Freitag, 17. Februar 2006
Falschparken
Ich nehm das oft nicht so ernst mit der Parkerei. Hierzulande weigere ich mich, die Parkuhren zu füttern (ist übrigens übers gesamte Jahr gesehen deutlich billiger mit den paar Strafzetteln zu leben).

Im Ausland verhalte ich mich ähnlich. Und wenn da mal ein Strafzettel an der Scheibe hängt: Was solls. Ignorieren. Von Übersee kommt da nie was hierher.
Dachte ich zumindest und musste mich eines besseren belehren lassen.
Die Australier sind ganz wild auf Parksünder!

Melbourne. Das Auto direkt vorm Backpacker abgestellt. Und weil man da im Stundentakt hätte nachschmeißen müssen, hab ich das gar nicht erst angefangen. Siehe da: Nach eineinhalb Stunden hängt schon das Ticket dran. 100 australische Dollar. Holla, dachte ich noch....immens teuer die Sache. Aber in der Urlaubsstimmung ist das ohnehin wurscht. Ich hatte ohnehin nicht vor zu bezahlen. Noch schnell vergewissert, wann die Zahlungsfrist abläuft: Sehr gut, da bin ich längst wieder aus dem Land draußen...

So weit, so gut. Ein halbes Jahr später flattert dann die erste Mahnung ein. Per Luftpost. Jetzt wollen sie schon 174 Dollar. Ein Grinsen kann ich mir nicht verhehlen. Ich schalte wieder auf Ignore.

Wieder ein halbes Jahr später: Alles muss seine australische Ordnung haben und daher kommt Mahnung Nummer 2. Dieses Mal haben sie nochmal hochgeschraubt auf über 250 $. Allerdings: Nirgends steht wohin und wie ich das Geld überweisen soll. Selbst wenn ich hätte zahlen wollen, ich hätte nicht gewusst wie.
Dieses Mal erlaube ich mir den Spaß und schmeiß das Ding wieder in den Briefkasten mit dem Vermerk "Return to sender". Was ich nie geglaubt hätte: Die bundesdeutsche Post schickt das tatsächlich wieder gen Australien (ohne Briefmarke!). 2 Wochen später hab ich exakt den gleichen Brief mit meiner return-to-sender-Anmerkung wieder in den Händen.
Also gut, dann eben in die Ablage.

Ein paar Monate später wurde es dann so richtig lustig: Der nächste Brief ist da! Jetzt steht nirgends mehr eine Summe. Scheint verdächtig. Ergo schnapp ich mir den Langenscheidt und kämpf mich durchs australische Behördenenglisch. Ich staune nicht schlecht. Die drohen mir jetzt nämlich mit der Ausstellung eines Haftbefehls. Wow.

Ich hab auch dieses Schreiben ignoriert, weshalb wohl mittlerweile ein Haftbefehl auf mich ausgestellt sein dürfte. Daher meide ich das Land vorerst mal (und hoffe darauf irgendwann mal mit einem neuen Pass wieder einreisen zu dürfen).
Hoffentlich kommts nicht zu einem Auslieferungsersuchen an die Bundesrepublik und hoffentlich stürmt nicht nachts ein australisches Agententeam meine Wohnung....

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Die Weisheiten des George W.
"Die meisten Importe kommen aus dem Ausland."

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Die Verschwörung der schwulen Pinguine

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Fehlprognose Nummero Drei
"Nach vierzig Jahren Bundesrepublik sollte man eine neue Generation in Deutschland nicht über die Chancen einer Wiedervereinigung belügen. Es gibt sie nicht."

Gerhard Schröder im Jahr 1989.

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Militärputsch
Wenn man mal ein paar Mal in entlegene Regionen der Welt gereist ist und man diese "Abenteuer" (die ja allenfalls begrenzt abenteuerlich sind) überlebt hat, scheint sich bei dem jeweiligen Reisenden ein Gefühl der Unverwundbarkeit einzustellen. Nicht umsonst sind es die "erfahrenen Traveller", die mit Malaria heimkommen.

Man beginnt also, sich immer waghalsigeren Situationen zu stellen. Die Suche nach dem neuen Kick. Nicht dass man sich bewußt auf Gefahren einlässt...es ist viel eher das "uns-kann-nichts-erschüttern-Gefühl"....

Und so kam es, dass wir "zufällig" mitten in einem Militärputsch gelandet sind. Anno 2000 und in Fidschi. Wer erwartet schon in einem Südseeparadies wie Fidschi einen Militärputsch?
Es war nicht so, dass wir nicht gewusst hätten, worauf wir uns da einlassen: Bereits ein paar Wochen zuvor hatten Rebellen das halbe Parlament als Geiseln genommen und das Auswärtige Amt hat auf seiner Homepage von Reisen in das Land dringend abgeraten (und die Anzahl der Länder ist immer begrenzt; z.Zt. sind es 6).
Der Hintergrund des Putschs war: In Fidschi leben etwa grob zur Hälfte "indigene" Melanesier und "zugereiste" Inder. Die letzte Wahl hatte ein Inder gewonnen und das fanden nun einige Melanesier wiederum nicht so gut. Putsch.

Als Mitteleuropäer konnten wir uns nicht vorstellen, was das konkret heißt. Man liest zwar hin und wieder von einem Putsch oder sieht es im Fernsehen, aber was das wirklich bedeutet....nein, das konnten wir nicht ermessen.
Es sah so aus: Bereits bei Ankunft wurde das Gepäck durchsucht, schon unten an der Gangway steht das Militär (das sich 1000x entschuldigt für die Unannehmlichkeiten) und in der Empfangshalle des Flughafens stehen viel zu wenig Zivilisten rum. Man nimmt sich dann ein Taxi um in die 30 km entfernte Stadt zu kommen. Auf 30 km kommen nicht weniger als 6 Militärkontrollen. Zwar durchsuchen sie nur die Autos der Einheimischen (weil sie wohl Devisenbringern keine Umstände machen wollten), aber das "Feeling" an sich reicht schon. Am 4. oder 5. Posten kommt dann auch ein Militär auf unser Fahrzeug zu und begrüßt uns in seinem Land, entschuldigt sich (wieder mal) für all die Malaisen, die wir erdulden müssten und versichert uns, dass wir uns ganz sicher fühlen könnten; das Militär würde schon aufpassen. Ganz ehrlich: Ohne die 3 MGs hinter den Sandsäcken hätte ich mich bedeutend sicherer gefühlt.
Irgendwann hat uns der Fahrer gefragt, ob wir denn Taschenlampen dabeihätten. Nichtsahnend hatten wir natürlich nicht. Etwa 1 Stunde später im Hotel ist uns dann schlagartig klar geworden, weshalb er uns Taschenlampen empfohlen hat: Die Rebellen hatten ein Kraftwerk besetzt und nach Gutdünken den Strom abgedreht. Flatsch....und eine 30.000-Einwohner-Stadt liegt in Gänze im Dunkeln. Angesichts der Ausgangssperre hatten wir ohnehin nicht vor, nächtliche Spaziergänge zu unternehmen, aber der Gang auf die Toilette fällt einem bei Lichte besehen doch leichter...

Am Ende ist man reif für die Insel....

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Donnerstag, 16. Februar 2006
Die andere Seite der Medaille
Was ich mich grade eben gefragt hab: Was hängen die denn in Turin als Medaillen um? CDs? DVDs? So sehen die Dinger zumindest aus...Seltsame Medaillen...

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Der Irre von Anti-Zion
Die Dummbatzen vom rechten Rand bedienen sich immer öfter höchst seltsamer Quellen. Man erwartet ja nicht, dass diese Knallchargen einen Sinn für Logik entwickeln, aber irgendwie gehen denen mittlerweile die Feindbilder verlustig:

Die einen schwadronieren von der islamischen Bedrohung, während die anderen in Mr. Quotenirrahmadinedschad den großen Widerständler und Heilsbringer sehen.
Ganz "spaßig" wirds dann, wenn die Antisemiten Alibijuden herzeigen. Norman Finkelstein als Haus- und Hofjude derer, die mal nebenbei den Holocaust relativieren wollen.

Oder noch viel besser: Gerard Menuhin. Der Sohn von Yehudi Menuhin als Irrlicht und Freund der rechtextremistischen Spinner.

Er selbst sieht sich als Pragmatiker. Seine Selbstbeschreibung:

"Die praktischen Lösungen im Falle Deutschlands entsprechen am ehesten den Vorstellungen der gemässigten, verfassungstreuen Rechten. In der BRD würde daher außer der National-Zeitung wohl keine größere Publikation meine, wie ich glaube, ganz vernünftigen Ideen veröffentlichen. "

Das bezieht sich nun auf die Nationalzeitung des Millionarios Frei. Allerdings gab es auch Veröffentlichungen in NPD-Organen. Da fragt man sich dann, was wohl die weniger gemäßigten Kräfte der Rechten sind (wenn Herr Menuhin schon der Ansicht ist, dass DVU und NPD "gemässigt, verfassungstreu rechts" sind).


Diesen grenzdebilen Blödsinn schreibt die Nationalzeitung über ihren Superstar:

"Moshe Menuhin, der bedeutende Publizist und Kulturphilosoph aus altem Rabbinergeschlecht, war anderthalb Jahrzehnte bis zu seinem Tode 1982 Mitarbeiter der National-Zeitung und mehrere Jahre auch Leiter des kulturpolitischen Ressorts unseres Blattes. Sein Sohn Sir Yehudi Menuhin (1916-1999), der begnadete Violinvirtuose und Dirigent, reichte als einer der Ersten unter den jüdischen Prominenten der Welt nach 1945 dem deutschen Volk die Hand zu einer ehrlichen Aussöhnung; man denke nur an seinen berühmten gemeinsamen Auftritt mit Wilhelm Furtwängler im noch schwer vom Krieg gezeichneten und von alliierten Militärdiktatoren beherrschten Berlin. Gerard Menuhin, Sohn von Sir Yehudi, setzt die Familientradition fort. Er hat sich die Durchsetzung von Wahrheit und Gerechtigkeit auch für das deutsche Volk als Grundlage wirklicher Versöhnung zum Ziel gesetzt. Davon zeugen unter anderem seine regelmäßigen Beiträge in unserer Zeitung. Kräfte, die wohl treffend als Handlanger einer Maulkorb-Mafia charakterisiert werden können, wollen den jüdischen Wahrheitssucher mundtot machen. Wir berichteten. Gerard Menuhin aber will sich nicht beugen noch brechen lassen. Jetzt kündigt der Münchner FZ-Verlag sein neues Buch DIE ANTWORT an. Es kommt übernächsten Monat heraus als Abrechnung mit der Maulkorb-Mafia, als Enthüllung über Machenschaften hinter den Kulissen, als ein „J’accuse“ („Ich klage an“) in Zola’scher Tradition gegen Kollektivan-klagen, die ein ganzes Volk diskriminieren sollen."

Angesichts der Freis, Mahlers und Menuhins muss man für die Existenz des Verfassungsschutzes täglich neu dankbar sein...

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Chronische Telefonitis II
Was ist das wieder für ein Tag?

Seit einer geschlagenen Stunde werde ich dauerangefaxt (auf mein normales Telefon wohlgemerkt) von irgendeiner Nummer aus Köln-Pulheim. Super!

Nachdem es jetzt (kein Witz!) das 18. Mal hier geklingelt hat (und ich auch immer brav abnehm: Es soll für die Leute schließlich auch was kosten und seien es nur ein paar Cent) kenn ich die Nummer auswendig.

Wer mag, darf mal ein Fax hinschicken: 0220869838

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Fehlprognose, die zweite
"Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist nur eine vorübergehende Erscheinung."

Wilhelm II.

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Prost
Wie schlachtet man standesgemäß einen 93er-Pichon Longueville (Baron)?

Brauchts dazu einen Anlass oder ist die rituelle Schlachtung bereits der Anlass?


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Montag, 13. Februar 2006
Fehlgeleitete Entwicklungshilfe
Jahrelang stand ein seltsames Monument in der Nähe der Stadt George an der südafrikanischen garden route:

Mitten auf einer saftig grünen Wiese standen Hunderte, wenn nicht Tausende Klohäuschen. Weiß getüncht, mit Strom und Wasseranschluss (funktionsfähig!) standen sie jahrelang mitten in der Landschaft. Vereinzelte Besucher waren südafrikanische Surfer, für die das der billigste Campingplatz aller Zeiten war.

Der Grund, weshalb die Dinger da rumstanden, war ein Township einige Kilometer weiter. Dieses sollte in einer Art "Hilfe zur Selbsthilfe" aufgelöst werden und die Klohäuschen waren so eine Art Starthilfe. Nur ist kein Mensch auf die Idee gekommen, die Leute dort zu fragen, ob sie denn wirklich umsiedeln wollten (wollten die nämlich gar nicht).

Und so standen die Dinger jahrelang nur rum, ehe sich dann doch zaghaft eine kleine Siedlung entwickelt hat...

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Fehlprognose, die erste
"Die Mauer wird bei Fortbestehen der Gründe noch 50 oder 100 Jahre bestehen."

Erich Honecker, 1989

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Sonntag, 12. Februar 2006
Löwenjagd
Der Kampf der Kulturen geht weiter: Im Sport.

Nachdem man mit dem WM-Logo bereits ein völlig bescheuertes Symbol geschaffen hat, das mich eher an Werbung für Ecstasypillen erinnert, denn an Sport, hat man dann mit dem offiziellen Maskottchen noch eins draufgelegt:

Goleo heißt das völlig verblödete Vieh mit dem man sich in der Welt nur blamieren kann. Goleo bewegt sich wie ein überfressener Koala auf Drogenentzug. Dazu redet er klugscheißerisch daher. Das übrigens mit einer Stimme wie ein Brummbär aus der Abteilung "Traumatisierte Zootiere".
Was das mit einem Löwen zu tun haben soll, ist mir schleierhaft. Dazu kommen die zu erwartenden diplomatischen Verwicklungen, die der unzüchtige Goleo auslösen wird: Wie kommt denn bei Kindern, Verklemmten und allen weltweiten Fundamentalisten das an? So ganz ohne Hose....
Überhaupt ist das Vieh ganz offensichtlich abgekupfert: Ihr kennt noch Samson aus der Sesamstraße? Der Unterschied: Samson war sympathisch.

Darum: Die Löwenjagd ist eröffnet. Den Anfang macht mit einem donnernden Halali der Eierschauckler:

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Ganz in Weiß...
Alles ist neuerdings weiß: Nicht nur, dass hierzulande seit grob 4 Monaten eine weiße Schneeladung liegt. Nein, immer mehr sind in Weiß gekleidet. Ob das nun daran liegt, möglichst wenig auffallen zu wollen und praktisch mit der Außenwelt zu verschmelzen, sei einmal dahingestellt.

Olympia: Sophia Loren. Weiß.
Olympia: Fast jedes zweite Trikot. Weiß.
BundesvisionSongContest: 2 Bands. Weiß.
Das idiotische Löwenmaskottchen der WM: Weiß.

Da hat sich wohl die grenzdebile Raffaello-Werbung nachhaltig ausgewirkt.
Für mich sieht das aber immer ein bißchen aus, wie ein Sommerpicknick einer psychosomatischen Privatklinik. Und: Spätestens Uriella und Fiat Lux haben Weiß als Modefarbe endgültig diskreditiert.

Weiß darf nur sein: Der Schnee und mein iPod.

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Saudumme Sprüche (VIII)
...was man im deutschen Fernsehen so alles quotenirr dahersabbeln darf*:


"...in Europa wurden vor 3-, 400 Jahren auch Hexen verbrannt. Da hat damals auch keiner der Aufklärer dagegen protestiert."

"Was mich an den Islamisten stört, ist dieses KREUZzüglerische..."

Helmut Markwort bei Sandra Maischberger


*(nicht wörtliches Zitat, aber der Zusammenhang stimmt so)

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IKEA
Sollte Ihnen einmal langweilig sein oder wenn Sie neuen Schwung in die Ehe/ Partnerschaft bringen wollen, empfiehlt sich ein Besuch bei IKEA. Vorzugsweise am Samstag, wenn es schön voll ist. Am besten bereitet man das bereits vorher vor. Das geht ganz einfach: Nehmen Sie sich vor, wegen Billy zu IKEA zu fahren.

Bei IKEA angekommen:

Als Frau: Sofort einen der blau-gelben Beutel schnappen. Fortgeschrittene drücken am besten ihrem Partner auch noch einen in die Hand.

Als Mann: Dumm fragen, weshalb man denn einen der blau-gelben Beutel braucht. Billy würde man doch im Hochregallager abholen und das passe gewiss nicht da rein.


Nun ab in die Möbelabteilung.

Mann: Gehen Sie zügig. Ideal ist es wenn Sie die Partnerin beinahe abhängen. Eine gute Übung ist es auch eins der Kinder anzurempeln, die nicht im Kinderparadies abgegeben worden sind.

Frau: Sitzen Sie in möglichst viele Sofas. Am besten den Partner auch auf die schöne Deko aufmerksam machen. Planen Sie auch den Punkt ein, angesichts des plärrenden Kindes, das der Partner angerempelt hat, ihn wegen seiner kinderunfreudlichen Art anzupampen.


Sollte einmal ein Kind via Lautsprecher aus dem Kinderparadies abgeholt werden wollen (und die Wahrscheinlichkeit liegt bei 100%):

Frau: Fragen Sie: "Bei IKEA weiß man immer, welche Namen grade hip sind. Welchen Namen würdest du denn schön finden? Lukas? Lisa? Nico?"

Mann: Antworten Sie: "Haben die keine Großeltern? Bin ich froh, dass wir keine Kinder haben."


Nun der Höhepunkt: Schnäppchenmarkt!

Mann: Drängeln Sie weiterzugehen. Machen Sie läppische Bemerkungen über den Kitsch und erwähnen Sie bitte mindestens 5x, dass Teelichten sinnloser Krampf sind.

Frau: Sie sind hier die wichtigere Person. Ignorieren Sie den Partner gänzlich und wühlen Sie ausgiebigst in den Auslagen. Stecken Sie bitte mindestens 3 Säcke Teelichten ein und sagen dem Partner wie unromantisch er sei. Bitte nehmen Sie für Übungen zuhause auch eine dieser Pflanzen mit, die mittels Lichtschock sofort krepieren, sobald sie den Markt verlassen haben. (Da lässt sich noch Wochen später drüber diskutieren.)


Die Geplänkel lassen sich dann beliebig fortsetzen bis zur Kasse. Vor allem die männliche Rolle verlangt hier viel Ausdauer: Motzen Sie darüber, dass der Kleinmist 3x soviel kostet wie Billy und verlangen Sie, dass frau gefälligst ihren Scheiß selber einpackt (die Betonung muss auf "deinen Scheiß" liegen).


...Sie werden sehen: Es wird ein voller Erfolg. Und das Schöne dabei ist...

Sie sind nicht allein. Allen geht es so. IKEA ist die größte Paartherapie der Welt.

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Samstag, 11. Februar 2006
Saudumme Sprüche (VII)
Lieber eine weitere Inflationierung, weitere Steigerung der Arbeitslosigkeit, weitere Zerrüttung der Staatsfinanzen in Kauf nehmen, als das anzuwenden, was wir als Rezept für notwendig halten.

Franz-Josef Strauss

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Damals...
Noch schlimmer als
jemanden zu treffen, den man nicht mehr kennt
, ist jemanden zu treffen, den man nie wiedersehen wollte.

Könnte zum Beispiel Uschi sein. Ich kenn zwar keine Uschi, aber wenn ich jetzt schreibe, dass ich Kerstin aus der 9. Klasse (damals...) nie wieder sehen will, könnte sie beleidigt sein, dass ich sie

a) nie wieder sehen will und

b) das jetzt auch noch öffentlich kundtu`.

Drum nenn ich Kerstin Uschi und niemand ist böse.

Es kann nur schieflaufen, sollte mir Uschi je wieder über den Weg laufen. Nicht, dass ich wirklich was gegen sie hätte. Auch hat sie mir nie was getan. Aber sie war immer eher dieses Neutrum, mit dem man damals nie etwas zu tun haben wollte. Nicht besonders helle, kein Stil, kein Image, nicht hübsch. Nix!
Damals konnte man das noch irgendwie "handeln" (<- würde man heute sagen, obwohl man das damals schon gemacht hat; nur hat das damals keiner gewusst, dass es so heißt). In der Anonymität der Klasse konnte man sich herrlich verstecken. Außerdem konnte Uschi ohnehin keiner leiden. Von daher war das quasi ein Naturgesetz.

Heute ist das alles ungleich schwerer: Selbst bei einem Klassentreffen kann man sich da nicht mehr sicher sein (allein ist die Übung noch ungleich schwerer). Mal angenommen, ich treff sie wieder....es kann nur schief laufen:

- Entweder ist sie noch immer die Außenseiterin und wohnt immer noch in ihrem Kinderzimmer, oder

- sie hat Medizin studiert, habilitiert grade in Stanford oder Berkeley und fährt im neuen Jaguar vor.

Beide Versionen sind saudumm. Version 1 suggeriert sofort: Leg dir umgehend Schuldgefühle zu, dass du so fies warst, die arme Uschi über 4 Jahre so zu trietzen. Dank dir hat sie ihr halbes Leben in Therapien verbracht.
Nummero Zwo ist auch nicht besser: Trotz deiner wenig netten Art hats Uschi zu was gebracht. Und verdammt: Wieso bist du Uschi nicht vor 5 Jahren mal übern Weg gelaufen, ehe sie diesen Investmentbanker angeschleppt hat?


Das schlimmste am Ganzen ist: Mir ist heute - im Gegensatz zu damals - meine Heuchelei peinlich. Ich will Uschi nicht mit Nettigkeiten volllabern, die ich gar nicht so meine...


Meine einzige Lösung: Uschi in mein Nachtgebet einschließen und hoffen, dass ich sie nie wiederseh´

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Hallo, weißt du noch...? Damals...?
Kennen Sie das? Da kommt ein wildfremder Mensch auf einen zu, begrüßt einen namentlich, ist angeblich begeistert, einen endlich nach so langer Zeit wieder getroffen zu haben....und selbst hat man keinen blassen Schimmer, wie der Gegenüber heißt, geschweige denn, woher man ihn/sie nun kennen soll.
Dann fängts an peinlich zu werden: Natürlich traut man sich nicht, offen und ehrlich die Wahrheit zu sagen (könnte ja sein, dass es jemand ist, den man damals ziemlich gemocht hat). Also beginnt man erstmal um den heißen Brei herumzureden in der Hoffnung, dass man dadurch etwas mehr erfährt. Jetzt keinen Fehler machen und konzentrieren: Schule? Ex-Kollege? Kindergarten gar? Ex-Freundin? Musikverein? Das Besäufnis vom letzten Karneval?

Aber es hilft alles nix: In der Regel scheitert man und Mr./Mrs Gegenüber durchschaut das Spiel (sagt aber meist keinen Piep, weil man wohl selbst die Enttäuschung nicht preisgeben möchte).

Was bleibt: Ein leicht säuerliches Gefühl in der Magengrube.

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Saudumme Sprüche (VI)
Es hat in dem Jahrhundert einen gegeben, der die Fragen endgültig lösen wollte; er war nach zwölf Jahren am Ende.

(Otto Wiesheu über den Atomausstieg.)

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Wie ich einmal einem suizidalen Vogel begegnet bin
Die Strecke zwischen Adelaide und Sydney ist lang. Lang und meist eher recht einsam. Selten begegnen einem Autos oder Lastwagen.
1 Stunde hinter Burra (Ein Kuhkaff; eher ein nettes Roadhouse, das im Restaurant die Bilder sämtlicher Schüler der Schule ausstellt. Alle 3 durften sich verewigen.) mitten auf kerzengerader Strecke dann auf der rechten Seite ein einsamer Pfosten mit einem genauso einsamen Vogel drauf.
Ich nehme mal an, das arme Vieh hatte Depressionen. Und so hat der Vogel seinen Abgang geplant. Wie hoch ist sonst mitten im Outback die Wahrscheinlichkeit, dass ausgerechnet jetzt ein Auto kommt? Auf jeden Fall hat er sich exakt in dem Moment vom Pfosten erhoben, als ich vorbei gefahren bin. Voll in die Windschutzscheibe rein, ein paar letzte Überschläge und der Vogel war von uns gegangen.

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Freitag, 10. Februar 2006
Saudumme Sprüche (V)
Noch einer:

Wir führen keinen Krieg, aber wir sind aufgerufen eine friedliche Lösung im Kosovo auch mit militärischen Mitteln durchzusetzen.

(Gerhard Schröder am Tag des Kriegsbeginns gegen das damalige Jugoslawien)

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Weder kategorisch, noch Imperativ. Trotzdem Kant
Übermorgen vor 202 Jahren ist Immanuel Kant gestorben. Nie war er aktueller denn heute. Drum das Zitat des Tages aus seinem Werk "Versuch über die Krankheiten des Kopfes". Sein Kommentar über Fanatiker:

"Die menschliche Natur kennt kein gefährlicheres Blendwerk."

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Kaufbefehlkaufbefehlkaufbefehlkaufbefehl
In heavy rotation:

Johnny Cash: The Man comes around




Auf dem nicht vorhandenen Nachttisch:

Mark Juergensmayer: Terror im Namen Gottes

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Bloggen gegen die Mullahs
Um das gängige Bild vom heutigen Iran zu korrigieren, lohnt der Blick in einige Blogs:

Einer mit süßen Halluzinationen oder auch einer mit revolutionären Texten (siehe hier)

Stimmen aus dem Exil: Hier und hier

Interessant dabei ist, dass bloggen im Iran mittlerweile "Volkssport" ist. Farsi ist noch vor Spanisch, vor Deutsch, vor Chinesisch die Sprache Nummer 4 weltweit beim bloggen (Quelle: Spiegel Online). Ungefährlich ist es übrigens nicht: Die ersten Blogger wurden verhaftet und verurteilt.

Die Zeit hat eine kleine Liste zu iranischen Bloggern zusammengstellt.

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Donnerstag, 9. Februar 2006
Saudumme Sprüche (IV)
...und noch ne Folge:


Zweifellos steht nämlich die Tolerierung und aktive Propagierung der Homosexualität in kausalem Zusammenhang mit dem größten Problem der deutschen Gesellschaft, ihrem Bevölkerungsrückgang. (Martin Hohmann)

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Saudumme Sprüche (III)
Was hatte der denn nachts noch auf der Strasse zu suchen?

Der ehemalige Bürgermeister Egon Wochatz über den im Februar 1999 von Neonazis zu Tode gehetzten Asylbewerber Omar Ben Noui

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Saudumme Sprüche (II)
Es gibt drei Gemeinsamkeiten zwischen einem Storch und einem Preussen: grosser Schnabel, kleines Hirn und der Drang nach Süden.

(Günther Beckstein)

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Ein Schelm, wer böses dabei denkt...
Interessant, die google-Suchergebnisse für das Wort failure

Auch die "Auf Gut Glück"-Option ist da recht aufschlussreich.

   ... Poly-Tikk
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Saudumme Sprüche (I)
Hört mit dem dummen Geschwätz auf, denn ohne den Pazifismus der dreißiger Jahre wäre Auschwitz gar nicht möglich gewesen.

(Heiner Geißler)

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Das sollte aus jeder Küche entfernt werden
- Maggi
- Mikrowelle
- getrocknetes Basilikum (es schmeckt wie Heu)
- Tütensuppen
- Fertigsoßen
- Instantgemüsebrühe

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Mittwoch, 8. Februar 2006
Kucki, das Entlein.
Wissen Sie was die Enten im Winter machen, wenn die Seen zufrieren?

Antwort darauf gibt ein gut 30 Jahre altes Kinderbuch:

Die einen ziehen um an fließende Gewässer um dort dem Hungertod nahe weiterzugründeln.

Die anderen aber, und das müssen die Freaks unter den Enten sein, die hauen ab nach Afrika. Dahin wo es warm ist.

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Kinderschoki

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Das Grauen hat einen Namen:
...Neubaugebiet!

Das seltsame an Neubaugebieten ist, dass sie von einer besonderen Spezies bewohnt wird: Dem homo sapiens neubaugebietiensis. Er hebt sich vom gewöhnlichen homo sapiens sapiens dadurch ab, dass er unmittelbar nach Fertigstellung des meist potthäßlichen Eigenheims sofort eins dieser Gartenhäuschen aus dem Baumarkt aufstellt. Generell gilt: Sobald der erste ein Häuschen aufstellt, vermehren sich binnen Wochen die Häuschen allenthalben wie die Pilze.

Dazu hat dann der homo sapiens neubaugebietiensis in aller Regel 2-3 plärrende Kinder, die vor allem in den Schulferien bereits ab 8 Uhr einen Heidenlärm veranstalten. Sehr beliebt sind bei kleinen Kindern Bobby-Cars. Da schließen sich dann regelrechte Bobby-Car-Gangs zusammen, die den ganzen Tag nichts anderes zu tun haben, als mit den elenden Dingern hin- und herzurutschen.

Das merkwürdigste aber ist: Diese Menschen bauen sich riesengroße Terassen, auf denen eine 30köpfige Mannschaft locker Square Dance tanzen könnte. Nur: Man sitzt nie draußen...

Da hilft nur eins: Wegziehen!

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Ein Vorschlag in aller Güte
Liebe Muslime, die ihr wegen der Karrikaturen beleidigt sein solltet, wir haben da einen Vorschlag, wie wir die Sache aus der Welt räumen: Wir schließen Dänemark von der Fußballweltmeisterschaft aus und damit ist dann gut, oder?

   ... Poly-Tikk
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Pimp my Blog
Ich hätte auch gerne ein schönes Layout. Hab aber keinen blassen Schimmer wie das geht. Gibts irgendwo eine Anleitung für völlige Dummies?

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Dienstag, 7. Februar 2006
Chronische Telefonitis
Wie geht man mit diesen Werbefritzen um, die einen bevorzugt am Feierabend anrufen und weiß der Deibel verkaufen wollen? Irgendwann hat man alle Strategien durch und trotz allem lassen die sich stehaufmännchengleich nicht unterkriegen:

Zuerst ist man ja noch freundlich und lehnt das Ansinnen höflich ab. Mit dem Erfolg, dass der gleiche Mensch am nächsten Tag wieder anruft. Na schön, dann legt man eben das Telefon neben sich hin und wartet, wie lang der Mensch nun wohl die Leitung vollquasselt, ehe er merkt, dass keiner mehr zuhört. (Erstaunlich lang! Manche bringens da mal locker auf 2-3 Minuten).
Die nächste Strategie ist dann auf die Frage, ob man mit Herrn XXX spreche, zu antworten: Ja, aber nicht mehr lange.
Aber nicht mal das hilft. Nicht mal wegdrücken. Nix. Man will scheinbar in jedem Fall mit mir sprechen.

Das letzte Mal habe ich dann drum gebeten, doch bitte unter dieser Nummer anzurufen: 0800 - 111 0 111. Ist übrigens die Telefonseelsorge.

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Dubya und der Irak
Das Konterfei von George Bush, zusammengepixelt aus Fotos gefallener GIs



Und das Ganze gibts auch noch in groß

   ... Poly-Tikk
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Anglizismen deren Gebrauch wir persönlich übel nehmen
- bodybag
- outlet center
- back shop, back factory
- come in and find out
- cereals
- absaven
- occasionen
- global sourcing manager
- must-have-Artikel
- Swapgeschäft

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Équipe de charlots...
...auf Deutsch: Gurkentruppe. Pünktlich zur Fußball-WM wird ein Fußballwörterbuch
auf den Markt geschmissen, das von barraca de cerveja bis hin zu internationalen Anmachtipps nix auslässt.

   ... Spocht
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Montag, 6. Februar 2006
Nkozi sikelelel Afrika....
...so beginnt die südafrikanische Nationalhymne. Übersetzt: Gott schütze Afrika. Und ja: Gott sollte Afrika schützen. Nirgendwo sonst erlebt man solch elementare Dinge.

Wer Bürokratie in seiner ausgeprägtesten und perfekten Form erleben möchte, der kommt um einen längeren Afrikaaufenthalt kaum rum. Nur hier blüht und gedeiht der Verwaltungsaufwand. Nur in Afrika lernt der Reisende die verhältnismäßig geringe Korruption Mitteleuropas zu schätzen.

Ganz besonders findig sind die Beamten des Staates Swaziland. Und vor allem die an der Staatsgrenze. Das beginnt schon, wenn man sich in die gewöhnlich sehr lange Schlange einreihen möchte. Man wird sofort als lohnendes Ziel ausgespäht und an allen Wartenden vorbei nach vorn gewunken. Noch völlig verblüfft über so viel Kundenfreundlichkeit beginnt man mit der Beantwortung eines mehrseitigen Fragebogens (woher man kommt, wohin man geht, wieviel Geld man dabei hat, wieviel man davon ausgeben wird; Reifengröße, Hubraum, Farbe der Sitze, Radiosender der grade läuft, usw...). Danach scheint alles gut. Bis der zuständige Beamte drum bittet, ihm doch einen Brotkorb abzukaufen. Preis: Umgerechnet 2 €. Ist ja nett, aber man braucht das in der Situation nicht wirklich. Dumm nur, wenn man das Ganze für ein Angebot hält.

Dann nämlich holt der Mann seinen Kollegen um das Auto "kurz" zu inspizieren. Dieser legt seinen geschätzten 150kg-Körper erstmal vor den Kühler. Der andere beginnt in Tolstois Krieg und Frieden (auf Deutsch, ca. 1500 Seiten) zu lesen. Und auch hier: Wer Langsamkeit erfahren möchte, ist in Afrika gut beraten, selbige zu suchen.

Ergo: Nach 2 Minuten (der Mann mit dem Buch hat grade das erste Mal umgeblättert) ist man bereit alles abzukaufen.

Übrigens: Man darf sich lt. dem Beamten natürlich gerne beschweren, nur würde das 2 Körbe kosten.
Wir haben darauf verzichtet.

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Die Firma mit dem T
Wehe man braucht sie...die Kerls von der Telekom. Dann verlangen sie 40 (!) € allein für die Anfahrt. Es entwickelt sich folgender Dialog:

T: "...wird aber 40 € kosten, wenn wir kommen."
Ich: "Kein Problem, ich kann sie abholen."
T: "Dürfen wir nicht."
Ich: Ich schick Ihnen ein Taxi."
T: "Tut mir Leid, wir müssen den Dienstwagen benutzen."

Das Ende vom Lied: Es stehen 3x 40€ Anfahrt da, die das Fazit ziehen: "Ihr Telefon geht nicht."

Danke, das wusste ich auch.

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Normal ist das nicht
Es fängt eigentlich gaaanz harmlos an (wenngleich man weiß, dass eine der Firmen beteiligt sein werden, die auf der Hassliste neben der Deutschen Bahn einen der Spitzenplätze einnehmen). Alles beginnt mit einem ISDN-Anschluss (jaaaaa, hat man eigentlich schon seit 1952...). Das wunderschöne in diesen IchhableiderdenBuchstabenvergessen-Punkten ist ja: Man wartet erstmal ungefähr 20 Minuten bis einer Zeit findet. Das ist dann meistens leider grade ein(e) Auszubildende(r), die/der einem stinkefreundlich erklärt, dass man nochmal warten muss (Auszubildende in dem Betrieb, dessen Buchstaben ich vergessen habe, scheinen generell nur für den Kundenempfang vorgesehen zu sein). Also weiter warten. Dann endlich: Heiligabend! Bescherung! Das Mädel am viel zu kleinen Tischchen ist begeistert von meinem Ansinnen und schafft es nach geschlagenen 20 Minuten auch endlich den richtigen Telefonanschluss zu finden. Sie verspricht mir dann, dass die Freischaltung am 12.12. stattfinden werde. Schön. Ein paar Tage. Geht ja noch...

Jetzt brauchts nur noch ne Firma mit der man ins Internet kommt. Die Wahl ist dann gefallen: freenet. An dieser Stelle sollte einmal der Werbespruch zitiert werden, mit dem freenet wirbt (und bitte: Ganz wichtig...diesen Spruch immer im Hinterkopf haben!!!): "Normal ist das nicht".
Die Registrierung und Bestellung läuft so weit einigermaßen passabel. Das übliche Blablubb mit den AGBs undsoweiter und dem Versprechen, man setze sich mit dem ISDN-Betreiber in Verbindung. Ist das schön....service at its best. (Denkt man, traut aber dem Braten dann doch nicht).

Ein paar Tage später: Telefon platt. Futsch und aus.
Dazu flattert dann ein nettes Briefchen rein, dass die ISDN-Freischaltung durch die Buchstabenfirma erst am 24.12. klappt (kein Mensch kann mir erzählen, dass bei denen an Heiligabend gearbeitet wird). Übrigens: Das Brieflein stammt NICHT von der Buchstabenfirma.

Aber gut, man ist ja bereit, das ein oder andere Malheur zu entschuldigen. Wir sind ja allzumal Sünder unter dem weiten blauen Himmel des Herrn.
Und: Immerhin es klappt dann doch irgendwie mit ISDN. Auch die Lieferung der Hardware klappt mit etwa 2wöchiger Verspätung dann doch ganz gut (man wird bescheiden in diesen Zeiten und angesichts Weihnachten beginnt man umgehend mit der Vergebung solcher Unzulänglichkeiten).

So richtig lustig wird es dann Anfang Januar, wenn man sich endlich in die Untiefen des Internet stürzen will:
Dazu brauchts natürlich eine PIN inkl. Passwort. Das aber ist bisher auch nach über 4 Wochen nicht eingetroffen. Also beginnt man mit der Recherche. Gar nicht so einfach: Man hat die Wahl zwischen Hotline via 0900er-Nummer (0,12-1,24€/Minute; ich mag diese präzisen Angaben) oder aber via EMail. Die Wahl ist schnell getroffen. EMail soll es sein. Gut. Und so ne PIN + Passwort neu anfordern kann ja nicht allzu schwer sein.

Die Firma scheint für Malaisen aller Art gerüstet zu sein (oder aber man hat bereits leidvolle Erfahrung mit verärgerten Kunden gemacht und denkt sich: "Wen man nicht überzeugen kann, den muss man verwirren" <-- was aber auch meine Lebensmaxime ist). Daher bietet man im Servicebereich mal gleich 20 verschiedene Kontaktformulare an. Darunter so illustre wie "geheimbild.de" oder "Lottokiosk".
Ich entscheide mich für "Fragen zur Bestellung" und schreibe eine EMail mit meinem Problem.

Antwort:
"Diese EMail-Adresse beantwortet keine Fragen. Bitte richten sie ihr Anliegen an folgende Adresse...."

Na gut. Dann eben das Gleiche nochmal an die neue Adresse.

Antwort:
"Ihre Bestellung ist abgeschlossen."

Das ist der Punkt, an dem freenet die Buchstabenfirma und die Deutsche Bahn auf der Liste eingeholt hat.
Die EMail werden schärfer und böser ("sehen wir uns gezwungen, eine Verbraucherzentrale einzuschalten").

Aber man bleibt nicht untätig in Sachen Kundenzufriedenheit: Zwischenzeitlich trifft ein EMailfragebogen eben dazu ein. Würde ich den jetzt ausfüllen, ich würde im Gefängnis landen.

Aber auch die erneute EMail wird beantwortet. So schnell übrigens wie nie zuvor. Dieses Mal sogar von einem Menschen und nicht von einem Bot. Man sei sehr bemüht, mir zu helfen und verstehe meine Verärgerung. Leider aber sei man die falsche Anlaufstelle, ich solle es doch mal unter dieser Adresse und blabla...

Aber man macht auch das noch mit und versuchts noch von vorn (immer getreu dem Glauben an den freenet-Satz "Wir lassen sie nicht allein.").

Antwort: "...aus Datenschutzgründen können wir Ihnen nur dann eine neue PIN schicken, wenn sie sich an unsere Hotline 0900/1750850 wenden..."
Schön. Dann telefoniert man mit Frau Palatziogloudis vom Call-Center in einer unterentwickelten Region der Dritten Welt (könnte Guatemala oder Bhutan sein), die einem verspricht, sich des Problems anzunehmen.

Ach ja: Wir haben den 06.02.06, die Bestellung ist 7 Wochen alt und noch ist nicht in Sicht, wann das nun funktionieren wird.

Alles wird gut.

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