Mittwoch, 21. September 2011
Panorama: Ligurien
klick auf Foto macht groß

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Donnerstag, 1. September 2011
Neu macht der September
Sie werden es eventuell ahnen: Ich war nochmal schnell weg und unterwegs. Damit hat es sich dann aber auch mit der Reiserei für dieses Jahr. Das ist schade, weil es dieses Jahr so ist, dass jedes Mal wenn ich verreise, ein arabischer Despot stürzt. Auf dem Weg nach Vietnam stürzte Ben Ali in Tunesien, irgendwo in Laos dann Mubarak und nun ist Gaddafi weg, dem man wenigstens noch halbherzliche Glückwünsche zum heutigen 42. Jahrestag der Revolution wünschen möchte, weil man ahnt, dass es sonderlich viele Feiertage für ihn nicht mehr geben wird und er wohl dort endet, wo auch schon andere Diktatoren enden: In Erdlöchern und Bunkern.

Sehr gerne stelle ich mich aber in der Dienst der Arabellion: Wenn Sie nun bitte freundlicherweise Geld auf mein Konto überweisen möchen, dann werde ich nochmals verschwinden, ganzegalwohin, die Syrer werden es Ihnen sicherlich danken.



Gut, es gibt schlimmere Dienstreisen als diese nun, aber es gibt auch schöneres als Dienstreisen und deshalb ist das nun die letzte dieser Art. Ein netter und recht schöner Abschluss und ein schöner Start in etwas völlig neues.

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Freitag, 19. August 2011
Bloodlands
Irgendwann in den späten 80ern begannen die Darkos und die Drazens und die Danijels der Schule immer mehr zu betonen, dass sie gar nicht aus Jugoslawien stammen sondern vielmehr Serben oder Kroaten oder Slowenen sind. Uns erschien das damals eher ein bißchen wie ein und dieselbe Mischpoke und die Unterscheidung eher so relevant wie die zwischen Badnern und Schwaben.



Aber da täuschten wir uns dann gewaltig, weil es weit über bundesdeutsche Frotzeleien zwischen Preussen und Bayern oder Badnern und Schwaben hinausging. Die manchmal offene Feindseligkeit zwischen den Darkos und den Mihaels hatte viel unversöhnliches und war ziemlich ernst gemeint, was wir damals so übehaupt nicht erkannt haben. Man mag es eventuell naiv nennen, aber wir waren eben auch noch recht jung, auch wenn wir alle cold war kids waren und mit Mutlangen und Pershings aufgewachsen sind. Das war aber etwas völlig neues.



Irgendwann wurde uns das alles sehr fremd. Etwa als Hrvoje anfing, neuen Lehrern seinen für deutsche Ohren und Augen gewöhnungsbedürftigen Namen mit dem Satz "Hrvoje mit Hrv wie Hrvatska" nahezubringen. Endgültig verständnislos waren wir dann mit Ende der Schule, als 40% der Klasse geschlossen den Wehrdienst verweigerte (der Rest waren wehrdienstuntaugliche Vereinsfußballer und Mädels), unsere Mitschüler aus dem damaligen Jugoslawien aber ganz heiß darauf waren, vermeintliche Heimatländer zu verteidigen, die sie allenfalls aus Urlauben und Erzählungen ihrer Eltern kannten.



Und während wir in diesem Sommer an die Cote d´Argent fuhren und uns unterhalb der Dune du Pyla bei zuviel Rotwein mit der Jugend Europas verbrüderten, fuhr Hrvoje freiwillig in den Krieg um für Hrvatska zu kämpfen und Drazen und ein paar andere folgten nur kurz darauf.



Das war vor 20 Jahren und ich habe nicht den blassesten Schimmer, was Hrvoje oder die anderen heute so machen. Bis auf einen. Neee, zwei. Darko war zwischendurch mal im Knast, weil schwere Körperverletzung vielleicht noch im Krieg in Slawonien oder der Krajina durchging, aber nicht mehr in Deutschland. Und Danijel, der von jeher cleverste von allen, der mit dem ganzen Scheiß dort nix zu tun haben wollte und sich auf's Kicken konzentriert hat. Profi ist er entgegen seiner Pläne nie geworden, aber er trainiert jetzt eine Mannschaft im Amateurbereich und taucht regelmäßig im Lokalsport auf.



20 Jahre später ist zumindest der Krieg rum und die Grenzen sind gezogen. Auch in der Krajina, einer der am heftigsten umkämpften Regionen. Erst haben Serben Kroaten vertrieben, danach Kroaten Serben. Bleiben durften nur die Toten auf den Friedhöfen. Dabei blieb es. Bis heute sind viele Dörfer halb verlassen und viele Häuser stehen leer und man ahnt nicht nur, dass dies häufig nicht freiwillig so ist. Die Narben des Kriegs sind immer noch allgegenwärtig mitsamt Heldendenkmälern und Einschußlöchern in Häusern.



Warum das so kommen musste ist mir heute so wenig begreiflich wie damals. Gerade wenn man durch diese Gegend fährt. Klar, ich kenne alle mögliche Erkärungsanssätze von historisch bis soziologisch, aber trotzdem. Gut, es ist ein großartiger Landstrich mit vielen Hügeln und grandiosen Pässen und Blicken von eben dort, aber heutzutage ist der Landstrich ziemlich menschenleer, wie sonst nur die Pfalz oder Sachsen-Anhalt, auch wenn die letztgenannten Landstriche längst nicht diese landschaftliche Grandiosität besitzen.

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Montag, 15. August 2011
Tu felix italia
Italien könnte wirklich ein sehr glückliches Land sein, würde es da nicht ein paar unschöne Dinge geben. Glaubt man den Italienern selbst ist das zuerst mal ihr oberster Politiker, der ihnen nur noch peinlich ist und peinlich ist in Italien das Todesurteil schlechthin, schlimmer als verachtet oder verhasst. Gewählt hat den Kerl keiner, genausowenig Helmut Kohl und George Bush je irgendjemand gewählt hat. Die Verachtung geht so weit, dass sie ihn -nicht zu Unrecht- "Silvio Pedofilo" nennen und ganze Stadien "Berlusconi - pezzo di merda" schreien, was sich noch ganz nett anhört, weil Italienisch eine sehr schöne Sprache ist, die selbst vulgärsprachlich für Nichtitalienischkundige noch freundlich klingt und die noch nicht mal die Venezianer entstellen können, auch wenn die sich wirklich alle Mühe geben.
Dazu haben die Italiener noch Unternehmen wie die italienische Bahn die noch bescheuerter funktioniert wie die Deutsche Bahn und das will wirklich was heißen.



Aber es gibt auch schöne Dinge. Plätze etwa. Wenn es etwas gibt, das Italiener richtig gut können, oder besser konnten, dann ist das Plätze konstruieren. Es sind die schönsten Plätze der Welt in einigen der schönsten Städte der Welt. Wahrscheinlich ist die schönste Stadt der Welt eine italienische Stadt, auch und grade wegen der Plätze. Bleibt nur die Streitfrage, ob es Rom, Florenz oder nicht doch Venedig ist, aber das bleibt wahrscheinlich eine reine Ansichtssache. Na gut, ich mag etwas voreingenommen sein, weil man als Deutscher oft verleitet ist, Italien als eine Art Miniparadies sehen zu wollen, nicht allein nur wegen dolce vita. Genauso beneiden viele Italiener übrigens die Deutschen um Deutschland. Das könnte eventuell daran liegen, dass sich beide recht gut ergänzen. Die eine können organisieren, aber nicht improvisieren, bei den anderen ist es grade umgekehrt.



Die Stadt ist vielleicht nicht ganz einzigartig weil es noch ähnliche Städte am und im Wasser gibt, aber sie ist es auf eine Weise dann doch, weil so viel Geschichte und Architektur und Sensation auf einem geballten Haufen dann doch nirgends stattfindet. Man sollte nicht unbedingt Ende Juli/ Anfang August herkommen, weil das so ziemlich die bescheuertste Jahreszeit ist zu kommen, weil da alle kommen, aber ich war auch nicht wegen der Stadt da, die kannte ich schon einigermaßen, eher wegen der Kunst, weil grade mal wieder Biennale ist. Sie ist trotzdem faszinierend, einzigartig.



Zur Not kann man aber auch ausweichen. Nach Murano oder besser noch nach Burano. Man könnte sich die Friedhofinsel anschauen oder das jüdische Viertel, selbst das Gebiet um die Giardini sind entspannt menschenarm, die meisten Busladungen und Kreuzfahrer interessieren sich ohnehin nur für Rialto, Markusplatz und Canal Grande.



Wenn man sich aber die Stadt anschauen möchte in einer unsäglichen Jahreszeit, dann empfehle ich unbedingt Sonntagmorgen, 7.00 Uhr. Da sind nur Straßenkehrer und Verrückte unterwegs und ich habe keine Straße gekehrt. Das ist eine Zeit, da hat man die Stadt so ein kleines bißchen für sich selbst. Und deshalb habe ich nun noch ein Foto mitgebracht, das eine völlig menschenleere Rialtobrücke zeigt:

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Mittwoch, 4. Mai 2011
Luang Prabang, Laos
Einmal müssen Sie und ich noch durch. Letzte Reisestation. Aber eine der schöneren und faszinierenderen Stationen. Luang Prabang, Laos.



Luang Prabang ist zuerst ehemalige Königsresidenz, zweitens eine schöne französisch-koloniale Stadt und drittens ruhig, hübsch und wunderschön gelegen inmitten von Hügeln und dem Mekong.



Noch so ein Weltkulturerbegedöns, aber Weltkulturerbegedöns brachte in diesem Fall eine LKW- und Busfreie Innenstadt und das macht einen Aufenthalt dort sehr angenehm.



Sie sind voll auf Touristen gebürstet, aber auf eine ziemlich angenehme Weise. Sie wollen keinen Massentourismus haben, keine chinesischen Busladungen, eher Individual- und Ökotourismus und sie machen es ganz gut, mal von der Tatsache abgesehen, dass sie regelmäßig mit Ende der Trockenzeit Wälder abbrennen und die Stadt in Rauch legen. Nicht aber als ich da war.



Sie handeln wie die Wilden und kaum ein Aufwand ist zu groß. Nicht mal täglich einen Nachtmarkt auf- und wieder abzubauen.

Und überhaupt gibt es kaum einen besseren Start in den Tag als laotischen Kaffee im Open-Air-Cafe am Mekongufer.





Die Stadt ist rappelvoll mit Tempeln und Mönchen. Irgendwann reichts dann aber auch an Gold und Stupas und Bögen und Glitzer und Schnickschnack und dicken Buddhata.





Luang Prabang ist aber recht klein und übersichtlich und wenn man dann einen Tag übrig hat, macht man doch noch einen nicht geplanten Ausflug zu einem Wasserfall. Gottseidank. Es ist zwar nicht mein Wasserfall, aber ein wunderschöner mit zig Pools, in denen man baden kann.



Ein ziemlich schönes Erlebnis ist die morgendliche Tour der Mönche zum Sonnenaufgang. Zumindest solang sich Touristen an einige Gepflogenheiten halten (auf dem Boden sitzen, keine Fotos aus ein Meter Entfernung), was sie nicht immer tun. Einige hielten die Mönche für Bettelmönche, was aber nicht stimmt, eher im Gegenteil: Es ist eine Ehre, den Mönchen etwas geben zu dürfen.



Und weil jetzt Schluß ist mit Südostasien habe ich noch zwei Fotos aus der Kategorie "Nu-is-aba-jut", sunset over the Mekong:



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Montag, 18. April 2011
Vang Vieng, Laos
Die Fahrt nach Vang Vieng begann früh, viel zu früh. Und sie begann in einem viel zu kleinen Bus, in den man mich geklemmt hatte. So saß ich dann etwa 4 Stunden völlig bewegungsunfähig da und wurde Steigungen hoch und runtertransportiert. Man hatte mich so eingeklemmt, dass man mich im Unfallfall wahrscheinlich nicht mal hätte rausschneiden können. Bewegungsunfähig hat den Vorteil, dass es völlig egal ist, in welche Kurve sich das Gefährt legt und auch egal ist, wie die Geschwindigkeit dabei grade ist. Nachteil ist, dass Sie irgendwann mal Thromboseängste kriegen und Ihnen die Füße Beine einschlafen und es hinterher zig Minuten braucht, bis die wieder einsatzfähig sind. Noch elendiger wird es, wenn man weiß, dass nochmal 3-4 Stunden eingeklemmterweiße vor einem liegen. Aber selbst das ging dann vorbei, was vor allem an der grandiosen Landschaft lag. Einmalig diese Hügel.



Vang Vieng liegt wunderschön. Deshalb haben es die Touristen für sich gepachtet. Hier haben Sie jetzt die Wahl zwischen Normalhieranwesenden und besoffenen Australiern. Letzteres empfiehlt sich wirklich nur als besoffener Australier. Der Tagesablauf australischer Backpacker in Vang Vieng geht so: Mittags aufstehen, dann mit dem Autoreifen den Fluss runter und sich dabei in Flussbars besaufen, anschließend sturzhagelvoll zurückkommen, sich in eine Bar legen, "Friends" gucken, kiffen und Mushroom-Shakes trinken und wenn es nicht mehr geht wird man zum Hostel transportiert.



Weniger rauschveranlagte gehen wandern, klettern, kayaken oder Höhlen schauen. Oder mieten sich einen Motorroller und donnern dann....



....erstmal über diese Brücke:





Einmal quer durch die Täler. Hier mal kurz ein bißchen wandern, dort eine Höhle. Und überall wundere ich mich über die Laoten, weil die immer wieder winken oder "sabaidi" (hallo) schreien oder gleich englisch "come in" sagen. Man ist natürlich mißtrauisch und hält das für irgendeinen Touristennepp, bei dem man hinterher ein paar Hundert Euro weniger in der Tasche hat, dafür aber dann eine Laotin als Frau und 5 Kinder obendrauf. Auf die Idee, dass die Menschen nur freundlich sein möchten kommt man erst spät. Wenn man Pech hat.



Und ich hatte Pech. Nach ein paar Tagen kam eine fette Regenfront. In Laos regnet es in dieser Jahreszeit so etwa an einem Tag im Monat und genau den habe ich erwischt. Und wie ich dann durchnässt an einem Getränkestand anhalte und ein Beerlao (das beste Bier Südostasiens) trinken möchte, habe ich eines dieser wunderschönen Erlebnisse:

Es gibt kein Beerlao. In Vietnam hätten sie jetzt Privatbestände verkauft, in Kambodscha wäre einer losgelaufen und hätte eins aufgetrieben, in Thailand käme das nicht vor. In Laos schreit die Frau des Ladeninhabers "here Beerlao" und dann wird man zum Bier eingeladen und sitzt auf einmal mitten zwischen ein paar Laotenfamilien beim Essen, was zwar sprachlich hochgradig schwierig ist, aber ein bißchen Kritzleien für die Kinder und Lächeln aller Erwachsenen helfen auch weiter.







Und nun hab ich Ihnen noch einen Hund mitgebracht. Nicht irgendeinen Hund. DEN Hund. DER Hund wird man, wenn man sich überall und zwar wirklich überall ablegen kann. Dieses Exemplar lag unbeeindruckt mitten auf der Straße und wich auch dann nicht, wenn Busse wild hupend ankamen und dann um ihn drum rum fahren mussten.

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Dienstag, 12. April 2011
Vientiane, Laos
Wenn Sie aus einer größeren Stadt kommend in Vientiane landen, und größere Stadt meint im westlichen Sinne alles, was mehr als 20.000 Einwohner hat, sind Sie erst mal völlig erstaunt, weil Sie in der totalen Provinz landen. Und wenn das die Hauptstadt des Landes sein soll, dann möchten Sie nicht wissen, was provinziell sonst noch so bedeuten kann.



Vientiane ist aber richtig toll. Gut, nicht architektonisch schön, aber sehr relaxed, sehr ruhig und vollkommen entspannt. Selbst die fetteste Haupstraße, immerhin doppelspurig, kriegen Sie locker ohne Streß und Hektik überquert.



Und dann gibt es noch so ein Wahrzeichen: Patou Xai. Sie nennen es den Triumphbogen von Laos. Aber die Laoten haben echt Humor: An einer der Säulen prangt eine Plakette, die besagt, dass es sich hier weniger um ein Abbild des Pariser Vorbilds handelt, als eher um einen mäßig schönen Haufen Beton.



Durch dunkle Wendelgänge kann man das Ding erklimmen. Wenigstens der Blick von dort ist gut....





Ja, und dann war ich auf einmal in der Schweiz. Sagte das Mobiltelefon.



So richtig viel gibt es nicht zu entdecken in Vientiane. Man kann Stimmung aufsaugen, Tempel gucken oder am Mekong sich an eine Bar setzen. Dummerweise hat der Mekong im Februar nicht sooo viel Wasser, an dieser Stelle eher gar keines, weshalb das dann mehr eine Sandbank ist, aber nicht weniger schön.

Ein kleiner Ausflug ist drin und der Herr im Tuk-Tuk macht das was sich so gehört: Einen fairen Preis aushandeln und anschließend Zusatzgeschäfte in Form von Marihuanaverkauf tätigen wollen. Ich war aber aus verschiedenen Gründen nicht interessiert.

Der Mekong. Auf der anderen Seite Nong Khai, Thailand.



Noch´n Buddha, aber der ist doch toll. Nicht wegen der Größe, eher wegen meiner Lieblingskörperhaltung.



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Freitag, 8. April 2011
Laos
Note to myself: Nicht zu euphorisch werden

Die negative Nachricht vorneweg: Das Strandleben in Laos ist beschissen. Weil nicht vorhanden. Binnenstaat. Ansonsten in aller Kürze: Das beste und schönste Land, das Sie bereisen können. Es gehört was dazu, mich zu begeistern, aber Laos hat mich begeistert. Weniger Laos. Eher die Laoten.

Von Laos wusste ich ziemlich wenig. Von Vietnam hatte ich einiges gehört, von Kambodscha auch, in Thailand war ich mal vor ein paar Jahren. Aber Laos war mir sehr unbekannt. Das kommt im Gegensatz zu den drei anderen Ländern nie in den Nachrichten. Wahrscheinlich weiß ein Teil der Menschheit nicht mal, dass es Laos überhaupt gibt. Das schöne war, dass ehe ich nach Laos kam, alle Menschen die ich traf und die dort waren, begeistert waren. Andererseits erhöht das auch den Erwartungsdruck.

Wenn man aus Bangkok kommt, ist Laos ein krasses Kontrastprogramm, aber ein sehr schönes. Man kommt sich vor wie in der tiefsten Provinz.

Ein wunderschönes Land. Hügel, der Mekong, die Urtümlichkeit, unbefestigte Pisten, die Dörfer.... Wahrscheinlich war ganz Asien vor 50 oder 60 Jahren so. Stelle ich mir zumindest so vor.

Viel besser noch aber sind die Menschen dort. Die übertreffen die ohnehin schöne Natur noch locker. Ich habe noch nie so herzliche, freundliche, zuvorkommende und liebevolle Menschen getroffen als in Laos. Kein einziges Negativerlebnis. Kein Betrug, keine Abzockerei, nix, nicht mal der Versuch. Nirgends während meiner Reisen in alle möglichen Teile der Welt habe ich mehr Gastfreundschaft erlebt als dort. Es mag nicht so sein, aber ein Außenstehender wie ich kriegt sehr schnell den Eindruck, dass Laoten sehr zufriedene Menschen sein müssen.

Die Laoten sind sehr entspannt, ruhig und wenn man ein paar laotische Worte spricht (Sabaidiiiiii = Hallo und Chob Tsai = Danke und ähnliches Zeug mehr) oder ein bißchen Gestik kann, schenken sie einem ein Lächeln. Es sind einmalige Menschen. Die Menschen machen das Land und den Aufenthalt dort noch viel schöner. Wenn Sie mal einen Südostasientrip planen sollten, dann sollte der definitiv nach Laos gehen.

Natürlich hat auch Laos seine Probleme. Es ist -folgt man allen möglichen Indexen- in etwa auf der Stufe von Kambodscha und damit recht arm und es wurde auch heftig bombardiert, pro Kopf ist es das am heftigsten je bombardierte Land der Erde und es liegen noch massig Blindgänger rum. Und es mangelt an Bildung. Bildung ist aber die Möglichkeit, Dinge und Zustände zu verändern und deshalb sollten Sie laotischen Kindern Bücher kaufen, wenn Sie mal dort sind.

Aber im Vergleich zu Kambodscha sieht man kein Elend. Die Leute mögen arm sein, aber es gibt keine Bettelei, keine Kinderarbeit und keine Slums. Sie sind bemüht, die Armut irgendwie wegzukriegen und dazu brauchts eventuell hin und wieder die Leute aus dem Ausland. Etwa zum Minen räumen oder zum Brunnen bohren. Hier gibt man aber sehr gerne und auch wenn es angeblich den Preis verdirbt, feilscht man sich nicht bis an die Blutgrenze. Für uns sind es 10 Cent, für die ist es die Preisspanne, die sie ernährt.

Insgesamt scheint das Land auf einem guten Weg zu sein. Es geht langsam voran, aber es geht voran. Wenn sie die chinesischen Wälderabholzer noch in den Griff kriegen, sieht das nicht so schlecht aus.

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Mittwoch, 6. April 2011
Bangkok
Bangkok war eigentlich nur als kleiner Zwischenstop geplant. So eine Art Miniausflug zurück in die Zivilisation.

Aber man kann sowas auch gleich zu einem kleinen Bloggertreffen machen und ihn besuchen. Das hat gleich mehrere Vorteile. Erstens kann man mal mit einem normalen Menschen ein Bier trinken und hat nicht mit neuseeländischen Minenräumerinnen oder englischen Afghanistanentwicklungshelfern zu tun, was zwar zwischendurch auch ganz unterhaltsam sein kann, aber eben nur zwischendurch.
Zweitens kommt man an Stellen der Stadt an die ein Durchschnittsreisender in der Regel eher nicht kommt. Oder hätten Sie gedacht, dass folgendes Foto mitten in Bangkok aufgenommen ist?



Es ist Bang Kachao, kleine Siedlungen auf einer mäßig bewohnten Halbinsel. Aber trotzdem mitten in Bangkok.



Und drittens gibt es lustige Tipps. Zum Beispiel um halb 6 abends im Lumpinipark der Aerobicgruppe zuzuschauen. Sehr spaßig. Weniger spaßig nehmens die Thais, wenn um 6 die Musik ausgeht und die Nationalhymne läuft.







Vor sieben Jahren war ich schon mal hier. Zwar haben sie jetzt eine U-Bahn dort, einen neuen Flughafen und noch ein paar Hochhäuser, aber so richtig anders ist es nicht.





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Donnerstag, 31. März 2011
Angkor
Angkor ist DER Bezugspunkt aller Kambodschaner. So etwas wie der größte nationale Stolz und das auch zurecht. Angkor ist riesig. Es ist die größte Tempelanlage der Welt. Hier könnte man Tage und Wochen verbringen und hätte wahrscheinlich noch immer nicht alles gesehen. Allerdings muss ich gestehen, dass mich nach 8 Stunden irgendwann mal der Tempeloverkill ereilte.

Eine untergegangene Hochkultur, aber was für eine. Das gesamte Gelände erstreckt sich über 200 km². Im 13. Jahrhundert war Angkor eine der größten Städte der Welt. Und während Köln als damals größte deutsche Stadt so etwa 40.000 Einwohner hatte, lebten zur gleichen Zeit in Angkor bis zu 1 Million Menschen. Angkor war erfolgreich. Einige meinen zu erfolgreich: Das rasante Bevölkerungswachstum hätte dazu geführt, dass die Infrastruktur kollabiert sei. Andere wieder meinen, es sei schlicht verlassen worden. Wie auch immer...Angkor verschwand für Jahrhunderte im Dschungel.

Auch wenn man es mit Hunderten anderer Touristen teilen muss: Ein Sonnenaufgang über Angkor Wat ist ein sehr mystischer Moment. Es ist unfassbar schön.


Angkor Wat













Noch mehr Fotos gibts in den Kommentaren

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