Samstag, 11. April 2015
Burn Baby Burn
Ganz ehrlich unter uns gesagt: Es gibt nicht sonderlich viele Gründe für mich, an einem Samstagmorgen um 6 Uhr 30 aufzustehen. Eigentlich sind es nur drei. Der eine Grund wäre ein früher Flug in den Urlaub. Der näxxte wäre: Das Haus brennt. Der dritte ist: Schnaps brennen.

Letzteres hatte ich früher regelmäßig gemacht, dann aber beenden müssen, weil der Zwetschgenbaum dem Hausbau zum Opfer gefallen ist.

Früher war das immer ein jährlich einmaliges Exzessereignis sondergleichen. Es begann immer damit, dass ich um 7 den Kessel eingeheizt habe. Um 7 Uhr 30 kam dann der mittlerweile verstorbene Nachbar und drückte mir eine Butterbretzel in die eine Hand und eine Flasche Bier in die andere. Dann wurde gebrannt. Ein Brand nach dem anderen und meist wurde man dann genötigt, die entsprechenden Brände auch zu probieren. Das ist erstmal relativ harmlos, weil das Zeug noch warm ist und damit sehr milde. Andererseits ist das unverdünnt und damit extrem hochprozentig und läuft mit 50-80 Umdrehungen in den Eimer.

Meist war man dann um eins oder zwei froh, wenn das alles rum war und die Glasbuddel heile heimgebracht wurde und das Sofa erreichbar war.



Dieses Jahr hab ich es mal wieder versucht. Weshalb weiß ich eigentlich selbst nicht, weil ich so überhaupt nicht auf Schnaps stehe. Glaubenses oder nicht, aber ich hab noch zig Liter von vor 10 Jahren rumstehen. Das Zeug trink ich vielleicht ein Mal im Jahr. An Weihnachten. Nach dem Raclette.

Wahrscheinlich gings mir ums Event. Und den Versuch. Ich habe da nämlich noch diesen uralten Birnbaum. Eigentlich nur Mostbirnen. Aber man kann es ja mal probieren.

Um es kurz zu machen: Das Ergebnis war extrem ernüchternd, was nicht unbedingt am Material lag. 2014 war einfach ein extrem besch.....eidenes Jahr. Zu wenig Zucker und mit zu wenig Zucker entsteht halt auch kein Alkohol.

Am Ende waren es mickrige 6 Liter hochprozentiger Stoff. Gibt am Ende etwa 8-9 Liter Schnaps a ca. 43-44%. Das ist ehrlich gesagt jämmerlich. Meine bisherig mieseste Ausbeute waren 9 Liter hochprozentig (wobei da 30 Liter Maische mehr drin waren, ein Fünftel mehr als heute).

Spaß macht es aber trotzdem noch, auch wenn aus dem frühmorgendlichen Bier mittlerweile Kaffee geworden ist und sich die Schnapsprobiererei darin erschöpft, ein Mal kurz mit dem kleinen Finger durch den Strahl zu fahren und dann abzuschlecken.

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Donnerstag, 9. April 2015
Liebe Griechen,
ich weiß, dass man auf wirklich kreative Ideen kommen kann, wenn es einem mal wirtschaftlich nicht so gut geht. Reparationszahlungen nach einem Krieg sind beispielsweise eine richtig grandiose Idee. In eurem Fall habt ihr die Summe von 278kommanochwas Milliarden errechnet. Kann sein, dass das stimmt, kann sein, dass man auf andere Zahlen kommt. Ich finde diese Idee wirklich großartig und hätte da gleich noch einen Vorschlag:

Wie wäre es denn mit griechischen Reparationszahlungen an den Iran?

Immerhin hat Alexander der Große damals mächtig viel Schutt im Persischen Reich hinterlassen. Nun werdet ihr sicher sagen, dass das alles verdammt lange her ist und man den damals entstandenen Schaden gar nicht mehr richtig beziffern kann.

Stimmt! Und deshalb legen wir als Reparationszahlung auch nur den Wert von 1 Euro an. Ein einziger, symbolischer Euro für den Scheiß, den ihr damals dort angerichtet habt. Ein mickriger Euro, den euch das Persische Reich damals quasi als Art Kredit gegeben hat und den ihr blöderweise vergessen habt zurückzuzahlen.

Nehmen wir mal einen linearen, statischen Zinssatz von 5%. Das ist nicht so schlecht, meine Bank nimmt für mein Konto mehr als das doppelte an Dispozinsen.

Stattgefunden hat der Kredit im Jahre 330 vor Christus. Wir kommen also auf eine Laufdauer von 2345 Jahren.

Nun können wir mal anfangen mit der Rechnerei. Ich kann sagen: Bereits im Jahre 0, das Jesuskind erblickt soeben das Licht der Welt, sind wir dann bei 93.600,76. Klingt noch nicht so wild? Nun, vielleicht kommt euch das helle Grausen im Jahr 500 nach Christus. Da sind aus dem einen Euro schon 3.680.687.353.420.833,50 geworden.

Das sind 3 Billiarden, 680 Billionen, 687 Milliarden, 353 Millionen, 420 Tausend und 833,50.

Um es kurz zu machen. Wir reden 2015 jetzt von

48.546.964.261.177.670.352.694.041.772.979.967.550.732.369.920,00

So lange Zahlen kann ich eigentlich nicht. Ich musste nachschlagen: Es sind 48 Septilliarden. Und näxxtes Jahr sind es dann schon 51. Septilliarden. Was wird wohl die Troika dazu sagen?




Mittwoch, 8. April 2015
Postkarten in den Knast
Wer von Ihnen hat denn schon mal Post in den Knast geschickt? Gottseidank vermutlich die wenigsten von Ihnen.

Wissen Sie wie lang das dauert, bis es die staatsanwaltliche Zensur durchlaufen hat? Ich dachte ja anfangs nach einigen Berichten, dass es zwei Wochen sind. Es sind aber eher zwei Monate als zwei Wochen. Und weil ein Brief in unserer Echtzeitgesellschaft nach zwei Monaten nahezu jegliche Daseinsberechtigung verloren hat, versucht man es eben mit Postkarten und Mini-Kunstwerken. In der Hoffnung, dass Zeichnungen schneller den Zensor passieren als Worte und Sätze.



Noch beeindruckender als Post in die JVA ist das Beamtenkontrollsystem dort. Das ist wirklich high-end in Sachen preussischer Behördenkultur. Sie schicken ein nach Liste exakt detailliert gepacktes und beschriebenes Kleiderpaket. 30 Tacken plus erforderliches Rückporto. Sie kriegen es komplett zurück, mit dem Hinweis "arbeitet jetzt, braucht ein Oberhemd weniger. Zurückgewiesen".

Und wenn Sie mal einen Besuch wagen sollten: Nehmense möglicht nix mit. Die nehmen Ihnen nämlich alles, wirklich alles, ab. Bis zur Armbanduhr. Sie dürfen nur zwei Papiertaschentücher, genannt Tempo, und zwar nur exakt zwei, reinnehmen. Sonst nix.

Im Mai weiß ich mehr. Es wird nicht schön und wahrscheinlich auch nicht sehr gut ausgehen....

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Samstag, 4. April 2015
Schild. Überflüssig.
Es ist nicht so, dass ich was gegen Schilder hätte. Im Gegenteil: Schilder können sehr informativ sein. Sie zeigen mir den Weg zum Rathaus, ins Stadtzentrum oder zum näxxten Parkhaus.

Aber es gibt auch diese überflüssigen Schilder. Wie das, das man neulich an diesem Radweg gepflanzt hat. Es sagt, dass man weiter gradeaus fahren soll. Nur: Es gibt gar keine Alternative zum Gradeausfahren. Keine Abbiegung, weder links noch rechts. Alles links und rechts wäre querfeldein über Feld und Wiese. Man kann gar nicht abbiegen, es sei denn man will mal einen auf cross-country machen und die Setzlinge killen.



Und man fragt sich, was das Schild bezwecken soll...

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Samstag, 21. März 2015
Norouz
Eide shomaa hame mobarak


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Freitag, 27. Februar 2015
Unser aller Betriebssystem
Apple - Kommunismusdiktatur

Microsoft - Kapitalismus

Linux - Freiheit und Demokratie

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Freitag, 6. Februar 2015
Furchtbar spannende Fußballergebnisse
Africa Cup, Vorrunde Gruppe B

1:1
1:1
1:2 <-?
0:0
0:0
1:1


Frankreich, 23. Spieltag

1:0
1:0
1:1
0:0
0:0
1:1
1:0
1:0
1:1
0:0


Bundesliga, 18. Spieltag

1:1
1:0
1:1
1:1
0:1
1:2 <-?
0:1
0:0
0:3 <-ey, what?


Africa Cup, Vorrunde Gruppe D

1:1
1:1
1:1
1:1
1:1
0:1

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Einsciffen Falfahrt

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Dienstag, 27. Januar 2015
Vielleicht wird aus mir irgendwann doch noch ein Katholik

   ... Religion ist Opium fuers Volk, sagte der Karl
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Freitag, 23. Januar 2015
Bali Nine
In Indonesien werden wohl in nicht allzu ferner Zukunft zwei Australier hingerichtet werden, die vor 10 Jahren zum Tode verurteilt wurden.

Andrew Chan und Myuran Sukumaran, Teil der sog. "Bali Nine".

2005 verhaftet als Köpfe eines Rauschgiftschmugglerrings. 8einhalb Kilo Heroin. Das ist durchaus enorm viel und verursachte in Australien einen großen Medienhype. Man mag von der Todesstrafe halten, was man will und mächtig darüber sinnieren, wie bescheuert ein halbwegs erwachsener Mensch sein mag, wenn er wissentlich um die Gesetze eines Landes eine solche Menge durch den Zoll schmuggeln will.

Es gibt da aber ein kleines Detail. Ein kleines moralisches Detail: Die Australian Federal Police, die australische Bundespolizei, hat der indonesischen Polizei auf Bali einen Tipp gegeben.

Und jetzt wird es aus meiner Sicht interessant: Soll/kann/darf ein Staat ohne Todesstrafe seine Bürger an einen Staat mit Todesstrafe auf diese Weise "ausliefern"? Hätte man die nicht auch in Sydney am Flughafen verhaften können?

   ... Poly-Tikk
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Mittwoch, 21. Januar 2015
England will Kinder spionieren gehen
Nazismus, Islamismus, Antisemitismus, Rassismus, Terrorismus. Lauter Ismen. Und Ismen sind dumm, da sind wir uns hoffentlich einig. Dagegen muss man was tun, da sind wir uns hoffentlich auch einig. Früh. Ganz früh.

Die englische Regierung will nun was dagegen tun und hat dem Parlament einen Gesetzesentwurf vorgelegt, wie man gegen all diese Ismen vorgehen kann. Idealerweise tut man das schon sehr frühzeitig. Und frühzeitig meint in dem Fall wirklich sehr frühzeitig. Wenn also Lehrer, Erzieher oder ähnliches pädagogisch geschultes Personal eine Radikalisierung erkennen, dann sollen diese Meldung machen.

Nein, es geht nicht nur um Jugendliche und auch nicht nur um Grundschulkinder.

Es geht um Kleinkinder. Wenn der Vierjährige also in die Kita kommt und Hitler lobpreist, dann soll die Erzieherin in bester Blockwartmentalität schön brav Meldung machen. Eventuell auch, wenn Ali den Noah hasst. Vielleicht auch, wenn John Gottseidank sagt.

   ... Poly-Tikk
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