Montag, 29. März 2010
Halbdackel des Monats
Der Ratz



Lasset die Kindlein zu mir kommen



Gütiger Ratze! Dass es in einer Institution wie der katholischen Kirche zu sexuellem Mißbrauch Vergewaltigungen (den überaus unpassenden Euphemismus "Mißbrauch" lassen wir mal beiseite, zumal es in solchen Fällen "Gebrauch" erst gar nicht geben kann) kommt, ist weder neu, noch dürfte es die Mehrheit der Gläubigen und Ungläubigen überraschen. Wenn man sich mal quer durch die Kirchengeschichte quält, finden sich genug Vorgänger auf diesem Stuhl, der vielleicht doch nicht so heilig ist. Der Ratze zumindest hat eingeräumt, dass er bis Ende der 70er-Jahre noch die lieben Kleinen verprügelt geohrfeigt hat und sehr froh war, als das von Staats wegen verboten wurde. Herrlich! An dieser Stelle übrigens bin ich froh darüber, dass die 0,8-Promillegrenze im Straßenverkehr auf 0,5 gesenkt wurde und ich nicht mehr so viel saufen muss, ehe ich mich hinters Steuer setze und Hallelujahgottseisgepriesen sind Prügel jetzt illegal, sonst würde ich aber jeden zweiten undso.....

Wenn also so ein Prügelknabe wie der Ratze als damaliger Erzbischof wissentlich einen vergewaltigenden Priester in seine Diözese aufnimmt und der dort grade weitermacht und das alles dann anschließend unter den Teppich gekehrt wird, dann sei die Frage erlaubt, welche Werte der Ratze eigentlich vertritt und ob da die Unfehlbarkeit des Papsts nicht noch gleich eine ganz neue Bedeutung bekommt, zumal er keinerlei Probleme hatte, gegen einen Priester vorzugehen, der auf einer Friedensdemo eine Messe gehalten hatte.
Wie man auch vermuten darf, dass Ratze über die Vergewaltigungen bei den Regensburger Domspatzen sehr wohl bestens Bescheid wusste, zumal er den damaligen Domkapellmeister gekannt haben dürfte: Es ist sein Bruder.

Keiner hat den Umgang mit den pädophilen Priestern mehr geprägt als Ratze, keiner kennt das Ausmaß besser und es war der Ratze selbst der gar auf disziplinarrechtlichen Konsequenzen für einen Täter verzichtete, von juristischen ganz zu schweigen.

Wer dann anschließend für eine Stellungnahme ein Jahr braucht und dann nur allenfalls feuchtwarme Worte für den irischen Skandal findet, zu ähnlichen Fällen in den USA, Deutschland, der Schweiz, Österreich, Frankreich, Italien, Niederlande, Polen, Spanien und so weiter aber schweigt, dem wünscht man, dass er doch fehlbarer ist als er denkt, sonst endet das alles noch im Fegefeuer. Abgesehen davon ist er trotzdem ein Halbdackel.

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