Freitag, 7. September 2007
Rugby
Ab heute beginnt in Frankreich die Rugby-Weltmeisterschaft.

Rugby ist der ehrlichste Sport, den es gibt. Im Gegensatz zu den Memmen und Komödianten beim Fußball (die bereits ein leiser Windhauch zur Strecke bringt und zum behandlungsbedürftigen Patienten macht) ein Sport für echte Männer.

Und weil Deutschland in Sachen Rugby völliges Entwicklungsland ist und da in etwa den Stellenwert von Österreich beim Fußball hat: Ich bin für Südafrika. Aber die werden leider wieder zu früh rausfliegen. Wie auch Fidschi.

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Donnerstag, 6. September 2007
Biennale 1.0

Biennale Nummero 52 zu Venedig. Mit dem schönen Motto. Zumindest ist es plastischer als das in Kassel und auch die Stadt selbst ist doch ein klein wenig sehenswerter als die nordhessische Provinz...

Die Schweiz. Was wäre die Schweiz für ein wundervolles Land. Ohne einen guten Teil seiner Bevölkerung zumindest. Der Teil nämlich, der kleinkariert und spießig ist und in allerschlechtester Zwinglitradition vor sich hinprotestantiert. In der Kunst aber sind sie gut. Eine gute Installation ist der eine Teil, schöne, bunte Malereien der andere Teil. Und damit nähern wir uns den besseren Momenten der Schweiz: Schoki, Berge und die immerwährende Neutralität.


Venezuela. Wunderschöne Fotos im Großformat von Antonio Briceño. Die Farben, die Weite, das Motiv, die Natur, die Menschen...
Herrliche Statements in Richtung Indios.
Einfach nur schön. So einfach und schön und relativ unspektakulär kann Kunst sein.


Deutscher Pavillon. Titel: Oil. Gut, es ist Kunst und bei Kunst muss sich einem nicht immer unbedingt erschließen, in welchem Zusammenhang die Objekte zum Titel der Ausstellung stehen und warum Isa Genzken Koffer im Raum plaziert oder Galgenstricke von der Decke hängen. Aber dieser verzierte Totenschädel ist zwar irgendwie ganz nett, gleichzeitig aber doch etwas inkonsequent. Dann doch lieber das Original von Damien Hirst.
Immerhin die Idee, den pseudoneohellenistischen Pavillon aus der Mussolini-Zeit mit Planen zuzuhängen, war hervorragend. Spätestens dann, wenn man den etwas überdimensionierten und mindestens ebenso wüsten italienischen Pavillon sieht.

Dänemark und all die skandinavischen Nachbarn sind recht unterhaltsam. Das beginnt schon mit dem Namen des Künstlers: Troels Wörsel. Mal ehrlich: Da ist der Name schon pure Kunst. Wie überhaupt all diese Sprachen herrlich viele ö aufweisen. Vielleicht ist Tröööls Wöööörsel in Ööööslööö geboren. Oder wenigstens in Kööööbnhöööövn oder Malmöööö.
Wer Troels Wörsel heißt, ist schon per Taufe ein großer Künstler. Ganz sicher. Und seine Bilder sind einfach gut.
Und auch sonst hängen lustige Dinge herum. Eine 20 x 5 Meter große Wand voller Dartscheiben beispielsweise. Leider durfte man die grade nicht bewerfen.

Der komplette Gegenentwurf zu den totalitären und übermonumentalen Pavillons aus der Mussolinizeit ist der Pavillon, der von Alvar Aalto entworfen wurde. Nordisch by Architecture. Und irgendwie schaffen es diese Skandinavier immer wieder, mich designerisch zu überzeugen. Sogar bei IKEA.
In Herrn Aaltos nettem Häuschen steht ein Boot auf Glasscherben. Und nu weiß ich auch, wo all meine Olivenöl- und Weinflaschen gelandet sind, die ich im Altglascontainer entsorgt glaubte.
Schön anzusehen ist es trotzdem.

Die ganz großen Größen sind gottseidank auch vertreten: Baselitz und Gerhard Richter. Würde ich glatt mitnehmen, wenn sie nicht so großformatig wären.



Russland. Ein paar nette Installationen, bei denen man den Eindruck hat, dass sie in der Endlosigkeit verschwinden, dazu schön zu sehende Filmchen inklusive einer Reminiszenz an den guten, alten Richard Wagner (der es ja immerhin geschafft hat, zu Venedig seinen letzten Odem auszuhauchen und dahinzuscheiden; wo sonst sollte man auch sterben, als Komponist Richard Wagner?). AES+F: Last Riot (Ausschnitt).

Insgesamt provokant, aber auf eine Weise, die Putin daheim nicht weh tut.

Die schönste, weil auch irgendwie bescheidenste Idee, kommt von Julia Milner: Auf Großleinwand flimmert in zig Sprachen die Phrase "Ich hoffe" durch und kann dann geklickt werden. Und im Internet wird auch gleich mitgezählt (und flimmert dann direkt in Venedig). Sehr schöne Idee. Click I hope

Immer wieder tauchen dann auch politische Beiträge auf. Deutlich mehr und viel präsenter als auf der documenta in Kassel beispielsweise. Nur: Vieles ist künstlerisch so absehbar und wirkt daher -im Kunstsinne- einfach nur platt. Obduktionsberichte aus Afghanistan und Angriffspläne der NATO finde ich auch im SPIEGEL (und dieses Blatt würde ich nun nicht gleich zur Kunst erklären wollen). Auch sind bei weitem nicht alle Aspekte abgedeckt. Konzentrieren tut sich das meist auf Irak oder Afghanistan und wirkt dann auch eher plump und konstruiert. Bedauerlich. Wie man es aber richtig macht und dann doch etwas recht beeindruckendes hinstellt, zeigen wieder die Skandinavier. Dort hat Adel Abidin, gebürtig aus Baghdad, ein Reisebüro eingerichtet, das Reisen nach Baghdad anbietet. Inklusive Werbeposter, Reiseführer und Terminal.

Internet: abidintravels.com

....und weil die Biennale so umfangreich ist, wird das demnächst fortgesetzt....

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Wertvolle Ratschläge

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Mittwoch, 5. September 2007
Kunst und Klamotte

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Scotland the Brave

Tennent´s Super



Das ist Schottland. Schottland ist großartig. Sage noch einer, die Schotten seien geizig und könnten nur Whisky: 9 satte Umdrehungen und ein Geschmack wie ein feuchter schottischer Highlandwaldboden. Ordentlich Malz und Würze und es läuft die Speiseröhre runter wie Öl. Der Trüffel unter den Bieren. Definitiv einer der besten Gründe für den schottischen Separatismus. So ein Bier hätte eine eigene Regierung verdient. Und nu sitzen wir in den Keller und singen alle zusammen Flower of Scotland.

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Ein schöner Scheiß:
....als Koala Eukalyptus nicht mögen....

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Dienstag, 4. September 2007
Taschenmesser dieser Welt

   ... Kritzl
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Montag, 3. September 2007
Der Aufsitzstaubsauger
Unser absoluter Preishit! Der Hit der Saison! Die Erfindung, die zur Emanzipation beitragen wird wie keine zuvor. Der Knaller schlechthin....

Ladies and Gentlemen, gorillaschnitzel proudly presents:

Der Aufsitzstaubsauger


Liebe Männer, Sie kennen das alles schon aus dem Garten. Endlich Staub saugen wie Rasen mähen. Biegen Sie mit Vollgas ums Eck und düsen Sie die Diele entlang ins Wohnzimmer, biegen Sie ein in die Sofa-Schikane und durch das Blumen-S bis zur häuslichen Bar, wo Sie dann einen Boxenstopp einlegen.

Meine Damen, entspannen Sie gemütlich mit einer Gurkenmaske vor dem Fernseher, während Ihr Liebster die Wohnung saugt. Sie sollten lediglich vor und nach dem Rennen als Boxenluder zur Verfügung stehen.


Unser einmaliger Aufsitzstaubsauger vereint alle Vorzüge eines modernen Haushaltsgeräts: Staubsauger, Nass wischen, Teppichmassage, Parkettöler undundund...

Sämtliche Modelle verfügen über die neuesten Bürsten für allerlei Beläge. Ferner hat unser Aufsitzstaubsauger serienmäßig diverse Tanks, die Sie unterschiedlichst befüllen können: Öl für Parkett, Wasser, Teppichreiniger, E605 für eventuell aus dem Boden sprießendes Unkraut, Bier oder Gleitgel; nichts ist undenkbar und erst recht nicht unmöglich und der Phantasie sind sowieso keine Grenzen gesetzt....
Wir bieten unser Produkt durchweg mit Teppich schonenden Breitreifen und in den folgenden Modellen an:

- Sport: Turbomotor, tiefergelegt, Sportauspuff und Renn(st)reifen in den Farben ferrarirot oder silberpfeilsilber

- Offroad: Allrad, extragroße Breitreifen (besonders für Wohnungen mit Stufen geeignet), gefederter Ledersitz, hydraulische Seilwinde (wat wird da die Gattin Augen machen, wenn der Sessel auf dem sie sitzt auf einmal hydraulisch zu Ihnen gezogen wird)

- Modell "Der kleine Blitzeblank-Kinder-Sauger": Damit bereits Ihr Jüngster mit Papa seine Runden drehen kann und Sie Ihrem lieben Kleinen schon in jungen Jahren spielerisch die Hygiene beibringen können. Nie war Erziehung so einfach.

- T34: Der historische Panzer inklusive Ketten, Gulaschkanone im Heck und einem Geschütz, mit dem sowohl Schaumreiniger als auch belegte Brötchen oder Kartoffeln (roh oder gekocht) abgefeuert werden können.

Jetzt zuschlagen und vorbestellen!



Mit vielen schönen Grüßen an Mr. M. für die Inspiration




Horst-Tappsy goes Cadillac Eldorado

....ach ja: Wir sind wieder hier. Horst-Tappsy und ich.

   ... Horst-Tappsy
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Mittwoch, 22. August 2007
La Dolce Vita
So....nu is mal wieder Pause hier. Bis Anfang September dann...

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In-Kontinent
Europa ist "In"-Kontinent. Deshalb wollen ja auch so viele rein. Und weil man das auch nur bedingt verhindern kann, ist der Kontinent so in-kontinent wie ein Teil seiner mittlerweile mehr und mehr geriatrischen Bevölkerung.

Elamel

Ironischerweise steht das Schiff inmitten schweineteurer Yachten, deren Liegeplätze allein monatlich in etwa so viel kosten wie eine 3bis4-Zimmerwohnung der gehobenen Preisklasse. Dieses Schiff aber liegt hier umsonst. Es gehört auch keinem der rotgesichtigen Parvenues, die eine der umliegenden Yachten behausen. Es gehört eigentlich niemandem mehr. Eigentlich liegt die Elamel an einer Stelle, an der sie gar nicht liegen dürfte. Nun liegt sie doch da. Die Elamel ist etwa 8 Meter lang, 3 Meter breit und vor einigen Wochen gestrandet. Die Fracht waren 35 Afrikaner, die sich aufgemacht hatten, in das gelobte Land zu gelangen. Das ist ihnen teilweise und kurzfristig auch gelungen. Dann aber sind die Afrikaner aufgefallen. Nicht weil sie so arm ausgesehen hätten. Nein. Das exakte Gegenteil. Sie sahen zu reich aus. Inmitten der Bleichgesichter mit Sonnenbrand und ausgetretenen Badelatschen befanden sich auf einmal 35 Afrikaner im feinen Anzug. Das war ihr Fehler. Niemand trägt dort Anzug. Niemand. Nicht mal Honoratioren.

Nun liegt die Elamel als Menetekel inmitten der teuren Yachten. Gut sichtbar, weil die Yachten ja alle im Hafenbecken dümpeln, die Elamel aber trocken liegt und damit all die anderen überhöht. Auch symbolisch als Metapher des schlechten Gewissens. Sie kam aus einer vermeintlich anderen Welt, schipperte über den größten Friedhof des Planeten und macht all den Yachtlern und Nautico-Clubberern und allen Touristen und Bewohnern täglich deutlich, dass es doch nur diese eine Welt gibt.

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Dienstag, 21. August 2007
Kein SchrittRoller weiter

Dieses Blog ist ab sofort no-go-area für den Schäuble. Hier geht´s für dich nicht mehr weiter. Punkt. Verstanden, Wolfgang?











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Montag, 20. August 2007
Karneval in Teheran
.....der Renner der Saison: PacMan-Kostüme...


....und das allerschönste: Ganzjährig!

   ... Kritzl
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Sonntag, 19. August 2007
Meine ganz persönliche sportliche Leistungsmotivationsfähigkeit
Tests sind lustig und deshalb mach ich die so nebenbei mal ganz gern. Jetzt gibts einen ausführlichen Test in Sachen Sport und darum weiß ich nun auch, weshalb ich nie zum Spitzensportler getaugt hätte.
Ich habe zwar ordentliche Werte in Sachen "Flexibilität" (98%) oder "Unabhängigkeit" (95%) und komme in Sachen "Dominanz" gar auf 100% (weshalb ich vermutlich nicht zum Mannschaftssport tauge und ich bei Fußball immer ins Tor stehen wollte), aber leiderleider gibts auch ordentliche Abstürze: "Zielsetzung" und "Selbstverantwortlichkeit" liegen weit unterm Durchschnitt. Und nun weiß ich auch, weshalb ich überhaupt keinen regelmäßigen Sport betreibe: Bei einer "Selbstdisziplin" von grade mal 15% ist das wahrscheinlich wenig verwunderlich....

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Samstag, 18. August 2007
.....made my day
Schöner Text im New Yorker: T Cooper, "Swimming"

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Marianne und die Mauer
Wenn die Jungens und Mädels in der Birthlerbehörde weiterforschen, werden sie nach der sensationellen Schießbefehl-Enthüllung bis in etwa 15 Jahren entdecken, dass es damals sogar mal eine Mauer gab. Eine Mauer, Marianne. Eine richtige Mauer.

   ... Poly-Tikk
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