Montag, 12. Februar 2007
Ausflug nach Tschechien
Vorab: Kein Verriss. Wie versprochen mal kein Verriss.

Pilsner Urquell


4,4 Umdrehungen

Vorneweg: Das größte Manko des Biers ist der geringe Alkoholgehalt.

Alles andere ist pure Symphonie. Mit das Beste was Tschechien -mal von Eva Herzigova abgesehen- zu bieten hat.
Es stimmt einfach alles: Der Schaum sieht aus wie der verschneite Böhmerwald und drunter fließt goldgelb -wohl wegen der Umweltprobleme- die Moldau. Ein Bier, das schon beim Einschenken nach Smetana klingt.Und immer wieder grüßt das literarische und revolutionäre Werk Vaclav Havels. Eine Hymne an die Bierkultur. Eine Ode an die Freude. Dieses Bier war der beste Grund für die EU-Osterweiterung.

Das alles gleicht dann den doch mageren Alkoholgehalt aus, weil man ohnehin liebend gerne die nächste Flasche öffnet.
The world doesn´t need morals, it needs beer.
...sagte einmal Henry Miller. Und meinte mit Sicherheit dieses Bier.

Die Welt ist wunderschön mit Pilsner Urquell.

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Hegemon
(US-)Amerikakritik ist en vogue. Darüber darf sich niemand -zu allerletzt die USA selbst- wundern. Und weiß Gott, es gibt genügend Kritikpunkte, an denen ich mich liebend gerne auch selbst beteilige.

Aber vielleicht gelingt es uns auch mal, den -europäisch geprägten- latenten Antiamerikanismus beiseite zu schieben und das Ganze emotionsfrei und vorurteilslos zu betrachten. Die Meta-Ebene, wie man so schön sagt...

Die Klage über die Weltmacht USA, die die gesamte Welt unter ihrer Knute halte ist verbreitet. Aber ist sie auch wahr?

Uneingeschränkte Hegemonie? Mitnichten. Längst muss selbst die USA Rücksicht nehmen auf zum Teil unsichere Kantonisten in der ganzen Welt. Der Aufstieg der neuen Superstars hat längst begonnen. Und die sitzen allesamt in Asien.

Ganz kurz -zu Beginn der 90er-Jahre mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion- schien es, als führe an den USA nichts vorbei. Das war auch in den 90ern schon ein Trugschluss. Zwar ging damals nix ohne die USA, aber eben auch nix mit den USA.

Eine winzig kurze Zeit, von der Welt damals unbemerkt, war die USA tatsächlich der unumschränkte Hegemon. Die Macht, die alles hätte nach gusto bestimmen können. Und das war zwischen 1944 und 1949. Damals führte man einen Krieg gleich an 2 Fronten, konnte unendlich viel Mensch und Material einsetzen und v.a. verfügte man über das Monopol für eine Waffe: Atombombe. 1949 entwickelte Russland (via Sowjetunion) ebenfalls die Bombe. Damit wars rum mit der unumschränkten Herrschaft über die Welt.

Natürlich ist die USA noch immer die größte Militärmacht und gemeinsam mit der NATO noch immer die größte Macht. Das aber wird nicht so bleiben. Längst ist man -selbst als Gesamt-NATO- an Grenzen gestoßen und merkt, dass man sich nicht überall engagieren kann. Konnte die USA noch in den 1940ern "beinahe im Alleingang" Kriege gegen die Nazis und Japan führen, wäre man heute als NATO schon mit der Eröffnung einer "dritten Front" so ziemlich überfordert.

Die Kriege, die seitens der USA (und ihrer Partner) geführt werden, werden aus einer Postition der Schwäche heraus geführt. Es sind, auch wenn es vielleicht aus der heutigen Position schwer verständlich ist, Rückzugs- und (Einfluss-)Verteidigungskriege. Krieg wird dann geführt, wenn es einigermaßen erfolgversprechend ist. Man greift nur dort ein, wo es dringend nötig erscheint oder aber dort wo man meint, es sich leisten zu können. Man kann allenfalls punktuell -"chirurgisch"- eingreifen. Selbst das Beispiel Irak zeigt, wie sehr sich die Positionen verschoben haben: Noch im Vietnamkrieg war die Anzahl der Gefallenen deutlich höher (9mal soviel). Will heißen: Den Oberen seinerzeit wurde ein wesentlich höherer Blutzoll verziehen, ehe es zu Protesten kommt.
Daher ist heute ein Debakel wie das im Irak (Krieg gewonnen, Frieden verloren) von großer Signalwirkung und geopolitisch vermutlich -mit dem Aufstieg des Iran- noch viel bedeutender als der Vietnamkrieg (und andere verlorene (Post)Kolonialkriege).

Zwar werden die USA auch das 21. Jahrhundert bis weit in die 50er-Jahre hinein bestimmen, sie werden aber ein- und überholt werden von China und Indien, sie werden viele Rücksichten nehmen müssen auf allerlei weitere Länder (Iran, Pakistan, Indonesien). Ob die Welt dadurch sicherer wird, darf bezweifelt werden.
Wenigstens in Ansätzen sind einige militärische Einsätze der Amerikaner und Europäer von der Menschenrechtsidee geprägt (Bosnien, Kosovo, Somalia). Etwas, das man von China, Iran oder Russland nicht erwarten kann und darf. Umso dramatischer muss es anstimmen, wenn man dann durch politischen Dilettantismus (gepaart mit viel Blödheit) die moralische Hoheit verliert.
Vielleicht werden dereinst unsere Urenkel dennoch neidvoll in die Zeit zurückblicken, als ein Staat -mitsamt einer Allianz- überhaupt erst versucht hat, wenigstens hin und wieder für Menschenrechte einzutreten.

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Sonntag, 11. Februar 2007
Oldtimer

   ... Horst-Tappsy
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Terrorpüppchen
Braucht jemand eine nette Geschenkidee? Hier gibts nette Fingerpüppchen zum Thema Terrorismus.

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Planierung
Wir sind zusammengekommen um Planierungen, äh Sanierungen und Planungen....

Freudscher Versprecher im kommunalen Gremium.

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Samstag, 10. Februar 2007
Kuriositäten
Mr. nyxon will Kuriositäten haben. Das hat jetzt echt ne Weile gedauert, weil ich doch so unkurios bin...oder gilt pures Linkshändertum bereits als Kuriosität?

Aber dann bin ich doch darauf gestoßen:

- Linkshänder: Ich drehe beim Schreiben oft das Blatt quer und schreibe von unten nach oben. Und Spiegelschrift kann ich auch. Aber nur Schreibschrift.

- Ich habe schwere Neurosen: Ich mag es nicht, wenn das Toastbrot "ungerade aufgeht" und ich so einen Toast allein toasten muss.

- Ich wechsle mit großer Freude diverse (Kunst-)Stile: Von Faithless zu Bach, von Houellebecq zu Goethe.

- Meine kreativste Phase ist zwischen 0 und 3 Uhr früh.

- Ich bin mal Bungee gesprungen, obwohl ich das nie vorhatte.

- Auf mich ist ein Haftbefehl ausgestellt. Allerdings nicht in Deutschland.

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Freitag, 9. Februar 2007
Cellity
cellity.com klingt interessant....kennt das jemand?

   ... Fundstuecke
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Saudumme Sprüche (XXIV)
Es ist die Tragik jeder Demokratie, dass bei uns jeder seine Meinung öffentlich vertreten kann und dass man politisch Verantwortliche in einer Demokratie schützen muss. In Diktaturen würde so etwas nicht passieren.


Horst Teltschik, ehemaliger Kohl-Intimus, über Friedensdemonstranten.

Ich wäre bereit, dem Mann ein One-Way-Ticket nach Teheran zu bezahlen.

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Der Untergang der Koggen
Nachdem eine Folge beim büffel als Spende liegen blieb, nun die nächste Folge in der Reihe "Bierbierbier".

Heute:

Hansa Pils


4,8 Umdrehungen

Vorneweg: Eigentlich widerstrebt es mir zutiefst und alle Organe ziehen sich zusammen, eine Flasche Bier zu öffnen, die mich 26 Cent (In Worten: Sechsundzwanzig Cent) gekostet hat. Ich hab mir kurz überlegt und überschlagen, was dabei der Anteil für Flasche, Produktion, Kronkorken, Vertreib und Gewinn des Einzelhandels ist und mir dann überlegt, wieviel Bier noch tatsächlich in der Flasche ist und wieviel das wert sein mag.
Unter uns: Die Ergebnisse waren ernüchternd.

Genauso ernüchternd präsentiert sich das Bier. Um es kurz zu machen: Es gehört viel Mut und Selbstüberwindung dazu, das Zeug runterzuwürgen. Das Zeug grenzt an Körperverletzung. Die Zielgruppe dürfte definitiv im Alkoholikerbereich zu suchen sein. Vorzugsweise diejenigen, die ohnehin für selbstverletztendes Verhalten prädestiniert sind.
Das "Bier" hat einfach gar nix: Keinen Schaum (zumindest würde ich diese sahneartige Konsistenz nicht Schaum nennen), kein Charakter und es schmeckt einfach nur scheiße. Pappig. Bitter und im Abklang etwas wie Hustensaft. Dazu ist es einfach nur flach. Fazit: Bleiben lassen und besser Hustensaft saufen. Ist das Original.

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Donnerstag, 8. Februar 2007
Verkehr, Seilschaften und Klüngel
Stellen wir uns doch mal vor, was passieren würde, wenn man mit so -na sagen wir mal- 1,75 Promille am Steuer eines PKW durch die Lande brettert. Absolut fahruntüchtig eigentlich. Das an sich ist ja schlimm genug, aber was, wenn dann auch noch ein Unfall passiert?
Ein richtig übler Unfall mit einem Toten und einem Schwerverletzten?

Man wird wohl vor Gericht gezerrt werden. Was auch richtig ist. Man wird zu einer Strafe verurteilt werden (z.B. 1 Jahr auf Bewährung) und eine einigermaßen lächerliche Geldstrafe zahlen.

Und wenn man in Bayern wohnt, hat man immer noch die Möglichkeit, Minister zu werden und das Bundesverdienstkreuz zu kriegen und den Bayernorden noch dazu.

Und weil sich der Mann ohnehin schon immer als ganz große Verkehrskoryphäe (Verkehrsminister, 4 Kinder) gab, empfahl es sich doch glatt, in den Vorstand der Deutschen Bahn aufzurücken. Wenn man sonst keine Sorgen bei der DB hat....

   ... Poly-Tikk
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Schuld(tes)
Das ist die Geschichte von Herrn W. aus P.

Herr W. ist rein optisch in etwa der Westentaschenwiedergänger von Horst Schlämmer.

Herr W. aus P. ist in P. kein ganz unbekannter und schon gar nicht unwichtiger Mensch. Im Gegenteil: Herr W. ist Bürgermeister von P. Unglücklicherweise liegt P. in der allertiefsten Provinz und man ist dort derart konservativ, dass dort Bürgermeister in aller Regel lebenslang im Rathaus sitzen. Herr W. könnte eins der raren Exemplare sein, die tatsächlich abgewählt werden.

Dabei ist die Gemeinde eine richtige Idylle. 1500 Einwohner. Als wichtige Tätigkeiten gibt Herr W. unter anderem die
"Überreichung des Dschungelbuchs in Buch und Video an den Kindergarten, worüber alle sich sehr gefreut haben"
oder die
"Einstimmung auf Weihnachten mit Redebeitrag zur stillen Nacht, heiligen Nacht mit der gesamten Familie"
an. Der Rest spielt sich zwischen Freiwilliger Feuerwehr, Volkstrauertag und Männergesangsverein ab und die CDU empfindet jedes Ergebnis unter 75% als Schmach.

Fuchs und Hase sagen sich also Gutnacht und vermutlich hat erst soeben das Farbfernsehen den Ort erreicht. Dann aber rumorte es plötzlich im Ort. Und das kam so:

Der (bereits gewählte) Vorgänger starb überraschend bei einem Unfall und vielleicht haben die Bürger deshalb nicht so genau hingeschaut und halt genommen, was da war und das war eben Herr W.

Irgendwann kamen Klagen auf, wie Herr W. seine Amtsgeschäfte führt. Er leite Beschwerdebriefe der Bürger an Gemeinderäte nicht weiter. Das ist in einer Ansammlung intimer Kuhkäffer, in denen jeder jeden kennt, ein mittelgroßer Skandal. Das hätte er vielleicht noch politisch überlebt, weil man in intimen Kuhkäffern dem "Schultes" doch einiges durchgehen lässt.

Dann aber kam es wohl zu einem Zerwürfnis mit seinen Mitarbeitern im Rathaus: Der Herr W. hatte nämlich 3 kranke Mitarbeiter namentlich in einem Schaukasten als krank gebrandmarkt und hingewiesen, dass der ordnungsgemäße Ablauf der Gemeindegeschäfte nicht mehr gewährleistet sei. Bei -lt. Homepage- 3 Mitarbeitern im Rathaus zwar verständlich, dass man dann Angst um die Weiterführung der Alltagsgeschäfte hat, dennoch gleichzeitig eine Brüskierung der Betroffenen, die diese Dreistigkeit nicht hinnehmen wollten. Damit schien das Tischtuch zerschnitten.

Zur endgültigen Berühmtheit wurde Herr W., weil er sich letzten Sommer eine längere Auszeit nahm. Das kam so: Er meldete sich einfach krank. Und ward nicht mehr gesehen. Niemand wusste, was war oder wo er war. 3 Monate ging das. Dann tauchte er wieder auf. Erklärte aber nix.

Mittlerweile war das zuständige Landratsamt als übergeordnete Behörde aufmerksam geworden. Die ermittel(t)en jetzt auch. Wegen Betrug und falscher Abrechnung von Dienstfahrten. Man hält sich aber bedeckt und verweist nur darauf, dass der Gemeinde kein Schaden entstanden sei und das, obwohl man parallel eine Geldstrafe gegen den Bürgermeister erließ. Aber peinlich genau wird nun jede Frist und jeder Haushalt geprüft.

Die neueste Nachricht aus der Gemeinde P.: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Herrn W. wegen des Verdachts auf Körperverletzung und Mobbing. Die Anzeige kam direkt aus dem Rathaus.

Wahlen sind übrigens erst wieder in 5 Jahren.

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Gehölz
Anje wollte es so. Beklage sich hinterher keiner, was dabei rumkommt:

Wir geben im folgenden fünf Buchstaben vor. Schreib ein Wort auf, dass dir spontan dazu einfällt, und erkläre, wieso es dir einfiel, was es bedeutet, etc.

1. Genitalkrankheit. Hat sich um Millisekunden gegen "Gehirn" durchgesetzt. Aber das dürfte ja nix neues sein, oder?

2. Wahnsinn. Weil der Methode hat.

3. Neurotransmitter. Vermutlich zurückzuführen auf die Lektüre eines Buchs zur Hirnforschung in den letzten Wochen.

4. Plaste und Elaste (VEB): Regelmäßig verkehrt da ein Trabbi vor meiner Tür.

5. Regenwald. Weil doch Krombacher den mal schützen wollte und ich spontan daran gedacht hab, mich da trinkerisch zu beteiligen.

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Mittwoch, 7. Februar 2007
Hanomag

   ... Horst-Tappsy
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Unwort des Jahres
Mein persönliches Unwort des Jahres präsentiere ich bereits im Februar.

Eine studentINNENische Gruppe märzt im vermeintlich guten Willen alles aus, was in der deutschen Sprache auch nur entfernt maskulin erscheint und verstümmelt damit eine großartige Sprache.

Mein Preis an die saudümmste Sprachschöpfung geht an das Wort

Efrauzipation

Damit sollte wohl das "man" verschwinden (und wurde durch "frau" ersetzt) und das alles scheinbar politisch feministisch korrekt dargestellt werden.

Der Grat zwischen "ernsthaftes Anliegen" und "sich selbst lächerlich machen" mag manchmal schmal sein, manchmal aber ist der Abstand auch verdammt weit.

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Dienstag, 6. Februar 2007
1 Jahr
Halleluja, Hosianna und Hurra! Dieses Blog wird ein Jahr alt. Jaaa, ich weiß, das ist keine Zeit, weil selbige eigentlich wie im Flug vorbeigegangen ist. Es liegt mir auch fern, fishing for compliments betreiben zu wollen. Nein, ich ziehe nun keine Bilanz. Auch wenn mir dieses Jahr enormen Spaß bereitet hat und ich zig interessante Leute habe lesen und kennenlernen dürfen. Viel eher finde ich, dass dies ein geeigneter Anlass ist, den Leuten etwas zurückzugeben, die letzten Endes das Blog zu dem gemacht haben, wie es jetzt zu besichtigen ist. Kurz: Euch allen da draußen.

Und darum dacht´ ich mir, dass es Zeit ist, mal wieder eine neue Rubrik zu eröffnen. So hab ich sinniert und bin dann auf die Idee verfallen, ab heute Bier zu verkosten (jaaaaa, ich weiß, das hat der Andrack beim Schmidt auch schon gemacht, das aber war mir erst klar, wie schon zig Sorten im Haus standen. Darum: Ich zieh das jetzt trotzdem durch. Inklusive Leberschaden.).

Was wäre geeigneter als mit der vermeintlichen Königin unter den Bieren zu beginnen?
Ladies and Gentlemen: Ich präsentiere...

Warsteiner


4,8 Umdrehungen.

Plopp. Prost erstmal.

Warsteiner wirbt damit, die Königin unter den Bieren zu sein und hat früher nebenbei erwähnt, dass es in Deutschland exakt 5217 Biere gäbe. Damals habe ich mal kurz darüber nachgedacht, ob ein Volk, das 5217 Biere hat, überhaupt regierbar ist. Mehr Biere als Gymnasien erschien mir sehr verdächtig nach Anarchie zu riechen.

Aber es geht ja um Warsteiner. Der Ersteindruck: Es schmeckt nicht schlecht. Es schmeckt aber auch nicht gut. Und schon sind wir beim Problem von Warsteiner: Es schmeckt einfach nach nichts. Das heißt: Stimmt nicht. Es schmeckt einfach nur nach durchdesignter Chemiebrühe, die sich irgendein findiger Marketingstratege am Reißbrett ausgedacht hat. Ein Bier ist das definitiv nicht. Das Gesöff mögen pfälzische Nachwuchsyuppis gut finden, mit der deutschen Bierkultur hat das wenig bis nix zu tun.
Darum, liebe Freunde aus Warstein, wäre ich dafür, die Plörre hierzulande zu verbieten. Machts wie Becks und haut das Zeug in Indien und Ecuador raus, aber nicht hier.

Ach ja: Es gibt nicht 5217 Biere hier, sondern nur 5216.

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Montag, 5. Februar 2007
Spekulatives, allzu spekulatives
Ich gebs zu: Das mit dem Wirtschafts- und Finanzwesen ist schwierig. Da muss man beinahe Fachmann sein, um das zu verstehen und daher hat mich das sehr lange überhaupt nicht oder eher periphär interessiert. Ich versprechs gleich vorneweg: Ich werd versuchen, das Folgende möglichst einfach zu gestalten...(bin aber nicht sicher, ob mir das gelingen wird)

Der Münte hatte mal von Heuschrecken gesprochen. Das hat damals für viel Aufruhr gesorgt und dem Münte einen Haufen Dresche allerseits eingebracht. Dabei hat der Mann Recht. Vollkommen. Das zumindest kriegt er von Helmut Schmidt in einem ZEIT-Artikel bescheinigt.
Ich mag den Helmut Schmidt ja. Weil er nämlich eine ziemlich unaufgeregte, hanseatische Art hat. Pure Aristokratie. Charisma. Charakter. Und mit 90 noch die Verve eines 30jährigen. Außerdem ist Helmut Schmidt der einzige Mensch, der im deutschen Fernsehen ungestraft Kette rauchen darf. Beim Lesen von Herrn Schmidts Artikel sind mir phasenweise die Augen übergegangen. Schlicht der Dimensionen wegen.

Worums geht? Mir zumindest um Währungsspekulationen. Fangen wir von vorn an: Es sind Unsummen im Spiel. Der Einsatz ist verdammt hoch. Nehmen wir mal Hedge-Fonds, die sind in den letzten Jahren ziemlich berühmt geworden. Zuerst mal scheinen Hedge-Fonds eine "normale" Investitionsanlage zu sein. Sind sie aber nicht. Sie unterliegen nämlich deutlich weniger Regelungen und Restriktionen als der Rest. Um es in drei Worten zu sagen: Es geht um Spekulation, Wetten und Termingeschäfte. Man könnte es auch Roulette nennen.
Kurz gesagt kaufen Hedge-Fonds beispielsweise Währungen. Manchmal ziemlich kurzfristig. Und sie leben davon, die Währung dann wieder abzustoßen (in der Hoffnung auf einen Gewinn). Manchmal bewegen sich so Milliardensummen innert einer Minute weltweit.

Das klingt erstmal einigermaßen harmlos. Ist es aber nicht. Vor allem dann nicht, wenn man das Gesamtvolumen der Truppe betrachtet: Zusammengenommen verfügen die über 1 Billion Dollar (1000 Mrd. Dollar). Das sieht in Zahlen so aus: 1.000.000.000.000 Dollar. In Euro: 763.358.778.625 Euro. (Heutiger Wechselkurs).
Zum Vergleich: Der Gesamthaushalt der drittgrößten Volkswirtschaft dieses Planeten (nämlich der Bundesrepublik Deutschland) im Jahr 2007 liegt bei 267,6 Mrd. Euro. Noch eine Zahl? Das gesamte Bruttoinlandsprodukt -tutticompletti mit allem- Österreichs beträgt 325 Mrd. Euro.

Das Problem bei dieser Sache ist, dass so ein Hedge-Fonds-Manager nicht vielen Leuten verpflichtet ist. Einige gar niemandem. Keine Aktionäre, kein Vorstand, kein Aufsichtsrat. Niemand, der irgendwann mal "Stopp" sagt.
Einer der bekanntesten der Jungs ist George Soros. Der hat es seinerzeit -mehr oder weniger als Privatmensch- geschafft, dass Großbritannien das britische Pfund aufgrund seiner Attacken abwerten musste. Das allein zeigt die Dimension: Soros (allein) gegen eine der größten Volkswirtschaften mit einer der eher wichtigen Währungen der Finanzszene. Der Sieger: Soros!

Sollte das noch jemand langweilig oder völlig egal finden:
Das Ganze geht ziemlich weit. Einmal musste Alan Greenspan als US-Zentralbanker den Riesenhedgefonds LCTM retten, indem er die Leitzinsen gesenkt hat (was wiederum Auswirkungen auf uns alle hatte). Vor allem deshalb, weil sonst gemeinsam mit LCTM ein Haufen Banken mit den Bach runter wären.

Konkret heißt das: Ein einzelner (oder mehrere) Hedge-Fonds-Manager können jederzeit einen gesamten Staat angreifen (zumindest alle Staaten, die von Großbritannien abwärts rangieren) und damit das Finanzwesen des betroffenen Staats in ernsthafte Turbulenzen bringen (Südostasienkrise Ende der 90er). Damit verfügen die Leute über eine diktatorische Macht, die einem einigermaßen logisch denkenden Demokraten die Zornesröte ins Gesicht treibt.

Einen Lösungsvorschlag gibts auch. Den hat James Tobin -Nobelpreisträger- gebracht: Die sog. "Tobin Tax". Die sieht vor, dass bei jedem Wechsel von Devisen -sprich: Währungstausch- eine Steuer anfällt. Heißt konkret: Sobald jemand Euro in Dollar umtauscht, fällt eine Gebühr an. Tobin seinerzeit sah einen Maximalsatz von 1% vor.

Ehe nun die Millionen mitbetroffenen Urlauber aufschreien: Man könnte wegen mir auch locker 0,1% ansetzen, um eine Wirksamkeit zu erzielen und jede Bankgebühr ist ohnehin höher. Selbst bei 0,1 % (also 1 € je 1000 gewechselten 1000 €) hätte das Wirkung und das Spekulationsgeschäft (von dem außer dem Fonds kein Mensch profitiert) wäre unrentabel und gegessen.

Allerdings gibts auch einige Haken: Der größte ist der, dass dies weltweit stattfinden müsste, weil wenn eine Doofinsel in der Karibik nicht mitmacht, diese zum Steuerexil würde.

Als Alternativvorschlag gäbs die Spahn-Tax. Das aber wäre ein Extrakapitel.


PS: Goldman Sachs hat letztes Jahr 16 Mrd. US-$ unter seine Angestellten verteilt. Im Schnitt heißt das über 700.000 Dollar für jeden. Von der Putzfrau bis zum Boss.

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Sonntag, 4. Februar 2007
Rückspiegel

   ... Horst-Tappsy
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Gepfeffert
Es soll ja Barbaren Leute geben, die Pfeffer im Mörser zerstoßen. Das sind entweder frigide Hausfrauen, die nebenbei auch noch Slips bügeln oder Lehrer im Vorruhestand, die nach 25 Jahren dauerpubertierender Kinder teilleistungsgestört sind.

Das einzig wahre: Die Mühle. Ich liebe Pfeffermühlen heiß und innig. Nichts kommt an den Geruch von frisch gemahlenem Pfeffer über eine heiße Mahlzeit.
Eigentlich bräuchte ich mindestens 4 oder 5 von den Dingern, damit die meisten Pfeffersorten abgedeckt sind.


Pfeffermühle ist aber nicht gleich Pfeffermühle. Der Teufel steckt im Detail. Hände weg erstmal von Billigkrampf aller Art. Die chinagefertigte Billigscheiße für vier Euro fünfundneunzig vom Discounter? Bäh. Mahlt nicht, quetscht den Pfeffer.
Batteriebetriebene Edelmühlen mit Beleuchtung? Komfortabel, toll, genial, super. Aber: Nur für Menschen gedacht, die nicht der technischen Faszination erliegen. Ich zumindest neige dazu, bei den Dingern alles und grundsätzlich völlig zu verpfeffern.
Ergo: Ich war auf der Suche nach der Mühle der Mühlen.

Und dann....endlich....hatte ich sie in der Hand. Bei mir daheim. Die Pfeffermühle der Pfeffermühlen: Peugeot.

Einige mögen sich die Augen reiben....
Peugeot? Das sind doch Autos...
Richtig. Peugeot sind auch Autos. Eher mittelmäßige Autos, wenn man an die anderen beiden schwäbischen Automarken denkt...(was Peugeot mit schwäbischer Automarke zu tun hat? Tjaaaaa).

Vielleicht denkt man bei Peugeot noch an Fahrräder. Bastelt man bei Peugeot auch zusammen. Auch eher mittelmäßig.

Man macht aber die allerbesten Mahlwerke dieses Planeten: Verstellbar!
Gut, das können andere auch, aber Peugeot ist eben Peugeot. Mag sein, dass Microsoft einen MP3-Player bauen kann, sie können aber nie einen iPod bauen.

Ferner bin ich ohnehin voreingenommen, weil Lokalpatriot. Weil nämlich Peugeot in Wirklichkeit eine schwäbische Firma ist. Warum? Das ist einfach erklärt: Wegen der württembergischen linksrheinischen Besitzungen. Einige Elsassstädtchen und die Gegend um Montbeliard (Mömpelgard) gehörten bis zum Erscheinen des ollen Napoleon zum Herzogtum und späteren Königreich (auch das: Napoleon) Württemberg. Und die Familie Peugeot als alte Mömpelgarder und treue Untertanen des württemberger Herzogs gehört bis heute der evangelischen Kirche Württembergs an.

Daher dürfte die Kaufentscheidung im Falle einer Pfeffermühle nun leicht fallen, oder?

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Samstag, 3. Februar 2007
Karl Marx lebt!

   ... Horst-Tappsy
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