin lautet, dass "alles was hier "verspart" würde, die in Berlin wieder mit beiden Händen zum Fenster rauswerfen" würden. Drum möchte man das bißchen, was dann zurückkommt auch wieder einsacken. Man hat´s ja selbst mit eigener, schwerer Arbeit erschafft.
Nun hat man das Dilemma und muss auf einmal die vielen selbst gemalten Plakate von Kinderhand ("Bitte fahrt langsam, hier spielt die kleine Laura-Sophie", "Umgehung jetzt", "28.000 jeden Tag, der kleine Pascal-Oliver überhaupt nicht mag") ernst nehmen, was aber wieder ziemlich schwer ist, weil die Idealtrasse halt doch diejenige ist, die durch die Streuobstwiese vom Fritz führt und das wiederum ist ziemlich blöde, weil der Fritz
1.) im Gemeinderat ist,
2.) die Wiese schon dem Fritz seinem Uropa gehört hat und der seinerzeit schon einen legendären Most gemacht hat,
3.) man den Fritz nicht einfach so enteignen kann, weil dem Fritz seine Bäume überhaupt nicht zu ersetzen sind, die Lage ohnehin einmalig ist und
4.) der Fritz auch noch im Sportverein, im Musikverein, im Kleintierzüchterverein, im Kirchenchor und im Kleinkaliberverein ist und jede Menge Leute kennt, die ihm allesamt nicht weh tun wollen. Und wenn der erst seinen Schwager ein Gutachten schreiben lässt, ist´s aus mit dem Frieden im Dorf.
Also muss sich die Kommune zusammensetzen und eine Lösung für den Fritz finden. Verkauf, Enteignung oder ähnliches kommt nicht in Frage. Das Zauberwort heißt schlicht: Bauerwartungsland. Die Obstwiesen werden einfach neu umgelegt. Dadurch macht der Fritz noch einen ordentlichen Reibach und die Trasse hat sich allein schon deswegen erledigt, weil eine Umgehungsstraße ja nix mehr umgeht, wenn irgendwann einmal Häuser stehen könnten.
Jetzt beginnt die Phase der Träumer und Utopisten. Von überall her prasseln nun die Ideen auf die arme Kommune hernieder. Die mit weitem Abstand beliebteste Idee nennt sich "Tunnel" und geht ganz einfach: Dort wo bisher ohnehin eine Straße existiert, wird einfach ein Tunnel gebaut unter der gesamten Kommune hindurch.
Diese Traumlösung hat nur 2 Haken:
a) 5 x so teuer wie die Trasse über Fritzens Wiesen und
b) braucht so ein Tunnel auch eine Entlüftung und wenn das Dingens schnurgerade unterm Dorf durchführt, wird mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit mitten im Dorf entlüftet.
An diesem Punkt entlädt sich dann der bürgerschaftliche Protest: Unter Umständen wird die gesamte Ortsdurchfahrt mal schnell lahm gelegt. Meist ganz legal, weil es weder für die linke noch für die rechte Straßenseite ein Parkverbot gibt und schon ist die Durchfahrt in beide Richtungen nicht mehr möglich und der Stau zig Kilometer lang. Damit schafft man´s dann mindestens ins Lokalblatt.
Nun muss der Gemeinderat zurückrudern und schlägt eine komplett neue Trasse vor: Der Fritz hat ein paar Äcker, die er ohnehin nicht mehr bewirtschaftet und wäre bereit, die der Gemeinde zum Vorzugspreis abzugeben und dann wäre eine gemischte Lösung möglich: Halb Umfahrung, halb Tunnel. Ist zwar noch nicht ganz sicher das alles, aber es ist mal Baubeginn, weil sich das gut macht, wenn der Bürgermeister mit Bagger in der Zeitung abgebildet ist und man ja ohnehin erstmal die Bundesmittel und das mit dem Tunnel ist dann später und ein Anfang ist ja schon gemacht und nun muss man nur noch schauen, wie´s weiter geht.
Beispielhaft sind in aller Regel größere Bauvorhaben, die von der Kommunalpolitik mitsamt dem Bürgermeister als Rädelsführer mit großer Begeisterung vorangetrieben werden, von der Basis -der wählenden Bevölkerung- aber mit ebenso großer Skepsis verfolgt werden, weil diese -oft zurecht- befürchtet, die honorigen Räte wollten sich hier Denkmäler bauen.
Daraus entsteht dann ein sehr fragiles Gebilde, das aber im Normalfall lange hält. Oft Jahrzehnte. Bürgermeister werden bedingt demokratisch gewählt und sitzen dann lebenslang im Rathaus, bei den Gemeinderäten erfolgt dann die Auswahl aus exakt 1 Liste aus der man dann 12 aus 15 picken darf.
Sehr beliebt sind Verkehrsfragen. Da sind genervte Bürger am ehesten bereit, sich zusammenzurotten und in Bürgerinitiativen tätig zu werden. Vor allem aus der Großstadt zugezogene Neubürger mit Kleinkind tun sich hervor, die bemerken, dass die Provinzzz in Sachen Verkehrsbelastung so gar nicht provinzzziell ist. Und so beginnt dann die Hauptphase für ein Verfahren, das seinen Anfang oft schon Jahrzehnte zuvor genommen hat. Manchmal kurz nach dem 1. Weltkrieg. Das Vorhaben ist revolutionär und nennt sich "Ortsumfahrung" oder auch "Umgehungsstraße".
Die ersten Planungen gab es manchmal schon 1920 oder 1925. Damals hielt man das wohl noch für eine spinnerte Idee oder luxuriösen Größenwahn, der das fragile Gleichgewicht ins Wanken gebracht hätte.
Also debattierte man bis weit in die 60er und 70er hinein die Trassenführung.
Ab hier beginnen dann die verschiedenen Gutachter tätig zu werden: Verkehrsexperten reisen von weit her an und erstellen mal das eine, mal das andere Gutachten, hier mal eine Expertise, dort mal eine Expertise.....
Normalerweise liegen dann mindestens 4 Trassenführungen vor, die aber allesamt ungeeignet sind, weil sie entweder
- mitten durch eine Fabrikhalle führen (und damit im heiligen Technikländle sakrosankt sind) oder
- durch ein Naturschutzgebiet (was kein Problem wäre, gäbe es diese Leute aus der Hauptstadt mit ihren größenwahnsinnigen Geboten und Verboten nicht....und das wegen ein paar Fröschen), oder
- führen direkt durch eine Streuobstwiese eines honorigen Herrn (und Schnaps war schon immer ein wichtiges Argument und deshalb hört hier der Spaß auf).
Daher wird sehr darauf geachtet, eine geeignete Trasse zu finden. Hierfür werden Jahrzehnte verwendet.
Vermutlich hätten die allermeisten Beteiligten allein an der Trassenfindung bereits so viel Spaß und Freude, dass es nie zum eigentlichen Bau kommen würde.
Wären da nicht die Bundeszuschüsse. Die will man nicht verlieren und muss sich dann manchmal in kürzester Zeit einigen, weil die sonst weg sind. Und das will wirklich keiner, da das hiesige Motto ohnehin lautet, dass "alles was hier "verspart" würde, die in Berlin wieder mit beiden Händen zum Fenster rauswerfen" würden. Drum möchte man das bißchen, was dann zurückkommt auch wieder einsacken. Man hat´s ja selbst mit eigener, schwerer Arbeit erschafft.
Nun hat man das Dilemma und muss auf einmal die vielen selbst gemalten Plakate von Kinderhand ("Bitte fahrt langsam, hier spielt die kleine Laura-Sophie", "Umgehung jetzt", "28.000 jeden Tag, der kleine Pascal-Oliver überhaupt nicht mag") ernst nehmen, was aber wieder ziemlich schwer ist, weil die Idealtrasse halt doch diejenige ist, die durch die Streuobstwiese vom Fritz führt und das wiederum ist ziemlich blöde, weil der Fritz
1.) im Gemeinderat ist,
2.) die Wiese schon dem Fritz seinem Uropa gehört hat und der seinerzeit schon einen legendären Most gemacht hat,
3.) man den Fritz nicht einfach so enteignen kann, weil dem Fritz seine Bäume überhaupt nicht zu ersetzen sind, die Lage ohnehin einmalig ist und
4.) der Fritz auch noch im Sportverein, im Musikverein, im Kleintierzüchterverein, im Kirchenchor und im Kleinkaliberverein ist und jede Menge Leute kennt, die ihm allesamt nicht weh tun wollen. Und wenn der erst seinen Schwager ein Gutachten schreiben lässt, ist´s aus mit dem Frieden im Dorf.
Also muss sich die Kommune zusammensetzen und eine Lösung für den Fritz finden. Verkauf, Enteignung oder ähnliches kommt nicht in Frage. Das Zauberwort heißt schlicht: Bauerwartungsland. Die Obstwiesen werden einfach neu umgelegt. Dadurch macht der Fritz noch einen ordentlichen Reibach und die Trasse hat sich allein schon deswegen erledigt, weil eine Umgehungsstraße ja nix mehr umgeht, wenn irgendwann einmal Häuser stehen könnten.
Jetzt beginnt die Phase der Träumer und Utopisten. Von überall her prasseln nun die Ideen auf die arme Kommune hernieder. Die mit weitem Abstand beliebteste Idee nennt sich "Tunnel" und geht ganz einfach: Dort wo bisher ohnehin eine Straße existiert, wird einfach ein Tunnel gebaut unter der gesamten Kommune hindurch.
Diese Traumlösung hat nur 2 Haken:
a) 5 x so teuer wie die Trasse über Fritzens Wiesen und
b) braucht so ein Tunnel auch eine Entlüftung und wenn das Dingens schnurgerade unterm Dorf durchführt, wird mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit mitten im Dorf entlüftet.
An diesem Punkt entlädt sich dann der bürgerschaftliche Protest: Unter Umständen wird die gesamte Ortsdurchfahrt mal schnell lahm gelegt. Meist ganz legal, weil es weder für die linke noch für die rechte Straßenseite ein Parkverbot gibt und schon ist die Durchfahrt in beide Richtungen nicht mehr möglich und der Stau zig Kilometer lang. Damit schafft man´s dann mindestens ins Lokalblatt.
Nun muss der Gemeinderat zurückrudern und schlägt eine komplett neue Trasse vor: Der Fritz hat ein paar Äcker, die er ohnehin nicht mehr bewirtschaftet und wäre bereit, die der Gemeinde zum Vorzugspreis abzugeben und dann wäre eine gemischte Lösung möglich: Halb Umfahrung, halb Tunnel. Ist zwar noch nicht ganz sicher das alles, aber es ist mal Baubeginn, weil sich das gut macht, wenn der Bürgermeister mit Bagger in der Zeitung abgebildet ist und man ja ohnehin erstmal die Bundesmittel und das mit dem Tunnel ist dann später und ein Anfang ist ja schon gemacht und nun muss man nur noch schauen, wie´s weiter geht.
Dienstag, 11. September 2007
Familientreffen der Taliban
gorillaschnitzel, 09:56h

Lawrence Wright: Der Tod wird euch finden
gorillaschnitzel, 08:59h
Aus all der Flut an Veröffentlichungen zum 11. September und zu al-Qaida und Terrorismus sticht dieses Buch weit heraus. Absolut lesenswert und sehr gut geschrieben. Ich hätte es in die Kategorie Pulitzerpreisverdacht verortet, wenn es den nicht schon gewonnen hätte. Völlig zurecht. Mit weitem Abstand das beste Buch zum Thema.
Lesebefehl.
Lesebefehl.
Montag, 10. September 2007
Verbal PC
gorillaschnitzel, 13:13h
Den Angriff auf einen Rabbiner mit den Worten "Scheiß-Jude, ich bring dich um" nennt man nun ganz politisch korrekt "offenbar antisemitisch motiviert".
...unddas Nazipack die Schläger von Mügeln könnten eventuell fremdenfeindliche Motive haben. "Eigengruppenfavorisierung" nennt man das dann. Und "Fremdgruppenablehnung" (aus einem Leserbrief des SPIEGEL).
Vermutlich nennen diese Leute Scheiße auch nicht Scheiße sondern humanes Verdauungsendprodukt. Ich bevorzuge das Wort Scheiße. Allein schon aus ästhetischen Gründen.
...und
Vermutlich nennen diese Leute Scheiße auch nicht Scheiße sondern humanes Verdauungsendprodukt. Ich bevorzuge das Wort Scheiße. Allein schon aus ästhetischen Gründen.
Sonntag, 9. September 2007
Die Eva tut´s wieder
gorillaschnitzel, 17:59h
Was ist nur aus meiner guten, alten Freundin Eva geworden?
Dabei tut man ihr wirklich unrecht. Ehrlich. Ich zumindest wäre dafür, ihr das Mutterkreuz in Gold zu verleihen. Vorausgesetzt, sie kriegt noch 7 Kinder.
Irgendwo liegt sicher noch so ein Ding rum.
Und dann darf sie sich mal beim Winterhilfswerk verdingen, schließlich sind wir ja grade im Krieg und die armen Jungs in Afghanistan sind über selbst gestrickte Socken von Eva sicher froh.
Vielleicht findet sich auch noch irgendein Trupp, bei dem sie dannBDM-Führerin sein darf.
Ansonsten solltest du dich, liebe Eva, endgültig aus dem öffentlichen Leben zurückziehen, weil in deinem -und wirklich nur in deinem- speziellen Fall der Josef Rompel recht hatte:
Dabei tut man ihr wirklich unrecht. Ehrlich. Ich zumindest wäre dafür, ihr das Mutterkreuz in Gold zu verleihen. Vorausgesetzt, sie kriegt noch 7 Kinder.
Irgendwo liegt sicher noch so ein Ding rum.
Und dann darf sie sich mal beim Winterhilfswerk verdingen, schließlich sind wir ja grade im Krieg und die armen Jungs in Afghanistan sind über selbst gestrickte Socken von Eva sicher froh.
Vielleicht findet sich auch noch irgendein Trupp, bei dem sie dann
Ansonsten solltest du dich, liebe Eva, endgültig aus dem öffentlichen Leben zurückziehen, weil in deinem -und wirklich nur in deinem- speziellen Fall der Josef Rompel recht hatte:
Die unvermeidliche Folge des weiblichen Massenstudiums und des Eindringens der Frau in alle männlichen Berufe sind Blaustrumpfkultur und Frauenherrschaft und welche Tragik wäre es, wenn das deutsche Volk, das männlichste Volk der Welt, das Volk der Dichter und Denker, der Pionier des kulturellen und technischen Fortschritts mit seiner mehr als tausendjährigen Kultur dem Feminismus anheim fiele und durch diese Volksentartung zugrunde ginge!Josef Rompel, "Emancipation und Staatswohl", 1932
Samstag, 8. September 2007
Kunstwarnung
gorillaschnitzel, 17:48h
In Kunstausstellungen sind in aller Regel selbst Warnhinweise Kunst.


Freitag, 7. September 2007
Rugby
gorillaschnitzel, 12:14h
Ab heute beginnt in Frankreich die Rugby-Weltmeisterschaft.
Rugby ist der ehrlichste Sport, den es gibt. Im Gegensatz zu den Memmen und Komödianten beim Fußball (die bereits ein leiser Windhauch zur Strecke bringt und zum behandlungsbedürftigen Patienten macht) ein Sport für echte Männer.
Und weil Deutschland in Sachen Rugby völliges Entwicklungsland ist und da in etwa den Stellenwert von Österreich beim Fußball hat: Ich bin für Südafrika. Aber die werden leider wieder zu früh rausfliegen. Wie auch Fidschi.
Rugby ist der ehrlichste Sport, den es gibt. Im Gegensatz zu den Memmen und Komödianten beim Fußball (die bereits ein leiser Windhauch zur Strecke bringt und zum behandlungsbedürftigen Patienten macht) ein Sport für echte Männer.
Und weil Deutschland in Sachen Rugby völliges Entwicklungsland ist und da in etwa den Stellenwert von Österreich beim Fußball hat: Ich bin für Südafrika. Aber die werden leider wieder zu früh rausfliegen. Wie auch Fidschi.
Donnerstag, 6. September 2007
Biennale 1.0
gorillaschnitzel, 15:07h

Biennale Nummero 52 zu Venedig. Mit dem schönen Motto. Zumindest ist es plastischer als das in Kassel und auch die Stadt selbst ist doch ein klein wenig sehenswerter als die nordhessische Provinz...
Die Schweiz. Was wäre die Schweiz für ein wundervolles Land. Ohne einen guten Teil seiner Bevölkerung zumindest. Der Teil nämlich, der kleinkariert und spießig ist und in allerschlechtester Zwinglitradition vor sich hinprotestantiert.
In der Kunst aber sind sie gut. Eine gute Installation ist der eine Teil, schöne, bunte Malereien der andere Teil. Und damit nähern wir uns den besseren Momenten der Schweiz: Schoki, Berge und die immerwährende Neutralität.
Venezuela. Wunderschöne Fotos im Großformat von Antonio Briceño. Die Farben, die Weite, das Motiv, die Natur, die Menschen...Herrliche Statements in Richtung Indios.
Einfach nur schön. So einfach und schön und relativ unspektakulär kann Kunst sein.
Deutscher Pavillon. Titel: Oil. Gut, es ist Kunst und bei Kunst muss sich einem nicht immer unbedingt erschließen, in welchem Zusammenhang die Objekte zum Titel der Ausstellung stehen und warum Isa Genzken Koffer im Raum plaziert oder Galgenstricke von der Decke hängen. Aber dieser verzierte Totenschädel ist zwar irgendwie ganz nett, gleichzeitig aber doch etwas inkonsequent. Dann doch lieber das Original von Damien Hirst. Immerhin die Idee, den pseudoneohellenistischen Pavillon aus der Mussolini-Zeit mit Planen zuzuhängen, war hervorragend. Spätestens dann, wenn man den etwas überdimensionierten und mindestens ebenso wüsten italienischen Pavillon sieht.
Dänemark und all die skandinavischen Nachbarn sind recht unterhaltsam. Das beginnt schon mit dem Namen des Künstlers: Troels Wörsel. Mal ehrlich:
Da ist der Name schon pure Kunst. Wie überhaupt all diese Sprachen herrlich viele ö aufweisen. Vielleicht ist Tröööls Wöööörsel in Ööööslööö geboren. Oder wenigstens in Kööööbnhöööövn oder Malmöööö. Wer Troels Wörsel heißt, ist schon per Taufe ein großer Künstler. Ganz sicher. Und seine Bilder sind einfach gut.
Und auch sonst hängen lustige Dinge herum. Eine 20 x 5 Meter große Wand voller Dartscheiben beispielsweise. Leider durfte man die grade nicht bewerfen.
Der komplette Gegenentwurf zu den totalitären und übermonumentalen Pavillons aus der Mussolinizeit ist der Pavillon, der von Alvar Aalto entworfen wurde. Nordisch by Architecture. Und irgendwie schaffen es diese Skandinavier immer wieder, mich designerisch zu überzeugen. Sogar bei IKEA. In Herrn Aaltos nettem Häuschen steht ein Boot auf Glasscherben. Und nu weiß ich auch, wo all meine Olivenöl- und Weinflaschen gelandet sind, die ich im Altglascontainer entsorgt glaubte.
Schön anzusehen ist es trotzdem.
Die ganz großen Größen sind gottseidank auch vertreten: Baselitz und Gerhard Richter. Würde ich glatt mitnehmen, wenn sie nicht so großformatig wären.
Russland. Ein paar nette Installationen, bei denen man den Eindruck hat, dass sie in der Endlosigkeit verschwinden, dazu schön zu sehende Filmchen inklusive einer Reminiszenz an den guten, alten Richard Wagner (der es ja immerhin geschafft hat, zu Venedig seinen letzten Odem auszuhauchen und dahinzuscheiden; wo sonst sollte man auch sterben, als Komponist Richard Wagner?).
AES+F: Last Riot (Ausschnitt).
Insgesamt provokant, aber auf eine Weise, die Putin daheim nicht weh tut.
Die schönste, weil auch irgendwie bescheidenste Idee, kommt von Julia Milner: Auf Großleinwand flimmert in zig Sprachen die Phrase "Ich hoffe" durch und kann dann geklickt werden. Und im Internet wird auch gleich mitgezählt (und flimmert dann direkt in Venedig). Sehr schöne Idee. Click I hope
Immer wieder tauchen dann auch politische Beiträge auf. Deutlich mehr und viel präsenter als auf der documenta in Kassel beispielsweise. Nur: Vieles ist künstlerisch so absehbar und wirkt daher -im Kunstsinne- einfach nur platt. Obduktionsberichte aus Afghanistan und Angriffspläne der NATO finde ich auch im SPIEGEL (und dieses Blatt würde ich nun nicht gleich zur Kunst erklären wollen). Auch sind bei weitem nicht alle Aspekte abgedeckt. Konzentrieren tut sich das meist auf Irak oder Afghanistan und wirkt dann auch eher plump und konstruiert. Bedauerlich.
Wie man es aber richtig macht und dann doch etwas recht beeindruckendes hinstellt, zeigen wieder die Skandinavier. Dort hat Adel Abidin, gebürtig aus Baghdad, ein Reisebüro eingerichtet, das Reisen nach Baghdad anbietet. Inklusive Werbeposter, Reiseführer und Terminal.
Internet: abidintravels.com
....und weil die Biennale so umfangreich ist, wird das demnächst fortgesetzt....
Wertvolle Ratschläge
gorillaschnitzel, 11:58h

Mittwoch, 5. September 2007
Kunst und Klamotte
gorillaschnitzel, 21:57h




Scotland the Brave
gorillaschnitzel, 16:31h
Tennent´s Super

Das ist Schottland. Schottland ist großartig. Sage noch einer, die Schotten seien geizig und könnten nur Whisky: 9 satte Umdrehungen und ein Geschmack wie ein feuchter schottischer Highlandwaldboden. Ordentlich Malz und Würze und es läuft die Speiseröhre runter wie Öl. Der Trüffel unter den Bieren. Definitiv einer der besten Gründe für den schottischen Separatismus. So ein Bier hätte eine eigene Regierung verdient. Und nu sitzen wir in den Keller und singen alle zusammen Flower of Scotland.
Ein schöner Scheiß:
gorillaschnitzel, 15:20h
....als Koala Eukalyptus nicht mögen....
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