Mittwoch, 24. September 2008
Karre

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Dienstag, 23. September 2008
Gas, Wasser, Scheiße
Langsam aber sicher komme ich mir vor wie ein Querulant. Erst diese Geschichte mit der Telekom und nun wurde ein Wasserzähler gewechselt. Der Wechsel an sich wäre ja einigermaßen harmlos, aber der Effekt war, dass das Warmwasser nun ein ziemlich dünner Strahl ist, was wiederum die Morgendusche zu einem eher unerfreulichen Akt macht.
Da war ich nun der Ansicht, dass ein kurzer Anruf reicht damit die Wasserzählerwechsler sich um das Problem kümmern. Falsche Ansicht. Man beruft sich dort auf die Geschäftsbedingungen, wonach Schäden infolge eines Wechsels vom Hauseigentümer zu tragen sind.
Bitte?
Ich bin ja ein großer Anhänger des Verursacherprinzips und daher hat mich diese Auskunft doch etwas verwundert empört. Und irgendwie geht es dann nie anders als auf die sehr unfreundliche Tour und als Rampensau und mit einer etwas unfreundlichen Email, die ich insgesamt 4 x an zig verschiedene Stellen versende, die mit dieser Passage endet

Sollte das Unternehmen XXX gemäß der telefonischen Aussage eines vorgeblich leitenden Verantwortlichen kein Interesse daran zeigen, das Problem zu lösen, sehe ich meinerseits sämtliche Verträge mit Ihrem Unternehmen in Frage gestellt, eine weitere Mitwirkungspflicht in sämtlichen Bereichen grundsätzlich als obsolet und werde umgehend sämtliche mir möglichen Geschäftsbeziehungen mit Ihnen -im Besonderen im Bereich Gas-/ Energieversorgung- sofort kündigen.

Ich möchte Sie auch darauf hinweisen, dass ich mir gerade überlege, inwieweit ich juristische Hilfe hinzuziehen soll und will. In jedem Falle möchte ich Sie davon unterrichten, dass ich aller Voraussicht nach diesen Vorgang öffentlich machen werde (beispielsweise via Presse, Verbraucherzentrale oder Internet) und möchte Sie darauf hinweisen, dass ich dieses Schreiben bereits jetzt an verschiedene Stellen versende, da ich keine kompetente zuständige Stelle finden oder erreichen konnte.
Daraufhin: 3 Rückrufe via Telefon. Das interessiert mich dann wiederum, ich ruf zurück und merke, dass mein Name beim Unternehmen mittlerweile doch ziemlich bekannt ist und man ganz genau weiß, worum es geht (und ich habe keinen wirklich seltenen Nachnamen). Und: Auf einmal gehts. "Schicken Ihnen einen Meister vorbei", "tut uns Leid", "werden ein ausführliches Gespräch mit dem Mitarbeiter führen".

Es geht scheint´s nur unfreundlich.

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Montag, 22. September 2008
Tag, lieberlanger
Wenn man mal daheim sitzt, kommt man auf allerlei Gedanken. Beispielsweise endlich das zu tun, was man schon vor einem halben Jahr hätte tun sollen, man immer wieder aufgeschoben hat und jetzt zum allerletzten Mal gemahnt wurde: Steuererklärung. Das verschiebt man dann aber doch auf den nächsten Tag oder auch drüber hinaus.
Angesichts einer gewissen Kurzatmigkeit fährt man dann tatsächlich mal eine halbe Stunde Fahrrad Ergometer, weil das der neue Hausarzt zwecks Lungentraining empfohlen hat und es -so sagt Dottore- ein Vierteljahr dauert, bis ich wieder in der Bundesliga eingesetzt werden kann. Und während man denn so vor sich hin strampelt, kommt man dann auf den Gedanken, dass man die weggeschnibbelten Lungenteilchen vielleicht doch hätte mitnehmen sollen. Schön in Formalin eingelegt. Weniger für die nicht vorhandene Nachkommenschaft oder das eigene Beglücken am genauso wenig vorhandenen Kamin sondern eher weil man da sicher ein paar Milliönchen rausschlagen hätte können, wenn man sich mit Damien zusammengetan und bei dieser Aktion beteiligt hätte.

Das Ende ist dann mehrstündiges Resteverkochen: Garnelenspieß mit Limonenremoulade und Fleur de Sel, flankiert von Gelberübentomatenlauchpeperonimatsch, Thymiankartöffelchen und lauwarmem Belugalinsensalat

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Sonntag, 21. September 2008
Die ersatzlose Streichung der Rollstuhlräder ermöglichte größere Einsparungen im Gesundheitswesen

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Freitag, 19. September 2008
Plattfuss
Junge Menschen tendieren dazu, sich für ziemlich unsterblich zu halten. Der körperliche Verfall trifft meist die anderen, Krankheiten sind selten richtig ernsthaft oder gar bedrohlich.
Irgendwann aber kommt der Punkt, da einem dann die Luft wegbleibt. Das nennt sich dann auf gut medizindeutsch "Spontanpneumothorax" oder wie die Ärzte auch flapsig sagen: Plattfuss. Dann wird ein ziemlich dicker Schlauch in die Lunge gelegt, der gefährdete Teil der Lunge entfernt und die Karriere als Everestbezwinger oder Tiefseetaucher ist vorerst mal vorüber.
Aber schreiben und kritzln darf ich noch und deshalb tu ich das jetzt auch wieder.

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Samstag, 13. September 2008
Träum Dich ne Runde weg...
wie wäre es denn zum Beispiel hiermit?


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Halbdackel des Monats

Hänschenklein

6 Tore tun weh. Gut, okay, zugegeben. Vielleicht mag es da nicht immer ganz leicht sein, wenn man zudem oberster Herr eines Landes ist, das man wohl ziemlich zurecht als fiskalischen und pekuniären Schurkenstaat bezeichnen darf.

Das aber war bereits bekannt.

Neu ist jetzt allenfalls, dass da einer aus dem russisch-georgischen Konflikt nichts gelernt zu haben scheint auf einmal einen Brief schreibt, dessen Inhalt vermutlich den Titel "grenzdebil" am ehesten treffen würde.
Und das aus einem zentraleuropäischen Land, das doch tatsächlich bis 1984 brauchte, ehe man Frauen das Wahlrecht zugestand und das ja wohl irgendwie Mitfinanzier derer ist, die das sog. "4. Reich" lange repräsentierten.
Auch wenn Geld zählen schöner ist als Deutschereiche zählen und man daher bei zweiterem vielleicht mal danebenliegt, finden wir: Dümmer geht nümmer.

Aber was Hänschen nicht lernt, lernt Adam wohl nimmer mehr.

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Donnerstag, 11. September 2008
Tipp 7




Mittwoch, 10. September 2008
Auch die Jungs von Monty Python werden älter.

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Dienstag, 9. September 2008
Gallische Dörfer in Alemannien, oder: Die Psyche des Fridolin Gscheidle
Schwaben sind schrullig. Zweifellos. Zumindest einige. Es gibt noch einige der zu meinem Bedauern weniger werdenden Exemplare, die von jedem Psychiater diagnostiziert bekämen, sozialunverträglich und irgendwie auffällig zu sein.
Viele von denen weigern sich bis heute so beharrlich wie erfolgreich, Hochdeutsch auch nur entfernt als Lingua Franca Teutonica zu akzeptieren, einige "Querulanten" gelten als streitsüchtig und cholerisch und nicht wenige als hartnäckige Mostsäufer mit rotem Schädel.
Im Grunde ihres Herzens sind diese Leute das geblieben, was ihre Vorfahren jahrhundertelang waren, Bauern nämlich, auch wenn sie mittlerweile Ingenieur in einem Automobilzulieferbetrieb sind.



Und sie wurden auch weitergehend in jeglicher Hinsicht durch eben diese Jahrhunderte geprägt. Willkürherrschaft und Polizeistaat haben dazu geführt, dass man spät den Mund aufmacht, dass man vieles toleriert, oft zu viel schluckt und man Direktiven aus fernen Hauptstädten widerspruchslos hinnimmt. Man bruddelt (vulgo: schimpft) dann zwar vor sich hin, aber solange man nicht persönlich betroffen ist, geht einen das blöde G´schwätz vom Vortag am nächsten Tag dann nichts mehr an. Eigentlich aber hält man nichts von den Regierenden, ganz egal, wer das nun sein mag und trägt eine tiefe Grundskepsis gegenüber aller Macht in sich.
Wenn das gerüttelt Maß voll ist, legt man dann aber los.
Das war schon beim Armen Konrad so, der den Herrschenden immerhin ein Vertragswerk abnötigte, das damals in deutschen Landen einmalig war und vielleicht ist die Grundunzufriedenheit gegenüber allen Autoritäten auch ein Grund, weshalb der ein oder andere aus der Gegend sich auch mit dem Naziregime anlegte.

Heute ist das alles tiefdemokratisch, was aber nicht heißt, dass sich dadurch der eigentliche Charakter geändert hätte. Bis heute liebt man es, wenn man "denen oben" eins auswischen kann. Am liebsten geriert man sich als einsamer Kämpfer gegen einen übermächtigen Gegner.
Und weil es mittlerweile allerorten Erfolgsgeschichten des David-Goliath-Reloaded-Duells gibt -eingestellte Bauvorhaben, abgewählte Bürgermeister, deren Karriereplanung eigentlich von "lebenslang" ausging, und anderes Tamtam- entwickelt sich das so langsam zum Volkssport. Weil man nämlich in einer Demokratie wesentlich mehr Mittel zur Verfügung hat, Steine gegen Goliath zu schleudern und auch wohl deshalb, weil es wesentlich ungefährlicher ist.

Den jüngsten Coup hat eine Kleinstadt gewagt, genauer genommen gar nur ein Teil davon, eine Art gallisches Dorf inmitten alemannischen Stammlands.
Dort hat man kurzerhand einen international erfolgreichen und einigermaßen bekannten Modekonzern besiegt.

Wie es dazu kam: Der Modekonzern ist ein alt eingesessener Ex-Familien-Betrieb und jahrzehntelang folgte die Kommunalpolitik getreu den Wünschen des Konzerns. Im Schatten des Labels aufsteigen, gemeinsam Geld verdienen und das ist dann gut für alle. So simpel funktioniert schwäbische Mittelstandsförderung.
Diesem Konsens haben sich alle über die Jahrzehnte gebeugt. Das ging so weit, dass man am Ende die komplette Innenstadt úmstrukturierte und auch die Verkehrsführung den Konzernwünschen anpasste.



Nun sollte das neueste Beglückungsmoment realisiert werden: Ein riesiges Logistikzentrum (etwa 300x200 Meter) in den Vorort mit grade mal ein paar Tausend Einwohnern. Und noch schlimmer: Direkt vor die malerischen Weinberge in ein ohnehin schon reichlich enges Tal. Aber immerhin sollten ja 400 neue Arbeitsplätze entstehen.
Das Vorhaben hätte in weiten Gegenden Sachsen-Anhalts und Brandenburgs vermutlich Begeisterungsstürme ausgelöst und die kompletten Gemeinderäte zum Spalierstehen mit Blumen veranlasst. Nicht aber hier. Hier stand keiner Spalier und schon gar nicht mit Blumen. Stattdessen standen Hunderte Demonstranten mit Plakaten und bildeten eine Menschenkette.
Angesichts von 400 Arbeitsplätzen schien das von Konzernseite ja ein schönes Angebot zu sein und die Gegnerschaft schien zuerst recht irrational zu handeln. Aber angesichts einer Nahezuvollbeschäftigung in der Gegend konnte man auf die Solidarität mit anderen Landstrichen verweisen und fluxx wurde eine Bürgerinitiative gegründet.

Die ehemalige Inhaberfamilie hätte als Schwabeninsider an diesem Punkt wohl erkannt, wie ernst es ihre Landsleute meinen, mittlerweile gehört der Konzern aber den Heuschrecken internationalen Investoren und denen ist die Schwabenseele erstmal herzlich egal -den Gemeinderat wusste man mehrheitlich ja hinter sich- und so haben sie die Sturheit der Leute unterschätzt.



Der Gegenwind gegen das Projekt wäre wohl weit weniger heftig gewesen, wenn man sich einen anderen Standort ausgesucht hätte, aber dieser Platz, der war von vorneweg völlig falsch. Die Gegner taten dann das, was so ein gewöhnlicher Bürgermeister mitsamt Gemeinderat am meisten hasst: Sie schrien nach Basisdemokratie in Form eines Bürgerentscheids und sammelten kräftig Unterschriften. So viele Unterschriften, dass man nicht mehr umhin kam, den Plebiszit durchzuführen, weil man nicht an dergestalt vielen Bürgern vorbeiregieren kann.

Ergebnis: Grob 60% dagegen.

Noch am gleichen Abend ist der -an und für sich beliebte- Bürgermeister zurückgetreten und spitze Zungen mutmaßten, das sei auch deshalb geschehen, weil die Wahlbeteiligung höher gewesen sei, als bei seiner Wiederwahl. Der Gemeinderat entsetzt. Einige waren der Ansicht, man könne und dürfe eine solche Entscheidung nicht den Bürgern überlassen und andere verteilten der Bevölkerung das Attribut "unregierbar", womit sie wiederum nicht ganz falsch lagen, aber gleichzeitig vergaßen, dass dies eigentlich ja schon immer so war.
Und so geriet der ganz große Wurf des Bürgermeisters, die Eröffnung der seit 80 Jahre geplanten und seit 50 Jahren herbeigesehnten Umgehungsstraße drei Tage später zum faden Beiwerk mit zwangslächelnden Beteiligten.



Das Logistikzentrum soll nun 20 Kilometer weiter gebaut werden. Aber auch dort hat sich -getreu dem Vorbild- bereits eine Bürgerinitiative gegründet.

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Montag, 8. September 2008
Straßennamen sexuellen Inhalts finden sich nicht an jeder Straßenecke

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