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Montag, 27. Februar 2006
Fehlprognose, die nächste
gorillaschnitzel, 03:57h
"Wir sollten das Wiedervereinigungsgebot aus der Präambel des Grundgesetzes streichen."
Joschka Fischer, 1989
Joschka Fischer, 1989
Sonntag, 26. Februar 2006
Da Schröcksi
gorillaschnitzel, 15:57h
Funktionäre bei Olympia sind klasse!
Der Präsident des österreichischen Skiverbands (ÖSV) Schröcksnadel hat tatsächlich folgendes von sich gegeben:
"Ich rauche nicht, ich trinke nicht. Drogen sind schlimm. Was bin ich froh, dass ich nach einem Glaserl Wein schon Kopfweh krieg´."
Nette Information. Aber leider völlig irrelevant. Es ging ja darum, dass sich ein paar Sportler blutdopen und nicht um seine persönliche Befindlichkeit. Aber die Peinlichkeit ging noch weiter:
"Österreich ist ein viel zu kleines Land, um professionell zu dopen."
Hat er recht. Hätten sie es professionell gemacht, sie wären nicht erwischt worden.
Der Furor von Herrn Schröcksnadel steigert sich aber in dem Punkt ins Absurde, wenn er sich auch noch darüber beschwert, dass unangekündigt eine Razzia stattgefunden habe. Schlimm.
Vielleicht könnte man die italienischen Staatsanwälte dazu überreden, den betroffenen Mannschaften eine Woche zuvor eine schriftliche Mitteilung zukommen zu lassen.
Übrigens: Vorhin belegte der Österreicher Michail Botwinnov den 3. Platz im 50km-Rennen der Langläufer.
Der Präsident des österreichischen Skiverbands (ÖSV) Schröcksnadel hat tatsächlich folgendes von sich gegeben:
"Ich rauche nicht, ich trinke nicht. Drogen sind schlimm. Was bin ich froh, dass ich nach einem Glaserl Wein schon Kopfweh krieg´."
Nette Information. Aber leider völlig irrelevant. Es ging ja darum, dass sich ein paar Sportler blutdopen und nicht um seine persönliche Befindlichkeit. Aber die Peinlichkeit ging noch weiter:
"Österreich ist ein viel zu kleines Land, um professionell zu dopen."
Hat er recht. Hätten sie es professionell gemacht, sie wären nicht erwischt worden.
Der Furor von Herrn Schröcksnadel steigert sich aber in dem Punkt ins Absurde, wenn er sich auch noch darüber beschwert, dass unangekündigt eine Razzia stattgefunden habe. Schlimm.
Vielleicht könnte man die italienischen Staatsanwälte dazu überreden, den betroffenen Mannschaften eine Woche zuvor eine schriftliche Mitteilung zukommen zu lassen.
Übrigens: Vorhin belegte der Österreicher Michail Botwinnov den 3. Platz im 50km-Rennen der Langläufer.
Hansi
gorillaschnitzel, 15:50h
Ich frag mich gerade, wie wohl ein Bankangestellter reagieren würde, wenn ich sanft hüstelnd mit einem Wellensittich in der Hand vorm Schalter auftauchen würde...
Wenn ich ein Vöglein wär...
gorillaschnitzel, 12:12h
Die Olympioniken hören sich immer mehr an wie Ornithologen. Ob das mit der Vogelgrippe zusammenhängt? Auf jeden Fall erfolgt die Solidarisierung mit den Piepmätzen. Immer häufiger geht es um Körner, Flügel und Wind:
"...hatte ich am Ende noch Körner" (Uschi Disl)
"...sind mir die Körner ausgegangen" (Claudia Pechstein)
"...sind mir Flügel gewachsen" (Georg Hettich)
"...bin ich im Wind gestanden" (Daniela Anschütz-Thoms)
"...fliegt an ihr vorbei" (ein Reporter beim Eisschnelllauf)
"...meine Beine waren grau" (<- sehr schöne Assoziation von Claudia Pechstein zu nächtlichen Tauben. Oder warens doch Katzen? :-))))
"...hatte ich am Ende noch Körner" (Uschi Disl)
"...sind mir die Körner ausgegangen" (Claudia Pechstein)
"...sind mir Flügel gewachsen" (Georg Hettich)
"...bin ich im Wind gestanden" (Daniela Anschütz-Thoms)
"...fliegt an ihr vorbei" (ein Reporter beim Eisschnelllauf)
"...meine Beine waren grau" (<- sehr schöne Assoziation von Claudia Pechstein zu nächtlichen Tauben. Oder warens doch Katzen? :-))))
cccchhhhhhhhhhhrrrrrrrrggggggggnnnnnnnn
gorillaschnitzel, 11:12h
Neulich habe ich Besuch von einem Techniker des Gasunternehmens gekriegt. Musste kurz das Gas abstellen.
Ich mach die Tür auf. Vor mir steht ein kleines Männchen mit fettigem Haar und sagt:
"cccchhhhhhhhhhhrrrrrrrrggggggggnnnnnnnn (er zieht noch schnell den Rotz die Nase hoch), ich heiße..."
Wie der Mann heißt, interessiert da schon gar nimmer. Man sieht nur noch die 2 Kilo Dreckklumpen, die an seinen Schuhen hängen.
"Schuldiung. War grade auffer Baustelle. Darf die Schuhe nicht ausziehen. Sind Sicherheitsschuhe."
Danke. Es gibt Momente, da wünsch ich mir ne Putzfrau.
Ich mach die Tür auf. Vor mir steht ein kleines Männchen mit fettigem Haar und sagt:
"cccchhhhhhhhhhhrrrrrrrrggggggggnnnnnnnn (er zieht noch schnell den Rotz die Nase hoch), ich heiße..."
Wie der Mann heißt, interessiert da schon gar nimmer. Man sieht nur noch die 2 Kilo Dreckklumpen, die an seinen Schuhen hängen.
"Schuldiung. War grade auffer Baustelle. Darf die Schuhe nicht ausziehen. Sind Sicherheitsschuhe."
Danke. Es gibt Momente, da wünsch ich mir ne Putzfrau.
Freitag, 24. Februar 2006
Was ich schon an Weihnachten spaßig fand...
gorillaschnitzel, 16:15h

Die Verschwörung
gorillaschnitzel, 16:06h
Vergessen Sie alle Verschwörungstheorien. Vergessen Sie UFOs, Nazis in Neuschwabenland, vergessen Sie auch jegliche sonstigen Theorien über die USA, Juden oder Illuminaten.
Die wahre Gefahr geht durch Leute wie mich aus. Jawoll. Weil: Wir sind zwar eine Minderheit, aber wir sind viele. Und wir haben die Welt im Griff. Seit Jahrhunderten! Das heimtückische an uns ist: Wir fallen zwar auf, aber sind wiederum so zahlreich, dass man uns für harmlos hält. Wir sind Linkshänder.
Sie denken, wir seien harmlos? Falsch! Wir haben unsere linken Finger überall mit drin:
Von den letzten 6 US-Präsidenten waren 4 was? Richtig! Linkshänder.
Die Rockefellers und die Fords: Linkshänder.
Und ohne wen würden wir nun ganz anders kommunizieren? Bill Gates. Auch er. Linkshänder.
Die Anhäufung ist augenscheinlich: Fidel Castro, F.J.Strauß, Winston Churchill, Napoleon Bonaparte oder Mahatma Gandhi.
Aber auch die Wissenschaft und die Kunst sind durchsetzt mit Linken: Kafka, Twain, Goethe, Uhland, Einstein, Beethoven, Mozart, Schweitzer, Newton, da Vinci. Und das ist nur eine lose Aufzählung.
Es geht weiter im Sport: Mohammad Ali, Pele, Maradona.... alle Bereiche durchsetzt mit Linken...
Schaut euch nur um. An ihren Händen sollt ihr sie erkennen.
Die wahre Gefahr geht durch Leute wie mich aus. Jawoll. Weil: Wir sind zwar eine Minderheit, aber wir sind viele. Und wir haben die Welt im Griff. Seit Jahrhunderten! Das heimtückische an uns ist: Wir fallen zwar auf, aber sind wiederum so zahlreich, dass man uns für harmlos hält. Wir sind Linkshänder.
Sie denken, wir seien harmlos? Falsch! Wir haben unsere linken Finger überall mit drin:
Von den letzten 6 US-Präsidenten waren 4 was? Richtig! Linkshänder.
Die Rockefellers und die Fords: Linkshänder.
Und ohne wen würden wir nun ganz anders kommunizieren? Bill Gates. Auch er. Linkshänder.
Die Anhäufung ist augenscheinlich: Fidel Castro, F.J.Strauß, Winston Churchill, Napoleon Bonaparte oder Mahatma Gandhi.
Aber auch die Wissenschaft und die Kunst sind durchsetzt mit Linken: Kafka, Twain, Goethe, Uhland, Einstein, Beethoven, Mozart, Schweitzer, Newton, da Vinci. Und das ist nur eine lose Aufzählung.
Es geht weiter im Sport: Mohammad Ali, Pele, Maradona.... alle Bereiche durchsetzt mit Linken...
Schaut euch nur um. An ihren Händen sollt ihr sie erkennen.
Ich habe das Grauen gesehen!
gorillaschnitzel, 15:47h
Das Grauen sieht in etwa so aus:
Jeans aus den 80ern. Völlig verwaschen, schlechte - besser: keine - Passform, buntes Oberteil, drüber eine Jacke aus dem Rotkreuzkleidersack in Pastellfarben mit roten Applikationen.
Die Krönung dann der Schädel an sich: Ausgewachsene Dauerwelle, schlechte Schminke und das allerschlimmste: Rasierte Augenbrauen (das hat nur und ausschließlich bei Marlene Dietrich halbwegs gut ausgesehen), die mittels blauer Schminke hinretouschiert wurden.
Ich glaub, ich brauch nen Schnaps.
Jeans aus den 80ern. Völlig verwaschen, schlechte - besser: keine - Passform, buntes Oberteil, drüber eine Jacke aus dem Rotkreuzkleidersack in Pastellfarben mit roten Applikationen.
Die Krönung dann der Schädel an sich: Ausgewachsene Dauerwelle, schlechte Schminke und das allerschlimmste: Rasierte Augenbrauen (das hat nur und ausschließlich bei Marlene Dietrich halbwegs gut ausgesehen), die mittels blauer Schminke hinretouschiert wurden.
Ich glaub, ich brauch nen Schnaps.
Holocaustkonferenz
gorillaschnitzel, 15:38h
Es ist raus. Das Programm für die iranische Holocaust-Konferenz steht:


Mittwoch, 22. Februar 2006
Metallica und ein Wunderkind
gorillaschnitzel, 09:19h
Vergesst das Mozartjahr. Den neuesten Genius gibts hier zu bewundern ;-):
Dienstag, 21. Februar 2006
Waghalsige Konstruktionen
gorillaschnitzel, 09:28h
Inspiriert durch Bonafides Baustellen-Doku hier mein Beitrag zum Thema "Waghalsige Konstruktionen":

Das Gerüst hat nimmer gepasst wegen der Rahmenkonstruktion des Fensters. Deshalb: Griff zur Flex und weg damit. Um es etwas stabiler zu kriegen, haben wir dann noch Stützpfosten reingeschweißt. War aber trotzdem etwas wacklig. Da stehen übrigens noch 4 weitere Stockwerke Gerüst drauf...

Das Gerüst hat nimmer gepasst wegen der Rahmenkonstruktion des Fensters. Deshalb: Griff zur Flex und weg damit. Um es etwas stabiler zu kriegen, haben wir dann noch Stützpfosten reingeschweißt. War aber trotzdem etwas wacklig. Da stehen übrigens noch 4 weitere Stockwerke Gerüst drauf...
Montag, 20. Februar 2006
Eine schreckliche Meldung
gorillaschnitzel, 20:09h
Das klingt wirklich bedrohlich. Die Folgen sind wohl kaum absehbar:
- Ein enormer Rückschlag im Bestreben ein positives Grundgefühl in die Nation zu kriegen. No chocolate, no happiness. "Du bist Deutschland" ist damit endgültig an die Wand gefahren.
- Hamsterkäufe allerorten. (Ich geh gleich nochmal los und hol mir noch 5 Tafeln feinste Lindt Vanille und Lindt Madagaskar)
- Aber ein Gutes hat das Ganze ja vielleicht: Lasst uns alle Schoki-Aktien kaufen. Das scheint Potential zu haben...
- Ein enormer Rückschlag im Bestreben ein positives Grundgefühl in die Nation zu kriegen. No chocolate, no happiness. "Du bist Deutschland" ist damit endgültig an die Wand gefahren.
- Hamsterkäufe allerorten. (Ich geh gleich nochmal los und hol mir noch 5 Tafeln feinste Lindt Vanille und Lindt Madagaskar)
- Aber ein Gutes hat das Ganze ja vielleicht: Lasst uns alle Schoki-Aktien kaufen. Das scheint Potential zu haben...
Lang lebe José Martí
gorillaschnitzel, 12:11h
Korruption die nächste: Aeropuerto José Martí, Havanna. Ausreise. Eigentlich sollte jetzt nichts mehr passieren. Nur noch durch die Passkontrolle und man ist im internationalen Bereich und damit in Sicherheit. Oder auch nicht.
Der Kerl hinter der Glasscheibe schaut etwa 20 Sekunden lang meinen Pass an. Schaut mich an. Schaut wieder in den Pass. Schaut zweifelnd. Viel zu sehr zweifelnd.
Dann geht die Tür auf und seine Vorgesetzte kommt herein. Schaut mich an, schaut den Pass an und schüttelt den Kopf. Sie holen noch einen dritten Menschen hinzu, der gar nix sagt.
Es passt dann, dass auf einmal der Strom ausfällt (zu der Zeit in Kuba nicht weiter außergewöhnlich). Die Notbeleuchtung geht an und gibt der gesamten Situation ein noch seltsameres Licht.
Die drei in der Kabine machen mir deutlich, dass sie ein Problem mit meinem Pass hätten: Ich würde meinem Passfoto nicht ähnlich sehen. Nun gut, die Haare auf dem Passfoto sind etwas kürzer, aber es ist doch die gleiche Brille und das Foto grade mal 2 Jahre alt. (Man überlegt sich umgehend: Sind meine Tränensäcke größer geworden? Hab ich Falten gekriegt? Hätte ich mich heute morgen doch noch rasieren sollen?).
Dann verlassen 2 die Kabine, der verbleibende Kerl macht die berühmte Bewegung mit Daumen und Zeigefinger und sagt so leise er nur kann (hinter mir hat sich mittlerweile eine Schlange gebildet): "Diez". Und dann lerne ich Diskretion auf kubanisch kennen: Er hält mir den offenen Pass hin, ich schieb 10 Dollar rein, er zieht die wieder raus, schmeißt den Pass wieder hin und winkt mich durch.
Ganze 2 Minuten hat das gedauert. Länger nicht. Aber man hat hinterher die Gewissheit: Nichtzahlen hätte deutlich länger gedauert. Der Flieger wäre mit Sicherheit weg gewesen...
Der Kerl hinter der Glasscheibe schaut etwa 20 Sekunden lang meinen Pass an. Schaut mich an. Schaut wieder in den Pass. Schaut zweifelnd. Viel zu sehr zweifelnd.
Dann geht die Tür auf und seine Vorgesetzte kommt herein. Schaut mich an, schaut den Pass an und schüttelt den Kopf. Sie holen noch einen dritten Menschen hinzu, der gar nix sagt.
Es passt dann, dass auf einmal der Strom ausfällt (zu der Zeit in Kuba nicht weiter außergewöhnlich). Die Notbeleuchtung geht an und gibt der gesamten Situation ein noch seltsameres Licht.
Die drei in der Kabine machen mir deutlich, dass sie ein Problem mit meinem Pass hätten: Ich würde meinem Passfoto nicht ähnlich sehen. Nun gut, die Haare auf dem Passfoto sind etwas kürzer, aber es ist doch die gleiche Brille und das Foto grade mal 2 Jahre alt. (Man überlegt sich umgehend: Sind meine Tränensäcke größer geworden? Hab ich Falten gekriegt? Hätte ich mich heute morgen doch noch rasieren sollen?).
Dann verlassen 2 die Kabine, der verbleibende Kerl macht die berühmte Bewegung mit Daumen und Zeigefinger und sagt so leise er nur kann (hinter mir hat sich mittlerweile eine Schlange gebildet): "Diez". Und dann lerne ich Diskretion auf kubanisch kennen: Er hält mir den offenen Pass hin, ich schieb 10 Dollar rein, er zieht die wieder raus, schmeißt den Pass wieder hin und winkt mich durch.
Ganze 2 Minuten hat das gedauert. Länger nicht. Aber man hat hinterher die Gewissheit: Nichtzahlen hätte deutlich länger gedauert. Der Flieger wäre mit Sicherheit weg gewesen...
Eine gute Nachricht
gorillaschnitzel, 11:56h
Die Vögel pfeifen wieder...Das riecht nach Frühling...
Sonntag, 19. Februar 2006
Pigeon Point, Tobago, Trinidad&Tobago
gorillaschnitzel, 20:55h
Wo ich jetzt lieber wär´(oder: willkommen zur WM 2006):


Bucks
gorillaschnitzel, 20:15h
Ein Gastbeitrag von Herrn Ning deBoerd. Herzlichen Dank und viele Grüße gen Wien (wo Kaffee noch zelebriert wird!)
Eine wunderschöne Verteidigungsrede für die Wiener Kaffeehauskultur:
Liebe deutsche Freunde, lasst euch nicht verwirren: Ein großer Brauner kostet hier zw. 3,10 und 3,50 Euro = ist ein großes Häferl (Tasse) mit starkem Kaffee und -dank Starbucks- wird der Kaffee selbst auch immer besser in den Traditionshäusern (Kaffeehaus hieß früher zugleich: schlechter Kaffee).
Was man vollmundig Latte (+macchiatto) nennt, kann man auch als "Häferl- oder Milchkaffe (mit geschäumter Milch)" bestellen. Kostet genauso viel in den Cafés, eher weniger als bei S-Bucks.
Es kommt natürlich auf die Lage des Kaffeehauses an. Im Cafe Central (Innenstadt), wo der Schnösel verkehrt (und auch der echte Wiener Adel) und der mediokre Beamtentourismus sich seiner unangemessenen Kleidung peinlich bewusst wird , genießt man byzantinisierenden Historismus und formidabel gediegene Bedienung mit geschmalzenen Preisen (und zu Recht)! Das Café Westend am Westbahnhof (6. Bezirk) hingegen wirkt unverschämt teuer, weil hier alles so ist, wie eben ein Wiener Kaffehaus zu sein hat: grantelnde bis freche Kellner, internationale Zeitungen nur in Yellow-press-Form, zerschlissene Bespannung, Sprungfedern kaputt... aber dieses hellmoosige mintgrün...
Das macht es eben aus: diese Kaffehäuser sind ein einziges Sofa, man isst nirgendwo so gute Würstchen und Herrengulasch (auch das Frühstücksei passt auf die Sekunde, die Semmel, wenn nicht frisch, darf zurückgewiesen werden, alles eine Sache des Selbstbewusstseins, für beide Seiten). Ist man gescheit, wird der Kellner zum liebenswerten Aufbauprogramm eines beschissenen Tages. Sie -die Kellner als lebendes Inventar und diese großen Ecklokalitäten- atmen das Jahrhunderwende-Wien, oder die 20er-jahre, John Irvings frühe 60er-Jahre oder dieselben ein Jahrhundert früher (Biedermeier im Cafe Sperl), Thomas Bernhards 70er (Bräunerhof), Stilchaos alla Hawelka (für alle phantastischen Realisten und Georg Danzer..) oder eben alle Zeit künstlerischer Suche (Prückel, Uni f. Angewandte Kunst)... mit 6 Metern Raumhöhe, Stuckdecken, reisigen Spiegelflächen, alles nikotin-patiniert.
Und wenn schon in schlechterer Luft (draußen vor der Tür ist sie schlechter, mein Lieber): alles atmet Geschichten, der Hut- und Garderobenständer, der Zeitungstisch, die guten und schlechten Drucke an der Wand, das Stimmengewirr, das perfekt nach dem einschläfernden Rhythmus eines Zuges passt und regennasse Philantropen, die mitten drin an ihrem ewigen ersten Roman arbeiten, selbst zu faszinierenden Romangestalten macht..
Und dazu: ein Klavierspieler, im Café Ritter Frautag (hoppla, verschrieben) abends oder Sonntags schon am vormittag im Sperl und -die empfehlenswerteste Pianistin: jeden Abend im Cafe Schwarzenberg. Zuvor sollte man aber nicht Schuberts Quartette im Konzerthaus genossen haben, die feine Pianistin hat auch eine Stehgeiger dabei, ein Zigeuner, das merkt man an seiner singenden Geige.
Wer braucht ein bewusst ungeniales Einrichtungs-Austauschprogramm wie Starbucks? Und "billiger" ist vielleicht Bratislava. Und Nichtraucher tun mir schon deshalb leid, weil sie sich mit einem "Nicht-" vor einem Wort bezeichnen müssen
Eine wunderschöne Verteidigungsrede für die Wiener Kaffeehauskultur:
Liebe deutsche Freunde, lasst euch nicht verwirren: Ein großer Brauner kostet hier zw. 3,10 und 3,50 Euro = ist ein großes Häferl (Tasse) mit starkem Kaffee und -dank Starbucks- wird der Kaffee selbst auch immer besser in den Traditionshäusern (Kaffeehaus hieß früher zugleich: schlechter Kaffee).
Was man vollmundig Latte (+macchiatto) nennt, kann man auch als "Häferl- oder Milchkaffe (mit geschäumter Milch)" bestellen. Kostet genauso viel in den Cafés, eher weniger als bei S-Bucks.
Es kommt natürlich auf die Lage des Kaffeehauses an. Im Cafe Central (Innenstadt), wo der Schnösel verkehrt (und auch der echte Wiener Adel) und der mediokre Beamtentourismus sich seiner unangemessenen Kleidung peinlich bewusst wird , genießt man byzantinisierenden Historismus und formidabel gediegene Bedienung mit geschmalzenen Preisen (und zu Recht)! Das Café Westend am Westbahnhof (6. Bezirk) hingegen wirkt unverschämt teuer, weil hier alles so ist, wie eben ein Wiener Kaffehaus zu sein hat: grantelnde bis freche Kellner, internationale Zeitungen nur in Yellow-press-Form, zerschlissene Bespannung, Sprungfedern kaputt... aber dieses hellmoosige mintgrün...
Das macht es eben aus: diese Kaffehäuser sind ein einziges Sofa, man isst nirgendwo so gute Würstchen und Herrengulasch (auch das Frühstücksei passt auf die Sekunde, die Semmel, wenn nicht frisch, darf zurückgewiesen werden, alles eine Sache des Selbstbewusstseins, für beide Seiten). Ist man gescheit, wird der Kellner zum liebenswerten Aufbauprogramm eines beschissenen Tages. Sie -die Kellner als lebendes Inventar und diese großen Ecklokalitäten- atmen das Jahrhunderwende-Wien, oder die 20er-jahre, John Irvings frühe 60er-Jahre oder dieselben ein Jahrhundert früher (Biedermeier im Cafe Sperl), Thomas Bernhards 70er (Bräunerhof), Stilchaos alla Hawelka (für alle phantastischen Realisten und Georg Danzer..) oder eben alle Zeit künstlerischer Suche (Prückel, Uni f. Angewandte Kunst)... mit 6 Metern Raumhöhe, Stuckdecken, reisigen Spiegelflächen, alles nikotin-patiniert.
Und wenn schon in schlechterer Luft (draußen vor der Tür ist sie schlechter, mein Lieber): alles atmet Geschichten, der Hut- und Garderobenständer, der Zeitungstisch, die guten und schlechten Drucke an der Wand, das Stimmengewirr, das perfekt nach dem einschläfernden Rhythmus eines Zuges passt und regennasse Philantropen, die mitten drin an ihrem ewigen ersten Roman arbeiten, selbst zu faszinierenden Romangestalten macht..
Und dazu: ein Klavierspieler, im Café Ritter Frautag (hoppla, verschrieben) abends oder Sonntags schon am vormittag im Sperl und -die empfehlenswerteste Pianistin: jeden Abend im Cafe Schwarzenberg. Zuvor sollte man aber nicht Schuberts Quartette im Konzerthaus genossen haben, die feine Pianistin hat auch eine Stehgeiger dabei, ein Zigeuner, das merkt man an seiner singenden Geige.
Wer braucht ein bewusst ungeniales Einrichtungs-Austauschprogramm wie Starbucks? Und "billiger" ist vielleicht Bratislava. Und Nichtraucher tun mir schon deshalb leid, weil sie sich mit einem "Nicht-" vor einem Wort bezeichnen müssen
kkkhhh-kkkhhhh
gorillaschnitzel, 20:11h
Interview mit einer erkälteten Anni Friesinger:
"...sie zufrieden mit ihrer Bronzemedaille?"
"kkkkhhhh-kkkkhhhh....ja natürlich, kkkkkhhhh-kkkkhhhhhh, weil ich kkkkkkkhhhhhhhh-kkkkkkkkhhhhhhh dachte, dass kkkkkkhhhhhhhhh-kkkkkkkkhhhh das Eis schneller sein kkkkkkhhhhhh-kkkhhhhhh würde."
" Die Marianne Timmer kkkkkkkkkkkhhhhh-kkkkkkkkkkkkhhhhhhhhh kkkkkkkkkkkkk-hhhhhhh kkkkkkkkkhhhhhhhh-kkkkkkkkkhhhhhh"
"Ja kkkkkkkkkkhhhhhhhh----hhhhhhhhkkkkkkkkkkkkkhhhhhh kkkkkkkkhhhhhhhhh-kkkkhhhhhhhh völlig verdient kkkkkkhhhhhhh-kkkkkkkkhhhhhh."
"Das heißt, sie kkkkkkkkkkkhhhhhhhh-kkkkkkhhhh völlig kkkkkkkkkkkhhhhhhhhhhhh-kkkkkkkhhhhhh und kkkkkkkkkhhhhhhh-kkkkkkkkkhhhhhhhhhhh sie sind topfit kkkkkkhhhhhhhh-kkkkkkkkk-hhhhhhhhhhhkkkkkhhh"
"kkkkkkkkkkkkkkhhhhhh-kkkkkkkkkhhhhhhhhhh ja naürlich, ich bin kkkkkkhhhhhh-kkkkkkkkkhhhhhhhhhh top kkkkkkkkkkhhhhhhh-kkkkkkkkkkkhhhhhhhhh fit."
Danke Anni.
"...sie zufrieden mit ihrer Bronzemedaille?"
"kkkkhhhh-kkkkhhhh....ja natürlich, kkkkkhhhh-kkkkhhhhhh, weil ich kkkkkkkhhhhhhhh-kkkkkkkkhhhhhhh dachte, dass kkkkkkhhhhhhhhh-kkkkkkkkhhhh das Eis schneller sein kkkkkkhhhhhh-kkkhhhhhh würde."
" Die Marianne Timmer kkkkkkkkkkkhhhhh-kkkkkkkkkkkkhhhhhhhhh kkkkkkkkkkkkk-hhhhhhh kkkkkkkkkhhhhhhhh-kkkkkkkkkhhhhhh"
"Ja kkkkkkkkkkhhhhhhhh----hhhhhhhhkkkkkkkkkkkkkhhhhhh kkkkkkkkhhhhhhhhh-kkkkhhhhhhhh völlig verdient kkkkkkhhhhhhh-kkkkkkkkhhhhhh."
"Das heißt, sie kkkkkkkkkkkhhhhhhhh-kkkkkkhhhh völlig kkkkkkkkkkkhhhhhhhhhhhh-kkkkkkkhhhhhh und kkkkkkkkkhhhhhhh-kkkkkkkkkhhhhhhhhhhh sie sind topfit kkkkkkhhhhhhhh-kkkkkkkkk-hhhhhhhhhhhkkkkkhhh"
"kkkkkkkkkkkkkkhhhhhh-kkkkkkkkkhhhhhhhhhh ja naürlich, ich bin kkkkkkhhhhhh-kkkkkkkkkhhhhhhhhhh top kkkkkkkkkkhhhhhhh-kkkkkkkkkkkhhhhhhhhh fit."
Danke Anni.
Freitag, 17. Februar 2006
Falschparken
gorillaschnitzel, 15:45h
Ich nehm das oft nicht so ernst mit der Parkerei. Hierzulande weigere ich mich, die Parkuhren zu füttern (ist übrigens übers gesamte Jahr gesehen deutlich billiger mit den paar Strafzetteln zu leben).
Im Ausland verhalte ich mich ähnlich. Und wenn da mal ein Strafzettel an der Scheibe hängt: Was solls. Ignorieren. Von Übersee kommt da nie was hierher.
Dachte ich zumindest und musste mich eines besseren belehren lassen.
Die Australier sind ganz wild auf Parksünder!
Melbourne. Das Auto direkt vorm Backpacker abgestellt. Und weil man da im Stundentakt hätte nachschmeißen müssen, hab ich das gar nicht erst angefangen. Siehe da: Nach eineinhalb Stunden hängt schon das Ticket dran. 100 australische Dollar. Holla, dachte ich noch....immens teuer die Sache. Aber in der Urlaubsstimmung ist das ohnehin wurscht. Ich hatte ohnehin nicht vor zu bezahlen. Noch schnell vergewissert, wann die Zahlungsfrist abläuft: Sehr gut, da bin ich längst wieder aus dem Land draußen...
So weit, so gut. Ein halbes Jahr später flattert dann die erste Mahnung ein. Per Luftpost. Jetzt wollen sie schon 174 Dollar. Ein Grinsen kann ich mir nicht verhehlen. Ich schalte wieder auf Ignore.
Wieder ein halbes Jahr später: Alles muss seine australische Ordnung haben und daher kommt Mahnung Nummer 2. Dieses Mal haben sie nochmal hochgeschraubt auf über 250 $. Allerdings: Nirgends steht wohin und wie ich das Geld überweisen soll. Selbst wenn ich hätte zahlen wollen, ich hätte nicht gewusst wie.
Dieses Mal erlaube ich mir den Spaß und schmeiß das Ding wieder in den Briefkasten mit dem Vermerk "Return to sender". Was ich nie geglaubt hätte: Die bundesdeutsche Post schickt das tatsächlich wieder gen Australien (ohne Briefmarke!). 2 Wochen später hab ich exakt den gleichen Brief mit meiner return-to-sender-Anmerkung wieder in den Händen.
Also gut, dann eben in die Ablage.
Ein paar Monate später wurde es dann so richtig lustig: Der nächste Brief ist da! Jetzt steht nirgends mehr eine Summe. Scheint verdächtig. Ergo schnapp ich mir den Langenscheidt und kämpf mich durchs australische Behördenenglisch. Ich staune nicht schlecht. Die drohen mir jetzt nämlich mit der Ausstellung eines Haftbefehls. Wow.
Ich hab auch dieses Schreiben ignoriert, weshalb wohl mittlerweile ein Haftbefehl auf mich ausgestellt sein dürfte. Daher meide ich das Land vorerst mal (und hoffe darauf irgendwann mal mit einem neuen Pass wieder einreisen zu dürfen).
Hoffentlich kommts nicht zu einem Auslieferungsersuchen an die Bundesrepublik und hoffentlich stürmt nicht nachts ein australisches Agententeam meine Wohnung....
Im Ausland verhalte ich mich ähnlich. Und wenn da mal ein Strafzettel an der Scheibe hängt: Was solls. Ignorieren. Von Übersee kommt da nie was hierher.
Dachte ich zumindest und musste mich eines besseren belehren lassen.
Die Australier sind ganz wild auf Parksünder!
Melbourne. Das Auto direkt vorm Backpacker abgestellt. Und weil man da im Stundentakt hätte nachschmeißen müssen, hab ich das gar nicht erst angefangen. Siehe da: Nach eineinhalb Stunden hängt schon das Ticket dran. 100 australische Dollar. Holla, dachte ich noch....immens teuer die Sache. Aber in der Urlaubsstimmung ist das ohnehin wurscht. Ich hatte ohnehin nicht vor zu bezahlen. Noch schnell vergewissert, wann die Zahlungsfrist abläuft: Sehr gut, da bin ich längst wieder aus dem Land draußen...
So weit, so gut. Ein halbes Jahr später flattert dann die erste Mahnung ein. Per Luftpost. Jetzt wollen sie schon 174 Dollar. Ein Grinsen kann ich mir nicht verhehlen. Ich schalte wieder auf Ignore.
Wieder ein halbes Jahr später: Alles muss seine australische Ordnung haben und daher kommt Mahnung Nummer 2. Dieses Mal haben sie nochmal hochgeschraubt auf über 250 $. Allerdings: Nirgends steht wohin und wie ich das Geld überweisen soll. Selbst wenn ich hätte zahlen wollen, ich hätte nicht gewusst wie.
Dieses Mal erlaube ich mir den Spaß und schmeiß das Ding wieder in den Briefkasten mit dem Vermerk "Return to sender". Was ich nie geglaubt hätte: Die bundesdeutsche Post schickt das tatsächlich wieder gen Australien (ohne Briefmarke!). 2 Wochen später hab ich exakt den gleichen Brief mit meiner return-to-sender-Anmerkung wieder in den Händen.
Also gut, dann eben in die Ablage.
Ein paar Monate später wurde es dann so richtig lustig: Der nächste Brief ist da! Jetzt steht nirgends mehr eine Summe. Scheint verdächtig. Ergo schnapp ich mir den Langenscheidt und kämpf mich durchs australische Behördenenglisch. Ich staune nicht schlecht. Die drohen mir jetzt nämlich mit der Ausstellung eines Haftbefehls. Wow.
Ich hab auch dieses Schreiben ignoriert, weshalb wohl mittlerweile ein Haftbefehl auf mich ausgestellt sein dürfte. Daher meide ich das Land vorerst mal (und hoffe darauf irgendwann mal mit einem neuen Pass wieder einreisen zu dürfen).
Hoffentlich kommts nicht zu einem Auslieferungsersuchen an die Bundesrepublik und hoffentlich stürmt nicht nachts ein australisches Agententeam meine Wohnung....
Die Weisheiten des George W.
gorillaschnitzel, 14:29h
"Die meisten Importe kommen aus dem Ausland."
Die Verschwörung der schwulen Pinguine
gorillaschnitzel, 14:20h
Fehlprognose Nummero Drei
gorillaschnitzel, 12:06h
"Nach vierzig Jahren Bundesrepublik sollte man eine neue Generation in Deutschland nicht über die Chancen einer Wiedervereinigung belügen. Es gibt sie nicht."
Gerhard Schröder im Jahr 1989.
Gerhard Schröder im Jahr 1989.
Militärputsch
gorillaschnitzel, 12:00h
Wenn man mal ein paar Mal in entlegene Regionen der Welt gereist ist und man diese "Abenteuer" (die ja allenfalls begrenzt abenteuerlich sind) überlebt hat, scheint sich bei dem jeweiligen Reisenden ein Gefühl der Unverwundbarkeit einzustellen. Nicht umsonst sind es die "erfahrenen Traveller", die mit Malaria heimkommen.
Man beginnt also, sich immer waghalsigeren Situationen zu stellen. Die Suche nach dem neuen Kick. Nicht dass man sich bewußt auf Gefahren einlässt...es ist viel eher das "uns-kann-nichts-erschüttern-Gefühl"....
Und so kam es, dass wir "zufällig" mitten in einem Militärputsch gelandet sind. Anno 2000 und in Fidschi. Wer erwartet schon in einem Südseeparadies wie Fidschi einen Militärputsch?
Es war nicht so, dass wir nicht gewusst hätten, worauf wir uns da einlassen: Bereits ein paar Wochen zuvor hatten Rebellen das halbe Parlament als Geiseln genommen und das Auswärtige Amt hat auf seiner Homepage von Reisen in das Land dringend abgeraten (und die Anzahl der Länder ist immer begrenzt; z.Zt. sind es 6).
Der Hintergrund des Putschs war: In Fidschi leben etwa grob zur Hälfte "indigene" Melanesier und "zugereiste" Inder. Die letzte Wahl hatte ein Inder gewonnen und das fanden nun einige Melanesier wiederum nicht so gut. Putsch.
Als Mitteleuropäer konnten wir uns nicht vorstellen, was das konkret heißt. Man liest zwar hin und wieder von einem Putsch oder sieht es im Fernsehen, aber was das wirklich bedeutet....nein, das konnten wir nicht ermessen.
Es sah so aus: Bereits bei Ankunft wurde das Gepäck durchsucht, schon unten an der Gangway steht das Militär (das sich 1000x entschuldigt für die Unannehmlichkeiten) und in der Empfangshalle des Flughafens stehen viel zu wenig Zivilisten rum. Man nimmt sich dann ein Taxi um in die 30 km entfernte Stadt zu kommen. Auf 30 km kommen nicht weniger als 6 Militärkontrollen. Zwar durchsuchen sie nur die Autos der Einheimischen (weil sie wohl Devisenbringern keine Umstände machen wollten), aber das "Feeling" an sich reicht schon. Am 4. oder 5. Posten kommt dann auch ein Militär auf unser Fahrzeug zu und begrüßt uns in seinem Land, entschuldigt sich (wieder mal) für all die Malaisen, die wir erdulden müssten und versichert uns, dass wir uns ganz sicher fühlen könnten; das Militär würde schon aufpassen. Ganz ehrlich: Ohne die 3 MGs hinter den Sandsäcken hätte ich mich bedeutend sicherer gefühlt.
Irgendwann hat uns der Fahrer gefragt, ob wir denn Taschenlampen dabeihätten. Nichtsahnend hatten wir natürlich nicht. Etwa 1 Stunde später im Hotel ist uns dann schlagartig klar geworden, weshalb er uns Taschenlampen empfohlen hat: Die Rebellen hatten ein Kraftwerk besetzt und nach Gutdünken den Strom abgedreht. Flatsch....und eine 30.000-Einwohner-Stadt liegt in Gänze im Dunkeln. Angesichts der Ausgangssperre hatten wir ohnehin nicht vor, nächtliche Spaziergänge zu unternehmen, aber der Gang auf die Toilette fällt einem bei Lichte besehen doch leichter...
Am Ende ist man reif für die Insel....
Man beginnt also, sich immer waghalsigeren Situationen zu stellen. Die Suche nach dem neuen Kick. Nicht dass man sich bewußt auf Gefahren einlässt...es ist viel eher das "uns-kann-nichts-erschüttern-Gefühl"....
Und so kam es, dass wir "zufällig" mitten in einem Militärputsch gelandet sind. Anno 2000 und in Fidschi. Wer erwartet schon in einem Südseeparadies wie Fidschi einen Militärputsch?
Es war nicht so, dass wir nicht gewusst hätten, worauf wir uns da einlassen: Bereits ein paar Wochen zuvor hatten Rebellen das halbe Parlament als Geiseln genommen und das Auswärtige Amt hat auf seiner Homepage von Reisen in das Land dringend abgeraten (und die Anzahl der Länder ist immer begrenzt; z.Zt. sind es 6).
Der Hintergrund des Putschs war: In Fidschi leben etwa grob zur Hälfte "indigene" Melanesier und "zugereiste" Inder. Die letzte Wahl hatte ein Inder gewonnen und das fanden nun einige Melanesier wiederum nicht so gut. Putsch.
Als Mitteleuropäer konnten wir uns nicht vorstellen, was das konkret heißt. Man liest zwar hin und wieder von einem Putsch oder sieht es im Fernsehen, aber was das wirklich bedeutet....nein, das konnten wir nicht ermessen.
Es sah so aus: Bereits bei Ankunft wurde das Gepäck durchsucht, schon unten an der Gangway steht das Militär (das sich 1000x entschuldigt für die Unannehmlichkeiten) und in der Empfangshalle des Flughafens stehen viel zu wenig Zivilisten rum. Man nimmt sich dann ein Taxi um in die 30 km entfernte Stadt zu kommen. Auf 30 km kommen nicht weniger als 6 Militärkontrollen. Zwar durchsuchen sie nur die Autos der Einheimischen (weil sie wohl Devisenbringern keine Umstände machen wollten), aber das "Feeling" an sich reicht schon. Am 4. oder 5. Posten kommt dann auch ein Militär auf unser Fahrzeug zu und begrüßt uns in seinem Land, entschuldigt sich (wieder mal) für all die Malaisen, die wir erdulden müssten und versichert uns, dass wir uns ganz sicher fühlen könnten; das Militär würde schon aufpassen. Ganz ehrlich: Ohne die 3 MGs hinter den Sandsäcken hätte ich mich bedeutend sicherer gefühlt.
Irgendwann hat uns der Fahrer gefragt, ob wir denn Taschenlampen dabeihätten. Nichtsahnend hatten wir natürlich nicht. Etwa 1 Stunde später im Hotel ist uns dann schlagartig klar geworden, weshalb er uns Taschenlampen empfohlen hat: Die Rebellen hatten ein Kraftwerk besetzt und nach Gutdünken den Strom abgedreht. Flatsch....und eine 30.000-Einwohner-Stadt liegt in Gänze im Dunkeln. Angesichts der Ausgangssperre hatten wir ohnehin nicht vor, nächtliche Spaziergänge zu unternehmen, aber der Gang auf die Toilette fällt einem bei Lichte besehen doch leichter...
Am Ende ist man reif für die Insel....
Donnerstag, 16. Februar 2006
Die andere Seite der Medaille
gorillaschnitzel, 21:29h
Was ich mich grade eben gefragt hab: Was hängen die denn in Turin als Medaillen um? CDs? DVDs? So sehen die Dinger zumindest aus...Seltsame Medaillen...
Der Irre von Anti-Zion
gorillaschnitzel, 21:21h
Die Dummbatzen vom rechten Rand bedienen sich immer öfter höchst seltsamer Quellen. Man erwartet ja nicht, dass diese Knallchargen einen Sinn für Logik entwickeln, aber irgendwie gehen denen mittlerweile die Feindbilder verlustig:
Die einen schwadronieren von der islamischen Bedrohung, während die anderen in Mr. Quotenirrahmadinedschad den großen Widerständler und Heilsbringer sehen.
Ganz "spaßig" wirds dann, wenn die Antisemiten Alibijuden herzeigen. Norman Finkelstein als Haus- und Hofjude derer, die mal nebenbei den Holocaust relativieren wollen.
Oder noch viel besser: Gerard Menuhin. Der Sohn von Yehudi Menuhin als Irrlicht und Freund der rechtextremistischen Spinner.
Er selbst sieht sich als Pragmatiker. Seine Selbstbeschreibung:
"Die praktischen Lösungen im Falle Deutschlands entsprechen am ehesten den Vorstellungen der gemässigten, verfassungstreuen Rechten. In der BRD würde daher außer der National-Zeitung wohl keine größere Publikation meine, wie ich glaube, ganz vernünftigen Ideen veröffentlichen. "
Das bezieht sich nun auf die Nationalzeitung des Millionarios Frei. Allerdings gab es auch Veröffentlichungen in NPD-Organen. Da fragt man sich dann, was wohl die weniger gemäßigten Kräfte der Rechten sind (wenn Herr Menuhin schon der Ansicht ist, dass DVU und NPD "gemässigt, verfassungstreu rechts" sind).
Diesen grenzdebilen Blödsinn schreibt die Nationalzeitung über ihren Superstar:
"Moshe Menuhin, der bedeutende Publizist und Kulturphilosoph aus altem Rabbinergeschlecht, war anderthalb Jahrzehnte bis zu seinem Tode 1982 Mitarbeiter der National-Zeitung und mehrere Jahre auch Leiter des kulturpolitischen Ressorts unseres Blattes. Sein Sohn Sir Yehudi Menuhin (1916-1999), der begnadete Violinvirtuose und Dirigent, reichte als einer der Ersten unter den jüdischen Prominenten der Welt nach 1945 dem deutschen Volk die Hand zu einer ehrlichen Aussöhnung; man denke nur an seinen berühmten gemeinsamen Auftritt mit Wilhelm Furtwängler im noch schwer vom Krieg gezeichneten und von alliierten Militärdiktatoren beherrschten Berlin. Gerard Menuhin, Sohn von Sir Yehudi, setzt die Familientradition fort. Er hat sich die Durchsetzung von Wahrheit und Gerechtigkeit auch für das deutsche Volk als Grundlage wirklicher Versöhnung zum Ziel gesetzt. Davon zeugen unter anderem seine regelmäßigen Beiträge in unserer Zeitung. Kräfte, die wohl treffend als Handlanger einer Maulkorb-Mafia charakterisiert werden können, wollen den jüdischen Wahrheitssucher mundtot machen. Wir berichteten. Gerard Menuhin aber will sich nicht beugen noch brechen lassen. Jetzt kündigt der Münchner FZ-Verlag sein neues Buch DIE ANTWORT an. Es kommt übernächsten Monat heraus als Abrechnung mit der Maulkorb-Mafia, als Enthüllung über Machenschaften hinter den Kulissen, als ein „J’accuse“ („Ich klage an“) in Zola’scher Tradition gegen Kollektivan-klagen, die ein ganzes Volk diskriminieren sollen."
Angesichts der Freis, Mahlers und Menuhins muss man für die Existenz des Verfassungsschutzes täglich neu dankbar sein...
Die einen schwadronieren von der islamischen Bedrohung, während die anderen in Mr. Quotenirrahmadinedschad den großen Widerständler und Heilsbringer sehen.
Ganz "spaßig" wirds dann, wenn die Antisemiten Alibijuden herzeigen. Norman Finkelstein als Haus- und Hofjude derer, die mal nebenbei den Holocaust relativieren wollen.
Oder noch viel besser: Gerard Menuhin. Der Sohn von Yehudi Menuhin als Irrlicht und Freund der rechtextremistischen Spinner.
Er selbst sieht sich als Pragmatiker. Seine Selbstbeschreibung:
"Die praktischen Lösungen im Falle Deutschlands entsprechen am ehesten den Vorstellungen der gemässigten, verfassungstreuen Rechten. In der BRD würde daher außer der National-Zeitung wohl keine größere Publikation meine, wie ich glaube, ganz vernünftigen Ideen veröffentlichen. "
Das bezieht sich nun auf die Nationalzeitung des Millionarios Frei. Allerdings gab es auch Veröffentlichungen in NPD-Organen. Da fragt man sich dann, was wohl die weniger gemäßigten Kräfte der Rechten sind (wenn Herr Menuhin schon der Ansicht ist, dass DVU und NPD "gemässigt, verfassungstreu rechts" sind).
Diesen grenzdebilen Blödsinn schreibt die Nationalzeitung über ihren Superstar:
"Moshe Menuhin, der bedeutende Publizist und Kulturphilosoph aus altem Rabbinergeschlecht, war anderthalb Jahrzehnte bis zu seinem Tode 1982 Mitarbeiter der National-Zeitung und mehrere Jahre auch Leiter des kulturpolitischen Ressorts unseres Blattes. Sein Sohn Sir Yehudi Menuhin (1916-1999), der begnadete Violinvirtuose und Dirigent, reichte als einer der Ersten unter den jüdischen Prominenten der Welt nach 1945 dem deutschen Volk die Hand zu einer ehrlichen Aussöhnung; man denke nur an seinen berühmten gemeinsamen Auftritt mit Wilhelm Furtwängler im noch schwer vom Krieg gezeichneten und von alliierten Militärdiktatoren beherrschten Berlin. Gerard Menuhin, Sohn von Sir Yehudi, setzt die Familientradition fort. Er hat sich die Durchsetzung von Wahrheit und Gerechtigkeit auch für das deutsche Volk als Grundlage wirklicher Versöhnung zum Ziel gesetzt. Davon zeugen unter anderem seine regelmäßigen Beiträge in unserer Zeitung. Kräfte, die wohl treffend als Handlanger einer Maulkorb-Mafia charakterisiert werden können, wollen den jüdischen Wahrheitssucher mundtot machen. Wir berichteten. Gerard Menuhin aber will sich nicht beugen noch brechen lassen. Jetzt kündigt der Münchner FZ-Verlag sein neues Buch DIE ANTWORT an. Es kommt übernächsten Monat heraus als Abrechnung mit der Maulkorb-Mafia, als Enthüllung über Machenschaften hinter den Kulissen, als ein „J’accuse“ („Ich klage an“) in Zola’scher Tradition gegen Kollektivan-klagen, die ein ganzes Volk diskriminieren sollen."
Angesichts der Freis, Mahlers und Menuhins muss man für die Existenz des Verfassungsschutzes täglich neu dankbar sein...
Chronische Telefonitis II
gorillaschnitzel, 13:27h
Was ist das wieder für ein Tag?
Seit einer geschlagenen Stunde werde ich dauerangefaxt (auf mein normales Telefon wohlgemerkt) von irgendeiner Nummer aus Köln-Pulheim. Super!
Nachdem es jetzt (kein Witz!) das 18. Mal hier geklingelt hat (und ich auch immer brav abnehm: Es soll für die Leute schließlich auch was kosten und seien es nur ein paar Cent) kenn ich die Nummer auswendig.
Wer mag, darf mal ein Fax hinschicken: 0220869838
Seit einer geschlagenen Stunde werde ich dauerangefaxt (auf mein normales Telefon wohlgemerkt) von irgendeiner Nummer aus Köln-Pulheim. Super!
Nachdem es jetzt (kein Witz!) das 18. Mal hier geklingelt hat (und ich auch immer brav abnehm: Es soll für die Leute schließlich auch was kosten und seien es nur ein paar Cent) kenn ich die Nummer auswendig.
Wer mag, darf mal ein Fax hinschicken: 0220869838
Fehlprognose, die zweite
gorillaschnitzel, 12:36h
"Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist nur eine vorübergehende Erscheinung."
Wilhelm II.
Wilhelm II.
Prost
gorillaschnitzel, 12:32h
Wie schlachtet man standesgemäß einen 93er-Pichon Longueville (Baron)?
Brauchts dazu einen Anlass oder ist die rituelle Schlachtung bereits der Anlass?

Brauchts dazu einen Anlass oder ist die rituelle Schlachtung bereits der Anlass?

Montag, 13. Februar 2006
Fehlgeleitete Entwicklungshilfe
gorillaschnitzel, 12:02h
Jahrelang stand ein seltsames Monument in der Nähe der Stadt George an der südafrikanischen garden route:
Mitten auf einer saftig grünen Wiese standen Hunderte, wenn nicht Tausende Klohäuschen. Weiß getüncht, mit Strom und Wasseranschluss (funktionsfähig!) standen sie jahrelang mitten in der Landschaft. Vereinzelte Besucher waren südafrikanische Surfer, für die das der billigste Campingplatz aller Zeiten war.
Der Grund, weshalb die Dinger da rumstanden, war ein Township einige Kilometer weiter. Dieses sollte in einer Art "Hilfe zur Selbsthilfe" aufgelöst werden und die Klohäuschen waren so eine Art Starthilfe. Nur ist kein Mensch auf die Idee gekommen, die Leute dort zu fragen, ob sie denn wirklich umsiedeln wollten (wollten die nämlich gar nicht).
Und so standen die Dinger jahrelang nur rum, ehe sich dann doch zaghaft eine kleine Siedlung entwickelt hat...
Mitten auf einer saftig grünen Wiese standen Hunderte, wenn nicht Tausende Klohäuschen. Weiß getüncht, mit Strom und Wasseranschluss (funktionsfähig!) standen sie jahrelang mitten in der Landschaft. Vereinzelte Besucher waren südafrikanische Surfer, für die das der billigste Campingplatz aller Zeiten war.
Der Grund, weshalb die Dinger da rumstanden, war ein Township einige Kilometer weiter. Dieses sollte in einer Art "Hilfe zur Selbsthilfe" aufgelöst werden und die Klohäuschen waren so eine Art Starthilfe. Nur ist kein Mensch auf die Idee gekommen, die Leute dort zu fragen, ob sie denn wirklich umsiedeln wollten (wollten die nämlich gar nicht).
Und so standen die Dinger jahrelang nur rum, ehe sich dann doch zaghaft eine kleine Siedlung entwickelt hat...
Fehlprognose, die erste
gorillaschnitzel, 11:56h
"Die Mauer wird bei Fortbestehen der Gründe noch 50 oder 100 Jahre bestehen."
Erich Honecker, 1989
Erich Honecker, 1989
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