Montag, 3. Dezember 2012
Halbdackel des Monats
Den Adrian, den Zielcke, den kennen Sie sicher nicht, aber das ist auch nicht so schlimm, weil Sie da auch nichts verpasst haben. Der Adrian, der Zielcke ist ein Journalist und beleidigt mit dieser Berufsbezeichnung schon mal per se eine ganzen Berufsstand.

Der Adrian, der Zielcke war mal bei einer Stuttgarter Zeitung und durfte in meiner Sonntagszeitung regelmäßig Kommentare schreiben.

Der Adrian, der Zielcke erreichte beinahe mal so halb Berühmtheit, weil er mal von sich gab, dass Stuttgart 21 ohne das freundliche Zutun der Medien gar nicht möglich gewesen wäre. Damit hat er zwar nicht ganz unrecht, aber: Er meinte das durchaus in Form eines Eigenlobs.

Damit wären wir dann bei dem WAS er so schreibt und vor allem: Für WEN. Richtig gute Journalisten sagen -gemäß Hajo Friedrichs-, dass sich ein guter Journalist nicht mit einer Sache gemein mache, auch nicht mit einer guten. Er sei überall dabei, gehöre aber nirgends dazu.

Von diesem Grundsatz hielt der Adrian, der Zielcke nicht sonderlich viel und deshalb engagierte er sich mittels Kolumnen ziemlich vehement im Stuttgarter OB-Wahlkampf. Lesen brauchen Sie den Stuss nicht, es ist schlecht genug für alle Bild-Leser geschrieben, die Quintessenz ist, dass Stuttgart quasi im eigenen Kessel versinkt, wenn nicht der CDU-FDP -FW-Kandidat das Rennen macht.

Der Höhepunkt war dann, als er sich in die Behauptung verstieg, nur mit seinem Kandidaten seien Mehrkosten bei S21 zu verhindern. Das alles hat aber nicht verhindert, dass sein Kandidat doch verloren hat und das Ende Stuttgarts nun echt nah ist.

Der Adrian, der Zielcke, der ist nun ziemlich durch. Und im Kampf gegen die eigene Bedeutungslosigkeit helfen wirklich nur mächtige Sätze. Sätze, die ich noch nicht mal offline legen würde, aber genießen Sie doch mal eine Kostprobe:

VW sponesert die russische Fußbalmmnationalmannschaft und die Olympischen Spiel in Sotschi, die friedliche Eroberung der Welt..........

Wenn Sie nun glauben, sowas sei unter Einflussnahme irgendwelcher entrückender Substanzen zustande gekommen, dann sage ich Ihnen, dass der Adrian, der Zielcke doch ziemlich dauerberauscht sein muss. Wie der mal einen Arbeitsvertrag gekriegt hat, das wissen wir nicht, aber wir wissen, dass er ein ganz, ganz grottiger Schreiberling ist.

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Montag, 4. Juni 2012
Halbdackel des Monats

WiederRainerkannskeiner


Der Rainer ist einer dieser Quotenirren, die in der Annahme, das Tragen einer Uniform verpflichte zu unablässigem Salbadern einen Scheiß am anderen verzapfen. Meistens ganz, ganz flüssiger Art. Der Rainer darf Vorsitzender einer Polizeigewerkschaft sein und in dieser Funktion zeigt er, dass es besser ist, ein klein wenig misstrauisch gegenüber der Exekutive zu sein.

Zum Beispiel sagte er mal hinsichtlich zig verletzter Demonstranten inklusiver bleibender Augenschäden im Stuttgarter Schlossgarten, dass polizeiliche Maßnahmen nun mal weh tun müssten, sonst wirkten sie auch nicht.

Wolfgang Thierse nannte er mal einen "Totalausfall" und die "personifizierte Beschädigung für das Ansehen des Parlaments", weil der sich herausgenommen hatte, sein Grundrecht als Demonstrant in Anspruch zu nehmen.

Und dann findet er noch, die Polizei solle nun so viel ausspähen wie nur gehe, ruhig auch präventiv, weil alles was man mal habe, das habe man und vielleicht ist das irgendwann mal von Nutzen. Deshalb findet er es auch überhaupt nicht gut, wenn das Bundesverfassungsgericht der Ansicht ist, die Überwachung von Telekommunikation gehöre kontrolliert. Er hätte gerne, dass die Politik da eingreift und die bösen Richter zurückpfeift, damit seine Kollegen freien Zugriff kriegen. Was das noch mit Demokratie und Gewaltenteilung zu tun hat? Fragen Sie den Rainer.

Den neuesten Deppenkommentar lieferte er anlässlich den Hamburger Geländespielen mit Nazis und Autonomen. Da wiederholte er mal wieder seine Forderung nach Gummischrotgeschossen. Das Zeug wollte er schon für Heiligendamm haben. Nicht normale Gummimunition, nee, wenn dann gleich richtig Zeugs, das ordentlich streut. Weil nämlich Polizisten hätten getötet werden sollen. Aha. Drunter gehts gar nicht. Wahrscheinlich fordert er als näxxtes Präventivwarnschüsse oder ähnliches.

Wobei der Rainer schon auch eine ganz arme Wurst ist: Für die Gestapo zu spät geboren, für die Stasi auf der falschen Mauerseite. Irgendwie verpfuscht das Alles.

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Donnerstag, 23. Februar 2012
Halbdackel des Monats

Die Ziege Zigge

Ich habe Claudia Pechstein nie persönlich kennengelernt und ich glaube, ich lege auch nicht größeren Wert darauf, dass sich an diesem Zustand in näherer wie auch fernerer Zukunft etwas ändern wird. Sagen wir es mal so: Nicht eben wenige Zeitgenossen beschreiben die Frau als klein wenig schwierig, zurückhaltend gesagt. Etwas detaillierter war da der damalige Innenminister de Maiziere. Der hatte mit ihr vor allem deshalb zu tun, weil Claudi bei der Bundespolizei angestellt war und während ihrer Dopingsperre dort hätte zum Dienst antreten sollen. Was sie an 5 Tagen ihrer zweijährigen Sperre auch tat. Die übrige Zeit verbrachte sie mit Urlauben und Krankenscheinen.

Mit Kolleginnen lief es auch nie besonders gut. Wenn die noch wohlwollend gesinnt waren, sagten sie nix. Die Claudi sagte manchmal mehr und nicht weniges klingt wie Hybris. Oder unverschämt.

Wenn es um die Antidopingagentur geht, fallen Worte wie "zu blöd", "Denunzianten" oder "Hexenjäger", wobei letzteres bei genauer Betrachtung mindestens ein kleiner Selbstknieschuß ist.

Die Claudi wurde am Mittwoch 40. Da gratulieren wir natürlich. Die Polizei tat das auch mittels einer Hausdurchsuchung, weil die Claudi zwei angeklagten Hells Angels ihr Haus und Auto zur Nutzung überlassen hat.

Wir hier sagen: Dr Schwob wird erscht mit 40 g'scheid und ergänzen gerne: Die andre et en Ewigkeit.

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Mittwoch, 15. Juni 2011
Halbdackel des Monats
Dumm, wenn man beim Schummeln ertappt wird. Diese Erfahrung machen grade einige Doktoren und Ex-Doktoren. Und weil das richtig peinlich ist, entschwinden sie dann nach Amerika (Gutti) oder zucken noch ein wenig rum und tun empört, wenn man ihnen den Titel wieder abnimmt (Koch-Mehrin). Ziemlich lustig, wieviele Doktorarbeiten mittlerweile untersucht werden und man fragt sich beinahe, wer morgen dran ist.

Seit Guttenberg gilt es vermutlich bereits als wahre Heldentat, nur ein Drittel seiner Doktorarbeit gefälscht zu haben. So schreibt "Dr." Bijan Djir-Sarai, FDP-Abgeordneter im Bundestag folgende Sätze auf seiner Homepage:
Unabhängig davon prüfe ich derzeit die im Internet verbreiteten Vorwürfe von Verstößen gegen die Grundsätze wissenschaftlichen Arbeitens. Diese Prüfung meinerseits wird allerdings aufgrund der Anzahl der zum Teil nur wenige Zeilen betreffenden Textfragmente eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen.
Das ist wirklich sehr erfreulich. Weil es so wenige sind, brauchts natürlich etwas länger, das erklärt die Logik der FDP vollends. Es sind wirklich nur ganz, ganz wenige Zeilen betroffen.

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Dienstag, 7. Juni 2011
Halbdackel des Monats

Der von der Promillepartei

Kennen Sie eigentlich Frank Schäffler? Sehense. Ich auch nicht. Den muss man auch nicht kennen. Der Mann nennt sich "Finanzexperte" einer Partei, die im deutschen Parteienwesen grade in die Bedeutungslosigkeit entschwindet. Will heißen: Die 18%-Partei, die es mit der Interpunktion nicht so sehr hat und demnäxxt mal bei 1,8 statt 18 landen wird.

Frank Schäffler hat einen Satz gesagt. Einen saudummen. Hier ist er:

Wer seinen Sozialstaat massiv ausbaut, muss auch für die Folgen gradestehen.


Das bezog sich auf Griechenland und die Tatsache, dass man herausgefunden hat, dass angesichts erneuter etwa 70 Milliardenzahlungen der griechische Staat mutmaßlich 16 Millionen verschleudert hat.

Ich erlaube mir jetzt den Umkehrschluss und frage: Was erlaube Schäffler? Will er damit sagen, dass eine der allergrößten Errungenschaften der Menschheit, wenn nicht DIE größte überhaupt, -der Sozialstaat- dafür verantwortlich sein soll, wenn ein Staat bankrott geht? So ein Blödsinn! Argentinien ging den Bach runter und hat bei weitem nicht das soziale Netz Europas und Russland erstarb auch mal, ohne je Sozialstaat nennenswerteren Ausmaßes gewesen zu sein.
Der logische Umkehrschluss heißt nun aber auch: Weniger Sozialstaat ist besser und führt quasi automatisch dazu, dass Staaten besser dastehen und da beweist der Mensch doch gleich wieder, wes Geistes Kind er und seine Partei sind: Nicht rechnen können, aber von Zahlen daherschwallern.

So a Halbdackel.

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Montag, 11. April 2011
Halbdackel des Monats

´s Hemmadscheißrle


Der Jan meint, dass er ein Konservativer sei. Ist er natürlich nicht, er meint es nur. So wie der Guttenberg meint, er sei ein Konservativer oder der Mappus. Beide sind so wenig konservativ wie der Jan. Aber ausgerechnet über "konservativ" schreibt der Jan allerlei lustige Kolumnen, die allesamt so klingen, als sei er der Sprecher von Helmut Kohl und habe noch immer nicht begriffen, dass eben dieser Kohl längst ins Altersheim entsorgt ist. Im besten Fall kann man das sehr lustig finden, wenn man nicht wüsste, dass jenseits von mittelinks keinerlei Humor existiert. Oder haben Sie schon mal von einem konservativen Humoristen gehört? Na sehen Sie!

Seit es mit der CDU ziemlich den Bach runtergeht, hat auch den Jan die Panik ergriffen. Verlierer sein ist nicht schön. Noch weniger schön ist erkennen zu müssen, auf der vollkommen falschen Atomseite gestanden zu haben. Deshalb werden die Kolumnen jetzt immer apokalyptischer. Der Blick in den Abgrund muss grausig sein. Wahrscheinlich hat er beim Betrachten der letzten Wahlergebnisse geweint. So wie Pfarrer Hinze geweint hat, als Bimbes abgewählt wurde.

Neulich hat der Jan nicht weniger als den Untergang Deutschlands herbeigeschrieben, weil nämlich erst Baden-Württemberg den Bach runtergeht und dann als direkte Folge Zahlungen in den Länderfinanzausgleich ausbleiben und dann gehts auch Ihnen allen außerhalb Baden-Württembergs an den Kragen.

Neuester Coup: Der Kommentar "Die Streben der Demokratie werden aus ihrem Gleisbett gelöst" zur geplanten Volksabstimmungsnovelle der baden-württembergischen Grünen.
Dem möchte ich dialektisch entgegnen: Härr, schmeiß Hirn ra.
Als Mittlerweileeisenbahnexperte gezwungenermaßen und themenhalber kann ich sagen: Das was da im Gleisbett liegt, das sind mitnichten Streben. Da liegt Schotter und da liegen Schwellen, aber keine Streben.

Noch viel lustiger wird es aber inhaltlich: Die BW-Grünen möchten das Quorum von 33% der Wahlberechtigten auf 25% senken und das ist für den Jan natürlich ein Angriff auf die Demokratie an sich. Auf jeden Fall etwas richtig bedrohliches. Dabei verschweigt er natürlich, dass Baden-Württemberg in Sachen Volksentscheid eine der allermiesesten Regelungen hat. Stattdessen werden "Streben aus der Demokratie" gelöst. Na dann wollen wir mal nachschauen, wo sonst noch überall die "Streben der Demokratie aus dem Gleisbett gelöst" sind und quasi unmittelbar der Zusammenbruch droht.

Wir sind fündig geworden:

Bayern (kein Quorum)
Berlin (25%)
Brandenburg (25%)
Bremen (20%)
Hamburg (kein Quorum/20%)
Hessen (kein Quorum)
Niedersachsen (25%)
Nordrhein-Westfalen (15%)
Rheinland-Pfalz (25%)
Sachsen (kein Quorum)
Sachsen-Anhalt (25%)
Schleswig-Holstein (25%)
Thüringen (25%)

Sie brauchen nicht nachschauen: Die Jan´sche Welt ist nur noch im Saarland und Mecklenburg-Vorpommern in Ordnung. Nur dort gibt es ähnliche (McPom) und schlechtere Regelungen (Waggesland) was Volksentscheide angeht.

Wenn mir Möchtegernkonservative aus Hamburg (!) die baden-württembergische Landesverfassung und deren Regelungen zu Volksabstimmungen erklären möchten, muss ich leider nochmal dialektisch werden: A bissle domm isch jeder, aber so domm wia mancher isch koiner, du Halbdaggl!

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Samstag, 12. März 2011
Doppelhalbdackel des Monats
Endlich wieder ein Halbdackel des Monats. Und weil es erstens so lange keinen mehr gab und sowieso zur Feier des Tages und weil es angebracht ist, ist es nicht nur ein Halbdackel, nein, erstmals habe ich Ihnen zwei Halbdackel auf einmal mitgebracht. Kaum verwunderlich, dass in Wahlkampfzeiten beide Mitglieder der CDU sind.

Die Nervenverlierer

Der eine ist Mitglied des Landtags und kandidiert erneut und zwar in Stuttgart, was als CDU-Kandidat zugegebenermaßen momentan nicht ganz einfach ist. Kennen muss man Reinhard Löffler nicht, wählen gleich dreimal nicht und vielleicht genau deshalb ist er etwas lauter und arroganter. Lustig ist aber ein Miniaufsatz auf seiner Homepage. Googeln Sie mal und dann: Siehe "Politik" -> "Überzeugungen" und sie kriegen was über Gänse erzählt. Kein Witz.

Die andere darf im Bundeskanzleramt Sessel vollfurzen und ist daher etwas bekannter.

Als Halbdackel geboren, als Halbdackel groß geworden und wenn sie dann einmal das zeitliche segnen, werden sie das auch als Halbdackel tun. Die Auszeichnung erhalten sie allerdings aufgrund folgender rhetorischer Leistungen. Zitate:

Reinhard Löffler: "Mit der Freiheit ist es wie mit dem Schießpulver: Die Dummen haben es nicht erfunden, ballern aber damit herum."

Angela Merkel: "Wenn ich Argumente habe, stehe ich hier nicht mit 'ner Trillerpfeife im Maul."

Wer derart offen Wähler beschimpft hat erstens Panik und zweitens in der Politik nix verloren.

Der Löffler ist wie der Mappus Badenzer und deshalb möchte man ihm -wie auch dem Mappus- zurufen: Verschwinde dahin, wo du hergekommen bist. Zurück in den Schwarzwald, in diese inzuchtverseuchten Gebiete der ewigen Rückständigkeit, wo der Modernisierungsstau wirklich virulent ist.

Und Fräulein Merkel soll einfach was anderes machen. Bundeskanzler auf jeden Fall nicht. Fischen in der Mecklenburger Seenplatte zum Beispiel. Das wär besser. Nicht für die Fische, aber für uns und sie selbst sowieso. Oder Ferkelzucht. Das gäbe wenigstens einen lustigen Firmennamen. Nichts reimt sich auf Merkel

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Montag, 13. Dezember 2010
Halbdackel des Monats
Es gibt wieder einen Halbdackel. Dieses Mal ist es Stefan Keilbach. Kennen Sie nicht? No wonder. Der Mann ist Bürgerreferrent der Stuttgarter Polizei und damit für die Kommunikation zwischen Öffentlichkeit und Polizei verantwortlich.

Seinen ersten großen Auftritt hatte er am 30. September 2010, dem Tag der Eskalation in Stuttgart. Damals durfte er in die Tagesschaukamera folgenden Satz sagen:

"Dann wird auch noch behauptet, wir seien gegen extrem junge und extrem alte Menschen vorgegangen. Ja, das ist die Stuttgarter Polizei. Die Leute hatten Gelegenheit, rechtzeitig wegzugehen."

Das an sich ist schon ein saudummer Satz, aber mit viel gutem Willen mag man ihm den angesichts der damaligen Emotionen nachsehen. Sogar ich kann das nachsehen, als jemand, der an diesem Tag Zeuge werden durfte musste und der klar sagen kann: Nein, es war nie und nirgends ersichtlich, wann und wo es gefährlich wird.

Mit reichlich Abstand geht es aber auch noch "besser". Dieses Mal entblödet sich der Kerl nicht, drei Monate später zur Erblindung eines Stuttgarter Ingenieurs an diesem Tag Stellung zu nehmen. Das häßlichste Bild des Tages, die allerschlimmste Folge des Tages. Das Foto, das die Republik erschüttert hat. Finde ich zumindest.

Als Polizist könnte man nun vieles sagen. Das beste wäre vermutlich "wir bedauern die Eskalation an diesem Tag und die Folgen für Herrn Wagner". Das hätte ich noch einigermaßen verstanden. Das hätte zwar auch nicht so recht gepasst, aber wäre wahrscheinlich nahe dem gekommen, was menschlich noch so einigermaßen nachvollziehbar gewesen wäre. Hätte er das gesagt, ich hätte kein Wort, nicht ein einziges drüber verloren.

Stattdessen sagte er folgende Sätze:

"Man hätte den Einsatz nicht abbrechen können".

Dem möchte ich entgegnen: Doch, hätte man. Man hätte nicht nur können, du Dackel, man hätte sogar müssen.
Bezüglich Herrn Wagner kommt dann das:

"Herr Wagner hätte Gelegenheit gehabt, es nicht passieren zu lassen."

Wumm! Achso! Herr Wagner hätte es nicht passieren lassen müssen......Herr Wagner hätte also die Möglichkeit gehabt, den Wasserstrahl um sich rumzudirigieren? Sich wegzuducken? Seine Augen in Sicherheit zu bringen? Eine Schutzmaske aufzuziehen, ehe er die Schlacht betritt?
Zu einer solchen Aussage gehört viel Chuzpe, aber es kommt noch besser:
Ob Herr Wagner selbst schuld an seiner Erblindung ist?

"Ja".

Ich bin ja nicht der allergescheiteste auf diesem Planeten und ein großer Vereinfacher sowieso, aber in letzter Konsequenz sagt Keilbach in etwa damit, dass sich der Herr Wagner die Augen quasi selbst ausgeschossen hat.

Und wissen Sie, was er zum Einsatz an dem Tag insgesamt sagt? Bitte:

"Der Polizeieinsatz war eine geordnete Sache an diesem Tag".

Prost Mahlzeit! Wenn der Erfüllungsgehilfe von Mappus Pressesprecher einen Einsatz mit 400 Verletzten, darunter 3 Schwerverletzte mit bleibenden Augenschäden und einen Totalerblindeten als "geordneten Einsatz" beschreibt, dann will man nicht wissen, wie ein ungeordneter Einsatz erst aussieht.


nur ganz nebenbei: "geordnete Einsätze" laufen bei der Polizei im Allgemeinen so ab: Sie werden wegbeordert, in Busse verfrachtet, wissen nicht, wohin sie kommen und weshalb und dann stehen sie da, irgendwo im nirgendwo und müssen mal schnell funktionieren. So zumindest hat es ein Leiter der Rheinland-Pfälzischen Polizei vor dem Untersuchungsausschuss des Baden-Württembergischen Landtags geschildert, der nicht der allerblassesten Schimmer hatte, wohin er und seine Leute gerieten.

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Donnerstag, 25. November 2010
Halbdackel des Monats

Häschen


Selten hätte es einer gleich zum mehrmonatlichen Dauerserienhalbdackel geschafft, aber beim Rüdi von der Bahn ist es endlich soweit. Er ist damit sowas wie der Superhalbhalbdackel, weil er mindestens die Monate August, September, Oktober und November problemlos und unangefochten ganz vorne steht. Ehe wir zur allgemeinen Langeweile alles nochmal von vorne durchkauen -so interessant ist der Kerl auch wieder nicht- picken wir uns mal ein Beispiel raus.

Da wäre beispielsweise ein Papier der Bahn, das niemand einsehen durfte. Überhaupt niemand. Auch nicht das Heinerle oder die Schlichtungsteilnehmer, trotz angeblicher Offenlegungspflicht. Noch nicht mal Volksvertreter, die darüber abstimmen sollten (und das gar taten). Noch nicht mal geschwärzt.
Da steigt selbst dem bestgläubigen Menschen dieses G´schmäckle in die Nase und man wagt dann doch irgendwann mal eine recht gute wie ebenso knappe Frage zu stellen: Wozu?

Fakt ist: Bis gestern war das Ding im Bahntresor weggeschlossen und dort sollte es wohl auch bleiben. Dann kam der "Stern" und nun müssen Sie einen kleinen Ausflug erdulden: Arno Luik ist Journalist beim "Stern" und ärgert die Bahn schon seit Monaten mit seinen Artikeln.
Aber so richtig. Da schlagen schön regelmäßig gut recherchierte Geschosse ins Hauptquartier am Potsdamer Platz und die Kommunikatoren dort haben allergrößte Mühe, das wieder halbwegs gradezubiegen, was ihnen nicht wirklich immer gelingt, eigentlich eher nie, weil der Herr Luik immer wieder eine Formulierung anbringen kann wie "laut einem internen Papier der Bahn, das dem "Stern" vorliegt". Da kann man schon mal schlecht aussehen. Am störendsten findet man dort wahrscheinlich, dass der gute Herr Luik immer wieder mal Sachen schreibt, das darauf schließen lassen könnte, dass er über Insiderinformationen verfügen und/ oder es einen Maulwurf geben könnte. So, schon ist der kleine Ausflug zuende und wir sind wieder beim supersupergeheimen Papier aus dem Giftschrank:

Arno Luik hat es getan. Veröffentlicht. Wie, ist mir ehrlich gesagt, erstmal egal.

Um es zusammenfassend kurz zu machen: Der Vorwurf ist, dass die Bahn bereits 2002 von Kosten in Höhe von 4,2 Milliarden ausgegangen ist, den Parlamenten aber grade mal 2 Milliarden zur Bewilligung vorgelegt hat. Die momentane Kostenschätzung geht ja von 4,1 Milliarden aus. Wir sprechen übrigens grade von Euro. Das ist wichtig.

Weil die Bahn sagt, dass man in dem Papier schlicht D-Mark und Euro verwechselt habe.

Für diesen brachialen Gag gehört der Kommunikationsabteilung der Deutschen Bahn eigentlich der Comedypreis verliehen. Wir wollen nur noch mal festhalten:

Es geht hier mal so ganz nebenbei um Milliardenbeträge und nicht weniger als die Zukunft Europas (zumindest wenn man der Bahn und einigen anderen Befürwortern glauben darf). Es geht also um nicht weniger als darum, ob die Pariser morgen noch Baguettes kaufen können und die Berliner auch weiterhin sorglos ihren Wasserhahn aufdrehen können, sollte dieser Bahnhof nicht gebaut werden.

Und die Deutschbahner geben jetzt allen Ernstes zu, dass sie zu blöde sind, Euro und Mark bei diesem "wegweisenden, alternativlosen Projekt" auseinanderzuhalten und es ihnen wahrscheinlich deshalb zu peinlich ist, das Ding vorzulegen? 8 Jahre lang fällt das dort überhaupt niemandem auf und es muss ein dahergelaufener Sternjournalist sein, der die Bahn auf "Rechtschreibfehler" hinweist? 8 Jahre hat keiner bemerkt, dass man da einen klitzekleinen Fehler gemacht hat? Dilettanten!

Diese Schwachmaten soll man einen Bahnhof bauen lassen? Die kriegen doch keinen Bolzen in eine Schiene. Oh, what Krisenkommunikation! Herrlich! Werden die eigentlich schon von der Harald-Schmidt-Show bezahlt oder bewerben die sich damit grade?
Weiter würde ich auch gerne mal wissen: Ist das denen bei ihren Gehältern etwa auch passiert? Euro und Mark verwechselt?

Und: Mal angenommen, die Bahnerklärung stimmte tatsächlich. Gut, okay, kann ja sein, dass schlecht bezahlte Sekretärinnen sich mal verhacken, das dann hinterher keiner querliest und dann hat man so ein blödes Papier an der Hacke.

Nehmen wir also an, die Bahn sagt die Wahrheit (wozu ich eigentlich nicht den geringsten Anlass hätte selbiges zu tun): Dann heißt das doch, dass in 8 Jahren sich die Kosten mittlerweile um 100% erhöht haben. Gebaut werden soll nochmal so ca. 10 Jahre und wenn ich das jetzt so weiter hochrechne, dann liegen wir bei zu befürchtenden weiteren Kostensteigerungen von nochmal circa 125% und damit sind wir dann bei Endkosten von so grob übern Daumen bei 9 Milliarden. Welch Wunder: Das ist genau die Summe, die ein Gutachter errechnet hat und dessen Zahlen von der Bahn vehement bestritten werden.

Für diesen ganzen Scheiß zeichnet der Grube als Chef des Ganzen. Das Problem mit dem Grube aber ist: Den wird man nicht so einfach los wie den Mappus. Den einen können wir demnäxxt in der Grube beerdigen, wie man den anderen reinkriegt, das ist noch nicht bekannt.

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Montag, 26. Juli 2010
Halbdackel des Monats

Die Brustverächterin


Ich hatte nicht geglaubt, dass ich mich jemals wieder würde über Eva Herman auslassen. Ganz einfach deshalb, weil sie völlig untergegangen war und irgendwo in irgendeiner Schmuddelecke mit Matsch spielt. Gut, okay, letzteres tut sie tatsächlich. Ich muss zugeben, dass ich mich zeitweise der Vorstellung hingegeben habe, die Frau habe sich an den Herd zurückgezogen und trainiere mittlerweile fürs Mutterkreuz, aber das war illusorisch.
Jetzt ist Evachen beim Kopp-Verlag gelandet und sehr wahrscheinlich gehört sie ganz genau da auch hin. Mitten rein in die Combo der Nazimystiker und Braunesoteriker. Wie etwa Jan Udo Holey, der von Reichsflugscheiben in Neuschwabenland oder der hohlen Erde schwadroniert und bei dem man nie sicher sein kann, ob er das nun ernst meint oder doch nicht. Oder Verschwörungsschwurbler wie Gerhard Wisnewski, ganz alleiniger Besitzer der absoluten Wahrheit.

Auf deutsch: Bei Kopp kommen die unter, die in der Lage sind genug Schwachsinn zu verzapfen, aber nicht so viel, dass es zur Psychiatrie reicht.

Und nun hat das Eva einen Text von sich gelassen, in dem sie spekuliert, dass die Katastrophe bei der Loveparade sowas wie eine göttliche Strafe sei. Von Drogen und Alkohol, wobei sie da vergisst, dass man bei dieser schrägen Logik besser auch gleich das Oktoberfest verbieten sollte und die Fußballbundesliga idealerweise auch gleich auflösen könnte. Nun gut, überraschend kommt der Text nicht. Vielleicht sollte man sowas erwarten bei einer Tante, die Behindertentoiletten zuscheißt.
Ich muss aber ehrlich gestehen, dass mich manche Sätze nicht wirklich entsetzt haben. Stattdessen eher amüsiert.


Wer sich die Bilder der Loveparades aus den zurückliegenden Jahren ansieht, glaubt, in der Verfilmung der letzten Tage gelandet zu sein, wie sie in der Bibel beschrieben werden.

Ganz spontan habe ich mich bei der Lektüre dieses Satzes gefagt, ob Eva Mitglied bei den Zeugen Jehovas ist. Das hat was offenbarerisches, apokalyptisches. Die Endzeit ist nah, Amargeddon steht unmittelbar davor.


Viele Mädchen haben den Busen blank gezogen, manche sind fast völlig nackt.

Ja. Und das auch noch freiwillig. Noch schrecklicher sind die völlig enthemmten Exzesse an deutschen FKK-Stränden. Dort sollen Menschen nicht nur fast nackt liegen. Nein, es wurden dort sogar bereits völlig nackte Exemplare gesehen. So ganz ohne alles. Blankgezogene Männer, blankgezogene Frauen.
Und dann erst dein Verlag! Zeigt die blankgezogenen Mädels auch noch. Wahrscheinlich für den Fall, dass die Phantasie der Frührentnerkunden nicht mehr ausreicht.


Das ohrenbetäubende, stereotype Rave-Gehämmere, das nicht mehr im Geringsten etwas mit dem einstmaligen Begriff von Musik zu tun hat, zerschmettert ihnen über zahllose Stunden Trommelfelle und Nervenkostüme.

Deine stupide, dumme Schreiberei, die nicht mehr im Geringsten etwas mit dem einstmaligen Begriff Journalismus zu tun hat, nervt über zahllose Zeilen unser aller Logik und Intelligenz.


Begriffe wie Sittlichkeit oder Anstand haben sich [...] ins Nichts aufgelöst.

Das, liebe Eva, gilt auch für den Bundestag, alle Landesparlamente, die französische Fußballnationalmannschaft, die katholische Kirche, so einige Internate, die CDU, jeden durchschnittlichen Puff und nicht zuletzt für dich selbst. Sonst wärst du nicht auf der Idee verfallen, solch einen Dreck zu schreiben.


Man muss nicht ausgesprochen prüde sein, um sich hier nach kurzer Zeit mit Grausen abzuwenden. Riesige dunkle Wolken der Enthemmung und Entfesselung treiben über dem Geschehen, die jungen Menschen wirken, als hätten sie jegliche Selbstkontrolle abgegeben, ekstatisch und wie im Sog folgen sie dem finsteren Meister der sichtbaren Verführung.

Enthemmung, Entfesselung.....mal ehrlich Eva: So schreibt doch nur ein Insider. Ich kann nachvollziehen, wenn dir Ekstase so völlig abgeht, schließlich kommst du ja aus Ostfriesland und in dem Landstrich sind Leute zuhause, für die Kuhfürze hinterm Deich schon richtige Höhepunkte sind.


Die unheilvollen Auswüchse der Jetztzeit sind, bei Licht betrachtet, vor allem das Ergebnis der Achtundsechziger, die die Gesellschaft »befreit« haben von allen Zwängen und Regeln, welche das »Individuum doch nur einengen«.

Wow! Jetzt ist es raus. Fritz Teufel hat Schuld. Oder der Kunzelmann. Oder beide. Jetzt mal ehrlich, Eva: Das ist schon steil, wie du da von der Bibel über Techno dann bei den 68ern landest. Vielleicht könnte man auch gleich noch Islamisten reinwursten.
Da biste eine Propagandistin eines Weltbilds, dem du nach 4 Scheidungen und Alibieinzelkind selbst nicht gerecht wirst. Ich such hier übrigens immer noch eine Putze.

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