Donnerstag, 24. November 2011
Kiki und Bouba
Hier kommt die Wissenschaft bisher zu kurz. Das ändern wir nun und zwar mit zwei kleinen Bildchen und toll ist, dass Sie mitmachen dürfen müssen können. Eins der Bildchen heißt Kiki, das andere Bouba und das wunderbare daran ist, Sie dürfen entscheiden, welche Figur Kiki ist und welche Bouba ist. Sie sind Taufpate, niemand sonst. Noch schöner ist, dass Sie dabei nichts falsch machen können. Es zählt die erste spontane Zuordnung. Wenn Sie nun kurz darüber befinden würden, wer Kiki und wer Bouba ist....



Dankeschön.

Nun werden Sie sich sicher fragen, was dieser Blödsinn mit Wissenschaft zu tun hat. Zurecht. Ist aber trotzdem halbwegs seriös und stammt aus der Psychologie/ Sprachforschung. Dazu lässt man dann eine ganze Reihe Probanden bestimmen, welche Figur Kiki und welche Bouba ist. Erstmals in den Zwanzigern mit Spanischmuttersprachlern, später mit Engländern und Tamilen.

Rein wahrscheinlichkeitsrechnerisch müsste es mehr oder weniger 50:50 ausgehen. Tut es jedoch nicht.
Ich weiß nicht, wie das in Deutschland ausgehen würde, aber die überwältigende Mehrheit (95 bis 98%) der bisher Getesteten entscheidet sich dafür, dass Bouba rund ist und Kiki zackig-eckig. Scheint's funktioniert das selbst mit 3jährigen Kleinkindern. Will heißen: Die sprachliche Zuordnung/Benennung von Formen ist weder zufällig noch durch Alphabetisierung bestimmt.

Und wenn Sie nun anders befunden haben sollten, gehören Sie entweder zu einer Minderheit oder sind Autist. Bei letzteren funktioniert das nämlich nicht.

Bouba-Kiki-Efect

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Montag, 7. Dezember 2009
Abraham das Laugenbrötchen, oder: Biblische Geschichte einmal ganz anders erzählt.


Hier sehen Sie das Laugenbrötchen Abraham. Anderswo heißen Brote Bernd, warum sollte dann ein Laugenbrötchen nicht auch Abraham heißen? Wo ich herkomme nennt man Laugenbrötchen Laugaweggle und es soll ja immer noch bedauernswerte Landstriche geben, die dieses wunderbare Gebäck nicht im Angebot haben. Aber zurück zu Abraham. Natürlich heißt Abraham nicht zufällig Abraham sondern wegen Abraham, nicht dem Lincoln sondern dem biblischen wegen und Abraham das Laugenweggle wird nun allen Bibellaien und denen die das erst noch werden möchten, erklären, wie das damals war mit dem Abraham, dem Isaak und all dem.

Also. Der Abraham war sowas wie der Hugh Hefner des Alten Testaments, mit dem Unterschied, dass Abraham das eine Bunny geheiratet hat und das hieß Sara. Weil aber die Sara keine Kinder kriegte, musste da das andere Bunny her und das hieß Hagar und weil die einerseits Sklavin war und er andererseits mit ihr nachweißlich Sex hatte, weil es jetzt nämlich klappte mit dem Nachwuchs, dürfte "Sexsklavin" nicht übertrieben sein. Mit der Sara klappts dann auch noch und zwar im seligen Alter Abrahams von 100 Jahren, womit dann auch klar ist, wer Luis Trenkers Vorbild war.
Aber es is wie es is und der gute Abraham hätte es wissen müssen: Zwei Weibsen im Haus ist eine zuviel und deshalb hatte er wohl irgendwann die Schnauze gestrichen mit dem Zickenterror und das Hagar-Bunny dann auch rausgeschmissen. Mitsamt ihrem Balg.

Und dann kam Gott und befahl dem LaugaweggleAbraham, dass er das Sara-Balg umbringen soll. Opfern. Und der Abraham zieht natürlich mit dem Kleinen los und zückt ganz dramatisch das Messer.



Nun schauen Sie sich bitte mal kurz dieses kümmerliche Isaak-Laugaweggle an. Dafür gehört der Bäcker im nachhinein noch geprügelt. Aber sei´s drum, für ein Nachwuchslaugaweggle reichts noch. Wenn das Laugaweggle mal groß ist, sind auch die Einkerbungen auf der Oberfläche groß genug. Aber zurück zu unserer hyperultrasensationelldramatischen Szene. Normalerweise würde ja jetzt eine Werbeeinblendung erfolgen oder die Soap würde morgen fortgesetzt, aber Sie können echt froh sein, dass hier nicht geworben wird außer vielleicht für Wulle Bier, ein super Bier, aber trösten Sie sich: Ich werde noch nicht dafür bezahlt. Denken Sie sich nun eine dieser dunklen, tiefen Stimmen aus dem Off: "Wird Abraham das Ungeheuerliche tun? Wird er Isaak abstechen? Und was wird Isaak wohl tun? Wird Isaak sich wehren? Wird er fliehen?"

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Weiter im Text: Natürlich gibts das große Happy End. Gott unterbricht die große Schlachterei, Abraham ist glücklich, Gott auch, Isaak sowieso und deshalb schlachten sie sofort einen Widder Lammkarree.



Und so kam es, dass der Abraham nicht nur der Papa vom Ismael und vom Isaak wurde sondern auch gleich noch von drei Weltreligionen und das trotz diverser Straftaten: Mordkomplott, ausstehende Unterhaltszahlungen, Sklaverei, Sex mit Abhängigen undundund. Insgesamt aber eine sehr erfolgreiche Karriere, aber das ist bei kritiklosen Opportunisten nicht ganz so selten. Immerhin geschmeckt hat Abraham.

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Freitag, 20. März 2009
Blaues Blut
Inzest ist so ein Tabuthema. Zurecht. Weil das irgendwann völlige Schwachmaten hervorbringt.
Richtige Fachleute diesbezüglich gibt es allerdings zuhauf und die finden sich sehr häufig im Adel.

Da wären Schorsch, Nicky und Willi. Deren Verwandtschaftsverhältnisse sind zwar nun nicht inzestuös, aber vielleicht ein Synonym dafür, wie eine Familienfehde in einen Weltkrieg ausarten kann: Willys Mutter ist die Schwester von Schorschis Papa, Schorschis Mama ist die Schwester von Nickys Mama und Nickys Urgroßmama ist die Schwester von Willys Opa.

Sehr viel erfolgreicher waren die Habsburger beispielsweise, die waren irgendwann so eng miteinanander verwandt, dass sich daraus mehr als nur ein geisteskrankes Familienmitglied ableiten lässt.

Der gute Erzherzog Franz heiratete mit Maria Theresia seine Cousine ersten Grades und war sowohl väterlicher- als auch mütterlicherseits mit ihr verwandt.

Das prominenteste Beispiel aber ist Don Carlos, , spanischer Infant, derselbe, den dann Schiller verdichtet hat. Das ist so eine Art Prototyp. Ein Musterbeispiel genetischer Determination. Carlos hatte statt der üblichen 8 Urgroßeltern nur 4 Urgroßeltern. Und statt 16 Ururgroßeltern nur deren 6. Wenig Wunder, dass der Kerl als reichlich geisteskrank in die Geschichte einging und vom eigenen Vater abserviert wurde.

Und weil das graphisch viel toller aussieht, habe ich kurz gebastelt und das sieht dann so aus (Verwandtschaftsebenen jeweils in verschiedenen Farben und viel bunt):


....etwas größere Version...

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Samstag, 17. Januar 2009
Krisen
Diese Wirtschafts- und Finanzscheiße kapier ich auch nur so halbwegs....drum ist dieser Beitrag nach bestem Wissen und Verständnis entstanden und will überhaupt keinen Anspruch auf "Wahrheit" haben. Eventuelle Fehler bitte ich zu entschuldigen. Danke.



Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?

Bert Brecht, Dreigroschenoper...



Das mit dem Geld ist so eine Sache. Eigentlich hat man ja immer viel zu wenig von. Wie in Zimbabwe beispielsweise. Die haben dort grade eine Inflation, die heute gar nicht mehr messbar ist, aber im November lag sie bei (Achtung!) 90.000.000.000.000.000.000.000 Prozent. Sie können das weder lesen, geschweige denn aussprechen? Ich auch nicht. Ich musste auch nachschauen. Es sind 90 Trilliarden. Prozent Inflation. Ein Weltrekord gleich nach dem ungarischen Pengö von 1948. Will heißen: Täglich kostet der Scheiß immer wieder das doppelte. Mittlerweile überlegt man dort, den 100 Milliardenschein einzuführen.

So schlimm ist es hier beileibe nicht. Aber wenn wir mal ein paar Momente über Geld nachdenken, dann wirds vielleicht auch uns ein kleines bißchen anders. Weil nämlich so eine Bankenkacke meist auch eine Finanzkacke nach sich zieht und zwar genau deshalb: Banken verleihen Geld.

Das klingt erstmal harmlos und eigentlich nach wenig besonderem. Es hat aber einen Hintergrund, weil: Irgendwoher müssen diese Banken ihr Geld ja haben und sie haben es im Grunde genommen von den Zentralbanken (na gut, nicht nur, aber der Einfachkeit halber stellen wir´s mal so vor/dar). Je nach Leitzins vergeben Banken Kredite und wutsch! Ist Geld da. Geld, das es zuvor nicht gab. Einfach so. Gesteuert von der Zentralbank via Leitzins. Geld, das es vorher nicht gab und das darauf basiert, dass der Kredit zu einem gewissen Zinssatz zurückgezahlt wird. Das ist so weit gesund, als beide Partner -Kreditgeber und Kreditnehmer- ein wesentliches Interesse und die Fähigkeit haben, den Kredit zurückzuzahlen. Aber nur so lange. Wenn das nicht der Fall ist, muss der Schuldner versuchen, irgendwie den Kredit auszugleichen. Und: Das funzt in unserem Kapitalismus dann so: Neuer Kredit, damit der alte Kredit getilgt wird, womit dann erneut Geld in den Kreislauf gespült wird und Sie merken spätestens jetzt, dass wir in einem Perpetuum Mobile hocken, aus dem wir eigentlich gar nicht mehr unversehrt raus kommen....
Hier fängt der "Spaß" ja aber erst an: Eine Bank verdient ja erst dann an den Kleinanlegern, wenn sie Kredite verkauft und darum will sie viele Kredite verkaufen. Dafür braucht sie aber auch Einlagen solventer Leute, die viel zu viel Geld haben und eben das nun mal beiseite legen und für sich arbeiten lassen wollen. (Ich kenn das, ich bin Schwabe und jeder Schwabe hat einen Bausparvertrag).
Wenn jetzt so eine Bank sich ein wenig verspekuliert, also die Quote zwischen Einlage und Kredit ins Nirwana treibt und die Kreditgeber ausfallen....dann kommen die Anleger natürlich auf die Idee, ihr Geld abzuziehen (was völlig verständlich ist) und fupperdiwupp können die Banken auch ihre Kredite nicht mehr absichern und flutsch: Da haben wir das Dilemma. Man nennt es "bank run".

Halbwegs gesund wären ja Kredite, die dazu dienen, irgendeinen Mehrwert zu erschaffen. Heißt: Sie bauen ein Haus, erwerben ein Kunstgemälde oder einen Goldbarren oder sonstwas.
Leider aber sind die meisten Kredite Konsumkredite, weil wir alle ja Flachbildschirme, Laptops, Handys und Autos brauchen und das wiederum sind dummerweise nicht unbedingt Vermögenswerte, die sich über eine langfristigere Zeit wertsteigernd entwickeln. Und wenn nun diese Kredite mit neuen Krediten refinanziert werden müssen...und die dann platzen....

....ja....dann haben wir ein gewisses Problem...

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Dienstag, 11. Dezember 2007
Wie das damals mit dem Jesuskindlein wirklich war...
Es wird Zeit, dass an dieser Stelle endlich einmal die Geschichte von Maria, dem Josef und dem Jesuskind erzählt wird. Und wann, wenn nicht zur Weihnachtszeit?

Wollen wir erstmal die Beteiligten vorstellen:


Zuerst gibts da mal die Maria (links). Wie die historische Maria aussah weiß kein Mensch, aber wir sind überzeugt, ein ziemlich ähnliches Modell gefunden zu haben: Rund, hübsch, weiblich, gesund und stabil.
Die Maria ist ne Jungfrau. Zumindest wenn man der gängigen Lehre des Katholizismus folgt. In Wirklichkeit ist sie gar keine Jungfrau, wie unser Bild rechts -Weltsensation! Erstmals Mariä Empfängnis in Farbe illustriert- eindrucksvoll demonstriert.
Aber ganz egal, ob die Maria nun Jungfrau ist oder auch nicht....auf jeden Fall hatte die Maria was mit dem....



....Josef. Den Josef würde man in Bayern Sepp und im Ruhrpott Jupp nennen. Aber das tun wir hier nicht, weil sonst hinterher wieder die Kirche daherspringt und sich beklagt zwecks fehlendem Respekt und so. Deshalb muss Seppjupp halt Josef heißen, aber ihr dürft euch stattdessen auch Seppjupp denken.
Der Josef war Schreiner oder Zimmermann, was aber weitgehend egal für die Geschichte ist. Hat auf jeden Fall nix mit Computer sondern mit Holz gemacht. Gut, er sah ein bißchen einfältig aus, aber irgendwie isser ja auch nur Statist, ne (außerdem gabs noch nicht mal Pisa, also noch nicht mal ne Studie)?



Und dann hätten wir noch den Jesus. Von Jesus zeigen wir nur ein Bild, das ihn zeigt, wie er ausgesehen hätte, wenn er denn alt geworden wäre. Es is nicht alt geworden, aber so hätte er ausgesehen, wenn er es geworden wäre.
Bilder aus seiner Jugendzeit verbieten sich von allein, weil der Jesus bei den Moslems Issa heißt und dort ein wichtiger Prophet ist und wir hier nicht Ärger kriegen wollen, wenn wir hier Propheten beim Antlitz zeigen. Drum nur ein reines Hypothesenbild, wie Jesus mit 46 ausgesehen hätte, wenn er denn 46 geworden wäre. Denkt ihn euch einfach jünger.



Maria und Josef lebten irgendwo im Heiligen Land. Das ist dort, wo sonst alles mögliche heilig ist, aber nicht das Leben. Vermutlich lebten sie in irgendeiner Hütte, die Josef so hingezimmert hatte, mit Möbeln, die Josef so hingezimmert hatte und warteten auf alles mögliche:
Josef auf die Erfindung der elektrischen Stichsäge, Maria darauf, dass der Josef endlich mal.....sie wissen schon (aber der Josef wollte meist nicht oder konnte nicht....deshalb musste die Maria ja mit einem anderen, aber der Teil der Geschichte kommt erst später, aber wir müssen das jetzt schon erwähnen, dass der Josef nicht konnte oder wollte, weil Sie sich sonst hinterher fragen, weshalb die Maria denn sonst fremdgeht).

Irgendwann kam dann einer an und der sagte, dass grade Volkszählung ist. Heutzutage boykottiert man das erfolgreich, aber damals wusste man noch nicht mal, was Boykott ist, geschweige denn, wie man das überhaupt schreibt und deshalb haben Josef und Maria ihre Sachen gepackt und sind erstmal aufgebrochen. Und zwar dorthin, wo sie gezählt werden sollten. Nu fragen Sie bitte uns nicht, was für nen Sinn das haben sollte, aber die zwei sind uff un davon.

Dummerweise war die Maria aber schwanger und so eine Wanderung mit einer Schwangeren könnte heute durchaus mittelgroße Wehen seitens des Jugendamts auslösen. Das gabs aber damals nicht und fliegen konnte man damals auch nicht, auch nicht im 8. oder 9. Monat, weshalb die geflegte Marschiererei vermutlich so ziemlich allen egal war.

Wir vermuten ja, dass der Josef zwar das Kommando hatte, aber dass er auch keinen blassen Schimmer hatte, was denn so bei einer schwangeren Frau ab einem gewissen Zeitpunkt passiert.
Vielleicht dachte er auch nur daran, dass das Kind auf überhaupt gar keinen Fall von ihm sein konnte, weil er -Sie wissen ja bereits- nicht konnte oder wollte. Auf jeden Fall kam er auf die Schnapsidee, Hospitäler und Krankenhäuser weiträumig zu meiden (wer weiß....nachher machen die noch nen Kaiserschnitt wie seinerseits beim Julius Kaiser...) und sich stattdessen in einen Stall zu begeben. Gut, nicht die allerdümmste Idee. Hätte ja sein können, dass grade so eine Kuh kalbt oder ein Schaf lammt und er sich dann so rein geburtshelferkrötenmäßig was abgucken hätte können.

Ob dies der Fall war, wissen wir nicht. Wir wissen aber, dass die Maria mariate. Flutsch, war der Jesus da. Und schon gingen die Sterne auf. Gut, anderswo würde nun die Sonne aufgehen, das war in dem Fall schlecht möglich, weil erstens Nacht war und zweitens sonst die Weisen aus dem Morgenland nicht zum Jesuskind gefunden hätten.
Wär ja auch saudumm gewesen, wenn die hinterher behauptet hätten: "Hey, da kam auf einmal so ne Sonne und wir sind ihr hinterher...".
Und so zogen irgendwelche weisen Hirten oder Könige oder auch sonstwas aus dem Morgenland (das ist dort, wie heutzutage immer mächtig Stress ist) daher um dem kleinen Jesuskind allerlei Rauchzeugs zu vermachen (Myrrhe! Welches Kind braucht Myrrhe? Wahrscheinlich sind die alle hochkant wieder aus dem prähistorischen Kreißsaal geflogen, weil der Maria ein ordentlicher Babypuder denn doch lieber gewesen wäre), wenngleich wir dem Verdacht entgegen treten möchten, beim Jesuskind handele es sich um einen der ersten Jungs, die Kontakt zu illegalem Zeugs hatten. Vielleicht sangen die Morgenländer auch noch ein bißchen: Heidschibumbeidschi und ähnliche Kracher der seinerzeitigen Musikszene.

Und nachdem die Leute das alles vorbei gebracht hatten, waren Jesus und seine Mutter und der Eventualoderauchnichterzeuger schon wieder auf der Flucht. Kennen wir ja auch von heute, nur gingen damals die Geschichten -der Dramaturgie sei´s geschuldet- positiv aus und so wuchs das Jesuskind heran zu Jesus, was aber wieder eine andere Geschichte ist.

Nun dürfen noch die Engel ein wenig jubilieren und darum: Frohe Weihnachten....

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Donnerstag, 11. Oktober 2007
Nachwuchsarchäologe trainiert für Olympia
Es gibt allerlei, das man mindestens ein Mal im Leben getan haben sollte. Bäume pflanzen beispielsweise. Das hab ich noch vor mir. Oder Kinder zeugen. Das lässt sich nicht so genau sagen, aber ich tendiere zu einem klaren habichauchnochvormirvielleichtoderso.

In jedem Fall sollte man sich mindestens ein paar Minuten im Leben mit Naturwissenschaften und mit Forschung beschäftigt haben. Genau das habe ich jetzt gemacht, bin unter die Forscher gegangen und habe mich eingereiht in die Riege der Nachwuchsarchäologen.

Hierzu habe ich mir aus tieföstlichen Gefilden ein Original-Dinosaurier-Ei liefern lassen, in dem sich die Überreste einer längst vergangenen Kreatur befinden.


Da liegt es nun, das prähistorische Ei, direkt aus der Kreidezeit in die Postmoderne katapultiert und harrt seiner Erforschung.

Eine Zeitreise. Herrlich spannend.

Segensreicherweise wird das Profigerät dem Nachwuchsforscher in Form eines Hammers, eines Pinsels und eines Meiselchens auch gleich zur Verfügung gestellt.


Es geht los.
Die erste Erkenntnis ist die, dass sich das Profigerät als längst nicht so profihaft erweist, als es auf den ersten Blick den Anschein hat.
Leider lässt sich mit dem Hammer nur ungenügend Druck ausüben, weshalb mühsam die Schale abgekratzt werden muss. Eine zähe Kleinarbeit. Aber das hatte ich erwartet. Archäologie ist Detailarbeit und ein ewiges Geduldsspiel. Da kann man nicht rangehen wir Schumi in der Tamburellokurve, da sind eher Fähigkeiten eines Giacometti gefragt.
So wird denn das Hämmerchen schnell beiseite gelegt und ich nutze nur noch den Meisel.
Auch der Pinsel funktioniert hervorragend.


Wie erwartet wird es eine äußerst langwierige Arbeit. Die Schicht muss vorsichtig abgetragen werden, weil man ja nicht seine Forschungsergebnisse schon bei der Bergung vernichten will und man ja ein gewissenhafter Archäologe sein möchte.
Dazu kommt, dass es sich um einen Baby-Dino handelt, der in allerfrühester Kindheit dahingeschieden ist. Quasi noch vor dem Embryonalzustand. Das bedauernswerte Wesen verdient daher Respekt. Auch wenn es hundert Mal aus der Kreidezeit stammt und schon ein paar Jahre von uns gegangen ist.


Es ist geschafft! Die erste Etappe ist erfolgreich absolviert und ich erblicke das Innenleben eines fünfundsechzig Millionen Jahre alten Dinosaurier-Eis. Fünfundsechzig Millionen. Das ist älter als Ernst Jünger und die QueenMum je wurden.
Hätte ich nicht den Entdeckerwillen und dieses Naturwissenschaftsbazillus in Überdosis gefressen, es wäre der Punkt, an dem ich allein aus purer Ehrfurcht die Arbeit einstellen würde.
Erste Konturen sind erkennbar und ich erblicke die ersten Knöchlein.


In mehrstündiger Kleinarbeit gelingt es, Details freizulegen. Ein erstes Ärmchen schält sich aus dem Kreidesand, ein Torso ist zu erblicken, die Spannung steigt. Ins Unermessliche, würde ich sagen wollen, wenn ich pathetischer veranlagt wäre...Aber Pathos kann sich ein Wissenschaftler nicht leisten, weil er sich akribisch auf seine Arbeit konzentrieren muss und sich nicht durch drittklassige Gefühlssentimentalitäten ablenken lassen darf.


Mithilfe studentischer Hilfskräfte, die allesamt unterbezahlt sind, ist es nun mittlerweile gelungen die Einzelteile des Skeletts freizulegen und auszubreiten. Wir stehen vor den Überresten einer uralten Kreatur, legen eine Gedenkminute ein und sprechen ein Gebet.
So also sieht das Dino-Baby aus, das so früh hat sterben müssen. Aber es ist nicht umsonst gestorben, es hat -auch wenn es das nicht mehr mitgekriegt hat- einen wichtigen Dienst für die Wissenschaft geleistet und dafür sind wir alle dankbar. Nun müssen wir uns nur noch dran machen, die Teile zu katalogisieren, zusammenzusetzen und dann genauer bestimmen, um welche Art Dino es sich handelt.


Geschafft! Der Dino steht zusammengesetzt auf seinem Sockel und soll demnächst ins Naturkundemuseum abtransportiert werden.
Auch wissen wir endlich, dass es sich um "Tyrannosaurus Rex" handelt. Den König unter den Sauriern. Dem Tiger unter den Katzen, dem Yquem unter den Weinen, die Änschie unter den Merkels....

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Samstag, 21. Juli 2007
Kaufen, kaufen, kaufen

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Dienstag, 19. Juni 2007
Lodda
Die Bildungsbloggerei hab ich ziemlich vernachlässigt. Das hat nun ein Ende. Jetzt und hier und heute erklär ich

Das großartige Leben des einzigartigen Lodda Maddeus


Zuerst mal: Der Lodda ist noch vor Julius Streicher der zweitberühmteste Franke. Gleich hinter Karl dem Großen. Dabei sah es für Lodda gar nicht gut aus in jungen Jahren. Haben ihm seine Eltern Eldern doch tatsächlich zum ohnehin fränkischschwierigen Nachnamen einen Vornamen mit einem harten Konsonanten mitgegeben. Das ist, wenn man in adidas-Stadt groß wird, ein ganz gewaltiges Handicap. Es muss tragisch sein, wenn Eldern ihren Kindern Namen geben und dabei nicht in der Lage sind, diese korrekt auszusprechen. Noch tragischer aber ist es, wenn man selbst ein solches Kind ist und mittlerweile seit 68 Jahren Lodda sagt, wenn man Lothar meint.


Somit waren alle Voraussetzungen da, dass aus dem kleinen Lodda mal ein Bierkutscher in der Provinz wird. Aber dann haben sie gemerkt, dass der kleine Lodda ein paar Mal weniger neben den Ball haut wie die anderen Kinder. Das war für Loddas Selbstbewusstsein immens wichtig und eben das sollte er noch oft brauchen in seiner späteren Karriere. Weil der Lodda nämlich gleich ein Superweltstar war. Schon immer. Deshalb hat ihn der damalige Deutsche Meister FC Herzogenaurach auch direkt aus dem Kindergarten entführt und auf den Platz gestellt, wo der Lodda ab jetzt gegen Bälle treten musste.

Wie und wo er dann bei wem dagegengetreten hat ist nicht weiter interessant, außer vielleicht seine verbalen Tretereien und Blutgrätschen. Weil halt so ein Superweltstar, der er jetzt war, immer wieder viele Dinge sagen muss. Und das konnte der Lodda ganz großartig. Weil er sich nämlich einen caesarianischen Habitus zugelegt hat -zugegebenermaßen eher unfreiwillig und unbeabsichtigt- indem er der erste Mensch seit Kaiser Willem Zwo (Gotthabihnselig) war, der von sich selbst in der 3. Person sprach.
Allein das macht den Lodda zum Superweltstar, besten Fußballer aller Zeiten und zur Legende. Lodda darf Sätze sagen wie
Wir dürfen jetzt nur nicht den Sand in den Kopf stecken.

Von da an war der Lodda omnipräsent auf allen Schirmen und in allen Zeitungen und wäre auch in allen Blogs omnipräsent gewesen, wenn es damals -gleich nach dem Krieg- schon welche gegeben hätte. Aber stattdessen liefert er wichtige Beiträge zur Balkanpolitik der Bundesregierung:
Der Serbe an sich ist leichtsinnig im Umgang mit Chancen.
oder leistet unschätzbar wichtige Beiträge zur Mengenlehre:
Ja gut, äh, ein Lothar Matthäus braucht keine dritte Person. Er kommt sehr gut allein zurecht.
Aber gottseidank hat er dann doch meistens gekickt. In der Nationalmannschaft durfte er das ziemlich ewig tun, weil man schon vergessen hatte, dass man auch ohne Lodda auflaufen kann. Das war wie damals mit dem Helmut Kohl. Da hat man auch ganz vergessen, den mal beizeiten wieder abzuwählen.

Auch wenn viele seine feige Hosenscheißeraktion im Finale seinerzeit gegen Argentinien (Elfmeter in der 86. Minute und der Lodda kneift) niemals vergessen werden: Der Lodda ist der einzige Superweltstar, den wir hier in Deutschland haben und man darf nicht immer so rüde mit dem einzigen Superweltstar umgehen. Außerdem macht der Lodda ganz viel Werbung für den deutschen Fußball.


Daher: Ein Hoch auf Lodda! Es ist ein Skandal, dass man dem Lodda noch kein Bildnis vor dem Bundeskanzleramt errichtet hat.



....und in der nächsten Folge: Lodda - Wein, Weib, Wahn

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Dienstag, 1. Mai 2007
Alte Medizinerweisheit
Die Leber wächst mit den Aufgaben

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Mittwoch, 14. März 2007
Bayern München
Bayern München. Nicht weniger als der mieseste und unsympathischste Club der Welt.
Warum das so ist? Nicht jeder kennt sich mit Fußball aus und deshalb dachten wir uns, dass wir die Akteure der oberen Clubetage etwas näher vorstellen, damit ihr Nichten, Neffen, Kindern und anderen unzurechnungsfähigen Kreaturen nie, wirklich nie, irgendwelche Produkte dieses Vereins zu Weihnachten schenkt.


Das ist der Uli. Der Uli ist ne Wurst. Und das gleich im doppelten Sinn. Bayern München ist der erste und einzige Verein der Welt, den man einem Wurstfabrikanten überlassen hat.
So benimmt er sich dann auch. Verliert der Verein, spielt er die beleidigte Leberwurst, gewinnen sie, könnte man meinen, er habe soeben die Thüringer Rostbratwurst neu erfunden.
Vom Uli, der die CSU "unsere Partei" nennt, dabei ganz Bayern meint und nicht nur München, wird eigentlich nur eines erwartet: Geschwätz. Zugegeben, das kriegt der Mann ganz gut hin. Mindestens so zähflüssig, wie Brät in den Darm gefüllt wird.


Dann gibts noch den Kalle Rummenigge. Der ist weniger Wurst, als vielmehr das, was er verbal so von sich gibt. Dessen einzig bedeutsame Lebensleistung liegt darin, im WM-Finale 1986 gegen Argentinien das Anschlußtor erzielt zu haben, was aber wiederum weitgehend sinnlos war, weil das Spiel ohnehin verloren ging.
Seither darf der Mann als Vorstandsvorsitzender von Bayern München agieren und demonstriert dabei, dass man innenpolitisch den Dreckskapitalisten geben kann, während man außenpolitisch den Kommunisten markiert. Dieses System wurde dann von mehreren südamerikanischen Caudillos erfolgreich kopiert.


Nun zur Krönung des Ganzen (und das im wortwörtlichen Sinn): Franz. Der Beckenbauer. Den nennt man auch den Kaiser. Und weil der Kaiser viel beschäftigt ist, ist es uns leider auch nicht gelungen, ein Foto vom Kaiser zu kriegen. Daher müsst ihr mit dem leeren Thron Vorlieb nehmen.
Der Kaiser ist eigentlich der wichtigste von allen. Weil der Kaiser alles darf. Und alles, was der Kaiser tut und macht hat mit Fäkalien zu tun: Der Kaiser macht aus Scheiße Gold, erzählt viel Scheiße (was dann meist auch wieder vergoldet wird oder zumindest unter der Rubrik "goldig aber auch" läuft) und manchmal greift er auch ins Klo.

Zwischenzeitlich reiste er auch umher, weil er der Ansicht war, die Fußball-WM 2006 nach Deutschland geholt zu haben. Das aber ist eine dicke Lüge.



Ihr seht: Bayern München ist euch jetzt schon unsympathisch. Nun gut, die Comedy-Parade des Vorstands und der Cluboberen dürfte einen gewissen Erheiterungseffekt allenthalben nicht ganz verfehlen, aber insgesamt ist das in etwa so, als fände man auf einmal Microsoft toll.

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